Vergleich Nockenwelle Crane 288 vs. 288-2B

Moderator: Gerry

Hoschi
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Vergleich Nockenwelle Crane 288 vs. 288-2B

Beitrag von Hoschi »

Servus,

bin am grübeln, ob ich mal ne andere Nocke ausprobieren soll, nachdem mir meine 1200er FLH mit (vermutlich) Seriennocke, relativ offenem Fishtail 2 in 1 und Super E im unteren Drehzahlbereich zu träge ist (ich fahre meist zu zweit).

Im Forum hab ich schon einige positive Berichte über die Crane 288-2B gelesen, besonders die Schilderung von Rainer, dass er mit dieser Nocke nicht mehr runterschalten musste, wo das vorher noch nötig war. Das klingt für mich zunächst nach einer Drehmoment-Nocke, so wie ich eine suche.

Verunsichert bin ich nun allerdings, nachdem ich mir im Crane Katalog die Beschreibung zu den Nocken durchgelesen hab. Da wird die 288-2B für "Performance oder street use" empfohlen, was ja eher wie Leistung bei höheren Drehzahlen klingt, dagegen die 288 für "low and mid range improvement", also Drehmoment von unten, wie ich es gerne hätte.

Hat jemand von euch Erfahrungen mit einer dieser Nocken und kann seine Eindrücke mal beschreiben?

Grüße Hoschi
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rainer_aus_ulm
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Re: Vergleich Nockenwelle Crane 288 vs. 288-2B

Beitrag von rainer_aus_ulm »

Hi,

ich habe die Crane 288-2B für ca .... errr .... 50.000 (?) gefahren.
Ich war v. der Leistungsentfaltung sehr zufrieden und passte meinem Fahrstil perfekt.

Die Nocke ist offiziel mit OEM-Hydros fahrbar was ich auch getan habe.
Das Todesurteil für die Nocke kam beim abdichten der Tappetblöcke als ich mit Horror sah daß die einzelnen Nocken
Pitting im fortgeschrittenem Stadium aufwiesen.
Die Nocke musste also raus und eine andere rein (jetzt: Leineweber L-1).

Manche meinen daß die Rampe der Nocke zu steil ist manche vermuten eine Härteproblem bei der Fertigung
In anderen Foren und an Lagerfeuern las und hörte ich dann ähnliches daß Pitting aufgetreten ist.
Hmmmm.

Crane ging den Bach hinunter und ist glaube ich inzwischen v. S&S übernommen worden.
Ob S&S diese Nocke noch herstellt weiß ich nicht.

Die optimale Zündzeitpunkteinstellung (Kontakt) war schon difizil aber ich bin da sehr, sehr eigen ...
Die Vergasereinstellung am Super-E benötigte eine größere Teillastdüse aber wenn es alles passte war es ächt eine Freude
mit dem Ofen zu fahren.
Ob solo, oder zu zweit mit voller Camingausrüstung für 3 Wochen nach Fronkraisch-Fronkraisch oder
innerhalb City-Limits.
Ein-wäm-frei.
Der Spritverbrauch zwischen 5-6.5 ltr und der Ofen war erheblich lauter.
Starten: Kalt, warm + heiß kein Problem.

Die 288 kenne ich nicht aber die verschiedenen Produkte von Crane hatten mich in den letzten Jahren doch enttäuscht und ich weiß ich bin nicht der Einzigste.
Das betrifft aber ausschließlich Leute die richtig Kilometer prügeln da alle Mängel an den verschiedenen Produkten bei hohen Laufleistungen aufgetreten sind.
S&S hat definitiv einiges zu tun !
Wenn du allerdings nur von Ortschild zu Ortschild fährst: Kaufen und einbauen

rainer
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Hoschi
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Re: Vergleich Nockenwelle Crane 288 vs. 288-2B

Beitrag von Hoschi »

Hallo Rainer,

danke für die sehr ausführliche Beschreibung. Aufgrund deiner Schilderung hätte ich keine Bedenken, mir die 288-2B zu kaufen.

Ich bin bis jetzt kein Vielfahrer, für 50.000km brauche ich einige Jahre. Von daher beunruhigt mich das nicht so sehr, dass die Nocken nach dieser Laufleistung hinüber sind.

Trotzdem noch mal die Frage in die Runde, hat jemand auch die Crane 288 ohne die Endung -2B schon mal gefahren?

