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Friedensschluss, da schau her

Verfasst: 25.05.2010, 10:57
von Maddeng
Das ist ja mal interessant und schon lange nötig:

http://www.spiegel.de/panorama/justiz/0 ... 87,00.html


Greets
Maddeng

Re: Friedensschluss, da schau her

Verfasst: 25.05.2010, 11:22
von butcher
...ich würd eher sagen "überlebensnotwendig" vor der Innenministerkonferenz am Do/Fr.... :wink: ...ob es so kurz vor dem Verbot noch was nutzt, bleibt abzuwarten...

Gruß

Butcher

Re: Friedensschluss, da schau her

Verfasst: 25.05.2010, 11:41
von vampyr
. . . und ob sich da intern dran gehalten wird . . . :roll:

Gruss Thorsten

Re: Friedensschluss, da schau her

Verfasst: 25.05.2010, 13:21
von maruski
Man, das ist ja schon lupenrein orwellsch - einen Krieg beenden, den es davor nie gegeben hat.
2+2=5 oder was?
In JEDEM Bericht vorher haben genau dieselben Typen immer explizit drauf bestanden, das es keinen "Krieg" gibt, das das nur eine Masche der Medien ist und das sowieso alles "Friede-Freude-Eierkuchen" ist, in der coolen Welt der 1%er Rocker und nur die fiese Gesellschaft da was reinmunkelt, aus Neid und Missgunst.

Aber sowas gehört dann wohl auch zu einer Kultur dazu.

Gruß. Maruski

Re: Friedensschluss, da schau her

Verfasst: 26.05.2010, 07:51
von Christian
Hallo Leute,

es ist aus der Sicht der Betroffenen und der unbeteiligten Szene zu begrüßen, wenn sich die verfeindeten Clubs an einen Tisch setzen und vertragen oder wenigstens einen Waffenstillstand schließen. Schließlich führen da zwei sehr gleiche Brüder einen Kampf gegeneinander.
Der Staat wird aber weiterhin auf der Hut bleiben müssen. Zu schnell werden im Anschluss daran einverträgliche Absprachen getroffen, die in mafiöser Kartellbildung enden und das in einem Bereich, der höchst heikel ist: Prostitution, Drogen, Waffen usw. sind Dinge, die der Staat nicht unbeteiligt hinnehmen kann, erst recht nicht, wenn sie mit militantem Auftreten verbunden sind. Zu schnell wird hier das Selbstverständnis des Staates als Autorität berührt und massiv in Frage gestellt.

Einiges scheint in der Wahrnehmung aus dem Gleichgewicht zu sein, und das nicht nur bei den verfeindeten Clubs:

Wenn in der Presse vom "Krieg" gesprochen wird, zeigt das doch nur, wie zivil wir geworden sind und wie wenig hierzulande vom Krieg verstanden wird. Krieg ist in Afghanistan, Somalia oder zeitweilig im Libanon, wo es Tote, Verletzte und Vergewaltigte zuhauf gibt. Auch wenn selbst die Beteiligten es so sehen in einer Art Krieg gegen die andere Gruppe zu stehen, weil jedes Mitglied einer Gruppe sich aufgerufen fühlt, der anderen Gruppe und ihrer Mitglieder größtmöglichen Schaden bis hin zum Mord zuzufügen und selber derart unter einem permanenten Bedrohungsdruck steht, dass er sich kaum unbewaffnet aus dem Haus traut geschweige denn mal eben mit dem Mopped durch die Gegend bratzeln kann, weil jederzeit ein oder mehrere Member der verfeindeten Gruppe in höchst unfriedlicher Absicht auftauchen können.

