Re: Lustiges Völkchen...diese Amis!
Verfasst: 25.05.2008, 22:39
VORSICHT! Extremgelaber. Nur lesen wenn Interesse. Ich hafte nicht für Langeweile. Habe beim schreiben aber wieder viel eigenes Bewusstsein in mir aufgefrischt -- Waffen sind und bleiben prinzipiell Kacke!
Jo Moin KayTee, das du ein Waffenfreak bis hast du ja schon erwähnt, daher ist deine Position nur legitim.
Freut mich das es die Möglichkeit gibt über dieses, nur am Rande mit Motorrad fahren zu korrelierende Thema, hier auch etwas ausführlicher zu diskutieren. Danke Gerry.
Zu deinem Beitrag: Du bist ja nicht für das verantwortlich was ich lese und damit finde ich ist alles gesagt.
Ein Disput, zivilisiert ausgetragen, ist eine schöne Sache. Und selbst wenn du mich "blöder Hund" nennen willst, ärgert mich das nur, wenn ich mich auch ärgern will.
Und das will ich selten und vor allem nicht im Forum.
Anbei bin ich sogar fasziniert von Waffentechnik im mechanischen Sinn.
Zu deinen Thesen (am Ende habe ich ein paar links zu der US Meinungsvielfalt, die nicht NRA Linie sind). Lange nicht alle US Bürger sind glücklich mit den 2. (über 200 Jahre alten!) Verfassungszusatz und halten ihn für überholungsbedürftig.
Die Datenbasis geht etwas auseinander in den USA, da mächtige (ähnlich unserem ADAC) Interessengruppen (stramme Bush-Wähler, mit Aufruf zu Wahl der Republikaner) eben auch ihre Wirklichkeiten produzieren.
Daher ist das Datenmaterial immer auch ein politisches Instrument.
Ich habe hier natürlich nicht die NRA zitiert.
Freiheit ist ein Grundwert, der so wenig wie möglich angetastet werden darf -- da hast du Recht.
Aber ich bin doch glücklich über Einschränkungen, die es in allen Bereichen gibt, um mein und das Leben meiner Lieben sicherer zu machen.
Überall wo es mehr Waffen gibt, gibt es auch mehr Unfug.
Mein Kumpel Marcel aus der Schweiz hat mir erklärt, dass die Armeewaffen in der Schweiz und die Munition, sehr stark kontrolliert werden und eben nicht Eigentum der Eidgenossen privat sind, sondern Armeebestand.
Ich glaube mich erinnern zu können, das er gesagt hat, die seien sogar verplombt, was auch kontrolliert wird (gegen verplombte Waffen, die jährlich vorgezeigt werden müssen, hab ich auch deutlich weniger Einwände).
Daher ist das Argument Schweiz sehr schwach.
Die empirisch zu sehende Sachlage ist nun mal "Mehr Waffen = mehr Unfug" und ist keine Phrase.
Auch der Verweis auf das Verhältnis Legal vs. Illegal ist hinkend, da ich ja schon erwähnte, das aus jedem Menschen ein Krimineller werden kann -- auch aus dir und mir. Da seien wir mal nicht so optimistisch. Und um die 200.000.000 Waffen in den USA mit jährlich über 100.000 Toten zeigen ja, das nicht jede legale Waffe tötet, aber will man bei den Zahlen und dazu gehörenden Schicksalen, wirklich noch Prozente anbringen?
Der Jump zu den Motorrädern ist nett, aber eben ein anderes Thema. Mir ist kein Hersteller von Motorrädern bekannt, der seine Maschinen auf laterale Effizienz trimmt und als Waffenfreak kennst du mit Sicherheit die Werbungen aus den USA für Handfeuerwaffen.
Selbst wenn man eine Affinität von "No risk - no fum" bei Motorradherstellern unterstellen kann, ist das doch eine ganz andere Baustelle.
Die Gefährlichkeit von Leitern hast du nicht erwähnt, warum?
Bei Waffen rede ich nicht vom Risiko durch rumliegen, eher vom Risiko durch Determination des Gegenstandes.
Ich sehe sogar einen Unterschied zwischen Handfeuerwaffen und Gewehren, der aber nur tendenziell meine Meinung beeinflusst.
