Verzinnen

Moderator: Gerry

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Partisan
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Verzinnen

Beitrag von Partisan »

Bin gerade beim Tankbau. In die Kunst der Blechverarbeitung tauche ich gerade ein. Formen und Schweißen sind eigentlich kein Problem. Am Ende will ich die Nähte schleifen und verzinnen.

Fragen an die Fachleute:
1. Wie dick sollte man max. verzinnen?
2. Die Schweißnähte werden sicherlich nicht 100%ig dicht sein. Sollte man nachschweißen oder bringt das Verzinnen auch die nötige Dichtheit?

Gruß
Jens
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holzlenker
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Re: Verzinnen

Beitrag von holzlenker »

Servus Jens,

also ich würde den Tank dicht schweißen und dann verzinnen.

Muß aber auch sagen, dass ich an meinem frühen Japsen nach 'nem Unfall ein Loch im Tank zugelötet habe
(mit 2 Pfennigstück zwecks Inflationsausgleich) und dann mit 2-K Spachtel aufgefüllt.

In event. Löchern (nach dem Schleifen) der Schweißnaht könnte bei zu hoher Temperatur beim Verzinnen das Zinn abhauen.

Ciao Lutz
Beim Beschleunigen müssen die Tränen der Ergriffenheit waagerecht zum Ohr hin abfließen. (Walter Röhrl)
Bandit
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Re: Verzinnen

Beitrag von Bandit »

Tank würde ich schon dicht Schweißen und dann von einem Kühlerbau Betrieb abdrücken lassen...dann bist auf der sicheren seite...

Mit was Schweißt du den ???
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shoveling man
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Re: Verzinnen

Beitrag von shoveling man »

Ich hab zwar selber noch nicht "verzinnt", richtigerweise: verschwemmt.
ABER:
Bei meiner Tätigkeit als Technischer Autor habe ich schon Trainingsunterlagen für Karosseriebauer in Schrift und Bild darüber verfasst. Ist zwar schon ein paar Jahre her, aber eins habe ich gelernt: Seit der Anwendungspflicht von bleifreiem Schwemmzinn ist die Sache selbst für Fachleute schwieriger geworden. Beim Schwemmzinn die richtige Temperatur des Blechs zu erwischen, war früher einfacher, da das verbleite Zinn über einen größeren Temperaturbereich gut zu verarbeiten war.
Ich kenn deine Künste des "Verzinnens" nicht, aber ich würde das von einem machen lassen, der das kann. Ist auch kein großer zeitlicher Aufwand, wenn alles gut vorbereitet ist.

Grüßle
Harry
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shovelfauli
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Re: Verzinnen

Beitrag von shovelfauli »

bleiben lassen, bzw. garnicht erst versuchen? :shock:
Einspruch!: deswegen sind wir nicht hier!

@Jens: würde auch auf jeden Fall den Tank vorher dicht schweißen.

Ich habe den Tank an meinem Frisco-Styler mit PbSn25 verzinnt - das ging nach ein bisschen üben ziemlich gut.
Habe die originale Delle auf dem Sportstertank mit mindestens 10mm Zinn aufgefüllt und 'ne schöne Rundung aufgebaut.

Hält auch schon über 2 Jahre :wink:

Grüße
Fauli
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Partisan
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Re: Verzinnen

Beitrag von Partisan »

Danke, Männers!
Ich werde schweißen (Schutzgas) was das Zeug hält, bis alles dicht ist und dann verzinnen.
Wenn ich das mit dem Verzinnen nicht hinbekomme, fasse ich nie wieder Werkzeug an.
Es ist mir klar, dass es für alles Spezialisten gibt, die es besser können, weil sie es den ganzen Tag machen. Mir geht es aber darum, meine Kiste selbst zu bauen und nicht machen zu lassen! Und das mit aller Kosequenz, soweit möglich.
shovelfauli hat geschrieben:....
Habe die originale Delle auf dem Sportstertank mit mindestens 10mm Zinn aufgefüllt und 'ne schöne Rundung aufgebaut.

Hält auch schon über 2 Jahre :wink:

Grüße
Fauli
Solche Aussagen helfen mir! Steht in keinem Buch.
Danke!

