Re: Neuen Motor richtig einfahren. Know How gesucht!
Verfasst: 20.01.2012, 22:25
Was ein schönes Thema.
Lange nicht mehr so viel Neues im Netz gelernt.
Zum Thema Arbeitsweise hab ich diesen Link gefunden, der jedem in Germanisch und Bildchen erklärt, warum und wie die Ringe dichten und wie wichtig die Passung zum Zylinder ist.
Das alles spricht in meinen Augen sehr deutlich für den "ride it hard"-Ansatz.
http://www.ms-motor-service.de/ximages/ ... 01_web.pdf
Irgendwie reden die dort von allen möglichen Fehlern, nur "Einfahren" wird nicht erwähnt.
Zum Thema des Links von Partisan.
Viele hier scheinen zu vergessen, das Drehzahl in U/min eigentlich wenig über die Belastung im Motor aussagt.
Da ist die Kolbengeschwindigkeit und die resultierende Kraft auf Lager und Zapfen, die an den Wendepunkten auf die Teile ballert viel, viel, viel wichtiger.
Und da sind (bei den Kräften) unsere Motoren durchaus dem Weltmeisterbereich der Formel 1 sehr viel näher als man glaubt.
Eine der leckersten Kisten Beck´s habe ich mal vor ganz vielen Jahren von einem GSXR 1100er Fahrer bekommen, der unbedingt wetten wollte, das seine Kolben bei Nenndrehzahl schneller sind, als die vom Shovel ("Kannst du doch hören - Macker!" - und ab in den Drehzahlbegrenzer knall, baller,...).
Früher stand sowas noch im Verkaufsprospekt, um Eindruck oder Angst bei den Motorradfahrern zu schinden.
Die Japanesn reden da nicht mehr so doll drüber wie das alles funktioniert - er war auf jeden Fall baff erstaunt.
Die mittlere Kolbengeschwidigkeit (Nenndrehzahl 5150 U/min !!!) beim Shovel ist laut auto motor sport 18/1977 Test und Technik fette 17,3 m/s,
was (60x60) ca. 62280 Meter die Stunde ist.
Oder 62 km/h, die 5150 (oder sind es nur die Hälfte? ;-)) mal die Minute auf Null gebremst und wieder beschleunigt werden müssen.
Oder noch krasser 43 Mal die Sekunde!!! von Null auf 62km/h und Stop!
Bei der damals aktuellen GSXR war die Kolbengeschwindigkeit niedriger.
Kolbengeschwindigkeit 16,82 m/s bei 8700 U/Min.
Wer also bei unseren Motoren von mechanischen Lahmärschen sprechen will, sollte dann einfach mal das Gewicht eines HD-Kolbens (in KG, hab ich gerade nicht auf Zack) beim Stoppen am OT mit seiner Geschwindigkeit (17,3 m/s) multiplizieren und hat dann die Kraft F in Newton.
http://jumk.de/formeln/kraft.shtml
Die MoCo ist deutlich am pysikalischen Limit gewesen mit dem Shovel und dann ja auch der alten Weisheit gefolgt, das nur mehr Hubraum da noch helfen kann.
Dabei haben wir dann noch einen beinahe Gleichläufermotor, an dem beide Kolben fast gleichzeitig diesen Sprint hinlegen und die Kraft auf einen Hubzapfen geben.
Nicht umsonst wiegt die KW soviel als Gegengewicht.
Wenn ich das alles so durchdenke, frage ich mich, wie das eigentlich überhaupt halten kann?
Also bitte nicht dieses "Unsere Motoren haben viel kleinere Belastungen"-Gerede.
Selbst bei entspanntem Cruisen mit 120km/h liegen noch irre Belastungen im Motor an.
Und überlegt mal was ein Motor nach 25 Minuten bei 2000 U/min erhöhtem Standgas schon an Auf/Abs durch hat.
Was nach 50.000 Hüben nicht abgeschliffen oder eingelaufen ist, schleift nie wieder ab.
Nur Materialfehler und Montagemurks kommt deutlich später zutage, da unsere genialen Hocker auch noch halb tot gut laufen.
Wie gesagt glaube ich vom Vertsand her, das "Einfahren" Mumpitz ist - aber ich werde sicher immer "subjektiv vernünftiger" irgendeine unsinnige Einfahrprozedur betreiben, da es schwer ist, sich gegen Kultur und Gefühl zu wenden.
Und irgendeinen magischen Zauber (= Unsinn), muss man schließlich bemühen, wenn es um so einen sakralen Moment, wie der Inbetriebnahme eines neuen Motors geht.
Bei mir ist es das "Einfahren nach Anleitung", als Zeichen für die "Shovel-Götter", das mir ein langes Motorenleben wichtig ist.
