Lustiges Völkchen...diese Amis!

Szene-Themen. Corona, Politik, Religion & Grundsatzdiskussionen unerwünscht

Moderator: Gerry

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perfectstranger
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Lustiges Völkchen...diese Amis!

Beitrag von perfectstranger »

Quelle: www.n-tv.de

Donnerstag, 22. Mai 2008
Neues aus Übersee
Schusswaffe bei Autokauf gratis

Beim Kauf eines Neuwagens einen CD-Player oder eine Klimaanlage gratis? Mit derart "gewöhnlichen" Geschenken hält sich ein Autohaus im US-Staat Missouri nicht auf: Wer bei Max Motors in der Stadt Butler ein Fahrzeug erwirbt, kann noch bis zum Monatsende zwischen Benzingutscheinen im Wert von 250 Dollar oder einer Handfeuerwaffe wählen.

Die meisten Kunden hätten bislang den Revolver gewählt, sagt Geschäftsführer Walter Moore. Er räumt ein, dass seine Werbung in manchen Gegenden zu Protesten führen könnte. Ganz sicher aber nicht in Butler: "Hier glauben wir alle an Gott, Mumm und Kanonen."

:shock:
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maruski
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Re: Lustiges Völkchen...diese Amis!

Beitrag von maruski »

Hi, das verwundert mich nur mäßig.
Michael Moore beschreibt die "stupid white man" ja ausführlichst, als etwas neurotisch, bis psychotisch, auf jeden Fall aber gestört.
Bei deren permanenter kognitiver Dissonanz zwischen gefühlter und realer Welt, kann man einem total verunsicherten Menschen/Mann natürlich leicht zu dem Sicherheit vermittelnden SUV oder Truck, wenn das nicht reicht, noch eine Wumme dazu geben, damit er sich wieder sicher fühlt und weiter verschuldet.
Bei deren Wirtschaftslage wird es anders schwer rationale Gründe für einen Neuwagenkauf auf Kredit zu vermitteln.

Sicherheit in total verunsicherten Zeiten braucht aber keine Ratio.

Das mit der Kanone dazu ist ein subtiler, aber höchst funktioneller Verkaufstrick, der absolut die Möglichkeiten der amerikanischen (?) Gesellschaft in cash umwandelt.
Das eben diese Sucht nach subjektiver Sicherheit genau das Gegenteil bewirkt, fällt in dem akuten Moment der Druckentlastung (von der Unsicherheit) nicht groß ins Gewicht.

Rein empirisch werden mehr Bewaffnete von Bewaffneten getötet als Unbewaffnete.
Zumal der Angreifer immer im Vorteil ist, durch das Überraschungsmoment und das zu späte ziehen einer Waffe das sog. "grüne Licht" gibt, das bei Amateurkriminellen nötig ist, um die kulturelle Tötungssperre zu überwinden.
Es gibt nix Dümmeres, als sich in einer Überfallsituation (die man nie 100% kontrollieren kann) zu wehren.
Wir raten neuen Kollegen (ich arbeite in einer Notunterkunft für obdachlose Drogenkonsumenten) immer aus Gewaltsituationen zu fliehen und wenn das nicht mehr geht, paradox zu agieren um die Gewaltkurve zu unterbrechen.
Der Wunsch nach Waffen, Pfefferspray, Tasern o.ä. (der schon ernsthaft diskutiert wurde) ist aus professioneller Sicht Dummheit, da er eine Sicherheit vorgaukelt und damit ein Verhalten begünstigt, das mehr Gefahren bringt (unkontrollierte Eskalation) als vermeidet.
Aber ich schwafel schon wieder, wohl weil hier auf Arbeit, zum Glück, nichts los ist.
Gruß ins WE. Maruski
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KayTee
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Re: Lustiges Völkchen...diese Amis!

Beitrag von KayTee »

Moin!

Ein Beispiel aus Hintertupfistan als Indikator für ein ganzes Land mit der Größe zweier Europas? Populär, aber kaum haltbar.

