Einkaufen in London
Verfasst: 28.05.2008, 18:53
Hallo Leute!
Ein paar Erlebnisse in Sachen Einkaufen in London, zur Warnung und zur Empfehlung:
Ich habe mir, wie jedes Mal in London günstig eine Lederjacke gekauft. Das ist für mich ein Ritual und außerdem kann man dabei ordentlich was erleben.
Zuerst waren wir in einem Geschäft namens „Rare Ware“ auf der Oxfort-Street, gleich neben einem großen Konsumtempel, dessen Namen ich nicht mehr parat habe. Die Jacke saß wie angegossen, nur hatte ich kein Geld dabei. Der Händler schlug vor, mit Karte zu zahlen, wir hatten aber keine Visa dabei. Er meinte, wir könnten ja die normale Bankkarte probieren, ob sie vom Lesegerät akzeptiert wird. Keine Buchung, nur probieren! Schließlich wollte ich erst noch feilschen!
Das allerdings war etwas leichtsinnig, wie sich schnell herausstellte, denn er probierte nicht sondern buchte einfach 240 Pfund ab und verlangte eine Unterschrift von mir. Dabei hatten wir uns noch nicht über den Preis unterhalten und das war mir zu viel teuer. Also verlangten wir einen Storno, den gab er uns nicht. Da wir weder PIN noch Unterschrift geleistet hatten gingen wir einfach aus dem Laden, nachdem meine Frau einen exzellenten Auftritt hatte.
Die Jacke blieb da.
Gekauft habe ich mir die Jacke dann diesmal in Covent Garden, nachdem wir in Camden Town (einfach U-Bahnstation Camden Town raus und bummeln gehen), nichts Gescheites gefunden hatten beim Leatherman of Covent Garden (Jubilee Market Hall, Tavistock Street, U-bahnhof Covent Garden). Und ich kann ihn nur empfehlen! Ein freundlich-lebhafter Inder oder Pakistani. Er hatte die Jacke leider nicht mehr in der passenden Größe da, denn ich kam als er die meisten Stände schon abgebaut waren und er auch schon fast alles in seinem Kleinlaster verstaut hatte. Das war aber kein Problem, dann räumt man die Mühle halt wieder aus. Trotzdem: Passende Größe gab es nicht, aber er hatte sie im Lager. Für 95 Pfund, genau die gleiche Jacke wie bei dem Abzocker für 240 Pfund. Da er nur von Dienstag bis Freitag seinen Stand hatte und wir es bereits Freitag abend hatten bot er mir an, sie zu mir zu bringen, wo ich wohne. Als Sicherheit verlangte er 5 Pfund. Da er meiner Frau bereits einen sehr schönen Schal geschenkt hatte nahm ich das an. Wir tauschten Adresse und Telefonummer und Samstag morgen rief er an, er sei am vereinbarten Treffpunkt (2 Stunden früher als vereinbart!). Ich also nix wie hin und die Jacke abgeholt und bezahlt.
Das Nachspiel mit dem ersten Händler kam dann Montag Abend: Der Gauner hat tatsächlich die 240 Pfund abgebucht, ohne Unterschrift und ohne PIN! Also Dienstag morgen zur Bank und das Ganze zurück.
Bei der Bank erklärte man mir: Eine solche Buchung ist möglich, wenn es sich um eine sogenannte POS handelt, eine Abbuchung mit Unterschrift. Hier erfolgt die Buchung bereits mit dem Einlesen der Karte und nicht mit der Unterschrift. Bei der Abbuchung mit PIN (POE) erfolgt die Buchung erst mit Eingabe der PIN. Wir hatten beides verweigert! Die Bank wird den Betrag jetzt zurückholen, da der Händler keine Unterschrift vorweisen kann. Das dauert zwar ein paar Wochen, weil die andere Bank ihn erst mal auffordern wird, die Unterschrift vorzulegen. Das kann er nicht also kriegen wir unser Geld zurück - hoffentlich.
Tja, Leute, was lernt man daraus?
1. Es gibt solche und solche, Pech und Glück liegen nah beieinander.
2. Bargeld lacht.
3. Gebt nie Eure Karte aus der Hand, wenn ihr nicht den Preis kennt und wirklich bezahlen wollt.
4. Mit Unterschrift kaufen heißt bei nicht gegebener Unterschrift, dass man sein Geld zurückbuchen kann, aber immer erst mal abgebucht wird. Mit PIN kaufen heißt dass nach geleisteter PIN keine Rückbuchung möglich ist, aber bis zur Eingabe der PIN keine Buchung möglich ist.
