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Führung der Kupplungsscheiben aufbohren
Verfasst: 11.05.2015, 07:43
von liekoer
Moin,
die Kupplungsnaben sind ja auch nicht mehr das, was sie mal waren

, zumindest habe ich das Gefühl, dass es unter die Katagorie "Verschleißteil" fällt, welches nicht erst gewechselt werden sollte, wenn die Beläge ausgetauscht werden müssen.
Ich finde die Abnutzung (Einkerbungen) auf den Führungsbolzen, die durch Kupplungsscheiben verusacht werden, ist nach kurzem Betrieb schon erkennbar.
Das hat natürlich den Nachteil, dass die Kupplungsbeläge auf den Führungen hacken können und sich somit auf die Schaltung auswirkt.
Da in Beiträgen in Bezug auf das verhalten von Kupplungen immer mal wieder geäußert wurde, die Führungslöcher der Scheiben aufzubohren (ich glaube auf 10mm), kommt nun meine Frage:
Fährt jemand mit aufgebohrten Scheiben, wenn ja, wie sind die Erfahrungswerte?
Oder ist das eher ein Lösung, die nur kurzfristig Abhilfe schafft /( schaffen kann.
Besten Gruß
Norbert
Re: Führung der Kupplungsscheiben aufbohren
Verfasst: 11.05.2015, 08:55
von Erich
liekoer hat geschrieben:
Fährt jemand mit aufgebohrten Scheiben, wenn ja, wie sind die Erfahrungswerte?
Oder ist das eher ein Lösung, die nur kurzfristig Abhilfe schafft /( schaffen kann
Servus Norbert,
habs aufgebohrt, weil sie neu klemmten...nicht wegen den Riefen auf den Bolzen.
Die hatt ich bei OEM und bei der mittlerweile 2ten Ersatznabe, hab auch das Gefühl daß die Nachbau sich schneller einlaufen.
Aber einen Zusammenhang mit Schaltproblemen kann ich nicht feststellen...hab die Bolzen früher mal gedreht weil ich auch den Verdacht hatte...null Wirkung.
Wenn die Scheiben nicht klemmen würd ichs auch nicht aufbohren.
Gruß, Erich
Re: Führung der Kupplungsscheiben aufbohren
Verfasst: 11.05.2015, 09:11
von PANHEAD
Hi,
durch das Aufbohren entsteht mehr Spiel, was auch mehr Geräusche mit sich bringt. Durch das größere Spiel entsteht auch noch mehr Abnutzung auf den Führungsbolzen. Wenn die Nabe oder die Scheiben Verschleißerscheinungen haben, hilft nur austauschen.
Gruss
Re: Führung der Kupplungsscheiben aufbohren
Verfasst: 11.05.2015, 09:13
von Hawkeye
mal ne frage dazu.
Wenn die Löcher aufgebohrt werden besteht dann nicht die Gefahr das Sie durch das dann entstehende Spiel sich erst recht bzw. noch schneller einschlagen?
Re: Führung der Kupplungsscheiben aufbohren
Verfasst: 11.05.2015, 09:17
von liekoer
Hawkeye hat geschrieben:mal ne frage dazu.
Wenn die Löcher aufgebohrt werden besteht dann nicht die Gefahr das Sie durch das dann entstehende Spiel sich erst recht bzw. noch schneller einschlagen?
Genau deshalb frage ich nach

, dann wäre es nur eine kurzfristige Abhilfe.
Von den Geräuschen wäre mir das egal.
Gruß
Norbert
Re: Führung der Kupplungsscheiben aufbohren
Verfasst: 11.05.2015, 10:14
von Erich
PANHEAD hat geschrieben:mehr Spiel, was auch mehr Geräusche mit sich bringt. Durch das größere Spiel entsteht auch noch mehr Abnutzung auf den Führungsbolzen.
lauter kann sein...aber nicht dramatisch.
Scheint mir nicht mehr Abnutzung zu sein, hab ich bei den Vorgängern auch gemacht, die neuen sind jetzt ca 30 000 drin.
Hmh
Re: Führung der Kupplungsscheiben aufbohren
Verfasst: 11.05.2015, 22:16
von Wallace
Moin!
Ich mach mal 'n Vorschlag:
Einfach die Führungslöcher nur beidseitig ansenken, dann rutschen die auch leichter über die Riefen.
Aufbohren find ich nicht so toll, wie Hawkeye schrieb, gibt das stärkere Schläge. Senken hat bei mir gefunzt...
PS nicht zu stark, mit dem Handsenker so etwa 0,5-0,8mm
Re: Führung der Kupplungsscheiben aufbohren
Verfasst: 12.05.2015, 07:05
von Panzer
Ich habe auch gerade im Winter mal wieder neue Kupplungsscheiben eingebaut. Meine Nabe sieht gut aus und trotzdem hat die Kupplung gezupft. also wieder wie immer aufgebohrt und alles Top. Wir reden hier von 50 Löchern die um 2 Zehntel aufgebohrt werden.......Ich habe das mittlerweile schon beim 4 oder 5 ten Satz so gemacht und konnte keinen erhöhten Verschleiß feststellen.

