Restaurieren

Moderator: Gerry

Seelter
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Re: Restaurieren

Beitrag von Seelter »

Moin

Ich würde strahlen (evtl mit Glas),sauber machen,und dann mit Rostumwandler (Fertan) behandlen.Enthält auch Phosphorsäure und ist einfach zu händeln u. kaufen.Dann abwaschen trocknen und lackieren.

In der Beschreibung von Fertan wird extra auf die guten Grundierungs Eigenschaften hingewiesen.

Den Rest kann man ewig lagern und evtl...

Klaus
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bobber
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Re: Restaurieren

Beitrag von bobber »

ron hat geschrieben:
...so ätzend ist das nicht - Phosphorsäure ist zu ein paar Prozent in Cola und vielen haltbar gemachten Lebensmitteln drin.
Ich machte die Erfahrung, dass eine 4 bis 5:1 Verdünnung intensiver wirkt. Ebenso reagierts besser, wenn schon ein paar Rostteile drin waren.
Außerdem genügt auch ein Kunststoffgefäß.
Erwärmen beschleungt den Vorgang, ist aber nicht unbedingt notwendig.

Ich machs daher so: ca. 5 Teile heißes Wasser (destiliertes versuchte ich nicht), 1 Teil "technische Phosphorsäure" dazu, dann die gereinigten und entfetteten Teile rein.
Je nach Legierung und vorherigem Rostbefall werden die Teile binnen einer halben und mehreren Stunden grau bis schwarz.
Danach Teile mit Wasser abspülen, trocknen, fertig.
Für Teile die Du danach unlackiert verwenden willst hilft ein Bad in heißem (Motor) Öl. Flugrost geht aber auch ohne dieser Behandlung leicht mit nem öligen Lappen abzuwischen.
Ölen, kalt oder warm, schadet jedenfalls nix.

Die Brühe ist wiederverwendbar, daher ggf. für weitere Projekte aufheben.

Gruß
noch ein Frage dazu: d.h. "leicht" angerostete Teile tust Du gar nicht sandstrahlen, sondern packst diese direkt in die heisse 40-50% Phophorsäure
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ron
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Re: Restaurieren

Beitrag von ron »

...nö, nur abbürsten.
Die Phosporsäure hat übrigens nicht 40/50%, sondern über 80% unverdünnt. Ca. 17.-/L.

Gruß
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ron
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Re: Restaurieren

Beitrag von ron »

P.S.: Phosphorsäure 85% Techn.

steht auf der Flasche.
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bobber
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Re: Restaurieren

Beitrag von bobber »

das habe ich auch gemeint :wink: hätte ich schreiben müssen 40-50% ige Phosphorverdünnung
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ron
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Re: Restaurieren

Beitrag von ron »

bobber hat geschrieben:das habe ich auch gemeint :wink: hätte ich schreiben müssen 40-50% ige Phosphorverdünnung
Wie gesagt, wirkt 5:1 oder 4:1 verdünnt seltsamerweise besser, als pur oder bloß 1:1 verdünnt.
Probiers ggf. aus.

Gruß
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bobber
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Re: Restaurieren

Beitrag von bobber »

knuckuwe hat geschrieben:auf keinen Fall pulvern.

Phosphatieren und lackieren.

Phosphatieren lassen kost nicht viel. Nicht ölen lassen und dann lackieren. Hab ich mit meinen Stahlfelgen gemacht. Super.

das Gestänge und die Umlenkhebel phospatiertren und ölen..

Gruß Uwe
Ich hab jetzt alles komplett zerlegt - die Phosphorsäure ist bestellt.

Das Rad ist ein Kelsey Hayes - die Speichen sind noch recht gut in Schuss, alle Gewinde gut und auch die Nippel nicht vermackt - die werde ich nun zuerst mal phosphatisieren.
Der Felgenring ..... hat an einer Stelle eine Delle, der Chrom wurde mal schwarz lackiert und die Innenseite doch recht vom Rost angegriffen. Der müsste dann ja erst mal gestrahlt werden und dann auch phosphatiert - da muss ich aber erst mal eine Fa. in der Gegend finden, die das macht - nun die Frage: kann dann direkt auf diese phosphatisierte Schicht schwarz lackiert werden oder sollte da noch eine Grundierung drauf?