Wen es was angeht?
Nun ja, zumindest den Besitzer des Gewaltmonopols und das, in einer Demokratie, im Auftrag von uns allen.
Geringste Verstöße = Einsammeln? Das glaubst du ja wohl selber nicht wirklich! (lese dir mal den Text am Ende durch, da wird beschrieben das die NRA die Sicherheitskontrollen behindert)
193 - 250 Millionen Waffen in den USA lassen sich nicht sicher lagern -- nirgendwo. Auch kontrollieren kann man das schon lange nicht mehr.
Und ob sie die Demokratie von Jefferson, Adams und Co. sichern wage ich zu bezweifeln.
Kinder, Papa, Staat, wer ist schuld bei Unfällen?
Der Staat, der so ein Risiko sinnlos duldet, ist die Instanz die es tangiert, da er die Schwachen vor den Starken schützen soll. Bei über 2000 toten Kindern, jedes Jahr, kann da ja wohl nicht alles im Guten sein.
Klar kann alles Waffe sein. Das Töten mit einer bestimmten Waffe ist aber unterschiedlich schwierig. Baseballschläger sind eher so ungeeignet wie Kains Stein. 45er Magnums oder Shot Guns dagegen eher geeignet und gehören daher reglementiert.
Verantwortung hat der Staat da zu übernehmen wo es die Möglichkeiten des Einzelnen übersteigt.
Das habe ich glaub ich deutlich ausgeführt.
Orwells 1984 wird eben durch die konstruierte, permanente Bedrohung der Bürger (durch Waffen) erst möglich gemacht. Die Kriege der drei Kontinente sind ein Grundpfeiler von Orwells Theorie der Unfreiheit nach innen (Parallelen zur 9/11 Hysterie, oder soll ich sagen Neurose, sind immens).
Klar führt Orwell aus, das das Volk, wenn nur dumm genug gehalten, leicht zu manipulieren ist.
Da währe auch kein Unterschied, wenn alle die den "Großen Bruder" lieben, voll Bewaffnet währen.
Libanon, Afghanistan, Pakistan, halb Afrika, etc, p.p. sind nicht gerade freie Lebenszonen, trotz immenser Waffendichte.
Orwell anzuführen, der den spanischen Bürgerkrieg als Grausen live erlebt hat, ist für Volksbewaffnung echt ungeeignet. Er hat eben dort erkannt wo das hinführt und wo die Grenzen sind.
Das ist ja eine von den Grundthesen in 1984 - das das System die Gewalt pervertiert. Und das die Massen dem "Großen Bruder" folgen.
Gerade die (relativ friedlichen) Umwälzungen in der DDR und UDSSR haben mir gezeigt, wie gut es ist eine unbewaffnete Gesellschaft in Krisensituationen zu haben.
Die vorangetriebene Bewaffnung des Volkes in Jugoslawien und dem nahen Osten zeigen doch deutlichst wo eine individualisierte Gewaltverteilung endet.
Zum Glück sind die Russen und Ossis unbewaffnet gewesen, anders währen die jetzt noch im Bürgerkrieg.
Und bitte, wer glaubt denn noch nach den letzten Jahrzehnten das Wandel oder Bestand nur mit Waffen/Gewalt geht?
Das Auswandern ist Jedermanns gutes Recht. Und ich bin mir ziemlich sicher, das viele Menschen glauben Waffen zu brauchen, viele glauben auch einen persönlichen Gott oder ein Horoskop zu brauchen.
Meine Meinung dazu behalte ich aus Höflichkeit für mich.
Aber eine Waffe ist eben was anderes als ein Motorrad oder eine Meinung.
Die Geschichte der USA habe ich sogar vor Ort in Philladelphia recht eingehend studiert und der 2. Verfassungszusatz (zitiert nach dtv "Die Amerikanische Revolution") lautet eben:
"Da eine gut ausgebildete Miliz für die Sicherheit eines freien Staates erforderlich ist, darf das Recht des Volkes, Waffen zu besitzen und zu tragen, nicht beeinträchtigt werden."
Das war eine andere Gesellschaft. Wo bitte gibt es noch in den USA Milizen, die den Staat schützen?