Andererseits ist das Lamento der Beteiligten unehrlich: Wie kann man sich darüber beklagen, dass gegen Clubs oder einzelne Charter ermittelt wird, weil angeblich nur einzelne - offiziell ohne Rückendeckung der Clubs - straffällig werden. Das erinnert mich daran, wie aus türkischen oder arabischen Familien "Ehren"morde geplant und durchgeführt werden und die minderjährigen und damit beschränkt strafbaren Söhne als Alleintäter verkauft werden, damit der Clan vor dem Zugriff der Strafverfolgungsbehöreden geschützt wird.
Wenn gerade die großen Clubs massiv als "Brotherhood" auftreten und das Gemeinschaftsgefühl bis hin zur totalen Uniformität von Kleidung, Auftreten, Initiationsritualen und Groupthink bis hin zu paralellgesellschaftlich-mafiösen Strukturen leben, bei denen Staat/Gesellschaft als Feinde oder bestenfalls als ignorierbare Größe vorkommen, dann dürfen sie sich nicht wundern, wenn sie von eben jenem Staat als Gruppe für das Verhalten ihrer Mitglieder zur Verantwortung gezogen werden. Erst recht, wenn der Club dem einzelnen jedwede Rückendeckung und Rückzugsraum bietet.
Alles andere ist Augenwischerei, die lediglich dem Schutz der Gruppe dient, welche sich Strafverfolgungsbehörden nicht bieten lassen dürfen.

My 5 Cent, Christian

Re: Friedensschluss, da schau her

Verfasst: 26.05.2010, 20:33
von Christian
Die Pressekonferenz:

http://www.spiegel.de/panorama/justiz/0 ... 43,00.html

Klingt ja echt vernünftig, was die Häuptlinge da vereinbart haben.

Hanebuth, Maczollek, Rudolf "Django" Triller und Leslav Hause verkünden:

• "Hells Angels gehen nicht in die Städte der Bandidos und umgekehrt."

• "Beide Clubs nehmen keine Member oder Ex-Member des jeweiligen anderen Clubs auf."

• Innerhalb eines Jahres würden die Clubs keine neuen Ableger gründen.

• "Nach Ablauf dieses Jahres werden Neugründungen nur nach Absprache beider Clubs durchgeführt. Es ist geplant, regelmäßige Gespräche zu führen, um Probleme zu verhindern. Probleme sollen regional gelöst werden."
Jetzt müssen nur die Indianer folgsam sein.

Gruß, Christian

Re: Friedensschluss, da schau her

Verfasst: 28.05.2010, 13:07
von nobody0815
Zudem wurde in einem Pressebericht gesagt, dass keine Gewaltdelikte mehr gegeneinander ausgeführt werden dürfen.

Wer sich darin nicht hält, bekommt vom eigenen Club die Kutte ausgezogen.

So stand es zwischen den Zeilen.


Wenn das wirklich so durchgezogen wird, denke ich schon, dass die Ruhe anhält.
Hoffen wir, dass die beiden Clubs in den 12 Monaten so weit "angefreundet" sind, dass sie auch über neuergründungen von neuen Ableger reden können.


Hoffentlich erschwert/verhindert das die Verbietung von den Clubs.
... das währe nämlich nur der erste Schritt der Behörden... alle anderen Clubs könnten dann ebenso einpacken, wenn ein Dorfsheriff sie im Visier hat.


Was mir an der Sache wieder hochstößt, sind die Aussagen von Polizei und Politiker.
Anfangs Argumentationspunkt N.1 (Unschuldige könnten bei den "Kämpfen" verletzt werden) ist jetzt auf einmal irrelevant.

Aber das war zu erwarten.

Re: Friedensschluss, da schau her

Verfasst: 28.05.2010, 13:19
von nurfluegler
nobody0815 hat geschrieben:
Hoffentlich erschwert/verhindert das die Verbietung von den Clubs.
... das währe nämlich nur der erste Schritt der Behörden... alle anderen Clubs könnten dann ebenso einpacken, wenn ein Dorfsheriff sie im Visier hat.

Moin,

ich glaube da brauchst Du Dir keine Sorgen machen. Das Vereinsrecht ist ähnlich wie das Wohnungsrecht fest verankert im Grundgesetz. Es reicht für ein Verbot nicht aus nachzuweisen, dass ein Verein kriminelle Handlungen ausübt (wie unsere Freunde in den Medien), sondern es muss nachgewiesen werden, dass der Verein zum Zwecke dieser illegalen Handlungen gegründet wurde. Das ist selbst bei den Indianern und den 81ern kein leichtes Unterfangen....erst Recht nicht bei irgendwelchen kleineren Clubs, die ausser lauten Auspuffanlagen nichts illegales unternehmen.