@Maruski,

Wenn du schon "empirische"Zahlen zitierst: welcher Anteil der Betroffenen war denn im Besitz *legal* besessener Waffen?
Schon wird die Luft dünn ...

Aus der Sicht eines nicht Trainierten ist Flucht zweifellos die klügste Wahl. Sind auch noch Dritte gefährdet wird es schon komplizierter.
Ich finde immer wieder interessant, daß bei jeder Form von Straftaten in Deutschland allenthalben Heraushalten und Flucht propagiert wird.
Bei allen, außer bei Angriffen durch Glatzen von rechtsaußen.

Junkies sind ein Thema für sich und handeln sicherlich kaum rational. "Normale" Straftäter handeln jedoch durchaus Nutzenoptimierend, und das schließt das Minimieren eigenen Risikos ein. Potentiell wehrhafte Gegner sind eher kein gutes Ziel.
Bei Vergewaltigungen liest man, daß von wehrhaften potentiellen Opfern häufiger abgelassen wird als von sich ergebenden.

Schwieriges Thema.

"Der Klügere gibt nach" sorgt in der Konsequenz nur dafür, daß die Dummen die Leitung übernehmen, die Schluhofbullies gefahrlos ihre Masche durchziehen können.

Wie wäre es, Wing Tsun oder Krav Maga in den Schulsport einzuführen?

Gruß,
KayTee
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SuperGauzy
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Re: Lustiges Völkchen...diese Amis!

Beitrag von SuperGauzy »

KayTee hat geschrieben: "Der Klügere gibt nach"
heißt das nicht: "Der Klügere kippt nach"? :lol:
SuperGauzy
:riding:
maruski
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Re: Lustiges Völkchen...diese Amis!

Beitrag von maruski »

Hab gerade einen seeehr langen Text ins elektronische Nirvana geschickt, unabsichtlich, Dank meiner Unfähigkeit und meines Sohnes.

Daher nur kurt eine Antwort auf die "Dünne Luft" These.

Jeder Cop, der erschossen wurde, hatte eine legale Waffe,
die meisten Kinder die beim Spielen mit Papis legaler Waffe sich entleiben,
die Mehrzahl der Unfälle geschehen mit legalen Waffen,
alle Soldaten dieser Erde, die erschossen wurden, hatten "legale" Waffen,
eskalierte Familienstreitigkeiten werden leicht mit der legalen "Hauswumme" beendet,

Da es in USA so leicht ist legal an ein Gewehr (und auch nicht viel schwerer an eine Handfeuerwaffe) zu gelangen haben in der Regel (Danke NRA) sehr viele everyday people legale Waffen.

Empirisch ist jeder Kriminelle vor seiner kriminellen Karriere nicht kriminell (100%) und kaum einer gibt seine legale Waffe ab, nur weil er jetzt krumme Dinger dreht ( oder glaubst du John Doe geht zum Sheriff und sag:" Hier ist meine registrierte Kanone, ich geh mal los mir eine "saturday night special" holen, weil ich will jetzt ne Tanke klar machen.")
Das ist doch NRA Propaganda.

Mehr Waffen = mehr Unfug. Da kann kein vernünftiger Mensch dran zweifeln.
Selbst Wyatt Earp hat die Dinger in "seiner" Stadt einkassieren lassen, um Frieden zu garantieren.
Es ist ein Zeichen von Zivilisation individuelle Risiken durch Organisation zu lösen, nicht durch Einzelkämpfertum.
Das ist bei Gewalt so wie bei anderen Lebensrisiken (Alter, Krankheit, Arbeit und so weiter).
Der Neoliberalismus mit seiner brutalen Privatisierung/Individualisierung der Risiken ist rund um den Globus gescheitert.
Regeln sichern, Freiheit gefährdet, da sie auch immer die Freiheit der Anderen ist (die nicht immer nett sind).
Kein Mensch kann Schach spielen ohne Regeln!
Über die Balance zwischen Regeln und Freiheiten können wir uns gerne am Samstag auf der PEP mal länger unterhalten. Freu mich drauf, ist eines meiner Lieblingsthemen.
Gruß Maruski
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Christian
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Re: Lustiges Völkchen...diese Amis!