1787 haben die Gründerväter berechtigte Angst vor den europäischen Großstaaten gehabt und sich, mangels Masse an Industrie und Organisation, nur so zu helfen gewusst, um dem Volk die Illusion von Sicherheit nach außen zu geben und damit Zeit für Sicherheit nach innen durch staatliche Strukturen zu erreichen.
Die Mär vom Schutz nach innen ist bestimmt nicht auf dem Mist der Gründerväter (die extrem positive Menschenbilder hatten) entstanden.
Auch war der Sezessionskrieg noch nicht lange her und es war klar, das es jederzeit möglich ist, das recht starke bewaffnete Gruppen wiedererstarken können in abgelegenen Gebieten -- ein bewaffnetes Volk bot die einzige Möglichkeit jederzeit an jedem Ort des riesigen Landes die Interessen aus Philadelphia/Washington umzusetzen. Das ist heute alles anders und damit auch der 2. Verfassungsgrundsatz ein Anachronismus.
Wie du vielleicht weißt, war eben die private Bewaffnung von großen Bevölkerungsteilen, den sogenannten Freikorps, in der Weimarer Republik ein großes Problem und da hat sich die SPD, unter Friedrich Ebert, auch nicht mit Ruhm bekleckert, als sie sie in ihrer Not (Novemberrevolte und Versailler Vertrag) instrumentalisierte und eingliederte.
Viele Freikorpler sind später froh in der SA und SS wieder zu Waffen gekommen.
Hitler hat die Entwaffnung des Volkes massiv in seine Propaganda eingebaut und damit sehr viele "Entwaffnete" auf seine Seite gezogen. Das war ein Grund für die Regelungen der Alliierten und Verfassungsväter nach 1945.
Und ich sehe auch heute viel Unheil, wenn dieses Volk meint es kann aus sich heraus Ordnung schaffen auf eigene Faust, anders als durch Wahlen - Gewaltverzicht.
Ich bin und bleibe froh, das du dich über deine Gängelung aufregst, das zeigt mir das es Kontrolle gibt ;-))
Und ich bin froh, das meine Nachbarn nicht einfach beim Passatkauf ein G3 dazubekommen können.
Ich ärgere mich auch über so viele scheinbar(aus meiner Perspektive) unnütze Regelungen (und muss diesen Monat auch wieder zum TÜV), aber sobald ich mich in meiner Aufgeregtheit von meinem Standpunkt löse, finde ich viele nachvollziehbare Gründe für Beleuchtung, Hupe, Bremsen, Schalldämpfer, etc. und deren Normung im Interesse der Anderen.
Auch gibt mir das die Chance zur Differenzierung und die Möglichkeit zu einem Aufbegehren.
Ein wenig Illegal grenzt doch auch zum Rest wohltuend ab. Und was verboten ist macht mehr Spaß.
Es ist eben leicht zu meinen man stört niemanden, oder noch leichter das es einem egal ist. Aber zu Ende gedacht will ja wohl keiner "Freedom total" -- denn das wird eine Illusion bleiben, solange der Mensch dem Menschen ein Wolf ist und nur in Elend enden.
Und über 700.000 Tote in den Jahren 93-97 in den USA durch Waffen sind ein Irrsinn, da bleibe ich bei.
Sobald so viele durch etwas anderes, ohne starke Wirtschaftsinteressen (die natürlich nur die legalen Waffen fördern), umkommen würden, währe sofort Achterbahn angesagt (9/11 hat ein paar tausend Tote gebracht und der gesmte Flugverkehr weltweit ist ein Horror geworden, mit Unfreiheit über alle Maßen).
Der Verkehr bringt aber auch in USA mehr Leute um und AAA hält die Segel im Wind.
Ich hoffe das hat nur gelesen wer Spaß dran hatte, aber es ist ja dennoch eher ein total vereinfachtes Blitzlicht und diese Diskussion absolut unendlich.
Ich geh jetzt ins Bett. Gute Nacht. Maruski
Die psychoanalytische Fetischtheorie zu Waffen (aber auch zu Motorrädern) verkneife ich mir bewusst ;-)))
http://www.libraryindex.com/pages/194/G ... ities.html
http://www.firearmslawcenter.org/about/gun_violence.asp
Does a Gun in the Home Make You Safer?
