Moin Maruski!
Ich bitte darum, Folgendes keinesfalls persönlich zu nehmen, denn so ist es nicht gemeint.
Die Argumentation "Mehr Waffen = mehr Unfug" ist keine, es ist eine Totschlagphrase ohne argumentativen Gehalt. Ein Gegenbeleg wurde gegeben: die Schweiz, ich füge Kanada hinzu. Ein weiteres, in seiner Klarheit erschreckendes Gegenbeispiel ist des Weiteren Großbritannien. In Deutschland herrscht nach BKA Schätzungen ein Verhältnis legaler zu illegalen Waffen von 1:5. Legale Waffen werden zu einem verschwindend geringen Prozentsatz für Straftaten missbraucht.
Du behauptetest, das sei in den USA anders. Ich hätte gerne einen Verweis auf eine Quelle. Ist es nicht vielmehr so, dass der Großteil der in den USA begangenen Morde sowie weitere Straftaten unter Schußwaffenverwendung im Zusammenhang mit Gangkriminalität steht, die dabei verwendeten Tatmittel in illegalem Besitz sind?
denn wozu, als zum Unfug, sind Waffen denn da?
Ist eine weitere Floskel, die sich eine Unterstellung formulierend eine echte Argumentation verkneift. "Wofür sind denn sonst Motorräder da, wenn nicht zum Rasen?" ist gleichwertig, aber halt auch ebenso inhaltsleer. Meine Waffen sind Sportgeräte, technisch interessante Werke der Feinmechanik und, hoffentlich wird es nie erforderlich, gegebenenfalls Werkzeuge für meine Rechte gemäß §§32 f. StGB. In wie fern hat das irgendeinen argumentativen Charakter? Wen geht es auch nur einen Feuchten an, ob ich Waffen besitze oder was ich mit diesen tue, so lange ich weder Dritte belästige noch sie gar in irgendeiner Weise gefährde? Eben: es geht niemanden etwas an.
Was gerne vergessen wird: auch wir leben in einer
freiheitlich-demokratischen Grundordnung, auch wenn progressiv an der Demontage der selben gearbeitet wird. Das impliziert eine Unschuldsvermutung für unbescholtene Bürger sowie eine weit reichende allgemeine Handlungsfreiheit.
Das schließt eben nicht Verbote ein, deren einzige Begründung Unterstellungen und ideologische Verkrampftheit sind.
Motorräder, Hunde, Waffen, such es dir aus.
In den mir bekannten US Bundesstaaten gibt es klare Aufbewahrungsvorschriften für Schusswaffen, sämtliche legal besessenen sind gemeldet, und bei kleinsten Verstößen kommt der Onkel Polizist vorbei, stellt ein Ticket aus und sammelt sie ein.
Wenn Kinder sich mit Papas Waffen gegenseitig erschießen, ist dann die Waffe, oder ist Papa schuld, der gegen die Aufbewahrungsvorschriften verstoßen hat?
Um es ideologisch zu bereinigen: wenn sie sich mit Baseballschlägern oder Küchenmessern töten, ist das Tatmittel, oder sind nicht doch die Aufsichtspflichtigen verantwortlich? Eben, sehe ich genau so.
Das, und genau das, ist der eigentliche Knackpunkt: individuelle Verantwortung. Du kritisierst ganz nebenbei vermeintlich Neoliberales Denken und die dazugehörige kapitalistische Wirtschaftsordnung, meinst aber damit, dass der Staat sich um alles zu kümmern habe, dieser jede Verantwortung zu übernehmen habe. Das sehe ich fundamental anders, aus der Perspektive eines Deutschen, und das sehen ca. 300 Millionen US Amerikaner aus Sicht ihrer Historie und Verfassung ebenfalls GANZ anders.
Obwohl sich auch das ändert, ein allumfassend zuständiger Staat lullt so schön ein, nimmt Last von den Schultern der Bürger.
Führt uns aber auch direkt zu Orwells 1984, beziehungsweise den real gescheiterten Beispielen der DDR und UDSSR. Vielen Dank, diese Menschenexperimente hatten wir schon einmal, die brauchen wir nicht noch mal.
*Ich* wandere aus, wenn gutmenschenhafte Ärsche in Regierungen mir diktieren können, "dass kein Mensch Motorräder braucht", oder "kein Mensch Waffen braucht", oder "kein Mensch eine eigene Meinung braucht".
Du malst den Teufel in Form einer liberalen und kapitalistischen Gesellschaftsordnung und des daraus vermeintlich zwangsweise folgenden Chaos’ an die Wand. Ich halte dem die absolut realen Auswüchse einer allumfassenden, Freiheit demontierenden Staatsdiktatur entgegen, in der ohne Begründung individuelle Freiheiten und Lebensweisen als disponibel erklärt und sanktioniert werden können.
Sehr real, weil derartige Systeme in Deutschland sowohl in rot als auch in braun bereits unsägliches Leid verursacht haben.
Einen erneuten Versuch Neo-Maoistischer/Neo-Stalinistischer Irrer aus den Reihen der inzwischen per "Marsch durch die Institutionen" in Entscheidungspositionen gelangter Post-68er sowie kurzerhand umgelabelter SED Kader sollten wir uns ersparen.
Wenn du die US Geschichte kennst, weißt du, dass auch aus diesem Grund der 2. Verfassungszusatz eingeführt wurde. Ein wehrhaftes Volk kann sich unter Umständen selbst gegen seine Regierung durchsetzen.
Das hat man nach dem 2. Weltkrieg, besonders seit 1976, in Deutschland zu verhindern gewusst.
Natürlich auch nur aus reinem Humanismus.
@ Holzlenker
Servus,
mir fehlt die Einsicht warum ein Privatmann 10-50 funktionierende Schußwaffen daheim haben muß (darf)...incl. Munition...
Wenn einer privat jagen will kann er das doch auch mit Pfeil & Bogen und sein wahres Können unter Beweis stellen
Und wer Spaß am Ballern hat geht auf den Schießplatz und da bleibt auch die Flinte!
Ciao Lutz
"muß" oder "darf" ist ein nicht unwesentlicher Unterschied.
Ich stelle die Gegenfrage: weshalb nicht? Über vier Millionen Legalwaffenbesitzer in Deutschland begehen nachweislich so gut wie keine Straftaten, das erledigen Teile der zwanzig Millionen illegalen Waffenbesitzer.
Fällt dir was auf? Mir auch.
Das mit "freiheitlich-demokratisch" hatte ich Maruski schon entgegnet, ich erwähne es der Vollständigkeit halber ein zweites Mal.
Ich zitiere aus ungeahnter Ecke: "Freiheit ist immer die Freiheit der Anderen".
So lange ich meine Freiheit so ausübe, dass du weder gefährdet oder betroffen bist, steht mir diese Nutzung zu.
Ist das nicht der Fall, so ist nahezu alles disponibel, kann alles mit der Floskel "weshalb sollte man das dürfen/müssen?" abqualifizieren und verbieten.
Sorry, ohne mich.
Peace und Gruß und so
KayTee