Beitrag von Christian »

Hallo Maruski!

Das ist kein Geschwafel, sondern voellig richtig! Wenn mehr Leute das von Dir gesagte beherzigen wuerden waere das Leben fuer sie viel ungefaehrlicher!

Gruss, Christian
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Christian
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Re: Lustiges Völkchen...diese Amis!

Beitrag von Christian »

Hi Maruski!

Schade um den Text, haette ihn gerne gelsen....
Darf ich zuhoeren und mitdiskutieren?
Zu Regeln und Freiheiten hatten wir ja schon was in dem 1%er-Thread.

Wobei ich wohl in der Diskussion kaum ein Gegner Deiner Argumentation sein werde. Denn ich bin schon aus Glaubensgruenden Anhaenger der Gewaltfreiheit. Mein Praesi hat sich schliesslich am Kreuz umbringen lassen und keinen dafuer bestraft sondern um Vergebung gebeten.

Gruss, Christian
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FX72
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Re: Lustiges Völkchen...diese Amis!

Beitrag von FX72 »

Hmmmm...
mehr Waffen = mehr Unfug... mag richtig sein, aber eine Ausnahme faellt mir dann doch noch ein: die Schweiz. Haben da nicht alle die da beim Bund waren ein Gewehr im Spind zu Hause?
Ich fand die Begruendung von Moore nicht uninteressant: Sicherheit. Die glauben doch drueben jeden Mist der ihnen von den staatlich kontrollierten Medien aufgetischt wird...
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Pasche
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Re: Lustiges Völkchen...diese Amis!

Beitrag von Pasche »

FX72 hat geschrieben: mehr Waffen = mehr Unfug...
Sorry Mädels, aber ich hab etwas gegen derartige Pauschalisierungen!

Mag sein, dass die Rechnung auf geht, wenn Waffenerwerb mehr oder weniger unkontrolliert möglich ist. Das ist nicht zu befürworten.

In Deutschland jedoch sind die Voraussetzungen für den legalen Besitz von Schusswaffen sehr hoch gesetzt. Bereits ein Verkehrsvergehen, welches auf die Unzuverlässigkeit des Fahrzeugführeres schließen läßt, führt zum Berechtigungsentzug legalen Schusswaffenbesitzes. Fast sämtliche Straftaten in der BRD, bei denen Schusswaffen im Spiel sind, werden mit illegalen Schusswaffen begangen.

Also bitte - "mehr Waffen-mehr Unfug" - nicht im Bezug auf legalen Waffenbesitz in der BRD!

Greets - Pasche
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holzlenker
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Re: Lustiges Völkchen...diese Amis!

Beitrag von holzlenker »

Servus,

mir fehlt die Einsicht warum ein Privatmann 10-50 funktionierende Schußwaffen daheim haben muß (darf)...incl. Munition...

Wenn einer privat jagen will kann er das doch auch mit Pfeil & Bogen und sein wahres Können unter Beweis stellen :wink:

Und wer Spaß am Ballern hat geht auf den Schießplatz und da bleibt auch die Flinte!

Ciao Lutz
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maruski
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Re: Lustiges Völkchen...diese Amis!

Beitrag von maruski »

Moin Pasche.
Das ist es aber doch genau. Bei uns gibt es wenig Waffen und damit wenig Unfug (im Vergleich zu den USA).
Würde es noch weniger Waffen geben, würde auch der Unfug noch weniger.
Ich steh dazu "mehr Waffen = mehr Unfug" -- denn wozu, als zum Unfug, sind Waffen denn da?
Wirklich Sinnvolles kann man mit ner Flinte ja wohl in einer ausdifferenzierten modernen Industriegesellschafft kaum anfangen.

Archaische Systeme wie Jagen oder Geldtransporter/Postkutschen beschützen haben bestimmt ihren gesellschaftlichen Platz .

