Hallo Bobber_Johnny,
ich weiss nicht, welches Kommunikationssystem Du in Deinen etwaigen Bell Bullitt Helm einbauen würdest, ich beschreibe Dir aber ´mal meine Erfahrungen mit dem Midland BT Next Pro (Gibt einen langen Roman, aber hier regnet es, und es ist Sonntag):
1. Meine Hauptsorge war ja, dass ich die Klemme für das Steuerungs-Modul nicht an den Helm bekomme, weil erstens das innere Klemmteil ziemlich fett ist und ich zweitens nicht recht wusste, wie man den hinteren Kragen des Helmets ohne Beschädigung „abreisst“ (entfernt).
Es gibt X Videos auf You Tube über den Einbau der Lautsprecher und des Mikrofones in Helme, aber kein einziges über den Einbau der Klemmeinrichtung beim Bell Bullitt. Ich hatte insbesondere wegen des recht fett ausgeformten unteren Chrom-Abschlussringes (
FOTO 1) Bedenken, dass die Klemme bei solchen Retro-Helmen überhaupt vebaut werden kann (manche sagen, an diesen stylischen Helm gehört von der Optik her sowieso kein Gegensprech-Anlagen-Klops dran montiert -würde den ganzen Auftritt versauen ....).
Letztendlich habe ich aber ein Video gefunden, das sich mit Einbau dieser Geräte speziell an Retro-Helme beschäftigt, und da war in einer Sequenz die bereits montierte Klemmeinrichtung speziell an meinem Helm zu sehen. Also musste es gehen!
2. Nach (überraschenderweise kinderleichtem) Herausziehen des Kragens sieht man denn auch, wenn man den Helm auf den Kopf stellt, dass an einer bestimmten Stelle seitlich der Spalt zwischen äusserer Fieberglas-Hülle und innerer Styropor-Hülle etwas grösser wird. Und genau da (
FOTO 2) muss die Klemme dann hin, mehr nach hinten oder mehr nach vorne reicht der Platz nicht. Mach aber nichts, denn genau dort muss es für die spätere Bedienung mit Handschuh am Kopf auch hin (für mich jedenfalls ).
3. Vom Mikro her habe ich mich für das kleine Kabel-Mikrofon entschieden (wollte keinen Schwanenhals vor der Lippe), welches auch astrein in den Kinnschutz geklebt werden kann, unmittelbar vor dem linken Wangenpolster (
FOTO 3).
4. Geringfügige Aussparungen für die Lautsprecher sind vorhanden bzw. angedeutet, so dass ich dort unter vorheriger Entfernung der Wangenpolster (drei Druckknöpfe) und des gesamten Innen-Linings (hinten zwei Druckknöpfe, aber vorne an der Stirnpartie mit einem beschissenen „Raussreiss“-Mechanismus) die Klett-Gegenstücke eingeklebt und dann die Lautsprecher-Klett-Taschen draufgedrückt habe. Diese Klemm- bzw. „Rausreiss-Einrichtung“ ist mir nicht geheuer, so dass ich mit Sicheheit nicht jedes Jahr dreimal das Innenfutter zum Waschen entfernen werde ....
Wie dem auch sei, bei sorgfältigem Arbeiten passen auch die Steckverbindungen und die Y-förmige „Abzweigung“ zu den beiden Lautsprechern ohne Auftragen und/oder Drücken in den Helm. Verlegung der Kabel bzw. hineindrücken in die Spalte erfolgen mit einer Scheckkarte (Plastik, damit nichts kratzt) oder mit einem stumpfen Holzstäbchen (abgebrochener Zahnstocher).
5. Ich war dann ganz stolz, dass ich alles „clean“ montiert hatte. Man sieht nichts von der Kabelei usw. (
FOTO 4).
Die ganze Prozedur entsprechend beim Bell Bullit der besten Ehefrau von allen
und dann nichts wie los: Das ganze -der eine im Wohnzimmer, der andere in der Küche, Türen geschlossen- ´mal Austesten.
Dabei habe ich dann gleich zweimal eine Pleite erlebt!
Ich konnte meinen Helm nur mit Schmerzen über die Ohren bekommen, wobei die obere Krempe meines Ohrs noch nach unten abgeknickt wurde (bei meiner Frau nicht, die hat halt ´ne andre Kopfform).
