Seite 1 von 3
Fortsetzung Starrahmenfred
Verfasst: 02.01.2008, 21:25
von holzlenker
Da das Ganze ja vom Technik- Richtung Szeneufer treibt schreib ich mal hier weiter,
bevor der Meista Haue verteilt
:
ROLAND FTW hat geschrieben:Hallo holzlenker,
wenn Du hier solche Behauptungen aufstellst und meinst Du müsstest uns Verunglimpfen dann soltest Du schon wissen wovon Du redest.
Wenn Du nicht bezahlen wolltest oder konntest was wir damals verlangt haben, dann gibts da nix hinterherzumaulen. Ich habe keine Ahnung was Du kaufen wolltest aber falls ich mich erinnere kann ich das hier gerne öffentlich beantworten was Du damals für Probleme hattest!!!
Wenn ich mir diese ganzen "glaube ich" und "habe ich gehört" Posts anschaue, dann wundert mich garnichts mehr.
Scheinbar habt Ihr es Euch hier zur Gewohnheit gemacht über VERMUTUNGEN zu reden anstatt fachlich belegbare Tatsachen zu präsentieren. Und dieser ganze Biertisch-Quatsch wird durchs weiterplappern bestimmt nicht richtiger!!!
Ich bin seit gut 20 Jahren mit Harley Davidson Motorrädern tätig.
Aus privaten Gründen haben wir 2005 unsere Geschäftstätigkeit abgemeldet und ich bin nicht mehr als e.K. also "eingetragener Kaufmann" tätig.
Deshalb haben sich unsere Ebay-name und unsere Firmierung (jetzt Close Corporation CC ) geändert.
Wenn Du Dir das nicht erklären kannst brauchst Du hier keine Verdächtigungen anstellen.
Schau Dir erstmal Deine eigene Maschine an und dann reden wir weiter über "Gesetzestreue Harleyfahrer"
Gruss
Roland Dinter
FTW CC
Servus Roland,
sorry wenn Du denkst ich wollte Dir ans Bein pinkeln!
Den Rahmen habe ich nicht zum ersten mal bei ebay gesehen, und ja - 8x war wirklich übertrieben.
ABER: erzähl mir bitte nicht das Du den jetzt für 2560,- abgibst...dann muß ich mich fragen wie Du auf den fiktiven Wert von 3700,- kommst nach 20 Jahren HD-Geschäftstätigkeit? Ist sicher eine kaufmännische Entscheidung und daher für mich nicht nachvollziehbar.
Fazit ist für mich. Es bietet einer vom Fach was an (W&W, oder siehe 1. Beitrag dieses Fred's),
und vertickt es dann für über 30% billiger bei ebay.
Für wie seriös würdest Du so einen Verkäufer einstufen?
So, nun möchte ich noch wissen was ich bei Dir kaufen wollte:
Hallo holzlenker,
wenn Du hier solche Behauptungen aufstellst und meinst Du müsstest uns Verunglimpfen dann soltest Du schon wissen wovon Du redest.
Wenn Du nicht bezahlen wolltest oder konntest was wir damals verlangt haben, dann gibts da nix hinterherzumaulen. Ich habe keine Ahnung was Du kaufen wolltest aber falls ich mich erinnere kann ich das hier gerne öffentlich beantworten was Du damals für Probleme hattest!!!
Keine Ahnung von was Du redest, denke aber Du hast da einen Beitrag auf mich gemünzt und bitte Dich das zur Kenntnis zu nehmen/ zu korrigieren.
Da ich beruflich bissi zu viel um die Ohren habe
kann ich leider keine ausführlichen Recherchen anstellen (die event. auch
für Dich sprechen können)
Und wer was für wieviel bei ebay vertickt und (wie oft) ist jedem seine Sache (übrigens meine auch

),
nur sollte man dann auch gelassener mit Kommentaren umgehen.
Ciao Lutz
PS: Was ist an meinem Moped nicht gesetzeskonform?
@ Roland
Verfasst: 02.01.2008, 22:43
von Christian
Hallo Roland!
1.ich drohe nicht damit mich zu "erinnern" sondern fordere den typ auf KONKRET zu werden und nicht ohne jede brauchbare aussage über unser verhalten uns hier zu verunglimpfen. deshalb: wenn er bitteschön mit seinen vorwürfen und fragen von damals kommen möge...dann erkläre ich gerne was wie warum! ausserdem wird wohl keiner verlangen, dass ich über seinen anonymen shovelhead.com nicknamen mich erinnern muss was er damals angefragt hat??????????