Aber auch das Erschießen eines Räubers halte ich eigentlich für unverhältnismäßig, mindestens aber für ungerecht.
Aktienbetrüger, Subventionsklauer oder anderes Finanzkroppzeug wird doch auch nicht erschossen, nur weil die Millionen klauen. Warum also ein Bekloppter, der das versicherte Lidl-Geld klauen will?
Und was die Bambimörder angeht, da zanke ich mich lieber mit meinem Bruder, der ein Jäger ist, drüber. Das ist ja schon fast eine Sekte ;-)

Ob das Gewaltmonopol (denn das ist das Einzige was man mit dem Werkzeug Waffe anstellen kann -- Gewalt) unter Auflagen privatisiert werden sollte?
Das will glaub ich keiner.
Selbstjustiz (eine Waffe zum Schutz ist nichts anderes) als gesellschaftliche Norm, kann ja wohl keiner wirklich wollen.
Es hat lange gedauert bis wir zivilisierte Menschen einen Gesellschaftsvertrag als bindend akzeptiert haben, der JEDE Form von Gewalt an Regeln bindet und nur von offizieller Seite nach diesen Regeln ausgeübt wird.
Im Falle von Selbstverteidigung wird das relativiert und der Selbstverteidiger in der Regel frei gesprochen, aber eben erst nach einer Anklage, da er eben dieses Gewaltmonopol gebrochen hat.
Erlaubt ist das damit noch lange nicht, es wird eben aus gutem Grund nur nicht sanktioniert.

Da der Staat im Fall eines Angriffs eben "versagt" hat mit seinem Schutzversprechen (als Gegenleistung zum privaten Gewaltverzicht), wird der Person zugestanden sich in einer Notsituation selber geholfen zu haben.

Und da haben wir den Punkt.
Menschen die Waffen wollen, glauben nicht an das Funktionieren des Staates, der Gesellschaft und der Regeln.
Sie implizieren mit dem Besitz einer Waffe die Möglichkeit bei einem Totalversagen des Staates das Recht in die eigene Hand zu nehmen ("Howdy Cowboy").
Aber das ist MadMax Denken -- und damit aber eben auch nicht so einfach von der Hand zu weisen.
In USA würde ich eventuell sogar auch eine Halbautomatik im Haus haben,. da dort auf weiter Flur der Staat versagt (und deßhalb lebe ich ja in Deutschland, weil ich das nicht will).

Meine Eltern haben 1968 in New Jersey die Riots miterlebt und mein Vater hatte als Einziger in der Firma, keine Flinte an seiner Drehbank stehen, für den Fall das der schwarze Mob endgültig durchdreht (und wurde dafür übel von den Kollegen beschimpft).
Er ist dann u.a. auch deshalb nach Deutschland zurückgezogen, da er in so einer Gesellschaft nicht mehr leben wollte mit mir als Kind. Meine Verwandten sind aus Newark raus in die Vorstädte gezogen.
Und ich möchte hier nicht in einer Gesellschaft leben in der es normal ist sich zum Schutz zu bewaffnen. Wenn es soweit ist ziehe ich mit meiner Familie weg.

Dumm an der ganzen Geschichte ist nur, das wir es schaffen mit diesem ganzen neoliberalen Wirtschaften die Grundlagen für unsere Zivilisation dem Mammon zu opfern.
Der Staat mit seinen Errungenschaften wir immer mehr zerstört durch Privatisierung und Shareholder Value -- und das führt dazu das an allen Ecken die Versprechen des Staates nicht mehr erfüllt werden (können).

Wenn allenthalben Eigenverantwortung der Leitcode wird, ist es normal, das auch bei der Gewalt immer mehr Menschen "privatisieren" = den Wunsch nach Waffen haben.
Aber das kann nicht der richtige Weg sein.