Es gibt zumindest noch eine homepage von Crane und einen Katalog, und ein Händler hat mir bestätigt, dass die Nocke noch lieferbar ist.

Schönen Sonntag
Hoschi
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ron
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Re: Vergleich Nockenwelle Crane 288 vs. 288-2B

Beitrag von ron »

Servus,
mit Crane Cams habe ich keine Erfahrungen, doch hier ein paar grundsätzliche Gedanken.
Wenn Du unten mehr Dampf benötigst würde ich es erstmal mit einem kleineren Vergaser versuchen.
Der Super E, gar nicht zu reden von den alten großen Super B usw., wie auch mein 40er Schieber, bringen erst bei Vollgas richtig was. Für einen Standard Motor mit optimistischen 60PS wäre sogar ein 32er Vergaser locker ausreichend. Das berühmte Police Service Pack bestand daraus, dass die MoCo in die 74er F/FL, die "mildere" Nockenwelle und den kleineren Vergaser der 61er einbaute. Eben um die Maschinen im Stadt- und Eskortbetrieb besser fahrbar und weniger verrußungsanfällig, damit auch startfreudiger zu machen.
Ansonsten bringen die meisten "schärferen" Nockenwellen erst oben was.
Als meine noch eine 1200er war bin ich eine Andrews "F" gefahren, die relativ "mild" auch unten mehr Dampf bringen sollte. Unten bemerkte ich wenig Unterschied, doch der Durchzug bei mittleren Drehzahlen war wesentlich verbessert. Bei 120kmh überholen -einmal kurz am Quirl drehen und fertig, was vorher doch eine etwas zähe Angelegenheit war.
Gruß
Noch immer schwer erziehbar und unbeugsam.
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Hoschi
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Re: Vergleich Nockenwelle Crane 288 vs. 288-2B

Beitrag von Hoschi »

Hallo Ron,

der Super E war schon drauf, als ich die Kiste gekauft hab. Ich habe mir deswegen auch schon Gedanken gemacht, allerdings ist ein Vergaserwechsel ne größere Investition und ich sehe das Risiko wenn dann eher darin, dass bei geringer Drehzahl keine vernünftige Gemischbildung stattfindet und die kerzen verrußen, als dass es sich deutlich negativ auf den Drehmomentverlauf auswirkt. Mit verrußten Kerzen hab ich keine Probleme und das Laufverhalten "untenrum" ist ganz ok.

Mir ist die ganze Theorie um die Nockenwellen zu grau, deshalb war es mir wichtig, eine zu kaufen, zu der es schon Erfahrungsberichte mit ähnlichem Motor gibt. Und das war bei er Crane der Fall (Rainer).

Deine Schilderung mit der "F" sagt mir, dass die nicht ideal für mich wäre, weil bei meiner Kiste ab mittleren Drehzahlen schon genug Dampf vorhanden ist, nur im Drehzahlkeller kommt null (z. B. im 4. Gang bei 65km/h, ca. 2000U/min bei meiner Übersetzung). Dauert ewig, bis ich da wieder auf Geschwindigkeit komme bzw. am Berg keine Chance, da muss ich in den 3. runterschalten.

Aber irgendwann werde ich auch mit dem Vergaser noch experimentieren...

Gruß
Hoschi
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ron
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Re: Vergleich Nockenwelle Crane 288 vs. 288-2B

Beitrag von ron »

Hi Hoschi,
nun nach Deiner letzten Beschreibung -65kmh im 4ten, evtl. bergauf....
...wenn ich mir vorstelle Du hast ne dicke E-Glide mit Standard Motor, dann noch eine Sozia mit, würde ich sagen ist es normal zurückschalten zu müssen.
Ich weiß nicht was Rainer geschrieben hat was die Crane kann, doch ich wäre vorsichtig mit zu schaltfaulem fahren. Auch wenns die Motorcharakteristik nicht vermuten lässt, die Pleuellager vertragens auf Dauer nicht wenn man den Motor plagt. Immerhin muß Dein Motor rund 500kg Kampfgewicht beschleunigen...
Jedenfalls viel Erfolg und Spass mit der Crane, Ron
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Arthur
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Re: Vergleich Nockenwelle Crane 288 vs. 288-2B

Beitrag von Arthur »

Hallo Hoschi,

wenn du eine Drehmomentnocke suchst, muss du nach kurzsteuernden Nocken schauen: also das Einlassventil sollte früh zumachen. Das macht z.B. die Andrews #1 oder #2, wobei die #2 keine bolt in Nocke ist. Soweit die Theorie. Ich hatte aber auch die Crane 288 gefahren. Die war erstaunlich gut im unteren Drehzahlbereich, obwohl sie nicht kurzsteuernd ist. Aber egal, ich fahre jetzt die Andrews #2 und ab 2000 rpm muss ich nie zurückschalten.