Ja gut, ich habe vor 50000 Km oder so mal ne neue Nabe eingebaut, das hat mich aber irgendwie nicht in den finanziellen Ruin getrieben und die Bolzen sind immer noch brauchbar.
Re: Führung der Kupplungsscheiben aufbohren
Verfasst: 12.05.2015, 07:51
von liekoer
Hallo Panzer,
vielen Dank für Deine Erfahrungswerte. Das hört sich schon einmal gut an. Auch der Vorschlag von Wallace gefällt mir, vielleicht werden ich das verbinden.
Gruß
Norbert
Re: Führung der Kupplungsscheiben aufbohren
Verfasst: 12.05.2015, 08:10
von Erich
Servus,
habs auch mal aufgerieben da wird glatter, ansenken is ja eh klar
Grüße
Re: Führung der Kupplungsscheiben aufbohren
Verfasst: 12.05.2015, 21:28
von maruski
Hi Leute,
ich hab die auch seit eh her an den Bohrungen angesenkt (nicht aufgebohrt) damit die nicht so leicht verkannten.
Aber m.M. nach ist es ebenso so nützlich die Führungen (die Einkerbungen an den Scheiben, wo die aussen im Kupplungskorb geführt werden) anzufeilen/anzuphasen/Kanten zu brechen ... wie immer man das nennt.
Da haken die nämlich genau so gerne wie in den Bohrungen, nur merkt man das nicht so beim Draufstecken.
Diese Führungen im Kupplungskorb sollten auch keine tiefen Einkerbungen haben und wenn ja, dann gerade gefeilt werden.
Wenig fahren... dann haste auch wenig Ärger ;-)
Gar nicht fahren = gar keinen Ärger!
Mich nervt die Kupplung auch momentan mal wieder sehr, nachdem ich fast ein Jahrzehnt Ruhe hatte.
Bei den letzten vier Fahrten hab ich die vier Mal am Straßenrand neu einstellen müssen.
Lief dann immer tacko.
Aber bei jeder neuen Fahrt dann, nach ca. 10-20km, wieder Alarm.
Irgendwie passiert da im Stand was.
Nervt so langsam dann doch.
Gruß vom Wiesenrand
Maruski
Re: Führung der Kupplungsscheiben aufbohren
Verfasst: 12.05.2015, 21:30
von cactus84
hallo norbert
du experimentierst doch gerne
warum versuchst du nicht das problem bei der wurzel zu beheben?
das problem sind doch die bolzen und nicht die scheiben. bring doch mal ein satz bolzen in einen betrieb der sie haertet oder in die galvanik zum hardverchromen ?

Re: Führung der Kupplungsscheiben aufbohren
Verfasst: 12.05.2015, 23:16
von Hoschi
Servus Norbert,
ich habe im Frühjahr auch zwei der hier vorgeschlagenen Maßnahmen kombiniert, und damit eine extrem "digital" greifende Kupplung mit stark eingelaufenen Bolzen wieder butterweich dosierbar hinbekommen: Ansenken der Bohrungen und Anfasen der Aussparungen in den Stahlscheiben. Wirkung gleichbleibend seit wenigen tausend km, wie lange es anhält wird sich zeigen. Der TÜV Prüfer im Frühjahr hat sogar den Kommentar gebracht, dass er vorher nicht geglaubt hätte, dass man mit einer Harley so weich anfahren kann
Bei meinem nächstzen Satz Scheiben werde ich die Arbeiten gleich am Anfang erledigen.
Gruß
Re: Führung der Kupplungsscheiben aufbohren
Verfasst: 18.05.2015, 08:20
von liekoer
Moin,
meine Erfahrungen (die ersten ca. 150 Kilometer)
Nur die Kupplungsscheiben auf 10 mm aufbohren und anfasen, brachte nicht den gewünschten Erfolg.
Also Primärantrieb wieder runter und die Stahlscheiben angefast/entgratet.
Dann habe ich noch die 10 Löcher der Grundplatte auf 10 mm aufgebohrt und angefast.
Jetzt lässt sie sich gut schalten.
Gruß
Norbert
Re: Führung der Kupplungsscheiben aufbohren
Verfasst: 15.01.2018, 11:15
von Don Rocket
Hallo zusammen,
ich greife diesen alten Fred nochmal auf, weil ich gerade dabei bin, die Kupplung einzubauen.
Dabei ist mir aufgefallen, dass es unterschiedliche Trägermaterialien und damit auch erhebliche Gewichtsunterschiede zwischen verschiedenen Kuplungsreibscheiben gibt.
Ich habe hier einen Satz mit vier Reibscheiben (für Panhead) liegen, Trägermaterial Aluminium, und dann einen Satz mit fünf Reibscheiben (für Shovelhead), dessen Träger aus Stahl sind.
Bislang bin ich den Satz mit den Aluscheiben gefahren und habe keinerlei Riefen, Rillen oder sonstigen Verschleiß an den Kupplungsfingern. Wer also damit Probleme hat, sollte vielleicht mal über Reibscheiben mit Aluminiumträger nachdenken.
Weiß jmand zufällig welcher Hersteller Alu und wer Stahl als Trägermaterial verwendet? Außerdem würde mich noch interessieren, ob ich vier oder doch besser fünf Reibscheiben verbauen soll?
Viele Grüße
Dieter
PS: Ich habe die Bohrungen der Reibscheiben erst gesenkt und dann auf 10mm gerieben. Die Stahlscheiben entgratet und alle Reibflächen geschliffen und gefast. Da ist viel Raum für Optimierungen.