Die Reichen und Starken haben noch nie einen starken Staat oder verbindliche Regeln gebraucht -- es sind die Armen und Schwachen, die drauf angewiesen sind.
Und egal wie viel Power ich in mir spüre -- alle normalen Menschen sind im Vergleich zu den Kräften des Schicksals alleine schwach. Keiner kommt gegen Alter, Krankheit, Unfälle, oder gesellschaftlichen gewalttätigen Aufruhr ohne Solidarität an (und ich möchte nicht solidarisch in einer Bürgerwehr sein).
Der Wunsch nach Waffen ist dabei genauso irre wie der Wunsch nach übernatürlicher Hilfe.

Zum Schluss zitiere ich noch aus einem immer weniger bekannten Lied:
"Es rettet uns kein hö´res Wesen, kein Gott, kein Kaiser, noch Tribun.
Uns aus dem Elend zu erlösen, können wir nur selber tun!"
Und das hat in der Folge (blutigst) zu unserer Zivilisationsform geführt, die wir jeden Tag erhalten müssen, damit ein neuer Kampf dafür nicht irgendwann mal wieder notwendig wird.
Wenn zugelassen wird, das die Demokratie und ihr/unser Staat immer mehr verschwinden, gebe ich Pasche und KayTee recht -- dann brauchen wir wieder Waffen für jeden, damit es hier die richtige Hölle wird. Jeder sich selber verteidigt und aus Unfug Normalität wird.
"When the going gets weird -- the weird turn pro!" HST

Diese Sonntagsfrühschichten animieren aber auch immer zu so Gedanken über das Große und Ganze ......
Gute Fahrt an alle! Maruski

:shock:
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KayTee
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Re: Lustiges Völkchen...diese Amis!

Beitrag von KayTee »

Moin Maruski!

Ich bitte darum, Folgendes keinesfalls persönlich zu nehmen, denn so ist es nicht gemeint.

Die Argumentation "Mehr Waffen = mehr Unfug" ist keine, es ist eine Totschlagphrase ohne argumentativen Gehalt. Ein Gegenbeleg wurde gegeben: die Schweiz, ich füge Kanada hinzu. Ein weiteres, in seiner Klarheit erschreckendes Gegenbeispiel ist des Weiteren Großbritannien. In Deutschland herrscht nach BKA Schätzungen ein Verhältnis legaler zu illegalen Waffen von 1:5. Legale Waffen werden zu einem verschwindend geringen Prozentsatz für Straftaten missbraucht.
Du behauptetest, das sei in den USA anders. Ich hätte gerne einen Verweis auf eine Quelle. Ist es nicht vielmehr so, dass der Großteil der in den USA begangenen Morde sowie weitere Straftaten unter Schußwaffenverwendung im Zusammenhang mit Gangkriminalität steht, die dabei verwendeten Tatmittel in illegalem Besitz sind?
denn wozu, als zum Unfug, sind Waffen denn da?
Ist eine weitere Floskel, die sich eine Unterstellung formulierend eine echte Argumentation verkneift. "Wofür sind denn sonst Motorräder da, wenn nicht zum Rasen?" ist gleichwertig, aber halt auch ebenso inhaltsleer. Meine Waffen sind Sportgeräte, technisch interessante Werke der Feinmechanik und, hoffentlich wird es nie erforderlich, gegebenenfalls Werkzeuge für meine Rechte gemäß §§32 f. StGB. In wie fern hat das irgendeinen argumentativen Charakter? Wen geht es auch nur einen Feuchten an, ob ich Waffen besitze oder was ich mit diesen tue, so lange ich weder Dritte belästige noch sie gar in irgendeiner Weise gefährde? Eben: es geht niemanden etwas an.
Was gerne vergessen wird: auch wir leben in einer freiheitlich-demokratischen Grundordnung, auch wenn progressiv an der Demontage der selben gearbeitet wird. Das impliziert eine Unschuldsvermutung für unbescholtene Bürger sowie eine weit reichende allgemeine Handlungsfreiheit.
Das schließt eben nicht Verbote ein, deren einzige Begründung Unterstellungen und ideologische Verkrampftheit sind.
Motorräder, Hunde, Waffen, such es dir aus.