Gruß
Jens
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Bandit
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Re: Verzinnen

Beitrag von Bandit »

Dann Schweißt du also mit einem Mag Gerät, da musst halt, wenn du die Schweißnaht anfängst, so nen cm auf der vorhergehenden Naht anfangen, sonst hast du nen Bindefehler wo die eigentliche dann beginnt...die doppelte Naht kannst dann wieder wegschleifen...

Wig wäre da schon besser...aber gehen tut es mit dem auch...
Was ich da auch mach, den Brenner ziehen und im sekundentakt Schweißpunkte setzen, einfach so auf die hälfte vom vorherigen, und schauen dass der vorherige halt noch richtig glüht...
Der Mensch wächst ja mit den aufgaben... :wink:
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Partisan
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Re: Verzinnen

Beitrag von Partisan »

Danke, Bandit! Genau so schweiße ich auch.
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bobber
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Re: Verzinnen

Beitrag von bobber »

Also ich mach ja sogut wie alles am Moped, aber verzinnen :?

das habe ich nach einigen erfolglosen Versuchen aufgegeben, das bekomm ich einfach nicht hin - entweder mach ich da irgendwann mal nen Kurs oder lass zurkünftig nur noch einen ran, der das auch wirklich kann - der Tank meiner Sporty muss irgendwo (weiter oben) einen kleinen Haarriss haben, der zugelötet werden sollte :wink:
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shovelfauli
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Re: Verzinnen

Beitrag von shovelfauli »

Moin Bobber,

habe jetzt leider nicht die Anleitung gefunden, nach der ich vorgegangen bin, aber du brauchst Zinnpaste mit Flußmittel zur Schaffungen einer tragfähigen Fläche zwischen Zinn und dem Eisenmetall.

Das Stangenzinn, welches ich genommen habe, heißt nach DIN 1707 L-PbSn25Sb und hat im Gegensatz zu dem aus Harrys Text nach meinen minimalistischen Chemiekenntnissen einen Bleianteil von 74% und auch den größten Temperaturbereich bzgl. Schmelztemperatur.

Hier http://www.loetzinn.com/stangenloetzinn ... altig.html in der Vergleichstabelle sieht man Bleianteil und Schmelztemperaturbereich.

Vielleicht noche ein Tipppp
Den Holzspachtel habe ich immer wieder mit Leinöl benetzt, dann lässte sich gut streichen und er geht auch nicht gleich in Flammen auf.
Komplette Anleitungen gibt es im Netz, wobei ich das mit dem Leinöl nicht auf die schnelle gefunden habe...

Ansonsten weißt du ja, wo Konstanz ist. :wink: :D

Grüße
Fauli
electraglide

Re: Verzinnen

Beitrag von electraglide »

moin partisan, moin kollegen,

„selbst ist der mann“ , gute einstellung….
meine erfahrung als ehemaliger "kabellöter bei der bundespost"
das löten ist kein hexenwerk und dicht wird’s auch wenn einige dinge beachtet werden.
die zu bearbeitenden flächen müssen sauber und fettfrei sein.
dann wird verzinnt, dazu gibt’s spezielle flüssige lote (schweisszubehör ) die aufgetragen und erhitzt werden werden.
wichtig beim erhitzen: gleichmässig ,grossflächig und mit „weicher“ flamme gut durchheizen aber nicht glühen.
das material kocht dann auf und alles wird mit einem lappen saubergewischt . vorsicht : sehr heiss.
dann trägt man stangenlot punktweise auf wobei auch hier immer grossflächig und gleichmässig erhitzt werden muss.
das lot mit der flamme immer weich halten, dabei mit einem buchenholzspachtel verteilen und in die nahtstellen schieben.
zum glätten eigent sich am besten ein dich gefalteter , fusselfreier lappen der in rindertalg getränkt ist.
mit diesem lappen ,immer wieder in die büchse mit dem talg getaucht kannst du das zinn in form bringen.
wichtig: immer abwechseln, flamme-lappen-flamme-lappen so bleibt die temperatur stabil.
ist nicht schwer, verlangt aber übung.
ich hab das bei meiner ausbildung zum fernmelder bis zur vergasung geübt.
anfangs fallen dir die lotbatzen ab, du verbrennst dir die finger und fluchst wie ein henkersknecht aber wenns fertig ist…..
würde an einigen probestücken mal üben , mal ne beule auffüllen mal ne naht schliessen oder so.
zur dichtheit: telefonkabel mit bleimänteln werden (wurden!) mit bleimuffen verbunden die liegen jahrzehnte lang im erdreich.
wären die nicht dicht, die papierisolierten kabeladern saufen wenns feucht wird und dann gibt’s kapitale schäden am kabel



gruss uli
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ron
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Re: Verzinnen

