Lustiges Völkchen...diese Amis!

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Moderator: Gerry

maruski
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Re: Lustiges Völkchen...diese Amis!

Beitrag von maruski »

VORSICHT! Extremgelaber. Nur lesen wenn Interesse. Ich hafte nicht für Langeweile. Habe beim schreiben aber wieder viel eigenes Bewusstsein in mir aufgefrischt -- Waffen sind und bleiben prinzipiell Kacke!


Jo Moin KayTee, das du ein Waffenfreak bis hast du ja schon erwähnt, daher ist deine Position nur legitim.
Freut mich das es die Möglichkeit gibt über dieses, nur am Rande mit Motorrad fahren zu korrelierende Thema, hier auch etwas ausführlicher zu diskutieren. Danke Gerry.

Zu deinem Beitrag: Du bist ja nicht für das verantwortlich was ich lese und damit finde ich ist alles gesagt.
Ein Disput, zivilisiert ausgetragen, ist eine schöne Sache. Und selbst wenn du mich "blöder Hund" nennen willst, ärgert mich das nur, wenn ich mich auch ärgern will.
Und das will ich selten und vor allem nicht im Forum.
Anbei bin ich sogar fasziniert von Waffentechnik im mechanischen Sinn.

Zu deinen Thesen (am Ende habe ich ein paar links zu der US Meinungsvielfalt, die nicht NRA Linie sind). Lange nicht alle US Bürger sind glücklich mit den 2. (über 200 Jahre alten!) Verfassungszusatz und halten ihn für überholungsbedürftig.

Die Datenbasis geht etwas auseinander in den USA, da mächtige (ähnlich unserem ADAC) Interessengruppen (stramme Bush-Wähler, mit Aufruf zu Wahl der Republikaner) eben auch ihre Wirklichkeiten produzieren.
Daher ist das Datenmaterial immer auch ein politisches Instrument.
Ich habe hier natürlich nicht die NRA zitiert.

Freiheit ist ein Grundwert, der so wenig wie möglich angetastet werden darf -- da hast du Recht.
Aber ich bin doch glücklich über Einschränkungen, die es in allen Bereichen gibt, um mein und das Leben meiner Lieben sicherer zu machen.

Überall wo es mehr Waffen gibt, gibt es auch mehr Unfug.

Mein Kumpel Marcel aus der Schweiz hat mir erklärt, dass die Armeewaffen in der Schweiz und die Munition, sehr stark kontrolliert werden und eben nicht Eigentum der Eidgenossen privat sind, sondern Armeebestand.
Ich glaube mich erinnern zu können, das er gesagt hat, die seien sogar verplombt, was auch kontrolliert wird (gegen verplombte Waffen, die jährlich vorgezeigt werden müssen, hab ich auch deutlich weniger Einwände).
Daher ist das Argument Schweiz sehr schwach.

Die empirisch zu sehende Sachlage ist nun mal "Mehr Waffen = mehr Unfug" und ist keine Phrase.

Auch der Verweis auf das Verhältnis Legal vs. Illegal ist hinkend, da ich ja schon erwähnte, das aus jedem Menschen ein Krimineller werden kann -- auch aus dir und mir. Da seien wir mal nicht so optimistisch. Und um die 200.000.000 Waffen in den USA mit jährlich über 100.000 Toten zeigen ja, das nicht jede legale Waffe tötet, aber will man bei den Zahlen und dazu gehörenden Schicksalen, wirklich noch Prozente anbringen?

Der Jump zu den Motorrädern ist nett, aber eben ein anderes Thema. Mir ist kein Hersteller von Motorrädern bekannt, der seine Maschinen auf laterale Effizienz trimmt und als Waffenfreak kennst du mit Sicherheit die Werbungen aus den USA für Handfeuerwaffen.
Selbst wenn man eine Affinität von "No risk - no fum" bei Motorradherstellern unterstellen kann, ist das doch eine ganz andere Baustelle.
Die Gefährlichkeit von Leitern hast du nicht erwähnt, warum?

Bei Waffen rede ich nicht vom Risiko durch rumliegen, eher vom Risiko durch Determination des Gegenstandes.
Ich sehe sogar einen Unterschied zwischen Handfeuerwaffen und Gewehren, der aber nur tendenziell meine Meinung beeinflusst.

