Oooh Shovelgott vergib mir, aber ich kann nicht anders.
Der Ball liegt zu geil, was für eine Vorlage ;-)
Also wieder mal "read at own risk!"
Erich, was du da beschreibst ist in der Wissenschaft von der Kommunikation und den Systemen ein Grundgedanke.
Es nennt sich "doppelte Kontingenz" und beschreibt die prinzipielle Unmöglichkeit sich zu verstehen.
Was wir dagegen treiben, wenn wir kommunizieren, ist ein dauerhaftes Anschlusssuchen, um dann an unsere Interpretatione eine Folgeinterpretation anzuschließen, in der Hoffnung, dass der andere es wieder auch so macht und damit unsere Annahme und damit auch uns) legitimiert.
Er hat mich zwar nicht verstanden, aber da er anschlussfähig (also vernünftig) antwortet, kann ich berechtigt (so schreibt es unsere Kultur, unser Gefühl und unser Verstand vor) davon ausgehen, das er weiterhin auch so tun wird, als ob er mich vertanden hätte (und damit mich weiter legitimiert).
.... alles klar, wir lügen uns in jeder Kommunikation also bloß die Hucke voll.
Noch zu einfach formuliert?
Na dann Wiki live:
"innerhalb einer sozialen Interaktion sind die ausgewählten Handlungsweisen zweier Interaktionspartner wechselseitig von den beiderseits ausgewählten Handlungsalternativen abhängig. Ein derartiger Kommunikationszusammenhang stabilisiert sich durch die Herausbildung von Erwartungsregeln, die über spezifische Handlungssituationen hinweg von den Interaktionspartnern verallgemeinert zu werden pflegen."
http://de.wikipedia.org/wiki/Doppelte_Kontingenz
Da ich leider kein Psychologe bin, kann ich zu dem Trolligen nur mutmaßen, das er auf genau dieser Welle eine Dysfunktion hat und annimmt/fühlt das auch "nicht anschlussfähige Antworten" wie "Halts Maul!" eben doch eine Bestätigung seiner Annahmen (und damit von ihm) sind.
Gegen so Dysfunktionen hilft nichts und die sind in der Kommunikation gar nicht mal so selten.
Der gesamte Konstruktivismus ist gespickt von Beispielen aus dem Alltag, in dem der Empfänger einer Botschaft diese nach seinem Sinn umkonstruiert und der Sender es nicht bemerkt (bemerken will/kann - siehe Kognitive, kulturelle und emothionale Prägung).
Nahezu jeder Scheidungsanwalt kann davon ein endloses Lied singen (... ich dachte aber er meint...) und es ist natürlich, in so einem eingeschränkten Medium wie einem schriftlichen Forum, einfach für Menschen, die so ticken, ihr "Seelen-Futter" zu bekommen.
Wir hier haben es ja schon (nette Leute wir wir sind) x-fach erlebt, dass alle Möglichkeiten, diesen eingeschränkten Raum der Kommunikation duch Bilder, Livevorführungen etc. zu erweitern, ausgeschlagen wurden.
Mehr Informationsfluss führt zu mehr Kommunikation und das muss so ein Dysfunktionaler vermeiden, um weiterhin seine Befriedigung zu erlangen.
CUT
Ich hatte mal Arbeitskollegen, der, aus familiärer Tradition (Uropa war Reiteroffizier unterm Kaiser und sein Vater ehem. Großgrundbesitzer im verlorenen Osten), so ein Piercing hatte.
Unbequem ließ er verlauten und auch unpraktisch im Feierabendverkehr, aber er konnte es sich nicht aussuchen.
Krass?
Auch nicht krasser als die automatische Vorhautentfernung, direkt nach der Geburt vom Männlein, bei vielen Kulturen (aktuell in den USA).
Aber das werden deine Kunden beim "Intimschmuck" ja kaum als Motiv anführen können, da die entsprechenden adeligen Kreise in der Regel Medizinmänner aufsuchen, für diesen Unfug.
Was ein Thema für ein PreEvo-Forum. Ich bin ganz platt.
Gruß vom Wiesenrand.
Maruski