Natürlich nicht, aber Deine vorherige Formulierung fand ich verunglückt, darum mein Hinweis. Und auch wenn Du Dich über jemanden hier ärgerst, "Typ" halte ich trotzdem nicht für die richtige Anrede. Wir wollen hier doch über die Sache diskutieren und nicht die Person niedermachen.
ich biete das nur an. wir brauchen nicht jeden kunden und behalten es uns vor fantasten und geizkranke abzulehnen.
Hehe, darf ich mir das an die Tür pinnen?
Ich mein, für Freunde mach ich ne ganze Menge, aber es gibt eben auchgenau solche...
2.meine privatsachen gehen euch einen feuchten sch.... an.
dass ich als alleinerziehender vater 2005 abgemeldet habe in deutschland und nach fast 1,5 jahren die close corporation angemeldet habe über unseren wohnsitz in pinetown/südafrika gibt niemandem das recht irgendetwas unrechtes zu vermuten.
Trotzdem nett, dass Du mir geantwortest hast - von Unternehmer zu Unternehmer. Ich brauche zum Glück keine Gewerbeanmeldung da ich als klassischer Freiberufler gelte und überall und jederzeit in der EU meine Zelte aufstellen kann. Als verheirater Papa habe ich allerdings auch den nötigen Rückhalt bei meiner Familie. Find ich ausgesprochen gut, dass Du die Rest-Familie trotzdem managst!
Bist Du gerade in Südafrika?
Im Ernst: Wie ist das Wetter dort? Hier ist es saukalt und ich frier mir im Zweistundentakt die Finger in der unbeheizten Garage ab. Aber im März will ich wieder auf die Piste....
ich möchte nicht wissen wieviele sich hier im forum und bei ebay tummeln, die mächtig kohle machen und keine steuern zahlen, weil sie überhauptnichts angemeldet haben!!!ich kenne diese leute zur genüge...."privatverkäufer" damit er sich um die garantie drücken kann und natürlich wird kein euro abgeführt fürs finanzamt!!
Na, da kenn ich aus einer ganz anderen Richtung noch ganz andere Fälle. Allerdings bin ich dort manchmal so etwas wie ein Kummerkasten und muss mehr oder weniger regelmäßig Hilfestellung geben. Wohl dem, der es gelernt hat.
Andererseits: Ich verkaufe auch bei eBay den Gebrauchtkram, den ich nicht mehr an meiner Schüssel brauche um den Umbau oder die Überholung wenigsten teilweise zu finanzieren. (Nach meiner Einschätzung komme ich auf eine Deckung von 10 - 15 %.) Das ist auch dann legitim, wenn man kein Händler ist. Nur sollte man nicht drei- oder fünfmal den gleichen (Neuteile-)Kram verkaufen. Nachhaltigkeit und Gewinnerzielungsabsicht nennen die Juristen das.....
Was mich immer wieder ankotzt sind die beauftragten Preistreiber und die "neuwertigen" oder NOS-Schrottteile, die da in Umlauf sind.
3. wenn jemand etwas auffällt wie zum beispiel der fehler mit den verwechselten papieren, dann frag ich mich was sind das für charaktere die sich über soetwas hier im forum anonym von ihrer tastatur aus brüskieren und sich unverschämte verdächtigungen erlauben?? früher hätte man unter harleyfahrern mal kurz nachgefragt was das aufsich hat, und fettig!
Ok, aber wenn man das beim Gucken und Staunen feststellt und ansonsten gar kein Interesse an einem Rahmen hat und ein anderer fragt hier im Forum, dann schreibt man, was man weiß und vermutet. Kann der eigentliche Interessent ja dann selber nachfragen.
Richtig anonym sind wir hier untereinander meistens nicht. Zur PEP kann man dann fast jeden persönlich kennenlernen oder auf den regionalen Treffen.