Wen es was angeht?
Nun ja, zumindest den Besitzer des Gewaltmonopols und das, in einer Demokratie, im Auftrag von uns allen.
Geringste Verstöße = Einsammeln? Das glaubst du ja wohl selber nicht wirklich! (lese dir mal den Text am Ende durch, da wird beschrieben das die NRA die Sicherheitskontrollen behindert)
193 - 250 Millionen Waffen in den USA lassen sich nicht sicher lagern -- nirgendwo. Auch kontrollieren kann man das schon lange nicht mehr.
Und ob sie die Demokratie von Jefferson, Adams und Co. sichern wage ich zu bezweifeln.

Kinder, Papa, Staat, wer ist schuld bei Unfällen?
Der Staat, der so ein Risiko sinnlos duldet, ist die Instanz die es tangiert, da er die Schwachen vor den Starken schützen soll. Bei über 2000 toten Kindern, jedes Jahr, kann da ja wohl nicht alles im Guten sein.

Klar kann alles Waffe sein. Das Töten mit einer bestimmten Waffe ist aber unterschiedlich schwierig. Baseballschläger sind eher so ungeeignet wie Kains Stein. 45er Magnums oder Shot Guns dagegen eher geeignet und gehören daher reglementiert.

Verantwortung hat der Staat da zu übernehmen wo es die Möglichkeiten des Einzelnen übersteigt.
Das habe ich glaub ich deutlich ausgeführt.

Orwells 1984 wird eben durch die konstruierte, permanente Bedrohung der Bürger (durch Waffen) erst möglich gemacht. Die Kriege der drei Kontinente sind ein Grundpfeiler von Orwells Theorie der Unfreiheit nach innen (Parallelen zur 9/11 Hysterie, oder soll ich sagen Neurose, sind immens).
Klar führt Orwell aus, das das Volk, wenn nur dumm genug gehalten, leicht zu manipulieren ist.
Da währe auch kein Unterschied, wenn alle die den "Großen Bruder" lieben, voll Bewaffnet währen.
Libanon, Afghanistan, Pakistan, halb Afrika, etc, p.p. sind nicht gerade freie Lebenszonen, trotz immenser Waffendichte.
Orwell anzuführen, der den spanischen Bürgerkrieg als Grausen live erlebt hat, ist für Volksbewaffnung echt ungeeignet. Er hat eben dort erkannt wo das hinführt und wo die Grenzen sind.
Das ist ja eine von den Grundthesen in 1984 - das das System die Gewalt pervertiert. Und das die Massen dem "Großen Bruder" folgen.

Gerade die (relativ friedlichen) Umwälzungen in der DDR und UDSSR haben mir gezeigt, wie gut es ist eine unbewaffnete Gesellschaft in Krisensituationen zu haben.
Die vorangetriebene Bewaffnung des Volkes in Jugoslawien und dem nahen Osten zeigen doch deutlichst wo eine individualisierte Gewaltverteilung endet.
Zum Glück sind die Russen und Ossis unbewaffnet gewesen, anders währen die jetzt noch im Bürgerkrieg.
Und bitte, wer glaubt denn noch nach den letzten Jahrzehnten das Wandel oder Bestand nur mit Waffen/Gewalt geht?

Das Auswandern ist Jedermanns gutes Recht. Und ich bin mir ziemlich sicher, das viele Menschen glauben Waffen zu brauchen, viele glauben auch einen persönlichen Gott oder ein Horoskop zu brauchen.
Meine Meinung dazu behalte ich aus Höflichkeit für mich.
Aber eine Waffe ist eben was anderes als ein Motorrad oder eine Meinung.

Die Geschichte der USA habe ich sogar vor Ort in Philladelphia recht eingehend studiert und der 2. Verfassungszusatz (zitiert nach dtv "Die Amerikanische Revolution") lautet eben:
"Da eine gut ausgebildete Miliz für die Sicherheit eines freien Staates erforderlich ist, darf das Recht des Volkes, Waffen zu besitzen und zu tragen, nicht beeinträchtigt werden."
Das war eine andere Gesellschaft. Wo bitte gibt es noch in den USA Milizen, die den Staat schützen?
1787 haben die Gründerväter berechtigte Angst vor den europäischen Großstaaten gehabt und sich, mangels Masse an Industrie und Organisation, nur so zu helfen gewusst, um dem Volk die Illusion von Sicherheit nach außen zu geben und damit Zeit für Sicherheit nach innen durch staatliche Strukturen zu erreichen.
Die Mär vom Schutz nach innen ist bestimmt nicht auf dem Mist der Gründerväter (die extrem positive Menschenbilder hatten) entstanden.
Auch war der Sezessionskrieg noch nicht lange her und es war klar, das es jederzeit möglich ist, das recht starke bewaffnete Gruppen wiedererstarken können in abgelegenen Gebieten -- ein bewaffnetes Volk bot die einzige Möglichkeit jederzeit an jedem Ort des riesigen Landes die Interessen aus Philadelphia/Washington umzusetzen. Das ist heute alles anders und damit auch der 2. Verfassungsgrundsatz ein Anachronismus.

