Geil - ein Wort zum Sonntag bezgl. Kriegsorden.
ACHTUNG KEINER MUSSDAS LESEN - IST NUR FÜR "INERESSIERTE" am Thema "Zeichen der Szene" - also m.M. nach "in toppic".
Und es steht auch nicht als Alternative zum Mopped fahren da - wer fahren kann, soll fahren - das schafft sowieso mehr Durchblick als alles studieren.
Hi KayTee ... Danke für den Tip, ich war tatsächlich und offensichtlich in einer Gedankenfalle gefangen und habe den sehr komplexen Zusammenhang zwischen Biker-Kultur und Millitär nicht gesehen.
Und die Beschäftigung mit der Geschichte des EK hilft mir da natürlich das Verwenden des Symbols heute aktueller als je zuvor zu erkennen.
"In der jetzigen großen Katastrophe, von welcher für das Vaterland alles abhängt ..." So beginnt die Stiftungsurkunde des Eisernen Kreuzes, die von Preußens König Friedrich Wilhelm III. in Breslau unterzeichnet wurde.
Aber das all die "Chopper-Freaks" derartig pessimistisch sind, kann ich irgendwie nicht richtig glauben und muss noch was nachdenken über den von dir implizierten Zusammenhang von "Taperkeitsauszeichnungen" für Kämpfen/Mitmachen in strikten hirarchischen Strukturen (wie es auch die Bundeswehr ist) und einer Kultur, die für sich reklamiert, den Begriff "Freiheit" als ein Leitmotiv der Lebensweise zu haben.
So wird mir aber auch die innere Struktur der 1% Clubs irgendwie wieder mit in die Betrachtung gezogen.
Da passt tatsächlich mehr zusammen als ich erst dachte - gut das du mir da einen Schubs gegeben hast.
In den USA war je genau das Verwenden von "Feindsymbolen" durch heimkehrende Soldaten, die den Unsinn von allem Militärischem spührten/erfahren hatten, mit eine Erklärung für das Verwenden von "Feindsymbolen".
Mehr kann man sich doch nicht äussern zu der Sinnlosigkeit des Getanen, als wenn man sich mit den Auszeichnungen der Feinde schmück, die diese bekommen haben für das Leid, das man selber erfahren hat.
Und den Skalp des Gegners zeigte man doch auch als Anklage für die Missachtung - sehr DIE haben wir fertig gemacht, ihnen ihr "Heiligstes" abgenommen und ihr behandelt uns wie Dreck.
Die einen spuckten auf den Krieg und seine Zeichen, die anderen"bettelten" um Anerkennung mit dem Tragen der Orden.
Und die ersten Rocker-Clubs setzten sich aus sehr vielen psychisch zerrütteten (und hoch dekorierten) Soldaten zusammen, die nach dem WWII nicht mehr in das bürgerliche Leben passten - die erfahren mussten das ihr "Purple Heart" einen Scheiß wert ist und das "Eiserne Kreuz mit Swastika" wenigstens Aufmerksamkeit bringt.
http://de.wikipedia.org/wiki/Swastika
Dein Argument würde auch bedeuten, das das Hakenkreuz wieder OK ist, wenn man sich mit seiner 6000 Jahre alten Historie genauer befasst - gegen indische Glücksbringer kann doch keiner was haben.
Über die Tatsache, das die Bundeswehr (die angeblich niemals fremden Boden wieder betreten sollte - eine Wehr halt, keine Armee) ihr Hoheitszeichen 1956 so wählte, kann man gerade in Zeiten von Auslandeinsätzen trefflich nachdenken - zumal wenn man, wie du vorschlugst, sich mit der Geschichte des Ordens befasst und dazu sich die Struktur und Zusammensetzung der ersten BW-Soldaten ansieht und sich fragt was 1956 ein 40 jähriger Major wohl für sein EK (das er 1956 wohlweilich nicht mehr öffentlich tragen mochte) getrieben hat an Heldentaten.
Da freute es ihn bestimmt, das wenigstens sein neuer Arbeitgeber ihm ne kleine Freude machte und die "Looserarmee" (die ja nur eine Wehr war) mit einem Zeichen des letzten vorzeigbaren Sieges schmückte.
Und einen Orden zu fordern, der gestiftet wurde um das eigene fremdbesetzte Land zu befreien - zu fordern für "Heldentaten" im Ausland, wo man selber der Besetzer ist, ist meiner Meinung nach diagnosefähig.
http://www.demokratieonline.de/modules/ ... ?PetID=404
Mein Onkel (R.I.P.) war als 19 Jähriger Waffen-SS Pionier in Frankreich, hat ein Bein, ein Ohr und einen Teil seiner Seele verlohren bei seinen "Heldentaten" und mit dem habe ich mich sehr wohl intensivst auch über das EK und all den anderen Quatsch unterhalten - also bitte KayTee, dazu hab ich ne Meinung, nicht aus historischem Wunschdenken, sondern aus Erlebnisberichten von einem Verwandten - und weiß wie und wofür das EK (zumindest bei Seinesgleichen) stand und kann mir daher sehr wohl denken, warum das wieder so modern wird.
Und die Napoleonischen Befreiungskriege anzuführen, als Legitimation, nachdem was zwischen 1939-45 passiert ist halte ich schleichtweg für unlauter.
Der Bundestag hat ja auch weise entschieden, das die Widereinführung wohl nicht so cool rüberkommt wie man sich das wünscht. Warum wohl?
Lemmy Kilmister trägt das EK seit Jahren und das wäre für mich das einzige Argument für das EK!
Dann aber bitte auch nur in dem Zusammenhang, in dem er es präsentiert - als gelebten expliziten Wahnsinn, denn wer "White-Line-Fever" gelesen hat, weiß das sein ganzes Leben eine Abkehr von der Vernunft ist und da passt das Label EK sehr gut drauf.
Gruß. Maruski