Gruß nach Pinetown, Christian
Re: @ Roland
Verfasst: 03.01.2008, 12:44
von maruski
Also wenn ich mich recht erinnere sind das bei eBay Versteigerungen und keine Verramschungen im Sinne "alles muss weg", bzw. Zwangsversteigerungen. Daher ist es doch nur mehr als legitim, wenn ein Verkäufer ALLES macht um einen für ihn optimalen/tragbaren Preis zu erzielen. Für jeden VanGogh bei Sotheby´s (oder wie immer die sich schreiben) gibt es erstmal ein Mindestgebot (das Roland für seine Rahmen ja eingeben kann, glaub ich, an dem sich aber auch die Gebühren bemessen) aber mit Sicherheit auch Bieter, die nur den Preis treiben. Bei solchen dann zustande kommenden (Schein)Verkäufen entsteht, meines Wissens nach, eine (Straf)Gebühr auf den Endpreis an eBay (bei Null-Einnahmen) und alles ist doch gut (so kann doch keiner länger sein Geschäft erfolgreich betreiben, aber ich bin ja kein Kaufmann). Ob da jetzt einer auf seine Plünnen selber bieten lässt oder aber ein xyz Bieter die Waren wirklich bekommt, ist mir doch egal, da mein Maximalgebot einfach nicht gut genug war. Was sich da immer aufgeregt wird?
Ich finde aber auch, das es im Forum zum guten Service gehören sollte eBay Angebote vor dem Kauf den Experten zur Begutachtung vorzulegen und die dann alle ihre Erkenntnisse zum Besten geben (das bringt Informationsmehrwert für alle Leser).
An die Anbieter: Kritik macht entweder sauer oder führt zu Verbesserungen. Zweites ist doch das Wünschenswerte für alle, oder? Als Professioneller dem Kunden gegenüber Recht zu behalten, ist langfristig immer suboptimal, weil es nichts an Kohle bringt. Ein erfolgreich verklagter Kunde ist ein verlorener Kunde.
Aber all dies öffentliche Gezanke finde ich eher ermüdend und hoffe das solch eine, bestimmt im Einzelfall nützliche, Kommunikation zwischen den Handelspartnern abläuft und nicht das Diskussionsklima im Forum verändert.
Re: @ Roland
Verfasst: 03.01.2008, 15:05
von Christian
Hallo Maruski!
Ich meinte mit Preistreibern die Verkäufer, die befreundete Bieter den Preis liften lassen, damit sie mehr verdienen. Das ist in meinen Augen kriminell, weil der ehrliche Käufer dank Preistreiberei einen überhöhten Preis bezahlt. Die Absicht ist ja nicht der Nicht-Verkauf, sondern der Verkauf zu überhöhten Preisen, indem eine Käuferkonkurrenz vorgegaukelt wird, die nicht existiert.
Das normale Bieterverfahren mit Startpreis oder Mindestpreis ohne Preistreiberei finde ich ok, weil es hier jeder Käufer selber in der Hand hat, was er bezahlt.
Die Gebühren bemessen sich am Einstellungspreis und am Verkaufserlös.
Grundsätzlich schaue ich mir die Verkäufer und ihre Auktionen etwas länger an und wenn ich den Eindruck habe, dass Preise nach oben getrieben werden lass ich es.
Übrigens handelt es sich bei den eBay-Auktionen nicht um Versteigerungen im juristischen Sinne, sondern um ganz normale Kaufverträge für die zudem das Fernabsatzgesetz gilt.
Gruß, Christian
Re: @ Roland
Verfasst: 03.01.2008, 15:23
von perfectstranger
@Christian,
ich will Dir wirklich nciht zu nahe treten, aber so einen Blödsinn habe ich lange nicht gehört!
Angenommen, Du stellst einen Rahmen ins Ebay, den Du für beispielsweise 1500 Euro gekauft hast!
Um Angebotsgebühren zu sparen (Ebay ist eine sauteure Drecksbude ohne Rabatte oder Preisnachlässe für Powerseller) stellst Du den Rahmen ab 1 Euro rein - nach Deiner Argumentation, verkaufst Du das Ding im Zweifel für 20 Euro, weil kein anderer gerade bietet....oder wie?!
Das ist doch dummes Zeug - sorry, aber das ist weltfremd und am Thema vorbei! Du würdest auch - wie JEDER auf Ebay - ne Kumpel bitten, wenigstens die 1500 Euro zu bieten, die Du haben willst oder mußt!
Also, wir sollten die Kirche im Dorf lassen - ich will mich wohl darauf einlassen, dass es nicht "sauber" ist - so lange aber Ebay das Preismodel nicht ändert, wird es weiterhin so gemacht.!
dirk
Re: @ Roland
Verfasst: 03.01.2008, 15:37
von KayTee
Moin!
So viel zum
Fernabsatzgesetz. Gibt's nimmer, die Regelungen sind Teil des ganz normalen BGB.