Wie du vielleicht weißt, war eben die private Bewaffnung von großen Bevölkerungsteilen, den sogenannten Freikorps, in der Weimarer Republik ein großes Problem und da hat sich die SPD, unter Friedrich Ebert, auch nicht mit Ruhm bekleckert, als sie sie in ihrer Not (Novemberrevolte und Versailler Vertrag) instrumentalisierte und eingliederte.
Viele Freikorpler sind später froh in der SA und SS wieder zu Waffen gekommen.
Hitler hat die Entwaffnung des Volkes massiv in seine Propaganda eingebaut und damit sehr viele "Entwaffnete" auf seine Seite gezogen. Das war ein Grund für die Regelungen der Alliierten und Verfassungsväter nach 1945.
Und ich sehe auch heute viel Unheil, wenn dieses Volk meint es kann aus sich heraus Ordnung schaffen auf eigene Faust, anders als durch Wahlen - Gewaltverzicht.

Ich bin und bleibe froh, das du dich über deine Gängelung aufregst, das zeigt mir das es Kontrolle gibt ;-))
Und ich bin froh, das meine Nachbarn nicht einfach beim Passatkauf ein G3 dazubekommen können.
Ich ärgere mich auch über so viele scheinbar(aus meiner Perspektive) unnütze Regelungen (und muss diesen Monat auch wieder zum TÜV), aber sobald ich mich in meiner Aufgeregtheit von meinem Standpunkt löse, finde ich viele nachvollziehbare Gründe für Beleuchtung, Hupe, Bremsen, Schalldämpfer, etc. und deren Normung im Interesse der Anderen.

Auch gibt mir das die Chance zur Differenzierung und die Möglichkeit zu einem Aufbegehren.
Ein wenig Illegal grenzt doch auch zum Rest wohltuend ab. Und was verboten ist macht mehr Spaß.

Es ist eben leicht zu meinen man stört niemanden, oder noch leichter das es einem egal ist. Aber zu Ende gedacht will ja wohl keiner "Freedom total" -- denn das wird eine Illusion bleiben, solange der Mensch dem Menschen ein Wolf ist und nur in Elend enden.

Und über 700.000 Tote in den Jahren 93-97 in den USA durch Waffen sind ein Irrsinn, da bleibe ich bei.
Sobald so viele durch etwas anderes, ohne starke Wirtschaftsinteressen (die natürlich nur die legalen Waffen fördern), umkommen würden, währe sofort Achterbahn angesagt (9/11 hat ein paar tausend Tote gebracht und der gesmte Flugverkehr weltweit ist ein Horror geworden, mit Unfreiheit über alle Maßen).
Der Verkehr bringt aber auch in USA mehr Leute um und AAA hält die Segel im Wind.

Ich hoffe das hat nur gelesen wer Spaß dran hatte, aber es ist ja dennoch eher ein total vereinfachtes Blitzlicht und diese Diskussion absolut unendlich.

Ich geh jetzt ins Bett. Gute Nacht. Maruski

Die psychoanalytische Fetischtheorie zu Waffen (aber auch zu Motorrädern) verkneife ich mir bewusst ;-)))

http://www.libraryindex.com/pages/194/G ... ities.html
http://www.firearmslawcenter.org/about/gun_violence.asp

Does a Gun in the Home Make You Safer?