Und ausserdem klappte zwar die Sprechverbindung sehr gut (die Verbindung wird beim ersten Laut ohne Verzögerung aufgebaut), jedoch ziemlich leise.
Hmmmh.
Ich habe dann noch versucht, die Lautstärke über die „+“ - Taste zu erhöhen, hat aber nichts gebracht.
Einerseits habe ich mich zunächst damit getröstet, dann ist es halt so, andereseits habe ich an meinen Penzl-Auspuff-Sound und die Windgeräusche auf der Fahrt gedacht. Da wäre meine Frau garantiert nicht mehr zu verstehen (mancher denkt vielleicht: Gar nicht schlecht .....).
6. Dumm wie ich bin, hätte ich ´mal lieber die Position meiner Ohren-Eingänge/ Ohrmuscheln messen sollen (was bei aufgesetztem Helm schwierig ist). Ich habe mich dann damit beholfen, dass ich die Position des unteren Helmrandes an meinem Hals mit Tesakrepp gekennzeichnet und dann bei abgesetztem Helm das Mass zwischen dieser Stelle und meiner Ohrenmitte genommen habe.
Und siehe da: Die mühsam eingebauten Lautsprecher (in den vorgesehenen Mulden im Styropor!) sitzen viel zu hoch.
Das erklärte denn auch das wahnsinnige Drücken an der Ohrkrempe oben und die viel zu geringe Lautstärke; zumal der Sound durch das Klett-Täschchen, den darüber liegen Netzlappen vom Wangenpolster und durch das teilweise noch darüberliegende Innenfutter durchdringen musste.... Deswegen: Kein Wunder.
7. Also alles von vorne: Ich habe dann gemerkt, dass ich die angedeuteten Mulden ´mal ausser Acht lassen sollte, die Lautsprecher vielmehr in die in den Wangenpolstern eingearbeiteten Netz-Täschchen einlege. Mit dem Klett-Täschchen für die Lautsprecher hätte das ganze aber wieder zu dick aufgetragen und gedrückt, und ohne die Klett-Täschchen sind die Lautsprecher inden Netz-Täschchen zu gross, so dass sie darin hin- und her rutschen mit der Gefahr, dass irgendwann das Kabel abreisst, abknickt, durchscheuert, usw.
Ich habe daraufhin die ausgepackten Lautsprecher in die Netz-Täschchen „eingenäht“, also kreisrund um die Lautsprecher ein paar Faden-Stiche, so dass sie dann bombenfest im Täschchen sitzen (
FOTO 5).
Die Aktion „Fast alles von vorne“ war allerdings deswegen nicht schlimm, weil hierfür ja nur die Wangenpolster herausgeklipst und die Lautsprecher am Steckerchen abgeklemmt werden mussten, um die Näharbeit machen zu können.
8. Zu allem Überfluss habe ich dann noch an die untere Stirnseite des Moduls einen Streifen Klett geklebt (
FOTO 6), um das heraustretende Kabel (es ist zwar etwas versenkt bzw. in das Modul eingelassen, aber man weiss ja nie ...) zu schützen; denn wenn der Helm nun irgendwo abgelegt wird, steht er auf der einen Seite ja auf dem Modul.
9. Einen Nachteil allerdings hat das ganze jetzt: Wangenpolster Waschen geht nicht mehr (sind ja die Lautsprecher eingenäht).
Aber was soll ich sagen: Bei mir und meiner Frau ist die Lautstärke jetzt enorm hoch, und speziell bei mir drückt nichts mehr, da die Lautsprecher genau in meine Ohrenmitte beim Aufsetzen gleiten.
Ende gut – Alles gut (
FOTO 7).
Grüsse
shovelix
P.S: Der Bell Bullitt (fällt eine Grösse kleiner aus: Ich habe normalerweise Kopfumfang L 59, brauche aber XL 60-61, meine Frau hat normalerweise S, braucht aber M) ist beim Auf- und Absetzen etwas anstrengend im Vehältnis etwa zu meinem Roof Boxer V8. Aber wenn er ´mal sitzt: Grossartig!
Die Rundumsicht ist wie bei einem Jet-Helm, und für Brillenträger: Die Brillenbügel gleiten ohne Kraft und Verbiegen ganz leicht über die Ohren.
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