Und ich bin ja noch nie bestraft worden dafür ;-))))
Gruß vom Feldrand! Maruski
Lange nicht mehr so viel Neues im Netz gelernt.
Zum Thema Arbeitsweise hab ich diesen Link gefunden, der jedem in Germanisch und Bildchen erklärt, warum und wie die Ringe dichten und wie wichtig die Passung zum Zylinder ist.
Das alles spricht in meinen Augen sehr deutlich für den "ride it hard"-Ansatz.
http://www.ms-motor-service.de/ximages/ ... 01_web.pdf
Irgendwie reden die dort von allen möglichen Fehlern, nur "Einfahren" wird nicht erwähnt.
Zum Thema des Links von Partisan.
Viele hier scheinen zu vergessen, das Drehzahl in U/min eigentlich wenig über die Belastung im Motor aussagt.
Da ist die Kolbengeschwindigkeit und die resultierende Kraft auf Lager und Zapfen, die an den Wendepunkten auf die Teile ballert viel, viel, viel wichtiger.
Und da sind (bei den Kräften) unsere Motoren durchaus dem Weltmeisterbereich der Formel 1 sehr viel näher als man glaubt.
Eine der leckersten Kisten Beck´s habe ich mal vor ganz vielen Jahren von einem GSXR 1100er Fahrer bekommen, der unbedingt wetten wollte, das seine Kolben bei Nenndrehzahl schneller sind, als die vom Shovel ("Kannst du doch hören - Macker!" - und ab in den Drehzahlbegrenzer knall, baller,...).
Früher stand sowas noch im Verkaufsprospekt, um Eindruck oder Angst bei den Motorradfahrern zu schinden.
Die Japanesn reden da nicht mehr so doll drüber wie das alles funktioniert - er war auf jeden Fall baff erstaunt.
Die mittlere Kolbengeschwidigkeit (Nenndrehzahl 5150 U/min !!!) beim Shovel ist laut auto motor sport 18/1977 Test und Technik fette 17,3 m/s,
was (60x60) ca. 62280 Meter die Stunde ist.
Oder 62 km/h, die 5150 (oder sind es nur die Hälfte? ;-)) mal die Minute auf Null gebremst und wieder beschleunigt werden müssen.
Oder noch krasser 43 Mal die Sekunde!!! von Null auf 62km/h und Stop!
Bei der damals aktuellen GSXR war die Kolbengeschwindigkeit niedriger.
Kolbengeschwindigkeit 16,82 m/s bei 8700 U/Min.
Wer also bei unseren Motoren von mechanischen Lahmärschen sprechen will, sollte dann einfach mal das Gewicht eines HD-Kolbens (in KG, hab ich gerade nicht auf Zack) beim Stoppen am OT mit seiner Geschwindigkeit (17,3 m/s) multiplizieren und hat dann die Kraft F in Newton.
http://jumk.de/formeln/kraft.shtml
Die MoCo ist deutlich am pysikalischen Limit gewesen mit dem Shovel und dann ja auch der alten Weisheit gefolgt, das nur mehr Hubraum da noch helfen kann.
Dabei haben wir dann noch einen beinahe Gleichläufermotor, an dem beide Kolben fast gleichzeitig diesen Sprint hinlegen und die Kraft auf einen Hubzapfen geben.
Nicht umsonst wiegt die KW soviel als Gegengewicht.
Wenn ich das alles so durchdenke, frage ich mich, wie das eigentlich überhaupt halten kann?
Also bitte nicht dieses "Unsere Motoren haben viel kleinere Belastungen"-Gerede.
Selbst bei entspanntem Cruisen mit 120km/h liegen noch irre Belastungen im Motor an.
Und überlegt mal was ein Motor nach 25 Minuten bei 2000 U/min erhöhtem Standgas schon an Auf/Abs durch hat.
Was nach 50.000 Hüben nicht abgeschliffen oder eingelaufen ist, schleift nie wieder ab.
Nur Materialfehler und Montagemurks kommt deutlich später zutage, da unsere genialen Hocker auch noch halb tot gut laufen.
Wie gesagt glaube ich vom Vertsand her, das "Einfahren" Mumpitz ist - aber ich werde sicher immer "subjektiv vernünftiger" irgendeine unsinnige Einfahrprozedur betreiben, da es schwer ist, sich gegen Kultur und Gefühl zu wenden.
Und irgendeinen magischen Zauber (= Unsinn), muss man schließlich bemühen, wenn es um so einen sakralen Moment, wie der Inbetriebnahme eines neuen Motors geht.
Bei mir ist es das "Einfahren nach Anleitung", als Zeichen für die "Shovel-Götter", das mir ein langes Motorenleben wichtig ist.
Und ich bin ja noch nie bestraft worden dafür ;-))))
Gruß vom Feldrand! Maruski