No. Despite claims by the National Rifle Association (NRA) that you need a gun in your home to protect yourself and your family, public health research demonstrates that the person most likely to shoot you or a family member with a gun already has the keys to your house. Simply put: guns kept in the home for self-protection are more often used to kill somebody you know than to kill in self-defense; 22 times more likely, according to a 1998 study by the Journal of Trauma.[1] More kids, teenagers and adult family members are dying from firearms in their own home than criminal intruders. When someone is home, a gun is used for protection in fewer than two percent of home invasion crimes.[2] You may be surprised to know that, in 1999, according to the FBI's Uniform Crime Report, there were only 154 justifiable homicides committed by private citizens with a firearm compared with a total of 8,259 firearm murders in the United States. Once a bullet leaves a gun, who is to say that it will stop only a criminal and not a family member? Yet at every opportunity the NRA uses the fear of crime to promote the need for ordinary citizens to keep guns in their home for self-protection. Furthermore, the NRA continues to oppose life-saving measures that require safe-storage of guns in the home.

Keeping a Gun in the Home Can Be Deadly

Because handguns and other firearms are so easily accessible to many children, adolescents and other family members in their homes, the risk of gun violence in the home increases dramatically. Consider this: The risk of homicide in the home is three times greater in households with guns.[3] The risk of suicide is five times greater in households with guns.[4] What's more, tragic stories of accidental or unintentional shootings from the careless storage of guns at home are all too common. The statistic noted above bears repeating: a gun in the home is 22 times more likely to be used in a criminal, unintentional, or suicide-related shooting than to be used in a self-defense shooting. [5]

A Gun in the Home: Key Facts

* From 1990-1998, two-thirds of spouse and ex-spouse murder victims were killed with guns.[6]
* Guns are the weapon of choice for troubled individuals who commit suicide. In 1999, firearms were used in 16,599 suicide deaths in America. Among young people under 20, one committed suicide with a gun every eight hours.[7]
* A gun in the home also increases the likelihood of an unintentional shooting, particularly among children. Unintentional shootings commonly occur when children find an adult's loaded handgun in a drawer or closet, and while playing with it shoot themselves, a sibling or a friend. The unintentional firearm-related death rate for children 0-14 years old is NINE times higher in the U.S. than in the 25 other countries combined.[8]
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Arthur
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Re: Lustiges Völkchen...diese Amis!

Beitrag von Arthur »

Hallo Maruski,

ich hätte da noch einen anderen Aspekt. War schon ein paar mal in den USA, einmal knapp ein Jahr. Was mit angenehm aufgefallen ist, war der rücksichtsvolle Umgang miteinander.
Also z.B. wenn man jemanden aus Versehen anrempelt (oder angerempelt wird), entschuldigen sich sofort beide Seiten. Und zwar egal, ob der einer ein Oberschenkel als Bizeps hat und drei Köpfe größer ist und der andere ein laufender Meter mit 50 Kg ist. Die „Kampfmaschine“ entschuldigt sich auch. Und das Ganze wohl deshalb, weil der laufender Meter bewaffnet sein könnte. In Deutschland muss der „Meter“ dagegen damit rechnen, dass er was auf die Kauleiste bekommt. Oder einfach schon im Vorfeld als Opfer auserkoren wird.

Eigentlich ist das ein alter Hut. Wenn früher zwei Völker aufeinander trafen, wurde zuerst abgesteckt, ob eine feindliche Übernahme ohne große eigene Schäden möglich ist. Wenn ja, wurde kassiert. Wenn nein, wurde Handel betrieben. Und da hat sich bis heute nichts geändert.

Du hast mehrmals propagiert, sich im Falle eines Raubes/Diebstahls nicht zu verteidigen. Es könnte sonst eskalieren. Vor ein paar Tagen habe ich im TV einen Überwachungskamera.Mitschnitt gesehen. Da wurde ein 19-jährider auf einem Bahnsteig von zwei Männern ausgeraubt. Das hat aber nicht gereicht. Einer von den Räubern (inzwischen gefasst) hat dem Opfer, das am Boden lag, mit voller Wucht mehrmals gegen den Kopf getreten (mit gestrecktem Bein, Blutgrätsche im Fußball genannt).

Ich denke, er hätte sich wehren müssen.

Gruß Arthur
FX72
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Re: Lustiges Völkchen...diese Amis!

Beitrag von FX72 »

Hi KayTee,
koenntest Du mir ein paar mehr Details ueber Grossbritannien als Gegenbeispiel geben (aus reinem Eigeninteresse da ich in UK lebe)?
Mir ist nicht bekannt, dass hier viele Schusswaffen im Umlauf waeren. Ich habe den Eindruck dass die juengsten Morde unter Jugendlichen (dieses Wochenende wieder einer) zumeist mit Messern begangen wurden.