Und was ron bezüglich Vergaser schreibt, ist richtig. Ein „kleiner“ Vergaser unterstütz das Drehmoment im unteren Bereich. Also wenn du einen „Drehmomentmotor„ haben willst, musst du an mehreren Schrauben drehen. Kehrseite der Aktion ist: geringere Endgeschwindigkeit.

Gruß Arthur
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Ja-nee
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Re: Vergleich Nockenwelle Crane 288 vs. 288-2B

Beitrag von Ja-nee »

Falls die Härtung der Nocke Sorgen macht....denke ich---einfach zur Firma CAMPRO schicken....Auch können die sehr günstig Nocken auf/umarbeiten.
Selbst eine Drehmomentnocke sollte für die Jungs da kein Prob darstellen.

:)
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Hoschi
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Re: Vergleich Nockenwelle Crane 288 vs. 288-2B

Beitrag von Hoschi »

Hallo zusammen,

ich habe gestern die Crane H288-2B eingebaut und heute die Probefahrt gemacht. Meine Erfahrungen will ich hier mal teilen. Ich kann hier natürlich nur mit der Nocke vergleichen, die vorher verbaut war. Leider weiß ich immer noch nicht, was das für eine ist.

-Der Motor ist etwas lauter und "knalliger" im Sound, einwandfrei :D
-Die mechanischen Geräusche aus dem Steuergehäuse sind enorm laut mit der Crane :( . Man hat den Eindruck, als sitzt da drinnen einer mit ner Rassel. Äußert negativ und störend. Natürlich hab ich auch gleich in Gedanken abgehakt, ob ich vielleicht einen Fehler beim Einbau gemacht haben könnte, war schließlich das erste mal, dass ich den "Eingriff" vorgenommen habe. Auf jeden Fall ist das axiale Spiel der Nockenwelle ca. 0,2mm, exakt wie bei der alten. Die Hydros habe ich nach der Methode eingestellt, erst komplett leer und trocken machen, durch Stößenmutter rausdrehen komplett zusammendrücken, dann Einstellmutter 1 3/4 zurückdrehen. Bin mir zu 99% :D sicher, dass ich hier nicht gepfuscht habe. Wenn man allerdings die steilen Flanken der Crane sieht, wundert es nicht, dass es seutlich mehr Belastung für die Stößel ergibt, als mit der milden Nocke, die vorher drinnen war (leider immer noch nicht identifiziert)
-An der Motorcharakteristik hat sich nichts merklich geändert, weder in niedrigen noch in hohen Drehzahlen. Keine Verbesserung oder Verschlechterung gegenüber der alten Nocke, obwohl diese eine völlig andere Nockenform hat!?! Man könnte subjektiv durch den knackigeren Sound meinen, man sei spritziger unterwegs, aber das habe ich versucht auszublenden.

Fazit:
Es macht zwar Spaß, wenn der Auspuff ballert, aber wenn gleichzeitig von vorne die ungesunden Rasselgeräusche kommen, kann man das nicht so wirklich genießen. :cry:

Zu euren Kommentaren noch was: Ich fahre nicht ständig im untersten Drehzahlbereich und quäle die Lager, aber ich hätte gerne für den Fall, dass man mal mit 80km/h einen leichten Berg hochfährt zumindest soviel Durchzug, dass die Fuhre zumindest noch im 4. die Geschwindigkeit hält oder idealerweise leicht beschleunigt. Höchstgeschwindigkeit spielt für mich keine Rolle, mit Trommelbremns vorne und Sozius hinten fahre ich nicht schneller als 110.

@Arthur:
Hattest du die 288 oder die 288-2B? Die 288 ist laut Hersteller tatsächlich eine Drehmomentnocke.

Ein Kumpel von mir hat glaube ich noch eine Andrews, muss mal fragen was für eine.

Grüße
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rainer_aus_ulm
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Re: Vergleich Nockenwelle Crane 288 vs. 288-2B

Beitrag von rainer_aus_ulm »

Hi,

hmmm ... Rasselgeräusche sind schon merkwürdig.

