Hallo Leute,
um Autobahnfahrten sollte man sich bei einem Servicar keine Gedanken machen, dazu sind die einfach zu langsam.
Meins hat 6:1-Deckel und die WLDR-Nocken drin, also vieleicht 25 oder 26 PS anstelle der serienmäßigen 4,25 : 1 und WL-Nocken mit maximal (eher weniger) 23 PS (denn die werden auch für die 5:1 verdichtende WL angegeben). Damit komme ich auf maximal 75 - 80 km/h, wenn ich mich flach mache.
Wer schneller unterwegs sein will braucht nen WR-Motor, die sollen je nach Ausführung ca. 35 - 40 PS haben. Dann kommt man vielleicht auf 100 km/h. Einbautechnisch ist das überhaupt kein Problem, der Motor hat exakt die gleichen Maße, wie der WL oder WLDR-Motor.
Cactus, Du hast recht. Für mich war das keine Überlegung, da mir eine PKW-Zulassung reichte.
Bobber, wenn Du Dir ein Servicar aufbauen willst, schreib mich bei Problemen/Fragen an, ich hab hier nen Schrauber um die Ecke, der die alten Dinger wieder auf die Straße bringt, incl. Zulassung. der baut auch die alten Linkert M wieder auf.
Aber Dein Gespann wirste dann noch ein paar Jährchen fahren. Ich hab 13 Jahre gebraucht, bis die Fuhre lauffähig war, es war allerdings auch ein Totalaufbau, bei dem ALLES überholt wurde.
Kostentechnisch würde ich zur Anschaffung eines fahrfähigen SC raten und dann etappenweise im Winter die Überholungen vornehmen. Wenn man sagt, dass die BTs mit nem kaputten Motor oder Getriebe fahren können, dann tun das die WLs erst recht. Immerhin mussten die sich an im Einsatz an der Front bewähren und das haben sie!
Für das Servicar gilt: Beide Gehäusehälften und Lager der Hinterachse müssen ok sein, da gibt es keine Ersatzteile mehr, außer den Achswellen! Die aufgepressten Bremstrommeln gibt es mittlerweile wieder aus den USA vom Zubehör. Die sind sogar besser als die originalen. Du brauchst allerdings einen speziellen Abzieher dafür, den Du Dir mit etwas Geschick, einer Drehbank und einem Schweißgerät selber bauen kannst.
Für den Motor solltest Du mich anschreiben. Er besteht im Grunde ja aus drei Gehäusehälften und der Schrauber hier hat da jemanden an der Hand, der alle Buchsen bei zusammengebautem Gehäuse fluchtend macht. Das ist besonders für die Nocken sehr schonend. Nockenwellen und Kurbelwelle müssen dann mitgeliefert werden.
Als Gabel musst Du die Inline-Knuckle-Springer (mit den außenliegenden Rockerarmen nehmen, das Servicar hat einen etwas höheren Rahmenkopf der zudem auch noch abweichend von den WL (= 7/8 Zoll) 1 Zoll dick ist, es passt also jede BT-Gabel, sogar die von einer 2003er TC (!). Dementsprechend ist das ganze Frontend von der BT, also Achse, nabe, Bremse usw.
Das Getriebe bauste Dir am besten auf Rückwärtsgang, also mit Umlenkzahnrad. Egal wie vergnaddelt es aussieht, neue Zahnräder brauchste eigentlich nicht, die sehen nämlich nach 2.000 Kilometer so aus, wie die alten, weil sie völlig unsynchronisiert sind und keine angeschrägten Leitflanken wie die BT-Zahnräder zum Einlegen der Gänge haben.
Rahmen sowie Hilfrahmen für den Kasten sollten nahezu unverbastelt sein. Den Kunststoffkasten gibt es gar nicht mehr, den Blechkasten kann man für viel Geld aus den USA bekommen, auch die Blechkotflügel, aber man kann auch schon mal ein paar Jahre darauf warten.
Zulassung unbedingt mit H-Kennzeichen, dann kannst Du auch in einer Umweltzone Dein Revier markieren und lecker duftende Benzindämpfe entweichen lassen.
Fette Grüße, Truegrit