Beitrag von ron »

servus,
ich habe kürzlich einen alten Tank mit 2 kleinen Dellen bekommen und werde diesen auch verzinnen -ist keine Hexerei und hält wesentlich besser als auskitten, gleichzeitig ist's auch ein guter Rostschutz (bloß verrinnen lassen bis es silbrig glänzt), undichte Stellen werden auch dicht...
wenn notwendig kannst auch wirklich dick auftragen, und schön verschliffen brauchst/solltest nix mehr kitten.
eglide hats schon gut beschrieben, evtl. vorher an anderen Teilen üben, dann klappt das schon..
hier findest eine recht brauchbare Anleitung:
http://www.auto-portal.org/verzinnen.html
...wenn Du googlest findest auch youtube videos
viel Erfolg

P.S.:wenn Du noch ein paar Wochen Geduld hast, werde ich mein Projekt hier fotografisch dokumentieren - muß selbst erst wieder üben, habe das vor +25 Jahren mal gemacht, aber wie gesagt, ist relativ einfach...
Zuletzt geändert von ron am 10.01.2013, 11:38, insgesamt 1-mal geändert.
Noch immer schwer erziehbar und unbeugsam.
Ansonsten:
Mechaniker, der; Subst.;(me/cha/ni/ker): Jemand der auf Grundlage ungenauer und irreführender Angaben Präzisionsratearbeit leistet.
s.a.: Hexer, Zauberer
lowbob78
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Re: Verzinnen

Beitrag von lowbob78 »

habs fast 20 jahre gemacht...geht einfach :

als erstes "Tinol" aufstreichen und trocknen lassen.dann mit weicher flamme (lötlampe) großflächig erwärmen bis die graue farbe silbrig wird.
dann mit flusenfreiem,nassem Tuch abwischen,sodaß eine silbrige,matte oberfläche entsteht.
diese oberfläche dann gleichmäßig erwärmen bis sie "chromähnlich" aussieht.
nun die spitze der zinnstange "breiig" erwärmen und auf der "chromähnlichen" oberfläche auftupfen/ankleben und dabei drehen.
soviel und mindestens 50% mehr zinn auftragen bis mengenmäßig 150% der benötigten menge an der oberfläche kleben.
jetzt einen holzspachtel in heißem,ausgelassenem Rinderfett (vom fleischer) oder bienenwachs tränken.
das angeklebte zinn nun wieder großflächig erwärmen bis es breiig ist und mit dem holzspachtel durch drücken oder streichen in position bringen (sodaß immer noch wesentlich mehr auf der beule vorhanden ist).
wenn überall genug ist die fläche mit einem einstellbaren karosseriehobel (keine flex!) in form schleifen/hobeln.
sollte etwas fehlen, dann vor erneutem auftrag grüdlich entfetten!

..das war's schon..hab übrigens noch material zum verzinnen abzugeben..bei bedarf melden

so long
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trybear
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Re: Verzinnen

Beitrag von trybear »

Hallo partisan,

verzinnen, man kann sowas auch lernen:

http://www.fahrzeugakademie.de/78,0,kur ... l&vti=1621

Hab dort schon Kurse absolviert, ist absolut zu empfehlen.

gruß
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bobber
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Re: Verzinnen

Beitrag von bobber »

shovelfauli hat geschrieben:Moin Bobber,

Ansonsten weißt du ja, wo Konstanz ist. :wink: :D

Grüße
Fauli
......aber sicher :lol: dann komm ich auf'n Bier und zum Verzinnen doch glatt mal vorbei 8)

Grüsse
Bobber
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