Sind die Rollen der Tappets noch ok ?
Kein Höhen- bzw Axialspiel ?
Haben die Tappets in den Tappetblöcken Spiel ?
Das Toleranzmaß ist hier extrem eng.

Wie groß ist denn der Aussendurchmesser des Nockenzapfens bzw der Innendurchmesser
der Lagerbuchse im Steuerdeckel ? Ist hier zuviel Luft ?

Die steile Rampe der Nocken beeinflußt die Rollen nicht negativ.
Solange die Rollen einwandfrei sind ... rollen die nur ... und drücken den Stößel hoch.
Die Belastung muss die Nockenwelle tragen.

Zur Charakteristik:
Wieviel Frühzündung fährst du und welche Teillastdüse ist verbaut ?
Ich bin damals zwischen 37-40 Grad gefahren und wenn ich mich recht entsinne mit einer 310er gefahren

rainer
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liekoer
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Re: Vergleich Nockenwelle Crane 288 vs. 288-2B

Beitrag von liekoer »

Moin,

kann es auch ein Tackern sein. Würde, gearde nach einem Tausch der Nockenwelle eher Sinn machen.
Dazu gibt es unter der Suche den einen oder anderen Beitrag unter bspw. "Piniongear" hier im Forum. Die finde ich am Interessantesten:

- http://forum.shovel-head.com/viewtopic. ... piniongear

- http://forum.shovel-head.com/viewtopic. ... at&start=0

Gruß
Norbert
Hoschi
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Re: Vergleich Nockenwelle Crane 288 vs. 288-2B

Beitrag von Hoschi »

Guten Morgen,

ich habe beide Nockenwellen gegeneinander verglichen, bevor ich die neue eingebaut habe. Lagerzapfendurchmesser waren identisch, zumindest mit der Messgenauigkeit eines Messschiebers. Aber vielleicht war das nicht genau genug.

Spiel der Tappets in den Führungen ist keines spürbar gewesen, auch wenn die schon ziemlich deutliche Längsriefen haben. Die Rollen zeigten überhaupt keine Abnutzungsspuren. Man darf nicht vergessen, dass die alte Nockenwelle mit genau den selben Teilen verbaut war und praktisch geräuschfrei lief, was mich ziemlich wundert. Ich kann mir nämlich auch nicht vorstellen, dass allein die Nockenform diesen Unterschied macht.

Zum Motor, ich fahre statisch 5° früh. Hatte auch mal 10°, da hat der Motor aber schon deutlich bei niedrigen rpm geklopft. Teillastdüse ist eine 320er, nachdem bereits mit der alten Nocke eine 280 und 295 zu mager war. Ich hatte gestern beim Fahren vom Laufverhalten her den Eindruck, dass der untere Teillastbereich mit der Crane nun ganz leicht überfettet ist. Beim Beschleunigen hat es sich aber gut angehört.

Scheinbar hatte die alte Nocke eine sehr ähnliche Charakteristik. Mich würde echt mal interesieren, wie sich dann eine Originale im Vergleich fährt...

@Arthur:
Die Andrews #1 und #2 sind doch low compression Nocken für 7,5:1 Verdichtung. Passt das denn überhaupt mit einem originalen FLH-Motor zusammen?

Gruß
Hoschi
Arthur
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Re: Vergleich Nockenwelle Crane 288 vs. 288-2B

Beitrag von Arthur »

Hallo Hoschi,
ein Motor mit einer kurzsteuernden Nocke neigt natürlich mehr zum Klingeln. Deshalb hat sich Crane abgesichert und den Begriff low compression erfunden. Die #3 ist z.B. den Eckdaten nach baugleich mit der S&S 514. S&S gibt 9:1 als maximales Verdichtungsverhältnis an. Mein Motor hat 8,25. Das geht schon, ohne Licht kein Schatten.

Gruß Arthur
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rainer_aus_ulm
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Re: Vergleich Nockenwelle Crane 288 vs. 288-2B

Beitrag von rainer_aus_ulm »

Moin,

schon eine Möglichkeit daß der Motor klingelt (und nicht rasselt).

Meine Meinung:
Ich empfehle dir dringend die Zündung abzublitzen und nicht nur statisch zu prüfen denn nur dann
weißt du mit Sicherheit was Tacheles ist.