No. Despite claims by the National Rifle Association (NRA) that you need a gun in your home to protect yourself and your family, public health research demonstrates that the person most likely to shoot you or a family member with a gun already has the keys to your house. Simply put: guns kept in the home for self-protection are more often used to kill somebody you know than to kill in self-defense; 22 times more likely, according to a 1998 study by the Journal of Trauma.[1] More kids, teenagers and adult family members are dying from firearms in their own home than criminal intruders. When someone is home, a gun is used for protection in fewer than two percent of home invasion crimes.[2] You may be surprised to know that, in 1999, according to the FBI's Uniform Crime Report, there were only 154 justifiable homicides committed by private citizens with a firearm compared with a total of 8,259 firearm murders in the United States. Once a bullet leaves a gun, who is to say that it will stop only a criminal and not a family member? Yet at every opportunity the NRA uses the fear of crime to promote the need for ordinary citizens to keep guns in their home for self-protection. Furthermore, the NRA continues to oppose life-saving measures that require safe-storage of guns in the home.
Keeping a Gun in the Home Can Be Deadly
Because handguns and other firearms are so easily accessible to many children, adolescents and other family members in their homes, the risk of gun violence in the home increases dramatically. Consider this: The risk of homicide in the home is three times greater in households with guns.[3] The risk of suicide is five times greater in households with guns.[4] What's more, tragic stories of accidental or unintentional shootings from the careless storage of guns at home are all too common. The statistic noted above bears repeating: a gun in the home is 22 times more likely to be used in a criminal, unintentional, or suicide-related shooting than to be used in a self-defense shooting. [5]
A Gun in the Home: Key Facts
* From 1990-1998, two-thirds of spouse and ex-spouse murder victims were killed with guns.[6]
* Guns are the weapon of choice for troubled individuals who commit suicide. In 1999, firearms were used in 16,599 suicide deaths in America. Among young people under 20, one committed suicide with a gun every eight hours.[7]
* A gun in the home also increases the likelihood of an unintentional shooting, particularly among children. Unintentional shootings commonly occur when children find an adult's loaded handgun in a drawer or closet, and while playing with it shoot themselves, a sibling or a friend. The unintentional firearm-related death rate for children 0-14 years old is NINE times higher in the U.S. than in the 25 other countries combined.[8]
Jo Moin KayTee, das du ein Waffenfreak bis hast du ja schon erwähnt, daher ist deine Position nur legitim.
Freut mich das es die Möglichkeit gibt über dieses, nur am Rande mit Motorrad fahren zu korrelierende Thema, hier auch etwas ausführlicher zu diskutieren. Danke Gerry.
Zu deinem Beitrag: Du bist ja nicht für das verantwortlich was ich lese und damit finde ich ist alles gesagt.
Ein Disput, zivilisiert ausgetragen, ist eine schöne Sache. Und selbst wenn du mich "blöder Hund" nennen willst, ärgert mich das nur, wenn ich mich auch ärgern will.
Und das will ich selten und vor allem nicht im Forum.
Anbei bin ich sogar fasziniert von Waffentechnik im mechanischen Sinn.
Zu deinen Thesen (am Ende habe ich ein paar links zu der US Meinungsvielfalt, die nicht NRA Linie sind). Lange nicht alle US Bürger sind glücklich mit den 2. (über 200 Jahre alten!) Verfassungszusatz und halten ihn für überholungsbedürftig.
Die Datenbasis geht etwas auseinander in den USA, da mächtige (ähnlich unserem ADAC) Interessengruppen (stramme Bush-Wähler, mit Aufruf zu Wahl der Republikaner) eben auch ihre Wirklichkeiten produzieren.
Daher ist das Datenmaterial immer auch ein politisches Instrument.
Ich habe hier natürlich nicht die NRA zitiert.
Freiheit ist ein Grundwert, der so wenig wie möglich angetastet werden darf -- da hast du Recht.
Aber ich bin doch glücklich über Einschränkungen, die es in allen Bereichen gibt, um mein und das Leben meiner Lieben sicherer zu machen.
Überall wo es mehr Waffen gibt, gibt es auch mehr Unfug.
