Moin,
mir fehlt zwar die praktische Erfahrung mit Elektronikzündungen,
aber das worums hier geht, is sowieso eher theoretischer Natur...
liekoer hat geschrieben:
Leider habe ich von der Elektronik nicht die Ahnung, ich kann mir die Länge von 1 Meter oder 1 Kilometer vorstellen, aber bei Widerständen (Ohm) hört das dann schon auf

.
aber da hast dus doch schon:
Bleiben wir bei deinem Beispiel.
Nehmen wir zwei ansonsten gleiche Leitungen mit 1 Meter und 1 Kilometer.
Stell dir vor, du bist der Strom, sitzt am einen Ende und willst durch die Leitung.
Also stell dir nen Gartenschlauch vor, und du bist das Wasser, das da durch will.
Beim 1m-Stück musst du nicht so lange paddeln (=nicht so viel Kraft aufwenden)
um ans andere Ende zu kommen wie beim 1km-Stück.
Der
Widerstand des 1km Stücks ist also größer als der des 1m Stücks.
Für den Strom is das (im Groben

) nix andres als für Wasser.
Ich hoffe ich hab da keine Verwirrung gestiftet mit meinem letzten Satz
wegen dem Zündfunken.
Ich hab das nochmal kurz überschlagen,
bei
den Spannungen, die die Zündspule liefert werden die 10kOhm nicht den Mega-Unterschied ausmachen.
Für den Zündfunken mein ich.
Er wird evtl.
ein wenig schwächer sein, aber laufen wird das Mopped dennoch.
Ich kann ohne weiteres aber Kohlefaserkabel in Kontaktzündungen fahren, weil der Widerstand sich "nur" auf die Stärke des Zündfunken auswirkt.
Nö.
Da muss ich jetzt ein wenig weiter ausholen: Feldtheorie.
Überall wo Strom fließt, erzeugt dieser elektromagnetische Felder.
Das is n bißchen schwer vorzustellen.
Vielleicht am einfachsten mit nem Magneten.
Der bildet ein Magnetfeld um sich, das zieht ferromagnetische Stoffe an.
Der tut also was, obwohl man nix sieht und auch wenn man noch weit
von einem direkten Kontakt entfernt ist.
Ein ähnliches Feld wird jetzt erzeugt, wenn Strom durch eine Leitung fließt.
Und diese elektromagn. Felder wirken jetzt auf alles in Reichweite.
Befindet sich eine andere Leitung (ob die mit Kunsstoff isoliert is, is völlig latte)
oder sonstige leitende Teile wie Rahmen, Öltank etc.
in den Einzugsbereich eines solchen Feldes, wird dort eine
Spannung induziert, Störfrequenzen eingestreut etc.
Es fließt also z.B. in der benachbarten Leitung ein Strom, obwohl dort gar keiner fließen sollte.
Oder durch Verstärkung bzw. Auslöschung wird der Strom in der andern
Leitung verstärkt oder abgeschwächt.
Das kann schwere Folgen für die empfindliche Elektronik der Zündung haben,
und natürlich auch auf jedes andere Bauteil am Fahrzeug.
Und um diese Elektronik zu schützen baut man Kohlefaser-Kabel mit Widerständen,
die eine Dämpfung der Störeinflüsse bewirken bzw. eine Verbreitung der eingestreuten Felder verhindern.
Denk an den Gartenschlauch:
Is der jetzt plötzlich 1km lang statt 1m kommen die Störeinflüsse (die z.B. in der Mitte der Leitung eingestreut werden)
wesentlich schwächer an den beiden Enden an.
Nochmal:
Bei KFZ mit Kontaktzündung war das noch kein Thema,
da gabs sowieso keine oder kaum Elektronik an Bord,
deswegen hat sich da niemand um die Nahentstörung geschert.
An sich is eine entstörte Leitung immer besser als eine nicht entstörte,
solange der Betrieb das Entstören eben zulässt.
Wenn du deinen Ofen also mit Carbon-Kabel gut laufen hast,
würd ich sie drin lassen.
Vor allem wenn du sagst, dass es an sich keinen Unterschied gemacht hat.
EDIT:
selbstverständlich - die Polizei.
Ich hab auch mal was gelesen, dass die
Polizei die Kontaktzündung im Funkkgerät hört.
Die hört eigentlich nicht die Kontaktzündung sondern die Zündkabel bzw. die Kerzen.
Das is zwar Fernentstörung, aber im Prinzip genau das gleiche.
Der Ofen ballert elektromagnetische Felder über den Zündkreis in alle Richtungen,
und das hören die grünen am Knistern in ihren Walkie-Talkies.
Hoffe ich konnte helfen und die Verwirrung is jetz nicht größer als vorher.
Grüße!