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Motoröl.

Verfasst: 21.05.2019, 19:03
von Hallertauer
Ich weis, das Thema ist evtl. lästig, da zu oft gefragt !
Ich gebe auch zu, das ich imo. zu faul zum suchen bin.

Bin aber leicht verwirrt !

In einer Oldtimer-Zeitschrift war ein Bericht über die Shovel.
Darin war zu lesen, das es am besten für dem Motor wäre, ein Einereichsöl ( 40er oder 50er ) zu fahren. Hier aber hatte ich schon mal gelesen, das es ein 20W50 sein sollte ! Wie jetzt ?

Fürs Getriebe, haben die im Bericht ein 80, oder 90er empfohlen.
Fließfett, soll nix taugen.

Bisher habe ich ein SAE 40 im Motor, sowie ein 80er im Getriebe gefahren.

Passt oder passt nicht ?

Gruß TOM.

Re: Motoröl.

Verfasst: 21.05.2019, 19:44
von Don Rocket
Hallo Tom,
um es kurz zu machen, weil ich mit dem Handy am tippen bin: Was du fährst, ist absolut in Ordnung, kein Problem.
Wenn du nur im Sommer unterwegs bist, wäre ein 50er Öl vielleicht noch besser.

Ich fahre in meinem neu aufgebauten Motor ein mineralisches 20W50 und im Getriebe 80W90. Fließfett ist nur was um ein total ausgelutschte Getriebe über die Saison zu kriegen.

Mehr zu 20W50 vs. 50er Einbereichsöl in der Techbase.

Gruß
Dieter

Re: Motoröl.

Verfasst: 22.05.2019, 00:17
von ron
Seh ich ähnlich:
80er Getriebeöl entspricht etwa SAE40 Motoröl.

Hier nochmal die H.D. Motoröle:
H.D. -
special light (SUS) 58=SAE20-30,
medium heavy (SUS)75=SAE40,
regular heavy (SUS)105=SAE50, früher ab 32°/90F, Luft/Starttemperatur empfohlen.
extra heavy=SAE 60 - würde ich nur in Arizona oder tropischem Klima fahren.

Prinzipiell gilt, je dünner, desto besser, da dies schneller an den Schmierstellen ankommt.
Allerdings brauchts gute Hydros. Daher wurde auch von der MoCo später 50er schon ab 24° empfohlen....

Ich fahr solids und damit die ganze Saison unlegiertes 40er wenn kein Ölfilter vorhanden.
Mit Filter relativ niedrig legiertes Aeroshell 15W-50 (liegt bei ~40° Temperatur etwa in der Mitte zwischen 30er und 40er*, bietet aber bei hohen Temperaturen noch 50er Viskosität)

*das verwirrte mich früher auch: der untere Wert, in dem Fall 15, bezeichnet nämlich die Dickflüssigkeit von 15er bei -17,8°C (0°F). Ist also entsprechend dick.
Der obere Wert, in dem Fall 50, bezeichnet allerdings die Viskose von 50er bei 100°.

10W-40 entspricht bei ~40° etwa 30er Einbereichsöl usw.

Gruß

Re: Motoröl.

Verfasst: 22.05.2019, 15:38
von Wallace
Ich fahr 20w60.
Manche hier fahren auch 10w60.
Der Vorteil des Mehrbereichöl ist der, daß es auch im hohen Temperaturbereich noch einen stabilen Ölfilm hat.
Also genau das, was die Leute mit 50er Einbereichsöl sich davon erhoffen, aber nicht bekommen.
Weil Einbereichsöl mit zunehmender Temperatur immer dünner wird ...
Wechsel von Einbereichs- auf Mehrbereichsöl ist immer möglich. Der Motor wird dadurch auch nicht lauter.

Re: Motoröl.

Verfasst: 22.05.2019, 19:08
von earl hickey
Fahre ebenfalls 20W60, sogar Vollsynthetisch. Von der Theorie, das in einen alten Motor, auch Motoröl gehört, das nur
den Anforderungen damals entsprach, halte ich gar nix. Zumindest nicht bei Pan/Shovel.
Wer schon mal nen total verschlammten Öltank und Ölleitungen gesehen hat, die innen zu waren, weil Jahrzehntelang mit unlegiertem Öl gefahren wurde und der Öltank niemals gespült wurde, weiß was ich damit meine.

Re: Motoröl.

Verfasst: 23.05.2019, 10:42
von Don Rocket
ron hat geschrieben:Mit Filter relativ niedrig legiertes Aeroshell 15W-50 (liegt bei ~40° Temperatur etwa in der Mitte zwischen 30er und 40er*, bietet aber bei hohen Temperaturen noch 50er Viskosität)

*das verwirrte mich früher auch: der untere Wert, in dem Fall 15, bezeichnet nämlich die Dickflüssigkeit von 15er bei -17,8°C (0°F). Ist also entsprechend dick.
Der obere Wert, in dem Fall 50, bezeichnet allerdings die Viskose von 50er bei 100°.
Aeroshell ist ein teilsynthetisches Flugmotorenöl. Shell sagt zwar in dem technischen Datenblatt, dass sie es nicht für den Gebrauch in Kraftfahrzeugen empfehlen, aber leider nicht warum.