Mein Kumpel Marcel aus der Schweiz hat mir erklärt, dass die Armeewaffen in der Schweiz und die Munition, sehr stark kontrolliert werden und eben nicht Eigentum der Eidgenossen privat sind, sondern Armeebestand.
Ich glaube mich erinnern zu können, das er gesagt hat, die seien sogar verplombt, was auch kontrolliert wird (gegen verplombte Waffen, die jährlich vorgezeigt werden müssen, hab ich auch deutlich weniger Einwände).
Daher ist das Argument Schweiz sehr schwach.
Die empirisch zu sehende Sachlage ist nun mal "Mehr Waffen = mehr Unfug" und ist keine Phrase.
Auch der Verweis auf das Verhältnis Legal vs. Illegal ist hinkend, da ich ja schon erwähnte, das aus jedem Menschen ein Krimineller werden kann -- auch aus dir und mir. Da seien wir mal nicht so optimistisch. Und um die 200.000.000 Waffen in den USA mit jährlich über 100.000 Toten zeigen ja, das nicht jede legale Waffe tötet, aber will man bei den Zahlen und dazu gehörenden Schicksalen, wirklich noch Prozente anbringen?
Der Jump zu den Motorrädern ist nett, aber eben ein anderes Thema. Mir ist kein Hersteller von Motorrädern bekannt, der seine Maschinen auf laterale Effizienz trimmt und als Waffenfreak kennst du mit Sicherheit die Werbungen aus den USA für Handfeuerwaffen.
Selbst wenn man eine Affinität von "No risk - no fum" bei Motorradherstellern unterstellen kann, ist das doch eine ganz andere Baustelle.
Die Gefährlichkeit von Leitern hast du nicht erwähnt, warum?
Bei Waffen rede ich nicht vom Risiko durch rumliegen, eher vom Risiko durch Determination des Gegenstandes.
Ich sehe sogar einen Unterschied zwischen Handfeuerwaffen und Gewehren, der aber nur tendenziell meine Meinung beeinflusst.
Wen es was angeht?
Nun ja, zumindest den Besitzer des Gewaltmonopols und das, in einer Demokratie, im Auftrag von uns allen.
Geringste Verstöße = Einsammeln? Das glaubst du ja wohl selber nicht wirklich! (lese dir mal den Text am Ende durch, da wird beschrieben das die NRA die Sicherheitskontrollen behindert)
193 - 250 Millionen Waffen in den USA lassen sich nicht sicher lagern -- nirgendwo. Auch kontrollieren kann man das schon lange nicht mehr.
Und ob sie die Demokratie von Jefferson, Adams und Co. sichern wage ich zu bezweifeln.
Kinder, Papa, Staat, wer ist schuld bei Unfällen?
Der Staat, der so ein Risiko sinnlos duldet, ist die Instanz die es tangiert, da er die Schwachen vor den Starken schützen soll. Bei über 2000 toten Kindern, jedes Jahr, kann da ja wohl nicht alles im Guten sein.
Klar kann alles Waffe sein. Das Töten mit einer bestimmten Waffe ist aber unterschiedlich schwierig. Baseballschläger sind eher so ungeeignet wie Kains Stein. 45er Magnums oder Shot Guns dagegen eher geeignet und gehören daher reglementiert.
Verantwortung hat der Staat da zu übernehmen wo es die Möglichkeiten des Einzelnen übersteigt.
Das habe ich glaub ich deutlich ausgeführt.
Orwells 1984 wird eben durch die konstruierte, permanente Bedrohung der Bürger (durch Waffen) erst möglich gemacht. Die Kriege der drei Kontinente sind ein Grundpfeiler von Orwells Theorie der Unfreiheit nach innen (Parallelen zur 9/11 Hysterie, oder soll ich sagen Neurose, sind immens).
Klar führt Orwell aus, das das Volk, wenn nur dumm genug gehalten, leicht zu manipulieren ist.
Da währe auch kein Unterschied, wenn alle die den "Großen Bruder" lieben, voll Bewaffnet währen.
Libanon, Afghanistan, Pakistan, halb Afrika, etc, p.p. sind nicht gerade freie Lebenszonen, trotz immenser Waffendichte.
