Moinsen,
aktuelle Erfahrungen hab ich nicht, da mein letzter Import schon über 20 Jahre her ist.
Aber erst mal würde ich dir raten dir Gedanken über die Transportart zu machen.
Ich hab alle drei Möglichkeiten (Flug mal ausgeklammert) ausprobiert und alle haben ihre Vor- und Nachteile gehabt.
Ro/Ro ist am günstigsten, da aus den USA die Wallenius-Schiffe halbleer zurück nach Europa fahren (was Trump ja so ärgert), aber eben auch am risikoreichsten. Hafenarbeiter sind halt was sie sind.
Irgendwie hat an jedem Hocker was gefehlt.
Container lohnt nur wenn du einen für dich alleine nimmst und ihn voll knallst, da Mischbestückung alle Nachteile von Ro/Ro mit denen von Lagerarbeitern erweitert.
Hab ich nur einmal gemacht und bereut, da auf meine Maschine offensichtlich diverses Zeuch drauf gestapelt wurde, was bei der Fahrt (Seegang) dann sein Werk tat = Katastrophe.
Der Ablauf war aber extrem easy - Abgeben und Abholen bei der Spedition Hellmann, incl. ärgern und Gleichgültigkeit. Am Ende hat sich das wohl sogar betriebswirtschaftlich am besten gerechnet, leider.
Am für mich besten und auch nicht so teuer, war die Maschinen in eine Kiste zu verpacken, die dir eine Spedition vor Ort bastelt. Die Maschine wird dann als Stückgut, als Kiste und nicht als Motorrad, in einen Container verfrachtet. Da zahlst du dann Qubikmeterpreise und kannst auch noch satt Zeug (oft gibt es beim Kauf Ersatzteile etc. dazu) in der Kiste mit verschiffen. Werkzeug ist in USA sehr viel günstiger gewesen damals und auch benötigte Ersatzteile.
Da dann der nächste Punkt - fahrunfähige/kaputte Maschinen sind im Wert sehr viel geringer als Komplettmaschinen wie bei Ro/Ro oder Sammelcontainern.
Jeder kleine Laden in USA hat einen "Public notary", der dir einen mit deinem Kumpel aus USA gemachten 2. Kaufvertrag beglaubigt, für ein paar Dollares.
Schraub in der Kiste die Räder raus, klopp ne Zündkerze zusammen und nimm Tank und Sitz ab = Teilespender gekauft für 2000 US$.
Ist es dann ja faktisch auch.
Wenn du ganz legal sein willst, kauft dein Kumpel/Mitreisender die Maschine, zerlegt die und verkauft sie dir dann so, weil er pleite gegangen ist und die Kohle schnell braucht - dein Schnäppchen.
Hättest du "Nein" sagen sollen?.
Ich war ein Fan der Kistenversion

Und die Kisten lassen sich problemlos bis vor die Haustür liefern oder aber im Hafen abholen. Oder bei ner Spedition - da kannste dir aussuchen wie viel Service du kaufen willst. Gut gezimmerte Holzkisten kommen genau so an wie abgeschickt.
Allerdings hab ich 2018 drüben feststellen müssen, dass der Preis für Oldtimer-Motorräder dort nicht mehr, wie in den 1990ern, doll von hier abweicht und plus Transport, Arbeit, Aufwand und Risiko incl. Zoll + Steuer mir kaum vernünftig erscheint.
Aber wenn dort ein Sammlerstück gegattert werden kann, dass hier nicht mehr zu finden ist, dann lohnt es vielleicht ja immer noch die Mühe.
Ich hatte das für ne XS 650 durchgerechnet und bin davon als Deal abgekommen.
Für einen selber mag dass dann ja den Wert des Motorrads steigern, sie sich selber geholt zu haben, als Geschäft eher nicht.
Zum Thema TÜV/Zulassung kann jeder, der das häufiger gemacht hat, schaurige und skurrile Lieder singen.
In den TÜV-Klostern, die ja faktisch beschützten Werkstätten gleichen, hausen alle Sorten von Irren und haben die Macht.
Kannste nur woanders hingehen - was heute auch schwierig ist, weil die Bescheuerten sich vernetzt haben.
KÜS und GTU sind ein Segen. Harleyluja! Nur leider eben in ihren Möglichkeiten eingeschränkt für diesen Zweck.
Falls du das Abenteuer wagst, würde ich mich über eine Doku hier sehr freuen, da ich mir denke, dass die nähere Zukunft in USA gewaltige Umschwünge bringen wird. Incl. einem Verfall derer, im Vergleich zu uns, sehr hohen Lebens- und Preisstandarts - die sich der dortigen extrem geringen Produktivität anpassen müssen.
Dann kann es sein, dass selbst so Niedriglohnfuzzis wie wir (die Jahrzehnte kaum Inflationsausgleich bekommen haben als Lohnempfänger), dort wieder erfolgreich Moppeds sammeln gehen können.
Viel Erfolg und trau dich einfach, wenn es sich gut anfühlt.
Mit bestem Gruß vom Weidenrande.
Maruski