Schön!
So machts spaß!
Dann will ich auch nochmal!
Shovelpeter hat geschrieben:Hi,
Du meinst Zugkräfte, denn Druck kriegen die Schrauben ja nicht. Ist nur Wortklauberei, aber wenn du schon ins Detail gehen möchtest...
Nein, ich meine Druckkräfte. Wenn diese auf die Verbindung wirken und die Vorspannkraft überschreiten, fällt diese weg. Kann bei wechselnder dynamischer Belastung auftreten (Spannungsverhältnis R<0, um ins Detail zu gehen), also wenn die Bauteile auf Zug und Druck beansprucht werden. Außerdem kann beispielsweise Setzen einen Wegfall der Vorspannkraft bewirken.
Hm. Nein. Es treten in Schrauben niemals Druckkräfte auf. Eine Schraube wir immernur auf Zug beansprucht, es sei denn, durch "fehlerhafte" Konstruktion, sprich: Irgendetwas klemmt und quetscht die Schraube zwischen Kopf und Ende. Wie soll man mit dem Anziehen einer Mutter auf einer Schraube (egal, ob dazwischen noch was ist?) eine Druckkraft auf die Schraube aufbringen?
Richtig ist: Auf die verschraubten Bauteile wird durch das Anziehen eine Druckkraft ausgeübt. Wobei ich das eher Flächenpressung nennen würde, und eben diese einen gewissen (materialbezogenen Festigkeits-)Wert nicht überschreiten darf, da auch sonst sich die Verbindung durch "Fliessen" des Materials im Verschraubten Bauteil lösen könnte.
Die Schraubenvorspannkräfte in einer Schraubverbidnung ergeben zwischen den verschraubten Bauteilen eine Flächenpressung (meinetwegen auch Druckkraft!) , welche wiederum einen gewissen Reibwiderstand herstellt. Dieser muss zwingen größer sein, als das zu übertragene Drehmoment (in diesem Fall: Antriebsmoment des Getriebes). Ansonsten rutscht die Schraubverbindung durch, und dann kommt es an den Schrauben zur Querschubbelastung. Diese hält meist nur einen Bruchteil der korrekt ausgeführten Schraubverbindung aus.
Danach SCHEREN die Schrauben ab.
Will auch was zitieren, allerdings quantifizierbar. Quelle ist der Hersteller Henkel, bezogen auf das Produkt Loctite (
http://www.henkel.de/de/content_data/89 ... g_0708.pdf).
Der Gefälligkeitsfaktor gegenüber mechanischen Sicherungselementen sollte damit gering sein (wobei auch hier gilt: Gerade im dynamischen Bereich kann man mit Prüfbedingungen einiges bewirken...):
Da ist zu erkennen, dass die Vorspannkraft auch mit der Mutter mit Polyamidring teilweise erhalten bleibt. Womit auch sie die Mutter am Lösen hindern, nach Quelle natürlich bei weitem nicht so gut wie Loctite.
Genau. Die Tabelle besagt eigentlich das, was ich auch sagte: Eine Mutter mit Klemmteil hält eben NICHT die ursprünglich hergestellte Vorspannkraft aufrecht.
Bei erreichen von nur noch 20% der Vorspannkraft, rutscht eine Flansch-Schraubverbindung unter maximallast mit Sicherheit durch. Auch wenn die Schrauben "optisch" noch fest sitzen mögen und noch nicht "klappern".
Aus deinem Diagram ist perfekt zu erkennen: Flüssige Schraubensicherung sind quasi die einzige funktionierende Schraubensicherung...
Muttern mit Sägezahnprofil machen was anderes: Die halten aufgrund mechanischer verblockung des Materials. Die Schraube frisst auf den Planflächen quasi sich selbst fest. Ist aber nicht wiederverwendbar so eine Mutter. Aber Loctite ja auch nicht
Schubspannung entsteht nur in den Schrauben, wenn fehlerhafte Verbindung/zu geringes Anzugsmoment
Die Vorspannung muss SO hoch sein, dass das übertragbare Drehmoment größer ist als das zu übertragene (also das Brems- oder Antriebsmoment). Das ist quasi eine starre Kupplung zweier Wellen.
Schubspannungen können durch die Verformung der Bauteile bewirkt werden. Zack, und noch eine (Quelle Böllhoff:
http://www2.boellhoff.com/web/centres.n ... dungen.pdf)
Sag ich ja. Steht drei Zeilen weiter oben.
Dein Diagramm sacht: "Man spricht von selbstätigem Lösen, Hierbei wirken so starke Querkräfte, daß sich die verschraubten Bauteile gegeneinander hin- und herbewegen."
Die Schraube sollte übrigens kein Drehmoment übertragen, die meintest vermutlich, dass (auf unser Beispiel bezogen) die Vorspannung so hoch sein sollte dass die im Betrieb auftretenden Kräfte (also hier die Querkraft, die sich durch das Moment ergibt) den Reibschluss zwischen den Bauteilen nicht überwinden kann. Die zwei Wellen kann ich nirgendswo finden.
Stimmt, vertippt. Die Schraub-VERBINDUNG soll natürlich das Drehmoment übertragen. Alles andere schrieb ich ja

Die zwei Wellen waren nur als Hinweis auf die Berechnung gedacht:
Die übertragbaren Kräfte einer Zwei-Flansch-Schraubverbindung wird quasi gerechnet wie zwei Wellen, die mit einer starren Kupplung verbunden sind. Oder eben umgekehrt. War nur ein Gedanken-Flupp.
Egal!
P.P.S.: So ist das mit der Wissenschaft, sie denkt immer sie wüsste alles. Wobei für Vorlesungsunterlagen immer das große Kopieren einsetzt und die Quelle/Verlässlichkeit der Erkenntnisse selten hinterfragt werden.
Ist doch alles gut? Alles in allem sind wir glaube ich der gleichen Meinung. Und da das auch meine ist, muss sie richtig sein!
Quatsch: Du hast mit deinen Diagrammen meine Argumente gefestigt, also Danke dafür!
Chrischan
PS: Ich liebe sachliche Diskussionen!!!!

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