Dieselbe Frage stellt sich auch für die Trommelbremse?
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Mike_O
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Re: Restaurieren

Beitrag von Mike_O »

Hi,
Manche Kunststoff-Beschichter phosphatieren auch. Musst mal bei dir in der Gegend rumfragen.
Ich bring meine gestrahlten Stahlteile immer zum Kunstoffbeschichter am Nachbarort (Region Karlsruhe) zum Phosphatieren. Der hat große Phospatierbäder mit der richtigen Konzentartion und Temperatur, und spült auch anschließend die Teile gut. Das ist wichtig, sonst arbeitet die Säure unterm Lack weiter.
Anschließend lackiert er mir die Teile noch konventionell mit einer Grundierung.
Das ganze zu nem Preis, dass es sich absolut nicht lohnt selbst rumzupfuschen.
Pulvern lasse ich dort aber nicht mehr. Die machen hauptsächlich große Fassadenteile und wenn da meine kleinen Moppedteile mitlaufen werden die zu heiß und die Schichten zu spröde. Lackieren ist besser.
Gruß,
Michael
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Partisan
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Re: Restaurieren

Beitrag von Partisan »

Hi Bobber,
hoffentlich ist es noch ncht zu spät! :shock:

Wenn Du sanieren respektive aufarbeiten willst, sind alle vorgenannten Hinweise gut. Willst Du wirklich den Wert erhalten und restaurieren, mach bloß nix davon und lass uns mal telefonanieren. Wenn ich von nix Ahnung habe, aber vom Restaurieren weiß ich was :D .
Bin allerdings noch bis ca. 12. 09. im Urlaub.

Gruß aus Schweden
Jens

Du brauchst Schleifvlies, Owatrol, Cosmoloid H 80 und Schellsol T
So blöd wie ich bin kann mir gar keiner kommen ;-)
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bobber
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Re: Restaurieren

Beitrag von bobber »

Hi Jens

noch ist nichts zu spät ;-)

Wobei die Trommel und Beläge sind jetzt bei einem sehr guten Fachmann (Knuckle Meyer) zum Überarbeiten.

Den Rest hab ich noch nicht phosphatiert.

Gruss
Bobber
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bobber
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Re: Restaurieren

Beitrag von bobber »

ron hat geschrieben:
bobber hat geschrieben:Hallo Hoschi

hört sich relativ ätzend an ;-)..... aber alle notwendigen Utensilien habe ich ....würde es auch im Gartenhaus durchziehen, aber wenn ich meinen grössten entbehrlichen Edelstahl-Kochtopf betrachte, dann befürchte ich, dass nur relativ übersichtliche Gegenstände phosphatisiert werden können.

Das einzig was ich noch dazu benötige ist die Phosphorsäure und das Leinöl Firnis.

Erst mal danke für die Anleitung / den Tip

Gruss
Bobber
...so ätzend ist das nicht - Phosphorsäure ist zu ein paar Prozent in Cola und vielen haltbar gemachten Lebensmitteln drin.
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Je nach Legierung und vorherigem Rostbefall werden die Teile binnen einer halben und mehreren Stunden grau bis schwarz.
Danach Teile mit Wasser abspülen, trocknen, fertig.
Für Teile die Du danach unlackiert verwenden willst hilft ein Bad in heißem (Motor) Öl. Flugrost geht aber auch ohne dieser Behandlung leicht mit nem öligen Lappen abzuwischen.
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Gruß


Also mein erstes Phosphatieren hab ich :-)

Eine alte mobile Herdplatte, 5l Kanister destiliiertes Wasser, 2l Phosphorsäure eine alte Auflaufform, Entfetter alles war da - die 80 alten angerosteten Speichen mit Nippel hab ich mit einer Messingbürste grob entrostet.

die 5:1 Säurelösung in die Auflaufform, auf den Herd, die Speichen rein, auf über 70Grad erhitzt, eine Stunde köcheln lassen - raus und unter fluessendes Wasser - aber Hallo - tolles Ergebnis .....zwar nur hellgrau (gefällt mir sehr gut) momentan liegen die Teile wieder auf dem Herd in der Ölwanne.

Was muss man für eine dunklere Färbung machen?

Einfach statt 1-2 Std. 4-5 Std. in der Phosphorsäure lassen?
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ron
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Re: Restaurieren

Beitrag von ron »

Hi, Du kannst auch länger probieren. Ich hatte Teile manchmal auch die ganze Nacht im Bad.
Aber wie gesagt kommts auch viel auf die jew. Legierung an.
Manche Teile blieben bei meinen Versuchen immer nur grau.

Ziemlich schwarz wurden alle Teile die vorher richtig rostig waren. Es ist ja nix anderes als "Rostumwandler". Die Oxidationsschicht wird quasi stabilisiert.

