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Berufslackierer an Bo(a)rd?

Verfasst: 26.03.2018, 20:26
von holzlenker
Servus,

gleiches Problem, verschiedene Ausgansbasen (oder -basisse :roll: ) :



Kradrahmen1: blankes, frisch gestrahltes Happy Metal

Kradrahmen2: irgend-ein-Lack auf org. HD Rahmenbeschichtung

Frage1: Auf den Ersten soll nur ein Rostschutz/ Grundierung damit er nicht wieder Flugrost bekommt und mit möglichst jedem Lack mal lackiert werden kann - was nehme man?

Frage2: Der Zweite soll schwarz-matt oder seidenmatt werden und nicht gestraht/ entlackt werden: wie geht man vor, was nimmt man für Material?

Ciao Lutz

Re: Berufslackierer an Bo(a)rd?

Verfasst: 28.03.2018, 00:54
von ron
Servas Lutz, als gelernter Karosseriebauer hab ich nur am Rande Lackiererkenntnisse, aber a bissl was weiß ich noch....
den blanken Rahmen würde ich, falls er wirklich dauerhaft geschützt sein soll, mit der 4 zu 1 Wasser / Phosphorsäure behandeln. Da noch kein Rost drauf ist, wird er sich sichtbar kaum verändern, bloß leicht grau werden. Zusätzlich, wenn er ungewiss lange steht, einölen. Das muss nat. vorm lacken wieder ab.
Ansonsten ist das phosphatieren eine hervorragende Basis fürs spätere grundieren und/oder lackieren, da die Oberfläche minimal (im Mikrobereich) rauh wird. Dadurch hält jeder Auftrag besser.
Nachteil: das Zeug rinnt schnell ab und baden wirst Du den Rahmen darin wohl kaum können. Daher viell. in den sauren Apfel beißen und teuren Rostumwandler (loctite) kaufen. Ist das gleiche, bloß mit Zusätzen, damit es beim streichen nicht gleich abfließt.
Oder eben oft streichen.

Zum Lagern nur grundieren, kann ich nicht empfehlen. Grundfarbe platzt leicht ab, und wenn Du den grundierten Rahmen öfter mit nicht ganz sauberen Fingern anfasst, sind Fettspuren drauf, die auch nicht mehr abzuwaschen gehen. Du müsstest vorm lackieren also nochmal schleifen und grundieren.

Beim zweiten Rahmen stellt sich die Frage ob der jetzige Lack auf Kunstharz oder Acryl/Nitrobasis ist. Außerdem hatten die Amis früher auch noch so seltsame thermoplastische Lacke. Wie auch immer, die vertragen sich untereinander nicht. Heimtückischerweise dauerts manchmal bis zu 2 Wochen, dass der frisch drübergesprühte Lack plötzlich Risse oder Blasen bekommt.
Wie sich die alten Lacke mit den heutigen wasserverdünnbaren vertragen, weiß ich nicht.
Würde jedenfalls mal leicht anschleifen, mit dem Wunschlack drübergehen und abwarten.
Wüsste nicht, wie man sonst rausfinden kann, aus was der alte Auftrag war.

Hoffe das hilft. Komisch keine Profilackierer da?

Gruß

Re: Berufslackierer an Bo(a)rd?

Verfasst: 28.03.2018, 01:11
von ron
Mir fällt doch noch was ein - die alten Ami-Lacke waren oft nicht richtig Benzinfest. Wenn Benzin daneben floß und man den wegwischen wollte oder drauf tappte, bevor er von allein verdunstete, hatte man die Abdrücke im Lack.
Acryllacke waren da wesentlich beständiger.

Übernehme keine Garantie, aber Du könntest Benzin rauftropfen und sehen ob sich die Oberfläche verändert. Wenn nicht, ists wahrschl. Acryl, falls sich Schleier bilden, der Lack weich wird, nach dem verdunsten aber wieder hart, eher Kunstharz oder so.

Bis denn
Ron