Gruß, Christian
Ein paar Erlebnisse in Sachen Einkaufen in London, zur Warnung und zur Empfehlung:
Ich habe mir, wie jedes Mal in London günstig eine Lederjacke gekauft. Das ist für mich ein Ritual und außerdem kann man dabei ordentlich was erleben.
Zuerst waren wir in einem Geschäft namens „Rare Ware“ auf der Oxfort-Street, gleich neben einem großen Konsumtempel, dessen Namen ich nicht mehr parat habe. Die Jacke saß wie angegossen, nur hatte ich kein Geld dabei. Der Händler schlug vor, mit Karte zu zahlen, wir hatten aber keine Visa dabei. Er meinte, wir könnten ja die normale Bankkarte probieren, ob sie vom Lesegerät akzeptiert wird. Keine Buchung, nur probieren! Schließlich wollte ich erst noch feilschen!
Das allerdings war etwas leichtsinnig, wie sich schnell herausstellte, denn er probierte nicht sondern buchte einfach 240 Pfund ab und verlangte eine Unterschrift von mir. Dabei hatten wir uns noch nicht über den Preis unterhalten und das war mir zu viel teuer. Also verlangten wir einen Storno, den gab er uns nicht. Da wir weder PIN noch Unterschrift geleistet hatten gingen wir einfach aus dem Laden, nachdem meine Frau einen exzellenten Auftritt hatte.
Gekauft habe ich mir die Jacke dann diesmal in Covent Garden, nachdem wir in Camden Town (einfach U-Bahnstation Camden Town raus und bummeln gehen), nichts Gescheites gefunden hatten beim Leatherman of Covent Garden (Jubilee Market Hall, Tavistock Street, U-bahnhof Covent Garden). Und ich kann ihn nur empfehlen! Ein freundlich-lebhafter Inder oder Pakistani. Er hatte die Jacke leider nicht mehr in der passenden Größe da, denn ich kam als er die meisten Stände schon abgebaut waren und er auch schon fast alles in seinem Kleinlaster verstaut hatte. Das war aber kein Problem, dann räumt man die Mühle halt wieder aus. Trotzdem: Passende Größe gab es nicht, aber er hatte sie im Lager. Für 95 Pfund, genau die gleiche Jacke wie bei dem Abzocker für 240 Pfund. Da er nur von Dienstag bis Freitag seinen Stand hatte und wir es bereits Freitag abend hatten bot er mir an, sie zu mir zu bringen, wo ich wohne. Als Sicherheit verlangte er 5 Pfund. Da er meiner Frau bereits einen sehr schönen Schal geschenkt hatte nahm ich das an. Wir tauschten Adresse und Telefonummer und Samstag morgen rief er an, er sei am vereinbarten Treffpunkt (2 Stunden früher als vereinbart!). Ich also nix wie hin und die Jacke abgeholt und bezahlt.
Das Nachspiel mit dem ersten Händler kam dann Montag Abend: Der Gauner hat tatsächlich die 240 Pfund abgebucht, ohne Unterschrift und ohne PIN! Also Dienstag morgen zur Bank und das Ganze zurück.
Bei der Bank erklärte man mir: Eine solche Buchung ist möglich, wenn es sich um eine sogenannte POS handelt, eine Abbuchung mit Unterschrift. Hier erfolgt die Buchung bereits mit dem Einlesen der Karte und nicht mit der Unterschrift. Bei der Abbuchung mit PIN (POE) erfolgt die Buchung erst mit Eingabe der PIN. Wir hatten beides verweigert! Die Bank wird den Betrag jetzt zurückholen, da der Händler keine Unterschrift vorweisen kann. Das dauert zwar ein paar Wochen, weil die andere Bank ihn erst mal auffordern wird, die Unterschrift vorzulegen. Das kann er nicht also kriegen wir unser Geld zurück - hoffentlich.
Tja, Leute, was lernt man daraus?
1. Es gibt solche und solche, Pech und Glück liegen nah beieinander.
2. Bargeld lacht.
3. Gebt nie Eure Karte aus der Hand, wenn ihr nicht den Preis kennt und wirklich bezahlen wollt.
4. Mit Unterschrift kaufen heißt bei nicht gegebener Unterschrift, dass man sein Geld zurückbuchen kann, aber immer erst mal abgebucht wird. Mit PIN kaufen heißt dass nach geleisteter PIN keine Rückbuchung möglich ist, aber bis zur Eingabe der PIN keine Buchung möglich ist.
Gruß, Christian