Frisch blank geschliffene Teile der selben Stahllegierung bleiben außerdem heller als "abgelagerte", denn obwohl kein Rost sichtbar, hat sich eine Oxidschicht gebildet, mit der das Zeug reagieren kann.

Ich vermute, kanns aber nicht erklären, darum reagierts auch in gebrauchter Brühe, bzw. mit rostigen Teilen darin schneller und intensiver, als wenn alles blitzblank ist.

Versuch auch mal eine höhere Verdünnung.
Wie ebenfalls erwähnt, mir scheint 4 bis 5:1 besser.
Ich verwende außerdem "normales" Leitungswasser. Denke, das beschleunigt ebenfalls div. Oxidationsprozesse.

Um die Färbung zusätzlich wenigstens ein wenig zu beeinflußen und gleichzeitig originalgetreu zu restaurieren, müsstest Du aufs "parkerizing" umsteigen. Je nach Baujahr war sehr vieles parkerisiert. Das wäre dann mit Manganzugabe. Ich hätte gedacht der Hoschi hat das mit gutem Erfolg getestet, mit Mangan aus alten Batterien, und es gab auch schöne Fotos davon.
Viell. wars auch jemand anders hier, und meldet sich noch dazu.

Gruß und viel Erfolg beim experimentieren.
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Re: Restaurieren

Beitrag von bobber »

Ich hab weiter experimentiert ;-)

Eine Erkenntnis: Muttern besser nicht phosphatieren:-( es wird effektiv zuviel Material abgetragen, sodass das Gewinde nicht mehr brauchbar ist.

Dafür sind Massive Teile extrem schön geworden, dunkelgrau, saubere Oberfläche
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ron
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Re: Restaurieren

Beitrag von ron »

..ich vermute, an den Muttis war vorher schon zuviel weggerostet.
Rostnarben bekommst Du damit nicht weg.
Normalerweise wird vorher "glattes", halbwegs intaktes Eisenmaterial nur im Mü Bereich, je nachdem wie stark die Oxidschicht ist, leicht rauh - mit ein Grund, warums ggf. keine Grundierung zum lackieren braucht.
"Weggefressen" hats mir bisher, auch nach stundenlangem Bad nix, was nicht vorher schon vom Rost zerfressen war.

Gruß und weiterhin gutes Gelingen
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Partisan
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Re: Restaurieren

Beitrag von Partisan »

Hat eine Weile gedauert, aber vielleicht hilft es irgendwem.

Zunächst muss man erst mal zwischen

konservieren
conservare [lateinisch]: erhalten, bewahren

restaurieren
[lateinisch] restaurare: wieder herstellen

sanieren
[lateinisch] sanare: heilen

renovieren
[lateinisch] renovare: erneuern
unterscheiden.

In der Regel, werden alte Fahrzeuge (leider) meist saniert oder renoviert. Da wird neu lackiert, geschliffen etc.
Wenn es auch als „Restaurierung“ bezeichnet wird, hat es damit nichts zu tun. Den Fahrzeugen wird ihre Authentizität genommen, der ideelle Wert der Objekte tendiert danach gegen Null. Schade um die vielen Arbeitsstunden!!

Man sollte grundsätzlich nur von Konservierung sprechen und dies auch so umsetzen. Das heißt aber auch, dass man Konservierbares erst mal finden muss. Und das ist leider sehr selten.

Ich hoffe, Ihr versteht, was ich meine.

Nun zur Frage von bobber:
Und da geht´s mir nur um die Werterhaltung, also um die Konservierung.
Die Teile sehen noch ganz gut aus, so dass ich Strahlen, Neubeschichten u.ä Vernichtungsstrategien ausschließe.

1. Zuerst entfettten (Brensenreiniger)
2. Alles mit Wasser-Spiritus-Gemisch und Bürsten reinigen
3. Rostige Flächen mit feinem Schleifvlies von losem Rost (und nur davon!) befereien.
4. Die rostigen und metallischen Oberflächen (aber nicht den Chrom) mit Owatrol behandeln
5. Auf alle Oberflächen Cosmoloid H 80 gelöst in Shellsol® T in zwei Schichten auftragen Ansatz: Schicht 1: 1:10, Schicht 2. 1:5
Die letzte Schicht frottieren.
Bei der Verarbeitung Oberflächen und Cosmoloid auf 60 bis 80 Grad erwärmen.

Das war´s schon.

Gruß
Jens
So blöd wie ich bin kann mir gar keiner kommen ;-)
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