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Re: Bremstrommel überholen

Verfasst: 15.02.2015, 22:11
von Don Rocket
Hallo zusammen,

eine intakte Bremstrommel auszudrehen, bringt gar nichts, ausser dass die Bremse leichter wird...
Bremstrommelausdrehen macht man nur, wenn diese unrund oder eingelaufen ist oder starke Rostnarben aufweist. Bei eingespeichten Trommeln sollte das idealerweise auch im eingespeichten Zustand erfolgen. Dafuer brauchst dann gerade bei 21" Felgen eine große Drehbank.

Man sollte aber nicht nur auf Trommel und Belaege achten, sondern grundsaetzlich alles, was sich bewegt (und dazu gehoert auch der Bremshebel am Lenker) auf geringes Spiel hin optimieren. Wenn die Bremsbacken wirklich praezise gefuehrt werden, bringt auch das Abdrehen der Bremsbacken auf den Trommeldurchmesser eine Verbesserung. Und wenn man dann noch so fleissig ist, wie vom Norbert beschrieben, kann auch eine Harleybremse bremsen.

Grüße
Dieter

Re: Bremstrommel überholen

Verfasst: 15.02.2015, 23:10
von Arthur
Hallo Dieter,

ich habe in der Asservatenkammer zwei Ankerplatten, drei Bremsnocken (auch modifizierte), zwei Bremstrommeln, etliche Bremsbacken (genietet und geklebt), viele Bremshebel und Bremszüge herumliegen. „Fachliteratur“ habe ich, fleißig war ich auch.

Aber wenn man sich den Winkel des Bremsnockenhebels anschaut, kann das nicht funktionieren. Ich fahre jetzt eine Doppel-Duplex. Damit überlebt man wenigstens in der Stadt.

Gruß Arthur

Re: Bremstrommel überholen

Verfasst: 15.02.2015, 23:13
von v.
hast du eine neue ankerplatte verwendet? welche passt?

Re: Bremstrommel überholen

Verfasst: 16.02.2015, 09:05
von Panhead-Peter
Hallo wishbone
Fahre ne originale Trommel im Starrrahmen. Ist die hintere die ich mal überholen lassen will. Ich denke mal das nach Jahrzehnten die Trommel innen ganz schön ausgenudelt ist. Und immer nur neue Beläge drauf machen, wenn die Trommel vom Innendurchmesser immer größer wird bring ja auch nix. Deswegen soll eine Fachfirma mal die Trommel überarbeiten (was das immer auch für die bedeutet) und anschliessend größere PASSENDE Belege einbauen.

Gruß

Peter

Re: Bremstrommel überholen

Verfasst: 16.02.2015, 10:45
von v.
Panhead-Peter hat geschrieben: (was das immer auch für die bedeutet) und anschliessend größere PASSENDE Belege einbauen.

Gruß

Peter
Ich glaube nicht an "Fachleute" und deren "Geheimwissen", sondern wüsste es gerne selber. "wassimmer" und "passend" sind deshalb für mich die Entscheidenden Worte. Was heisst denn bei einer Trommelbremse "passend"? Welche Massnahme bringt wirklich bessere Bremswirkung, und bleibt nicht nur kosmetisch. Müssen Trommeln (ausser sie haben echte Schäden) wirklich bearbeitet werden? Sind grössere oder breitere Bremsbeläge wirklich besser? Welchen Einfluss hat das Material? Kann man die Geometrie der Beläge modifizieren (Duplexbremse oder änderung des Krümmungsradius)?

Alles in allem: welche konkrete Massnahme hat wirklich Besserung gebracht und war nicht nur teure Kosmetik?

Re: Bremstrommel überholen

Verfasst: 16.02.2015, 10:47
von Don Rocket
Panhead-Peter hat geschrieben:... Ich denke mal das nach Jahrzehnten die Trommel innen ganz schön ausgenudelt ist. ...
Hallo Peter, gibt es von Harley eigentlich Verschleissmaße? Die Trommel ist ein Verschleissteil und muss irgendwann in den Schrott, deswegen wurden frueher (als es nocht Autos mit Trommelbremsen gab sowie Leute, die diese ausgedreht haben) von den Herstellern maximale Durchmesserangaben, bis zu denen die Trommel maximal ausgedreht werden durfte. Werden diese ueberschritten, riskierst du, dass sich die Trommel verzieht oder sogar reisst.