Orwell anzuführen, der den spanischen Bürgerkrieg als Grausen live erlebt hat, ist für Volksbewaffnung echt ungeeignet. Er hat eben dort erkannt wo das hinführt und wo die Grenzen sind.
Das ist ja eine von den Grundthesen in 1984 - das das System die Gewalt pervertiert. Und das die Massen dem "Großen Bruder" folgen.
Gerade die (relativ friedlichen) Umwälzungen in der DDR und UDSSR haben mir gezeigt, wie gut es ist eine unbewaffnete Gesellschaft in Krisensituationen zu haben.
Die vorangetriebene Bewaffnung des Volkes in Jugoslawien und dem nahen Osten zeigen doch deutlichst wo eine individualisierte Gewaltverteilung endet.
Zum Glück sind die Russen und Ossis unbewaffnet gewesen, anders währen die jetzt noch im Bürgerkrieg.
Und bitte, wer glaubt denn noch nach den letzten Jahrzehnten das Wandel oder Bestand nur mit Waffen/Gewalt geht?
Das Auswandern ist Jedermanns gutes Recht. Und ich bin mir ziemlich sicher, das viele Menschen glauben Waffen zu brauchen, viele glauben auch einen persönlichen Gott oder ein Horoskop zu brauchen.
Meine Meinung dazu behalte ich aus Höflichkeit für mich.
Aber eine Waffe ist eben was anderes als ein Motorrad oder eine Meinung.
Die Geschichte der USA habe ich sogar vor Ort in Philladelphia recht eingehend studiert und der 2. Verfassungszusatz (zitiert nach dtv "Die Amerikanische Revolution") lautet eben:
"Da eine gut ausgebildete Miliz für die Sicherheit eines freien Staates erforderlich ist, darf das Recht des Volkes, Waffen zu besitzen und zu tragen, nicht beeinträchtigt werden."
Das war eine andere Gesellschaft. Wo bitte gibt es noch in den USA Milizen, die den Staat schützen?
1787 haben die Gründerväter berechtigte Angst vor den europäischen Großstaaten gehabt und sich, mangels Masse an Industrie und Organisation, nur so zu helfen gewusst, um dem Volk die Illusion von Sicherheit nach außen zu geben und damit Zeit für Sicherheit nach innen durch staatliche Strukturen zu erreichen.
Die Mär vom Schutz nach innen ist bestimmt nicht auf dem Mist der Gründerväter (die extrem positive Menschenbilder hatten) entstanden.
Auch war der Sezessionskrieg noch nicht lange her und es war klar, das es jederzeit möglich ist, das recht starke bewaffnete Gruppen wiedererstarken können in abgelegenen Gebieten -- ein bewaffnetes Volk bot die einzige Möglichkeit jederzeit an jedem Ort des riesigen Landes die Interessen aus Philadelphia/Washington umzusetzen. Das ist heute alles anders und damit auch der 2. Verfassungsgrundsatz ein Anachronismus.
Wie du vielleicht weißt, war eben die private Bewaffnung von großen Bevölkerungsteilen, den sogenannten Freikorps, in der Weimarer Republik ein großes Problem und da hat sich die SPD, unter Friedrich Ebert, auch nicht mit Ruhm bekleckert, als sie sie in ihrer Not (Novemberrevolte und Versailler Vertrag) instrumentalisierte und eingliederte.
Viele Freikorpler sind später froh in der SA und SS wieder zu Waffen gekommen.
Hitler hat die Entwaffnung des Volkes massiv in seine Propaganda eingebaut und damit sehr viele "Entwaffnete" auf seine Seite gezogen. Das war ein Grund für die Regelungen der Alliierten und Verfassungsväter nach 1945.
Und ich sehe auch heute viel Unheil, wenn dieses Volk meint es kann aus sich heraus Ordnung schaffen auf eigene Faust, anders als durch Wahlen - Gewaltverzicht.
Ich bin und bleibe froh, das du dich über deine Gängelung aufregst, das zeigt mir das es Kontrolle gibt ;-))
Und ich bin froh, das meine Nachbarn nicht einfach beim Passatkauf ein G3 dazubekommen können.
