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Amal und Harley
Verfasst: 07.03.2017, 12:54
von Reto
Hallo zusammen, ich habe eine Flathead 750 mit einem Amal MK1 Vergaser der 600er Serie. Nun wollte ich fragen ob jemand Erfahrung mit dieser Kombination hat. Bedüsung, Nadelstellung etc. Im Moment habe ich eine 200er Hauptdüse montiert, die Nadel hängt ganz oben. Habe keine saubere Gasannahme beim schnellen öffnen und relativ dunklen Rauch hintenraus.
Grüsse aus der Schweiz
Reto
Re: Amal und Harley
Verfasst: 08.03.2017, 07:25
von patmen
Ich kenne mich nicht mit AMAL Vergasern aus , aber deiner Beschreibung nach würde ich sagen zuviel Sprit.
Ich würde mal versuchen mit Nadel auf tiefster Stellung und schauen wie sie dann läuft. Sollte sie jetzt aus dem Vergaser patschen Nadel eine Nut höher ansetzen und immer so weiter verfahren....
Falls die tiefste Nadelstellung jedoch keine Aenderung gebracht hat dann ein kleinere Düse und das ganze von Neuem...
Re: Amal und Harley
Verfasst: 08.03.2017, 10:21
von ron
hi, kann Dir nur empfehlen, den Gaser wie jeden anderen (Schieber-) Vergaser individuell abzustimmen. Denn selbst wenn jemand den gleichen Gaser hat, bedeutet es nicht, dass Du die gleichen Düsen brauchst. Weil viell. Auspuff, Lufi, Nw anders sind.
Daher, mit neuen oder zumindest sehr sauberen Kerzen ohne Ablagerungen (sonst siehst klarerweise nix) so beginnen:
1)Leerlaufdüse: 10-15min. mit nicht mehr als 1/8 Gas herumtuckern. Sofort abstellen, nicht im LL laufen lassen. Abkühlen lassen (wegen Kerzengewinde), Kerzen betrachten.
Die sollten nach solch gemächlicher Fahrt nicht schwarz sein. Max. der Ring am Ende des Kerzengewindes, sowie der Porzellanisolator der Mittelelektrode darf bis auf 3/4 Höhe schwarz sein. Die Mittelektrode muss sauber sein, sonst ist sie zu fett. Und irgendwann im Stau o.ä. verußen die Kerzen bis zum Exodus.
2) Schiebernadel: Kerzen nun mit Bremsreiniger gut reinigen, die Ablagerungen des ersten Tests sollten abgehen.
Nun selbe Prozedur, allerdings mit konstant mindestens 1/4 und solange wie möglich 1/2 Gas fahren. Abstellen und Abkühlen lassen.
Porzellan der Mittelelektrode darf bis halbe Höhe schwarz sein. Keine Angst vor zu mager, diese Einstellung ist noch immer fett genug. Je nach Ergebnis Nadel umhängen.
3) Hauptdüse: Wieder selbe Prozedur mit 3/4 bis Vollgas. Jetzt reichen einige hundert Meter Fahrt, am besten bergauf. Damit ist sie schön unter Last.
Nun sollte nur noch der untere Bereich des Isolators dunkle Verfärbung zeigen - 2-3mm "Vollgasring" sind fett genug - der Rest sollte schön sauber sein.
Weniger "Vollgasring" ginge für optimale Verbrennung auch, allerdings dürfen sich am Isolator keine silbrigen, pfeffrigen Pünktchen bilden. Das wäre zu mager.
Klar musst Du die einzelnen Schritte wahrscheinlich öfter wiederholen, bis Du zu einem Ergebnis kommst.
Falls sie zu mager liefe, merkst Du es sofort. Sie würde beim beschleunigen husten und schiessen.
Wenn sie bei Konstantfahrt "ruckelnd, pulsierend, galoppierend" läuft, ist sie zu fett.
Die Kerzen werdens Dir zeigen...
Gruß