Hi,
danke schon mal für die nützlichen Antworten.
Die
Alu-Stößelstange vom Auslassventil am vorderen Zylinder ist krumm. So krumm, dass man es schon mit bloßem Auge sieht, aber gerade genug, dass es beim Überholen nicht zu Berührungen mit dem Mantelrohr kommt. Die anderen gehen noch, lassen sich wegen der teilweise abgenutzten Gewindegänge aber nicht mehr sehr feinfühlig einstellen.
– Werde ich richten und dann in ein paar Jahren ersetzen – THX.
Die
Tappets sind auf ganzer Linie voll am Ende: Voller Riefen, bananenförmig eingelaufen, die Roller haben schon fühlbares Höhenspiel (!) und lassen sich fast beliebig kippen. Das ist sicher schlecht für die Grenzdrehzahl der Lager. Sobald ich am Berg etwas Gas gebe, oder einen Gang nur ein bisschen hoch ziehe, kommen übelste Schleif- und Kratzgeräusche aus dem Motor. Weil ich danach ganz piano nach hause geschlichen bin, hat die Anderws-J-Nocke keine nennenswerten Laufspuren gekriegt und bleibt drin.
Dass es zu den
Low-Cost-Lifterblocks nichts schlechtes zu sagen gibt, außer dass die Beschichtung nicht hält, wäre schon mal ein Pluspunkt. Die Beschichtung sollte aus optischen Gründen ohnehin runter.
Weil die Lifterblocks erheblich tiefere Riefen haben als die Tappets, halte ich eine Lagerung aus Stahl für langlebiger.
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Beim
Aufreiben der Tappets sehe ich das Problem, dass es keine spezielle Reibahle gibt. Je weiter ich eine Standartreibahle reinwürge, umso größer wird das Loch. Das heißt auch, dass ich niemals über die ganze Lauffläche ein einheitliches Maß erreichen kann. Man könnte zwar von beiden Seiten her reiben, aber auch dann ist die Passung da am klapprigsten, wo sie am stärksten beansprucht wird. Zum Hohnen fallen mir die Ostblock-Gestelle ein, die man in eine Bohrmaschine einspannt. Einmal zuviel "Gas gegeben" und der Lifterblock ist im Eimer. Wenn ich dann einen neuen kaufe, habe ich das gleiche Problem wieder, weil ich ja schon Übermaß-Tappets rumliegen habe

... neeneenee - is nich mein Ding.
Nun könnte ich alles zu einem Spezialisten schicken, der es mir mit Hubba-Bubba-Hohnsteinen besorgt. Der Arbeitslohn kostet mich dann kaum weniger, als ein Paar schwarze Lifterblöcke aus den Tiefen des Regenwaldes und die sind wohl grundsätzlich brauchbar.
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Mit dem Rest, der schon mehrmals diskutiert wurde, wollte ich die meistens freundlichen Forumsteilnehmer nicht nerven:
Als Ersatz wollte ich eigendlich die "
Big Axle Power Glide" von Jims nehmen, weil die Forumsteilnehmer viele gute Erfahrungen mit Hydros machen. Ich traue mich aber nicht so richtig, weil ich nicht weiß, ob der Öldruck reichen wird. Wenn nicht, liegt es nicht an der noch ganz fitten S&S-Pumpe, sondern irgendwo tief im Gebälk. Dann würde ich ein ziemlich blödes Gesicht machen, weil ich im Grunde den ganzen Shit auseinanderreißen kann.
Erfahrungen, die gegen Hydros sprechen, habe ich von einem langjährigen Kumpel:
- Minimaler Dreck im Hydro und er klappert, bis man ihn reinigt.
- 0 bar Öldruck bei Langsamfahrten und hochsommerlichen Temperaturen und der Hydro klappert, wenn er nicht mehr taufrisch ist.
- Alte Hydros können verkanten und das Ventil schließt nicht mehr richtig, wenn der Motor z. B. nach einer Langsamfahrt bei mäßigemn Autobahntempo wieder abkühlt.
- Da, wo der Stößel am stärksten beansprucht wird, ist die Ausnehmung in der Lauffläche für die Ölung. Die "Big Axle Solids" von Jims haben diese Ausnehmung nicht, so wie sich das bei der Knuck bewährt hatte.
... natürlich kann man da sogar unterwegs ziemlich schnell bei. Aber nicht bei heißem Motor, an dem man sich ständig die Flossen verbrennt.
Nix reparieren, was funktioniert, heißt es doch so schön. Der Motor läuft gut und geschmeidig mit der Andrews-J. Die hat die wohl mildesten Rampen bei Harley-Nockenwellen und strapaziert den Ventiltrieb kaum. Deswegen werde ich noch mal in mich gehen und wahrscheinlich die "Big Axle Solids" von Jims verbauen. Ach ja, die klappern ja wieder ein bisschen – zum Glück höre ich nicht mehr sonderlich gut.
Noch mal Danke vorerst und viele Grüße
rouleur