Gruß

Re: Friedensschluss, da schau her

Verfasst: 28.05.2010, 13:45
von Christian
Hallo Nurflügler,

da gebe ich Dir recht, aber ein übereifriger Scherriff kann trotzdem einige anstellen, wenn er will: Personenkontrolle bei jeder Party, Straßenkontrolle bei jedem Coloträger und Nichtcoloträger, Moppedkontrolle bei Harleyfahrern, die nicht nach dem örtlichen HOG-verein aussehen usw.

Einfach das Leben sauer machen.

Gruß, Christian

Re: Friedensschluss, da schau her

Verfasst: 28.05.2010, 14:28
von rainer_aus_ulm
nurfluegler hat geschrieben: Das Vereinsrecht ist ähnlich wie das Wohnungsrecht fest verankert im Grundgesetz.
....ham wir ja gesehen was der Spruch im GG bringt bei der Raucher/Nichtraucherdiskussion ....

rainer

Re: Friedensschluss, da schau her

Verfasst: 28.05.2010, 15:29
von vampyr
Ohhh ja . . . das kenn ich aus eigener Leidvoller Erfahrung . . .
Wenn Dich so ein Depp mal auf dem Kicker hat, ist es extrem schwer den wieder los zu werden . . . ich hab's aber wirklich mal geschafft, indem ich unsere Gesetze gegen ihn angewandt und eine Anzeige bei der Dienstaufsichtsbehörde gegen diesen Arsch gemacht habe . . . der Depp durfte sich mir noch nicht einmal dann nähern, als ich dann tatsächlich einmal (berechtigt) verhaftet wurde und im Schnittlauchrevier saß . . . der mußte doch tatsächlich den Raum verlassen und durfte keinerlei Beweise gegen mich vorbringen, da er laut Richter befangen war . . .

Gruß Thorsten

Re: Friedensschluss, da schau her

Verfasst: 28.05.2010, 15:38
von Landmark
Moin,

ich kann mir auch nicht vorstellen, das unbescholtene Harley-Fahrer und unbeteiligte Clubs einem höheren Verfolgungsdruck durch die Polizei ausgesetzt werden bzw. echte Motorrad-Clubs Gefahr laufen verboten zu werden. Der oder die Arm(e) des Gesetzes haben sicherlich wichtigere Baustellen und wenig Personal.

Falls doch, finde ich diesen alternativen Bestrafungsvorschlag für erfolgversprechend :lol: :lol: :lol:

http://www.youtube.com/watch?v=2MSwAsdTFCQ

Schönes Wochenende!

Landmark

Re: Friedensschluss, da schau her

Verfasst: 29.05.2010, 11:48
von vampyr
Da würden viele sicherlich ne hohe Haftstrafe in Kauf nehmen, als mit so nem Ding rumeieren zu müssen . . .

Gruß Thorsten

Re: Friedensschluss, da schau her

Verfasst: 30.05.2010, 08:55
von maruski
Hi vampyr
Da wäre ich mir nicht so sicher an deiner Stelle.
Dir Kerle sind echt hart im nehmen.
http://www.ftd.de/lifestyle/luxus/:das- ... 19791.html

Die Sicherheit in Rocker-Stilfragen ist mir damals, als das noch die Bones und die German Bike Week waren, schon aufgefallen.
Da wurde auf dem Platz gerne in Jogginghose, mit stinkendem 2 Takt-Rollern patroliert.
Dazu trug der Rocker von Welt dann Flip-Flopps und nen großes MAG-Lite.

Und ein nächtlicher Burn-Out mit meinem Shovel wurde tatsächlich als "Ruhestörung" geahndet und mir die andere Verwendung des Leuchtmittels angeboten!!!

Gruß. Maruski

Re: Friedensschluss, da schau her

Verfasst: 14.06.2010, 20:49
von Landmark
Moin,

es gibt heute Abend (ARD 21.45) Uhr ein "Report (aus München) Extra" zum Thema HA contra Banditos. Die Sendung wird man wahrscheinlich ab morgen und für eine Woche in der ARD online-Mediathek ansehen können.

Gruß!

Landmark