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maruski hat geschrieben:Na-na -a KayTee, das ist doch wohl ein wenig pauschalisiert.
Ich pauschalisiere, indem ich auf die verschiedenen Deutungsmöglichkeiten von Symbolen und historischen Ereignissen verweise? Ich muß doch sehr bitten.
Beim Sezessionskrieg handelte es sich ja nicht um einen echten Krieg zweier Staaten, sondern um die Situation eines Bürgerkrieges, der ausbrach nachdem Abe Lincoln demokratisch gewählt wurde, der eben die demokratische Mehrheit in den noch jungen USA darstellte.
Die Südstaaten haben die Demokratie abgelehnt, nicht mehr und nicht weniger.
Auch da kann man durchaus berechtigt unterschiedlicher Meinung sein. Die "Konföderierten Staaten" hatten sich schließlich bereits eine
Verfassung gegeben. Es ging mitnichten um die Ablehung von Demokratie sondern um die Einschränkung souveräner Rechte der Bundesstaaten im Verbund der USA.
Mehr zu
politischen und
wirtschaflichen Gründen in den Links, um das hier nicht noch mehr ausufern zu lassen.
Das von rechtmäßigem Freiheitsdrang zu reden ist so als ob man dem KuKluxKlan eine Berechtigung als Traditions-Heimattrachtenverein zuspricht, nur weil die sich verkleiden.
Das ist blanke Polemik und widerlegt. Es geht um Ambivalenz von Deutungsmöglichkeiten.
das ist Dixie-Wahn.
Noch mehr Polemik und ebenfalls widerlegt.
Stell dir mal vor bei der nächsten Wahl gewinnt die PDS ääääh "Die Linke" und Stoiber entschließt sich das das nicht mehr der Weg der Bayern sein kann, fängt an Frankfurt a.O. zu beschießen und reklamiert die Freiheit aller bayrischen Menschen von Gesamtdeutschland?
Ich empfehle dir einen Blick in das Grundgesetz der Bundesrepublik Deutschland, insbesondere in den Artikel 20.
Bürgerkriege sind immer Traumata für Gesellschaften, die dann im Nachhinein verarbeitet werden müssen, was den USA bis heute nicht wirklich gelungen ist.
Hat was mit dem Thema zu tun? Wir sind alle betroffen. Was hat das mit dem Thema zu tun?
Zum Thema der Aufrechung von Opfern will ich hier erst gar nicht detailiert anfangen, denn zumindest das Beispiel mit den A-Bomben ist da moralsich total bescheuert.
Definierst du abschließend, was "moralisch" ist und was nicht, oder hast du aus Gründen der Argumentation einfach nur dein eigenes Wissen über die Subjektivität und Situationsabhängigkeit des Konzeptes "Moral" ignoriert?
Ein Abwurf einer Bombe auf eine der unzähligen unbewohnten japanischen Inseln, mit vorheriger Ankündigung, damit auch alle hingucken, hätte allemale gereicht den Tenno zur Kapitulation zu treiben.
Millionen tatsächlich dahingemetzelter eigener Soldaten im Pazifik haben ihn faktisch nicht zur Kapitulation bewegt. Deine Einschätzung, eine zu Glas verwandelte unbewohnte Insel "hätte" das erledigen können ist, gelinde gesagt, "mutig". Hätte man Hitler mit der Verglasung Helgolands etwa auch zur Kapitulation gebacht?
Bestimmt
Die US Militärs haben diese Option aber vehement abgelehnt (die politisch durchaus gefordert war), weil sie wissen wollten wie die imensen Ausgaben für die Folgeprojekte auf weiche Ziele (Menschen in größeren Massen) wirken.
Du bewertest einseitig, ex-post und ohne Kontextbezug. Natürlich wollten einige Militärs, jenseits der militärischen Notwendigkeiten, einen Realeinsatz erproben. Das ist verwerflich, im Kriegskontext schon wieder nicht ganz so verwerflich, ändert aber nichts an der durchaus argumentierbaren militärischen und strategischen Einschätzung. Faktisch haben die Abwürfe kurzfristig den 2. Weltkrieg beendet, ohne die Notwendigkeit einer erneuten Invasionsoperation mit zu erwartenden enormen beiderseitigen Opferzahlen.
Auch sollte Joseph Stalin (der auf den Kapitulationsverhandlungend en dicken Mack gemacht hatte) gezeigt werden, was ihm in Moskau blüht, wenn er sich nicht artig verhält.
Was das letztlich gebracht hat sei mal dahingestellt (Stalin hat auf jeden fall alles getan um gleichzuziehen - das hatte nach Hiroshima Priorität 1 - kann antürlich auch sein das uns das den Russen erspart hat - wisse kann das keiner) - aber auf jeden Fall waren und sind die Russen was die A-Bombe angeht faktisch die Guten.