Der erste Wert vor dem W ist eine Angabe der Tiefsttemperatur, bei der das Öl unter festgelegten Bedingungen noch pumpbar ist. Im Falle von SAE 15W sind das -25 °C.
Der zweite, wie du schon richtig schriebst, die Viskosität bei 100 °C. Im Falle von SAE 50 16,3 - 21,9 mm²/s bzw. cSt.


earl hickey hat geschrieben:Fahre ebenfalls 20W60, sogar Vollsynthetisch.
Das machen einige hier und ist auch kein Problem, wenn der Motor neu und sauber aufgebaut wurde.

earl hickey hat geschrieben:Wer schon mal nen total verschlammten Öltank und Ölleitungen gesehen hat, die innen zu waren, weil Jahrzehntelang mit unlegiertem Öl gefahren wurde und der Öltank niemals gespült wurde, weiß was ich damit meine.
Das ist ja auch so gewollt, denn früher brauchte man Öle, die eine Ölschlammbildung zulassen, damit sich dort die unerwünschten und ölunlöslichen Fremdstoffe ansammeln konnten. Die Motoren waren damals so konstruiert, dass es spezielle Stellen gibt, wo sich der Hauptteil des Drecks abetzen, meistens in der Ölwanne oder in speziellen Schleuderhülsen.
Solche Motoren haben sehr kurze Ölwechselintervalle.

Aber was passiert, wenn man dort ein modernes Öl mit Reinigungsadditiven einsetzt? Der ganze Schmodder wird angelöst und verstopft in kürzester Zeit das komplette Ölsystem.

Deswegen sollte man unlegierte Öle ja nur in verschlammten Motoren und / oder ohne Hauptstrom-Ölfilter einsetzen, was also auf 99 % der hier im Forum vertretenen Motoren gar nicht zutrifft.
Und das schrieb der Ron ja auch, dass er das nur einsetzt, wenn er ohne Ölfilter unterwegs ist.

Gruß
Dieter

Re: Motoröl.

Verfasst: 23.05.2019, 11:09
von Erich
Falls jemand der Link interessiert:
viewtopic.php?t=6872&highlight=mineral% ... thetisches
da wurde das Thema schonmal ordentlich durchgekaut!

Re: Motoröl.

Verfasst: 25.05.2019, 15:08
von ron
Don Rocket hat geschrieben: Aeroshell ist ein teilsynthetisches Flugmotorenöl. Shell sagt zwar in dem technischen Datenblatt, dass sie es nicht für den Gebrauch in Kraftfahrzeugen empfehlen, aber leider nicht warum.

Gruß
Dieter
Wegen der Ölwechselintervalle.
Es muss, wie andere Hochleistungsöle - Flugmotoren oder sogenanntes "Rennöl"-, notfalls extremen Belastungen standhalten.
Daher sind kaum Korrosionsschutz und andere Additive drin, welche zwar die Ölwechselintervalle verlängern würden, die sich ansonsten aber eher negativ auf Scherstabilität und Temperaturbeständigkeit auswirken.
Es muss daher, wie früher unlegierte Mineral Öle, oft gewechselt werden.
Der "Normalverbraucher" im "normalen" KFZ erwartet aber heutzutage Ölwechselintervalle von +30 000km. Alle 3-5000km das Öl zu wechseln, wäre dem "Normalverbraucher" kaum zuzumuten.

Es fällt zwar schwer, unsere Motoren als Hochleistungsaggregate zu bezeichnen, doch die Belastung eines Langhubers ist nicht zu unterschätzen.
Ich sag' nur Pleuellager.....

Übrigens, S&S empfahl früher ebenfalls Aeroshell.

Nein, besitze keine Shell Aktien. Weiß aber, dass im Gegensatz zu Castrol und einigen anderen Mitbewerbern die Rezeptur der Aeroshell-Serie nicht zu Lasten der Qualität verändert wurde.

Gruß

Re: Motoröl.

Verfasst: 30.05.2019, 12:25
von siggi74
zu dem synthetischen Öl. Hier mal ein Auszug aus einer Kaufberatung TVR
Chimaera. ......Der ( Besitzer ) kauft statt normalem 20W50 , im guten
Glauben teures Synthetiköl - und übersieht dabei, dass der moderne
Schmierstoff temperaturbeständiger ist und später zu nebeln anfängt.
Genau diesen Ölnebel braucht die Nockenwelle jedoch als zusätzliche
Schmierung. --Vielleicht auch andere Steuerteile im Motor,bei unseren
alten HD Motoren. Meine Meinung.

Re: Motoröl.

Verfasst: 30.05.2019, 12:55
von earl hickey
Kurz und knapp: NÖÖ 😉

Re: Motoröl.

Verfasst: 02.06.2019, 09:20
von ron
siggi74 hat geschrieben:zu dem synthetischen Öl. Hier mal ein Auszug aus einer Kaufberatung TVR
Chimaera. ......Der ( Besitzer ) kauft statt normalem 20W50 , im guten
Glauben teures Synthetiköl - und übersieht dabei, dass der moderne
Schmierstoff temperaturbeständiger ist und später zu nebeln anfängt.
Genau diesen Ölnebel braucht die Nockenwelle jedoch als zusätzliche
Schmierung. --Vielleicht auch andere Steuerteile im Motor,bei unseren
alten HD Motoren. Meine Meinung.
Sorry, aber das ist Unsinn. Mit "Ölnebel" ist Schleuderöl gemeint, flüssiges Öl aufgewirbelt durch drehende Teile.
Wenn Öl zu heiß wird, raucht es - könnte man ebenfalls als Nebel bezeichnen - schmiert aber nix.

Gruß

Re: Motoröl.

Verfasst: 03.06.2019, 20:22
von siggi74
Kannst du ja mal so weitergeben, als Leserbrief, an die Zeitschrift
Oldtimermarkt.
Gruß