"Pushen" von Auktionne. In der BWL nennt man das "Abschöpfen von Konsumentenrenten", also das Ausnutzen einer über den momentanen Marktpreis hinausgehenden Preisbereitschaft der Kunden. Dies geschieht üblicher Weise druch Preisdifferenzierung per Marktsegmentierung (Beispiel: regional unterschiedliche Benzinpreise) oder eben das "Prinzip Türkischer Basar".
Bei eBay hat das ganze noch die angesprochene Zusatzfunktion, den Verkäuferschutzes. So lange Angebotsgebühr für 1€ Auktion und Verkaufsprovision einer gepushten Auktion geringer sind als die Angebotsgebühr einer Auktion zum gewünschten Mindestpreis darf sich eBay nicht wundern. Reservepreise einführen, Gebührenstruktur verbessern, fertig.
Preise bei eBay können nicht über die Breitschaft der "normalen" Mitbieter gepusht werden. Diese setzen sich stets selbst ihre individuelle Grenze. Übertritt die jemand im Eifer des Gefechtes, dan ist das seine eigene Entscheidung, niemand wird zu Geboten gezwungen.
Daß diese Praxis den Spaß am Prinzip eBay versaut ist allerdings auch nicht zu bestreiten.
Gruß
KayTee
Re: @ Roland
Verfasst: 03.01.2008, 15:42
von perfectstranger
Alter Schwede - da hat aber einer 2 Semester BWL (Fachrichtung Marketing oder Absatzplanung?) extra studiert!

Re: @ Roland
Verfasst: 03.01.2008, 17:44
von Christian
Hallo Leute!
@ Dirk:
Danke, den "Blödsinn" kannst Du behalten.
Nicht nur für für mich ist es Beschiss, wenn der Verkäufer den Preis dadurch treibt, dass er selber mitbietet (denn nichts anderes ist es, wenn er einen Freund ohne Kaufabsicht nach Absprache mitbieten lässt).
"Abschöpfen der Konsumentenrente" ist nicht ganz richtig. Es fehlt der Zusatz "unfaires".
Der Käufer kann nach § 123 BGB (arglistiges Täuschen) den Kaufvertrag anfechten mit der Wirkung das der Kaufvertrag von Anfang an nichtig ist und die gegenseitig erbrachten Leistungen zurückbewirkt werden müssen. Die Kosten (Versand usw.) hierfür trägt der Verkäufer. Die Frist der Anfechtung beginnt mit dem Bekanntwerden des Anfechtungsgrundes. Ist die Sache genutzt worden, so trägt der Verkäufer den Nutzungsschaden usw usf. Hab ich alles schon so durchexerziert....
Die Frage ist nur, ob der Käufer die arglistige Täuschung nachweisen kann. Ich denke eher nicht, deswegen ist es ja auch bei eBay so beliebt zu pushen. Und jetzt, wo die Bieter in der Gebotsliste anonymisiert werden noch viel mehr!
Wenn ich den Rahmen nicht für 20 Euro verkaufen will sondern für mindestens 1.500, dann muss ich ihn eben für 1.500 reinsetzen. Aber billig suggerieren und teuer verkaufen ist und bleibt Beschiss.
Du würdest auch - wie JEDER auf Ebay - ne Kumpel bitten, wenigstens die 1500 Euro zu bieten, die Du haben willst oder mußt!
Habe ich nicht und werde ich nicht! Bitte unterstelle mir keine Betrügereien.
@ Kay Tee:
Preisdifferenzierung nach Marktsegmenten ist das nicht, denn es wird nicht die generelle Kaufbereitschaft des Käufers ausgenutzt, sondern der Käufer wird über eine nicht vorhandene Bieterkonkurrenz zur Abgabe eines höheren Gebotes verleitet.
Preise bei eBay können nicht über die Breitschaft der "normalen" Mitbieter gepusht werden. Diese setzen sich stets selbst ihre individuelle Grenze. Übertritt die jemand im Eifer des Gefechtes, dan ist das seine eigene Entscheidung, niemand wird zu Geboten gezwungen.
Nun, da Wirtschaft angewandte Psychologie ist, bin ich der Überzeugung, dass man Bieter durch Preismanipulationen wie das Pushen ohne Kaufabsicht anfixen kann, sodass ihre Handlungsrationalität eingeschränkt ist. Mir erscheint es nachvollziehbar, dass ein Käufer bereit ist mehr zu bieten, wenn er die (echte oder falsche) Konkurrenz anderer Käufer verspürt. Ganz allein deswegen, weil das Interesse Dritter die Sache auch für ihn attraktiver macht und seine Gier weckt. Und schon ist die Handlungsrationalität des Homo Oeconomicus eine Fiktion.