In den mir bekannten US Bundesstaaten gibt es klare Aufbewahrungsvorschriften für Schusswaffen, sämtliche legal besessenen sind gemeldet, und bei kleinsten Verstößen kommt der Onkel Polizist vorbei, stellt ein Ticket aus und sammelt sie ein.

Wenn Kinder sich mit Papas Waffen gegenseitig erschießen, ist dann die Waffe, oder ist Papa schuld, der gegen die Aufbewahrungsvorschriften verstoßen hat?
Um es ideologisch zu bereinigen: wenn sie sich mit Baseballschlägern oder Küchenmessern töten, ist das Tatmittel, oder sind nicht doch die Aufsichtspflichtigen verantwortlich? Eben, sehe ich genau so.

Das, und genau das, ist der eigentliche Knackpunkt: individuelle Verantwortung. Du kritisierst ganz nebenbei vermeintlich Neoliberales Denken und die dazugehörige kapitalistische Wirtschaftsordnung, meinst aber damit, dass der Staat sich um alles zu kümmern habe, dieser jede Verantwortung zu übernehmen habe. Das sehe ich fundamental anders, aus der Perspektive eines Deutschen, und das sehen ca. 300 Millionen US Amerikaner aus Sicht ihrer Historie und Verfassung ebenfalls GANZ anders.
Obwohl sich auch das ändert, ein allumfassend zuständiger Staat lullt so schön ein, nimmt Last von den Schultern der Bürger.

Führt uns aber auch direkt zu Orwells 1984, beziehungsweise den real gescheiterten Beispielen der DDR und UDSSR. Vielen Dank, diese Menschenexperimente hatten wir schon einmal, die brauchen wir nicht noch mal.

*Ich* wandere aus, wenn gutmenschenhafte Ärsche in Regierungen mir diktieren können, "dass kein Mensch Motorräder braucht", oder "kein Mensch Waffen braucht", oder "kein Mensch eine eigene Meinung braucht".

Du malst den Teufel in Form einer liberalen und kapitalistischen Gesellschaftsordnung und des daraus vermeintlich zwangsweise folgenden Chaos’ an die Wand. Ich halte dem die absolut realen Auswüchse einer allumfassenden, Freiheit demontierenden Staatsdiktatur entgegen, in der ohne Begründung individuelle Freiheiten und Lebensweisen als disponibel erklärt und sanktioniert werden können.
Sehr real, weil derartige Systeme in Deutschland sowohl in rot als auch in braun bereits unsägliches Leid verursacht haben.
Einen erneuten Versuch Neo-Maoistischer/Neo-Stalinistischer Irrer aus den Reihen der inzwischen per "Marsch durch die Institutionen" in Entscheidungspositionen gelangter Post-68er sowie kurzerhand umgelabelter SED Kader sollten wir uns ersparen.

Wenn du die US Geschichte kennst, weißt du, dass auch aus diesem Grund der 2. Verfassungszusatz eingeführt wurde. Ein wehrhaftes Volk kann sich unter Umständen selbst gegen seine Regierung durchsetzen.
Das hat man nach dem 2. Weltkrieg, besonders seit 1976, in Deutschland zu verhindern gewusst.
Natürlich auch nur aus reinem Humanismus.

:roll:

@ Holzlenker
Servus,

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Ciao Lutz
"muß" oder "darf" ist ein nicht unwesentlicher Unterschied.
Ich stelle die Gegenfrage: weshalb nicht? Über vier Millionen Legalwaffenbesitzer in Deutschland begehen nachweislich so gut wie keine Straftaten, das erledigen Teile der zwanzig Millionen illegalen Waffenbesitzer.
Fällt dir was auf? Mir auch.
Das mit "freiheitlich-demokratisch" hatte ich Maruski schon entgegnet, ich erwähne es der Vollständigkeit halber ein zweites Mal.
Ich zitiere aus ungeahnter Ecke: "Freiheit ist immer die Freiheit der Anderen".
So lange ich meine Freiheit so ausübe, dass du weder gefährdet oder betroffen bist, steht mir diese Nutzung zu.
Ist das nicht der Fall, so ist nahezu alles disponibel, kann alles mit der Floskel "weshalb sollte man das dürfen/müssen?" abqualifizieren und verbieten.

