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@ Alex: Hydrostößel die Millionste...(Archivleiche von 2004)

Verfasst: 22.06.2019, 09:00
von holzlenker
Servus Alex,

habe grad mal wieder meinen Bunker durchstöbert...da stieß ich auf einen alten Beitrag:

Hydrostößel die Millionste...

Du wolltest nach dem Porten, einst, was zum Lifter Pump Up schreiben: das interessiert mich immer noch.

Wenn Du mal Zeit hast wäre ich sehr dankbar für etwas Aufklärung (und einige Andere hier auch).

Ciao Lutz

Re: @ Alex: Hydrostößel die Millionste...(Archivleiche von 2

Verfasst: 22.06.2019, 12:27
von Erich
Servus Lutz,

das ist mir mit Originalen und Crane, also 2x passiert.
Jeweils bei hoher Drehzahl aber guter Betriebstemperatur, natürlich korrekt eingestellt.
Beide Male mindestens ein Ventil krumm und Führung nicht mehr brauchbar.
Der Kolben (vom Lifter) kam zu weit nach oben, bekam seitlich Druck und verkantete, eimal nur mit Schraubstock und großer Zange zu trennen.

Hab damals (1990?) auf Velva Touch (die haben einen Sicherungsring, der das Überpumpen vehindert) umgerüstet und vor...weiß nicht 2-3 Jahren gegen Jims Powerglide getauscht (selbes Prinzip). Keine Probleme mit beiden.

Die Velvatouch waren einfach nur "worn out".

Re: @ Alex: Hydrostößel die Millionste...(Archivleiche von 2

Verfasst: 24.06.2019, 19:48
von Alex MTeK
Also gut Lutz, wenn´s denn sein muß :wink:

Du hast ja 2004 gelernt, daß eine Hydroeinheit sich nicht gegen die Ventilfederkräfte aufpumpen kann, sondern nur bei "entlastetem" Ventiltrieb das Spiel im Ventilantriebsstrang ausgleichen kann. Das ist für gewöhnlich der Fall, wenn das entsprechende Ventil geschlossen ist und die Ventilfeder daher nicht mehr auf die Hydroeinheit zurückwirken kann.

Es gibt aber noch weitere denkbare Fälle, wo die Ventilfeder nicht mehr zurückwirken kann - der Ventiltrieb also quasi "entlastet" wird. Der häufigste (und beim Lifter Pump Up in der Regel gemeinte) Fall ist, wenn die Ventilfeder nicht mehr in der Lage ist, den Ventiltrieb mechanisch "zusammenzuhalten".

Klassischer Fall Überdrehzahl (oder halt zu weiche Federn für die eingesetzten Komponenten bei einer bestimmten Drehzahl). Die Federn können die auftretenden Massen- und Beschleunigungskräfte nicht mehr überdrücken oder kompensieren - der Ventiltrieb hebt ab. Es kommt dann zur mechanischen Trennung der Bauteile (z. B hebt der Tappet von der Nockenwelle ab).
In dem Moment befindet sich im Ventilantriebsstrang Spiel während dieser dynamisch entlastet ist. Und da sagt sich die Hydroeinheit: das kompensiere ich mal, indem ich ausfahre. Das führt nun dazu, daß die Hydroeinheit länger wird, als es für ein geschlossenes Ventil zulässig wäre.
Resultat: das entsprechende Ventil schließt nicht mehr. Das wiederum ergibt Leistungsverlust (z.T. dramatisch). Wenn nun die Überdrehzahl zeitlich länger anhält, wiederholt sich der Vorgang bei jedem Ventilhubzyklus mit dem Ergebnis, daß das wiederholt entstehende Spiel im Ventilantriebsstrang von der Hydoeinheit weiter kompensiert wird (im Zweifelsfall bis die Hydroeinheit ihren Endanschlag erreicht). Das entsprechende Ventil steht immer weiter offen, bis es zwischen den Ventilen und oder dem Kolben knallt (oder eben der mechanische Anschlag der Hydroeinheit erreicht wird - ob´s dabei knallt hängt von den Platzverhältnisen im Motor ab). Während dieses Vorgangs pumpt sich die Hydroeinheit also immer weiter auf, daher der Begriff Lifter Pump Up.

Gruß
Alex

Re: @ Alex: Hydrostößel die Millionste...(Archivleiche von 2

Verfasst: 27.06.2019, 06:23
von holzlenker
Servus Alex,

da haste Dir aber eine Mühe gemacht!

Mir hätte gereicht: es liegt an mech. Unzulänglichkeiten im Ventiltriebbereich oder Verschleiß des Lifters.
Zu hohen Öldruck hattest Du ja schon ausgeschlossen. Ich dachte die ganze Zeit (wenn ich mal dran gedacht habe :roll: ) an eine Blockade/ Fehlfunktion des Relief-Valve und hohe Drehzahlen...so dass wesentlich Meer Druck am Hydro anliegt als vorgesehen.

Hatte einige Zeit nach dem Beitrag damals einen Kipphebelbruch. Kipphebel erneuert, dann wieder einige Zeit (10-15Tkm) mit den gleichen alten Teilen gefahren...keine Problem.

Lifter-Pump-up läßt sich sicherlich schwer diagnostizieren und ist wohl eher eine "Schuldzuweisung"/ Schlußfolgerung: richtich?

Ein leichter "Ventilklemmer" bei Überhitzung (Stop-and-Go) bei diesen Temperaturen könnte auch so eine Reaktion auslösen?

Ciao Lutz

Re: @ Alex: Hydrostößel die Millionste...(Archivleiche von 2

Verfasst: 27.06.2019, 12:56
von Erich
holzlenker hat geschrieben: Ein leichter "Ventilklemmer"

Glaub ich schon, aber:

bei Überhitzung (Stop-and-Go) bei diesen Temperaturen könnte auch so eine Reaktion auslösen?

diese Temperaturen? Wenn das der Wagner Mane hört kriegt er entweder einen Lach- oder Tobsuchtsanfall :lol:
In Texas, Arizona, Kalifornien usw. fahren die fast nie unter 35 Grad, auch nicht die Police Bikes mit stop and go....mit der Temperatur hats glaub ich nichts zu tun! :wink:



Ciao Lutz
Wieviel höher ist eigentlich die Motortemperatur, bei 10 Grad höherer Aussentemperatur, hat das schon jemand gemessen? Keine Ironie, interessiert mich wirklich.