Insofern erscheint es handlungsrational, wenn der Verkäufer Gewinnmaximierung betreibt, indem er die Atraktivität seines Gutes durch Scheinkäufer mehrt.
Funktioniert wie bei den Hütchenspielern.
Gruß, Christian
Re: @ Roland
Verfasst: 03.01.2008, 18:46
von KayTee
Nix Schwede, Niedersachse
Zwei Semester extra? Wenn Du wüsstest ... Stimmt, der Unfug ist Marketing 1x1 à la Standop (also geklaut von Meffert). Grundstudium.
Hauptstudium: Bilanz-/Steuer-/Prüfungswesen (da bleibt kein Auge trocken) und "Organisation und Informationstechnik" (dito).
(nicht mehr lange, die Diplomarbeit rollt langsam an ...)
Im "Bullshit Bingo" schlagen wir konkurrenzlos sogar Juristen und Politiker
Gruß
KayTee
Re: @ Roland
Verfasst: 03.01.2008, 18:59
von KayTee
Moin Christian!
Richtig, eBay ist nicht klassische (makro) Marktsegmentierung, sondern der zweite von mir genannte Aspekt: Türkisch Basar (Mikrosegment). Dabei wird für jeden einzelnen Verkauf und Kunden individuell der erzielbare Höchstpreis Höchstpreis bestimmt.
Dabei ist das Andeuten großer Nachfrage Grundhandwerk, oder hat Dir jemals ein Gebrauchtwagenhändler gesagt, du seist der erste, der nach der Karre gefragt hat?
Die korrespondierenden Willenserklärungen kommen am Ende zustande, nicht am Anfang, der niedrige Einstiegspreis *kann* somit keine arglistige Täuschung sein, da er in Folge eines Bieterwettstreits um den höchsten Nachfragepreis bereits beim zweiten Gebot irrelevant wird. Das ist auch der einzige Unterschied zum "normalen" Türkisch Basar Spielchen: normalerweise spielt man von einem hohen geforderten Preis mit dem Verkäufer hinunte auf einen niedrigeren (oder auch nicht), bei Auktionen spielt man mit anderen Bewerbern um die höchste Zahlungsbereitschaft. Mit allen vefügbaren Haken und Ösen.
Ist pushen fair oder toll? Natürlich nicht. Was ist schon fair, beide Seiten versuchen, für sich ein möglichst günstiges Ergebnis zu erzielen. Die einen snipen Auktionen, die anderen pushen. Also was.
Wer damit nicht leben kann sollte zu Festpreisen aus Katalogen oder in Läden kaufen, oder sich bei der Gebotsabgabe einfach im Griff haben.
Auf die Gefahr hin, mich zu wiederholen: niemand wird zur Abgabe eines Gebotes gezwungen.
Ciao
KayTee
Re: @ Roland
Verfasst: 03.01.2008, 20:11
von holzlenker
Servus,
was die ebay Zockerei betrifft bin ich KayTee's Meinung.
Ich selbst überlege mir bei interessanten Sachen: "Was ist es mir wert"?
Dann biete ich kurz vor Angebotsende - entweder es gehört mir oder nicht.
Snipen ist mir zu unpersönlich, ich brauch den Kick
Ciao Lutz
Re: @ Roland
Verfasst: 03.01.2008, 20:21
von Christian
Hallo KayTee!
Bei jedem Kaufvertrag, der in diesem Auktionsverfahren abgeschlossen wird zum erzielbaren Höchstpreis abgeschlossen, keine Frage.
Die Frage ist nur wie der Höchtspreis zustandekommt!
Wenn ich als Anbieter den Preis nach oben manipuliere, indem ich eine scheinbare Käuferkonkurrenz erzeuge, dann ist das in dem Moment Betrug, wenn der echte Käufer dadurch dazu veranlasst wird, ein erneutes Gebot abzugeben, damit er die Sache auch wirklich bekommt. Dieses Gebot gibt er ab, in dem Glauben, tatsächlich überboten worden zu sein, d. h. dass die Sache für einen Dritten ein noch höheres Gebot wert war. Wenn der Dritte nun aber nur geboten hat, um den Preis zu treiben, dann ist der Käufer im Falle eines höreren Gebotes seinerseits der geneppte, denn er bezahlt einen Preis, den er nicht bezahlen würde, wenn das Bieterverfahren nicht manipuliert worden wäre.