Sorry, ohne mich.

Peace und Gruß und so 8)
KayTee
Zuletzt geändert von KayTee am 25.05.2008, 19:44, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Lustiges Völkchen...diese Amis!

Beitrag von holzlenker »

Servus KayTee,

ich bin auch kein Freund von Zwängen und Reglementierungen und muß mich trotzdem dran halten.

Und so lange ich in meiner Persönlichkeit eingeschränkt werde in dem ich z.B. kein kleines Nummernschild fahren darf (bzw. nicht am Moped meiner Wahl),
von dem nun wirklich keine Gefahr für Mensch oder Tier ausgeht wüßte ich nicht was Schußwaffen in Privathäusern zu suchen haben...

"Freiheit ist immer die Freiheit der Anderen" oder wie war das? 8)

Ciao Lutz
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Re: Lustiges Völkchen...diese Amis!

Beitrag von KayTee »

Moin, Lutz!

Du argumentierst nach der "Methode Sandtörtchen im Kindergarten": ich darf das nicht, dann soll der jenes auch nicht dürfen.

Umgekehrt wird ein Schuh draus: weshalb dürfen Sesselfurzer sich das Recht herausnehmen, ohne jede Begründung die Kennzeichengröße sinnfrei auf Kuchenblechformat festzulegen? Soetwas hat begründet zu werden.

Ob ich jetzt meine Waffen im Tresor liegen haben darf, oder Pickelfressen Spoiler an ihre Golfs nageln dürfen, oder was auch immer sonst, hat mit der Willkür bei verschiedenen Zulassungsregeln aber auch garnichts zu tun.

Welche Gefahr sollte im Übrigen von den entladenen Stücken Eisen in meinem Waffenschrank ausgehen? ist die größer oger geringer als die, die von meinen bis zu 30cm langen Kockmessern ausgeht? Oder von meinen Autos und meinem Mopped? Immerhin sterben jährlich in D 200 Leute im Straßenverkehr. Oder von meinen Fäusten? Genaue Zahlen zu Totschlag und Körperverletzungen habe ich nicht, selten sind diese Taten jedenfalls nicht.
Oder ist nicht doch entscheidend, dass weder mit meinen Fäusten, noch mit meinen Messern, noch mit meinen Waffen, irgendein Mist angestellt wird, also ich als der potentiell Handelnde der entscheidende Faktor bin?
Menschen töten Menschen, Tatmittel werden von diesen benutzt.

Ansonsten hast du mich klar auf deiner Seite: im Rest der Welt scheinen die Bullen bessere Augen zu haben als in Deutschland, die Kennzeichen an Reiskochern in der Schweiz sind mickrig. Und das, obwohl wir doch mit dem "Mautsystem" die perfekteste technologische Vollüberwachung des Autobahnverkehrs überhaupt haben ...

Gruß,
KayTee
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Re: Lustiges Völkchen...diese Amis!

Beitrag von holzlenker »

Servus KayTee,

ein Kochmesser brauche ich zum Kochen,
einen Baseballschläger zum Spielen,
ein Auto oder Moped zum Fahren,

und ganz klar, alle diese Dinge sind sekundär gesehen Mordwaffen und werden in diesem Moment nicht bestimmungsgemäß eingesetzt.

Wie sieht das bei einer Magnum, Mauser oder wie die Flinten alle heißen aus?
Was kann man noch mit denen machen außer schießen?

Für Sportschützen reicht doch ein Luftgewehr und die Todesfallquote nach so einem Beschuß ist doch eher gering.

Bitte das nicht als Aufstachelung anzusehen, ich bin halt der Meinung das man sowas nicht braucht.
Ich habe in meinem Bekanntenkreis jemanden der auch so einen Spleen hat, und die Disskussion verläuft meißt ähnlich.
Er geht aber auch wirklich sehr gewissenhaft mit der Sicherung der Teile um!

Ciao Lutz
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