Arthur hat geschrieben:... Aber wenn man sich den Winkel des Bremsnockenhebels anschaut, kann das nicht funktionieren.
Hallo Arthur, ich kenne die Springerbremse nicht im Detail, aber du hast natuerlich Recht, wenn die Winkel nicht stimmen oder die Uebersetzung unvorteilhaft ist, kann da nix richtig bremsen.

Gruß
Dieter

Re: Bremstrommel überholen

Verfasst: 16.02.2015, 12:39
von achtball
Hallo Dieter, ich glaube, der Arthur spricht nicht von der springer-Trommelbremse, sondern von der Hydra-glide Frontbremse. in einer solchen gabel fährt er jedenfalls seine duplex-bremse (markenfremd, von einer Guzzi?).

dem panheadpeter geht es ja um die hinterradbremse bei starrrahmenmodellen. ja da gibt es verschleißgrenzen, die sollten auf der Innenseite der bremstrommel "eingestanzt" sein.
wenn die erreicht oder überschritten sein sollte, würde ich mir an deiner stelle überlegen, eine hydraulische harleytrommelbremse nachzurüsten, die stellt optisch keinen so gravierenden unterschied dar und lässt sich verbauen, ohne dass am rahmen geschweißt werden muss:
Bild wargasser_hydraulic_brakestay1.jpg (18 KB)
aber erstmal würde ich es mit neuen Bremsbelägen versuchen, die vom radius her an deine trommel angepasst werden müssen, damit sie auf möglichst großer fläche greifen.
die trommel wird vom fachbetrieb in erster Linie benötigt, um die beläge daran anzupassen. die trommel ausdrehen muss man eigentlich nur, wenn da Beschädigungen dran sind (z.B. riefen von den nieten, weil alte beläge völlig runtergefahren wurden). wenn deine trommel unrund ist, weil die vielleicht mal auf den boden gefallen ist, dann holst du da mit ausdrehen eh nix mehr raus.
viel erfolg, gruß philipp

Re: Bremstrommel überholen

Verfasst: 16.02.2015, 14:30
von v.
Harley sagt zu den Verschleissmassen der Bremstrommel:

"Use standard size shoe or lining set for brake drums refinished up to 8.040 (20,4cm) in maximum on inside diameter.

Use a 0.030 (1mm) in oversize shoe or lining set for brake drums refinished over 8.060 (20,5cm) in but not more than 8.100 (20,6cm) in maximum on inside diameter."

Weitere Recherche egab, dass das das Aufdrehwerkzeug (Brake Drum Turning Arbor 97280-60) nur für die hydraulischen Hinterrad Gusseisen Bremstrommeln (41400-58C, 41400-63 und 41400-67) von 58-72 geeignet war.

Der 0.030in oversized Brake Shoe war auch nur für die hydraulische Hinterradbremse geeignet.

Die obigen Bremstrommelmasse beziehensich deshalb definitv nur auf die hydraulische Hinterradbremse.

Re: Bremstrommel überholen

Verfasst: 16.02.2015, 14:32
von Partisan
Zum Ausdrehen der Trommel und der zu beachtenden Verschleißgrenze wurde ja schon viel Richtiges gesagt.
Wenn die Trommel ausgedreht wird, braucht man aber dickere Bremsbeläge!
Das Bild hier erklärt es wohl besser, als ich es beschreiben kann: http://www.simantik.de/art/bremswirkung ... bremse.jpg

Und: Auch bei den Belägen für die Trommelbremse gibt es unterschiedliches Material, was die Bremsleistung beeinflusst. Und das muss auch noch zum Material der Trommel passen.
Ich denke: Einer Trommelbremse kann man das Bremsen auch beibringen, aber das können sicher nur Profis oder Leute mit viel Zeit.
Ich gehe ja nur sehr selten und ungern zum Profi, weil ich lieber selbst eine Lösung finden möchte. Trommelbremse wirklich gut aufarbeiten würde ich auf jeden Fall machen lassen!

Problem wird sicher sein, einen Fachmann zu finden. Angeben es zu können, tun es viele. Wer´s aber wirklich kann, weiß ich auch nicht. Kann man aber sicher rausfinden, indem man sich selbst etwas schlau macht und dann nachfragt, was der Profi empfiehlt.