Ich ärgere mich auch über so viele scheinbar(aus meiner Perspektive) unnütze Regelungen (und muss diesen Monat auch wieder zum TÜV), aber sobald ich mich in meiner Aufgeregtheit von meinem Standpunkt löse, finde ich viele nachvollziehbare Gründe für Beleuchtung, Hupe, Bremsen, Schalldämpfer, etc. und deren Normung im Interesse der Anderen.
Auch gibt mir das die Chance zur Differenzierung und die Möglichkeit zu einem Aufbegehren.
Ein wenig Illegal grenzt doch auch zum Rest wohltuend ab. Und was verboten ist macht mehr Spaß.
Es ist eben leicht zu meinen man stört niemanden, oder noch leichter das es einem egal ist. Aber zu Ende gedacht will ja wohl keiner "Freedom total" -- denn das wird eine Illusion bleiben, solange der Mensch dem Menschen ein Wolf ist und nur in Elend enden.
Und über 700.000 Tote in den Jahren 93-97 in den USA durch Waffen sind ein Irrsinn, da bleibe ich bei.
Sobald so viele durch etwas anderes, ohne starke Wirtschaftsinteressen (die natürlich nur die legalen Waffen fördern), umkommen würden, währe sofort Achterbahn angesagt (9/11 hat ein paar tausend Tote gebracht und der gesmte Flugverkehr weltweit ist ein Horror geworden, mit Unfreiheit über alle Maßen).
Der Verkehr bringt aber auch in USA mehr Leute um und AAA hält die Segel im Wind.
Ich hoffe das hat nur gelesen wer Spaß dran hatte, aber es ist ja dennoch eher ein total vereinfachtes Blitzlicht und diese Diskussion absolut unendlich.
Ich geh jetzt ins Bett. Gute Nacht. Maruski
Die psychoanalytische Fetischtheorie zu Waffen (aber auch zu Motorrädern) verkneife ich mir bewusst ;-)))
http://www.libraryindex.com/pages/194/G ... ities.html
http://www.firearmslawcenter.org/about/gun_violence.asp
Does a Gun in the Home Make You Safer?
No. Despite claims by the National Rifle Association (NRA) that you need a gun in your home to protect yourself and your family, public health research demonstrates that the person most likely to shoot you or a family member with a gun already has the keys to your house. Simply put: guns kept in the home for self-protection are more often used to kill somebody you know than to kill in self-defense; 22 times more likely, according to a 1998 study by the Journal of Trauma.[1] More kids, teenagers and adult family members are dying from firearms in their own home than criminal intruders. When someone is home, a gun is used for protection in fewer than two percent of home invasion crimes.[2] You may be surprised to know that, in 1999, according to the FBI's Uniform Crime Report, there were only 154 justifiable homicides committed by private citizens with a firearm compared with a total of 8,259 firearm murders in the United States. Once a bullet leaves a gun, who is to say that it will stop only a criminal and not a family member? Yet at every opportunity the NRA uses the fear of crime to promote the need for ordinary citizens to keep guns in their home for self-protection. Furthermore, the NRA continues to oppose life-saving measures that require safe-storage of guns in the home.
Keeping a Gun in the Home Can Be Deadly
Because handguns and other firearms are so easily accessible to many children, adolescents and other family members in their homes, the risk of gun violence in the home increases dramatically. Consider this: The risk of homicide in the home is three times greater in households with guns.[3] The risk of suicide is five times greater in households with guns.[4] What's more, tragic stories of accidental or unintentional shootings from the careless storage of guns at home are all too common. The statistic noted above bears repeating: a gun in the home is 22 times more likely to be used in a criminal, unintentional, or suicide-related shooting than to be used in a self-defense shooting. [5]
A Gun in the Home: Key Facts
* From 1990-1998, two-thirds of spouse and ex-spouse murder victims were killed with guns.[6]
* Guns are the weapon of choice for troubled individuals who commit suicide. In 1999, firearms were used in 16,599 suicide deaths in America. Among young people under 20, one committed suicide with a gun every eight hours.[7]
* A gun in the home also increases the likelihood of an unintentional shooting, particularly among children. Unintentional shootings commonly occur when children find an adult's loaded handgun in a drawer or closet, and while playing with it shoot themselves, a sibling or a friend. The unintentional firearm-related death rate for children 0-14 years old is NINE times higher in the U.S. than in the 25 other countries combined.[8]