Es hat seitdem keinen Einsatz nuklearer Waffen mehr gegeben. Das ist schon mal nicht ganz so schlecht, oder? Und das angesichts der geringen Zurückhaltung beim Umgang mit der eigenen sowie fremder Bevölkerungen seitens der UDSSR wenn es um Expansion oder anderweitiges Durchsetzen der Interessen dieser Diktatur ging.
Hiroshima und Nagasaki haben selbst einem ausgewiesen rücksichtslosen Irren wie Stalin real existierende Grenzen bewiesen.
Und bei der Kuba Kriese konnte man klar sehen wer bei Verstand und wer Irre ist.
Die USA hätten gnadenlos die Welt verbrannt und nur der Vernunft von den russischen Diplomaten ist es letztlich zu verdanken das der Methadon-Junkie Kennedy (jaja der hatte eine schwere Rückenverletzung und brauchte das gegen die Schmerzen) nicht endgültig durchgedreht ist.
Siehe oben. Die Konsequenzen des eigenen Handelns, nämlich der geheimen Stationierung von Kernwaffen auf Kuba als direkte Bedrohung der USA, waren für Chruschtschow als unüberschaubar und endgültig offenbar, die Abschreckung glaubwürdig.
"Si vis pacem para bellum".
Es hat beiderseits funktioniert. Offenbar war auch in der zu der Zeit handelnden Führung der UDSSR ausreichend viel Verstand vorhanden, als dass man es darauf hätte ankommen lassen.
Zum Glück.
Bei Ahmadinedschad und anderen Irren wäre ich mir da nicht so sicher.
Einen der Auslöser, die Stationierung von Kernwaffen im NATO-Land Türkei haben die USA in der Folge klammheimlich aufgelöst, die DDR bleib dagegen bis 89 voll mit Kernwaffen der UDSSR.
Und Ronnie Reagan spasste sogar in 1984 noch vor einer Weihnachtsansprache mit "My fellow Americans, I am pleased to tell you today that I've signed legislation that will outlaw Russia forever. We begin bombing in five minutes."
Ein schlechter Scherz im Rahmen des Soundchecks, inmitten des kalten Krieges, richtig

Das hat enormes Argumentationsgewicht, in der Tat.
Hiroshima und Nagasaki waren genau so sinnlose Kriegsverbrechen wie My Lai oder Dresden, bei denen sich kein Befürworter aus der Verantwortung stehlen kann mit ".... aber so wurden doch ...."
Das ist wiederum deine Einzelmeinung. Die von dir angeführten Ereignisse könnten in ihrer Verschiedenartigkeit kaum ausgeprägter sein, in nahezu jeder Hinsicht.
Zum Glück leben wir nicht in Systemen wie der DDR, der UDSSR, Kambodschas oder Vietnams, und dürfen durchaus unterschiedliche Meinungen äußern.
Gerade diese unterschiedlichen Deutungsmöglichkeiten, die Uneindeutigkeit derselben, habe ich zu vermitteln versucht. Das kann man verstehen, so man denn bereit ist, oder eben auf der eigenen Schwarz-Weiß-Malerei beharren.
Wie wir alle wissen ist real sehr wenig nur schwarz oder nur weiß.
"Constantly choosing the lesser of two evils is still choosing evil." (Garcia, Jerry)
Lustiger Mensch mit diversen Drogenproblemen. Da keine Entscheidung ausschließlich "gut" oder "schlecht" ist, ist dieses Zitat Tautologie. Nett, gut gemeint, aber eben sinnlos.
das ist fundamentale Logik- Schlechtes machen ist Schlechtes machen, egal wie man das begründet, so wie 1+1 = 2 ist.
Und noch einmal: was "gut" und was "schlecht" ist legt wer eindeutig fest? Du? Ich? Günter Grass? Stalin, Mao, Reagan oder McCarthy? Der Papst, der Dalai Lama?
Schwer zu sagen, nicht?
Mit dem Totschlagargument "politischer Korrektheit" jedenfalls wird mir niemand moralinsauer eine Meinung aufoktruieren.
Genau dafür steht zum Beispiel die "confederate flag".
Und bevor eine Replik ins Lachhafte abgleitet: ich habe hinreichend viele schwarze und türkische Freunde und Bekannte (Entschuldigung: natürlich sind Afro-Gemanen, Anatoli-Germanen und Afro-Amerikaner bzw. Afo-Briten gemeint

), als dass ich mir den Vorwurf des Rassismus' anzunehmen hätte.
Mit ebenso vorweihnachtlichen wie politisch unkorrekten Grüßen,
KayTee