Das ist etwas ganz anderes, als wenn mir ein Händler selber sagt, dass er noch andere potentielle Käufer hat, denn erstens ist das bekannter Usus und zweitens wird hier nicht die scheinbare Authenzität eines Dritten ins Spiel gebracht, der als vermeintlicher Käufer auftritt. Das Spiel nimmt eine andere Wendung.
Dass der niedrige Einstigespreis eine arglistige Täuschung ist habe ich nicht behauptet. Der ungerechtfertigt hohe Abschlusspreis erfüllt für mich den Tatbestand der arglistigen Täuschung.
Das gleiche gilt, wenn eBayer ein Sniperprogramm benutzen: Sie verschaffen sich einen Vorteil gegenüber dem fairen eBayer. Aus diesem Grund untersagt eBay die Verwendung solcher Programme.
Niemand wird zur Abgabe eines Gebotes gezwungen, aber viele werden dazu manipuliert ein höheres Gebot abzugeben und das ist Betrug.
Gruß, Christian
Re: @ Roland
Verfasst: 03.01.2008, 20:31
von Christian
Hallo Holzlenker!
Das schließt aber nicht aus, dass Du dennoch manipuliert werden könntest:
Die Höhe der bereits abgegebenen Gebote gehen in Deine Überlegeung bezüglich Deines Gebotes ein. Hilfreich ist es, in dem Moment einen Ersatzteilekatalog mit Preisliste zur Hand zu haben. Dann hast Du den Vorteil des Manipulators ausgehebelt, weil Du den fairen Händlerpreis kennst und kaum mehr bieten wirst, als der Katalogpreis ausmacht.
Allerdings schützt Dich das nicht davor, dass unterhalb dieses Katalogpreises die Auktionen manipuliert werden könnten.
Gruß, Christian
Re: @ Roland
Verfasst: 04.01.2008, 01:19
von maruski
Also ich bin bloß Sozialarbeiter in der Nachtschicht und komme etwas ins Grübeln ob diverser Argumente. Ist der örtliche HD Dealer nun ein Betrüger, weil er meinem Nachbarn "vorgaukelt" die neuen Moppeds sind so gefragt, das es keinen Rabatt geben kann? Oder ist Mercedes Benz ein Betrüger, weil die mir "vorgaukeln" das die Lagerung von 60er Jahre Ersatzteilen soviel kostet (gekostet hätte, wenn gelagert worden wäre) obwohl sie die seit langem zeitnah nachproduzieren?
Klar ist jedem Verkäufer an einem Gewinn gelegen der maximal ist und kein Verkäufer soll wissen wie hoch dieser ist. Aber jeder Käufer hat doch sein eigenes "Koordinatensystem" von Be-gier-lichkeiten oder Notwendigkeiten, die ihm einen Preis als gut oder schlecht erscheinen lässt.
Ich bin immer wieder gerührt, wenn ich die unterschiedlichen Varianten sehe, die einen Preis bilden. Und ich bin mir sicher das die Zufriedenheit der Käufer nur aus Unwissenheit über die Zufriedenheit der Verkäufer resultiert.
Es ist also immer ein "Betrügen" im nicht juristischen Sinne.
Wenn meine Mackers etwas von mir kaufen wollen sag ich was ich haben will und empfinde es als irgendwie unkorrekt, wenn gefragt wird was ich bezahlt habe -- das ist doch nicht das Thema, wenn jemand etwas von mir möchte, er kann es mir ja auch lassen.
So auch bei eBay -- ich will was und wenn ich es zu meinem Preis bekomme gut, wenn nicht auch gut. Ist mir echt egal ob da was gedreht wurde oder so, ist doch alles freiwillig.
Schlimm wird es bei Dingen die nicht freiwillig gekauft werden müssen, wie z.B. Renten, Versicherungen oder steigende Steuerabgaben bei sinkenden Staatsleistungen. Da wäre Entrüstung angebracht, aber doch nicht beim jagen auf nem Flohmarkt.
Ich finde eBay aber immer noch cool und bequem und freue mich täglich das es das gibt (als Unterhaltung und Spaß) - habe mir seit Jahren keine Kleinanzeigenzeitung mehr kaufen müssen.
Maruski
Re: @ Roland
Verfasst: 04.01.2008, 01:22
von maruski
Äh, natürlich soll der Käufer nicht wissen wie hoch der Gewinn der Verkäufers ist. Bei so einem Thema wird man ja schnell Karusel
im Kopf! Gute Nacht! Maruski