Und damit hat mein Beitrag dem Fragesteller wohl auch nicht geholfen. :(

Gruß
Jens

Re: Bremstrommel überholen

Verfasst: 16.02.2015, 14:50
von Panhead-Peter
Hallo zusammen,
habe dann heute morgen meine komplette Bremse zu einem älteren Herren in Lünen gebracht. War ein Tip vom Stephan. Dieser Mann setzt seid über 40 Jahren Trommelbremsen und Kupplungen in Stand. Vorrangig Trommelbremsen für Pumpen, alte MG´s und Ferrari. Früher hätte er auch vermehrt Harley und Triumpf gemacht, aber so was würde ja heute kaum noch jemand fahren, sagt er.
Lange Rede kurzer Sinn. Die Trommel wäre nach seiner Meinung noch sehr gut in Schuss. Er dreht die nur ganz leicht aus, damit die seitlichen Unebenheiten raus sind. Danach klebt er neue Belege auf, die anschliessend auf das genaue Trommel-Mass runter gedreht werden.
Näheres kann ich hoffentlich nach 2 Wochen sagen.


Gruß

Peter

Re: Bremstrommel überholen

Verfasst: 16.02.2015, 14:58
von wishbone69
Hallo Peter,

OEM Trommel ist schon mal gut, da nehmen die Beläge ab und nicht die Trommel selbst. :lol:

Wenn Deine Trommel keine Riefen oder üble Rostnarben hat muss da nichts
ausgedreht werden.

Wie Achtball schon gesagt hat, wenn die Trommel durch einen Sturz verzogen ist, in die Tonne damit, oder als Blumentopf verwenden.

Nimm einen Satz neuer Ebay Taiwahn Bremsbacken, die müssen zwar modifiziert werden, aber funktionieren gut.
Kosten auch 90€ weniger als die W&W Guss Polenrache.

Kontrolliere den Bremsbocken und seine Buchse, eventuell erneuern.

Bremsbacken montieren und ausrichten, vermutlich müssen die Bremsbacken gebogen werden...

Die Bremsbeläge auf die Trommel anpassen kann Dir ein guter Harleyschrauber mit Erfahrung, einer Drehbank und dem Willen gute Arbeit
leisten zu wollen.

Wenn Du die Standard Repro Bremsbacken verwendest kannst Du jederzeit
und überall Ersatz bekommen, Du kannst Dir also immer helfen.
Wenn Du Irgendwelchen Supi-Dupi-Pseudo Hightech verbaust bist Du darauf angewiesen genau diese Teile wieder zu verbauen.

Grüße vom Wishbone, dessen Panhead mit einer genial funktionierenden Trommelbremse stoppt.

Re: Bremstrommel überholen

Verfasst: 16.02.2015, 15:00
von wishbone69
Hallo Peter,
da schreibe ich mir 10 Minuten auf dem Handy die Finger wund... :lol:

Hört sich gut an mit dem alten Sack.


Grüße

Brakebone...

Re: Bremstrommel überholen

Verfasst: 16.02.2015, 17:24
von Stephan
Hi Peter,
na wie viele Gläser Milch haste gebraucht um den Klebergeschmack aus
Opi-Lappe´s Bude los zu werden? DIE Werkstatt hat ja wohl das Prädikat "Vintage" zu 100% verdient. Das meine ich jetzt im Positiven.

Gruß Stephan

Re: Bremstrommel überholen

Verfasst: 16.02.2015, 22:28
von Arthur
Hallo Peter,

die hintere Bremse spielt eine untergeordnete Rolle. Bist du mit der Bremsleistung hinten unzufrieden?

Gruß Arthur

Re: Bremstrommel überholen

Verfasst: 17.02.2015, 13:08
von Panhead-Peter
Hi Arthur
Anfangs war ich schon mit der Bremsleistung zufrieden. Aber nach mehreren 10000 km hat die Leistung sehr abgenommen. Da ich weiss das meine Bremse mal richtig gut gearbeitet hat wollte ich alte Verhältnisse wieder herstellen.

@ Stephan
mir ist es ein Rätsel das der Mann noch lebt. Ich denke mal das der zu Asbest-Zeiten schon die Beläge gedreht und gefräst hat.
Hatte selbst Abends noch den Geruch in der Nase.

Gruß

Peter