Weiter hat m.E. nach die steile Rampe der 288-2B keinen Einfluß auf die Rollen der Tappetroller.
Die Rollen ... rollen, laufen nur.
Den Druck muß die Nockenwelle ausführen. Haben die Rollen keine Axial- und Höhenspiel sehe ich persönlich
kein Problem.

Ich habe meine Zettel noch mal herausgekramt:
Verdichtung: 8,5:1 (2.Übermaß KB-Gusskolben)
Zündung: 38-39 Grad (Kontaktzündung, 1 x Kerze pro Zylinder, Normal/Super Spritmix)
Teillast: 310
Hauptdüse: 70
B-Pumpe: 0,75 Umdrehung
1,75" Krümmer + 65A Tüten
Sekundärübersetzung: 23:48
Primär: Kette original KW: 24 + Standard-Kupplungskorb (weiß die Zähnezahl im Moment nicht :oops:
4-Gang OEM Ratchet-Top

Mit deiner 320er Teillast tust du dir keinen Gefallen !

Ich habe die originale H-Nocke (die von der MoCo gekennzeichnet ist) im Starrahmen-Möppi und der Unterschied zur Crane ist wie Tag & Nacht.
Persönlich bin ich beim Thema Zündung sehr , sehr sensibel und achte peinlichst darauf daß ich im grünen Bereich fahre aber der
Unterschied zwischen der originalen H-Nocke und der 288-2B Crane ist mir am deutlichsten an Maloja-Passtrecke aufgefallen.
Vorher musste ich in den Kehren in den ersten Gang runter (Fahre + Maus + Urlaubs/Campingausrüstung)
Bild
Danach bin ich im 2.Gang durch fast jede Kehre. Ohne Klingeln. Evtl mit schleifender Kupplung aber ich bin nur noch vereinzelt
in den 1.Gang runter.

Noch was:
Du kannst eine Nocke NICHT mit einer anderen vergleichen indem du sie nur anschaust.
Natürlich kann es auch sein daß deine "alte" Nocke schon recht füllig ist du aber nocht mehr Dampf erwartest ...

Blitz` die Zündung ab und korrigiere diese falls notwendig.
Check deinen Vergaser

rainer
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Hoschi
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Re: Vergleich Nockenwelle Crane 288 vs. 288-2B

Beitrag von Hoschi »

Hallo,

@Norbert:
Deine Antwort hatt ich heute morgen ganz übersehen, sorry. Nachdem ich mir die links durchgelesen hab, bin ich ziemlich überzeugt, dass die Geräusche von den Zahnrädern kommen. Man kann es als Tackern bezeichnen, mit "Rasseln" habe ich es nicht so gut getroffen.

Zündungsklopfen kann ich sicher ausschließen, das hatte ich erst, hört sich völlig anders an. Die Geräusche kommen auch eindeutig aus dem Seitendeckel und das Tackern lasst sich an diesem fühlen.

Das Zahnrad der "neuen" Nockenwelle ist evtl. auch nicht mehr das originale, da es mit einem Schweißpunkt gesichert wurde. Sowas tut normalerweise doch nur jemand, der ein neues Rad auspresst und Angst hat, dass es sich löst.

Seht ihr ein Risiko darin, dass durch zu großes Zahnflankenspiel kurzfristig hoher Verschleiß auftritt? Ich würde die Welle nämlich sonst noch die nächsten Wochen bis zum Winter drinnen lassen, wo ich eh bis dahin nicht mehr viel fahren werde.

Dann kann ich das in aller Ruhe prüfen. Die alte Welle hat auf dem zahnrad einen grünen Punkt, also ungefähr Mittelmaß, bei der Crane sehe ich es erst, wenn ich sie wieder ausbaue.

@Rainer:
Ich werde deinen Rat mit der Zündung befolgen. Will mir im Winter in den Primärkasten eine Zündmarkierung bauen, damit das Abblitzen leichter geht. Bis dahin bin ich zumindest sicher, dass der Motor nicht klopft, auch wenn der Zündzeitpunkt viell. nicht optimal aufs Grad genau ist.

Es kann schon gut möglich sein, dass die alte Nocke schon recht gut für meine Anforderungen war und daher einfach keine wesentliche Steigerung in dieser Richtung mehr geht. Ich fahre übrigends primär 25:original 37 und hinten 23:51. Volllastdüse 720. Krümmer 2 in 1, 1,75", Dämpfer Fishtail relativ offen.

Danke für die guten Tips Jungs.
Gruß Hoschi
Antworten