Besten Gruss aus London


FX72


PS: Besten Dank an Maruski fuer die Info ueber die Schweiz, wusste ich auch noch nicht, dass es dort offensichtlich effektive Kontrollen der Waffen gibt.
Christian
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Re: Lustiges Völkchen...diese Amis!

Beitrag von Christian »

Hallo Leute!

Von der Messerstecherei habe ich auch gelesen, so ein hirnrissiger Blödsinn. Da wird ein Mensch getötet, weil er einen anderen wegen seines Fehlverhaltens anspricht. Und natürlich, es ist wie immer: Der Messerstecher hat das Messer nur dabei gehabt, weil er sich verteidigen muss. Die Story kennen wir alle: Ausrede, Selbstrechtfertigung. Da fängt der Unsinn doch schon an. Wenn jeder sich zu verteidigen müssen glaubt, gegen vermeintliche Feinde, die er sich einbildet , gedanklich aufbaut und gleichzeitig qua gesteigertes Drohpotential eine Selbstaufwertung zu erreichen meint ist die Gefahr eines Einsatzes eines solchen Mordgeräts fast schon eine selbstverständlichkeit. Wozu sonst, als für den (herbeigesehnten?!) Ernstfall benötige ich so ein Sch...ding?
Wenn ich dagegen keine Waffe mit mir führe, kann ich auch keine einsetzen, muss vielleicht bei einer Auseinandersetzung klein beigeben, aber begehe wenigstens keine unverantwortliche Tat und zerstöre kein Menschenleben.
Und wehren kann ich mich, wie Maruskis schon sagte, durch unkonventionelles Verhalten.

Mal ganz davon abgesehen, dass es nicht meine Aufgabe ist, dem Menschen Schlechtes zu tun, sondern Gutes.

Außerdem habe ich meine Zweifel daran, dass es an den vielen Waffen liegt, wenn Menschen in den USA einander mit Freundlichkeit begegnen. Das tun sie in Großbritannien (London, da war ich gerade ein paar Tage) nämlich auch, und dort gibt es ein großes Völkermischmasch, aber offenbar kaum Waffen, jedenfalls ahbe ich da keine gesehen und fand das sehr angenehm.

Was mir in London an Freundlichkeit begegnet ist, war staunenswert, geradezu sagenhaft gegenüber dem, was man in Deutschland erleben kann, wo mir Verkäufer in der Schulung sagen, dass sie doch nicht "für jeden Lackel den Grüßaugust geben" werden.
Wenn ich in London im Laden etwas nicht bekommen habe, weil es das nicht gab, hat sich der Händler entschuldigt, dass er mich nicht bedienen konnte. Anfangs habe ich das für eine besondere Art der Servilität gehalten, aber nachdem mich auf der Straße Londoner angelächelt haben (zuerst habe ich gedacht, dass ich irgendwas komisches im Gesicht habe!) wurde mir klar, dass die Menschen dort überwiegend einfach nur freundlich sind und habe zurückgehrinst was das Zeug hält. Hierzulande hat man nicht nur bei tiefverschleierten Orientalinnen den "leeren Blick" (sie müssen, weil Allah es so will, wie mir eine verschleierte Schülerin erklärte), sondern auch bei vielen anderen Menschen jeder Art und Kultur.
Trete ich einem Londoner auf den Fuß, entschuldigt er sich bei mir dafür, dass er seinen Fuß nicht schnell genug wegbekommen hat. Rempel ich einen an, entschuldigt er sich dafür, dass er mir nicht ausgewichen ist. Solche Freundlichkeit wirkt ungemein ansteckend und ich hoffe, mir etwas davon für Deutschland konserviert zu haben.

Waffen habe ich da keine gesehen, auch nicht in den heruntergekommenen Vierteln und im größten Gewusel im Camden Town Market begegnete man sich freundlich, keiner beanspruchte the middle of the street.

Selber tragen tue ich nicht mal mehr ein Klappmesser und ich werde daurch auch nicht ein xxxx-erer (bitte an Adjektiven einsetzen, was man will!) Mensch, dass ich eine Waffe mit mir führe. Das was ich bin, bin ich durch mich und mein Wertgerüst, nicht durch eine Waffe oder einen gefährlichen Hund oder ein anderes Gerät zur Fremdaufwertung.

Natürlich kann ich viele Alltgasdinge als Waffe mißbrauchen, aber sie sind nie dafür konzipiert worden, andere Menschen zu schädigen. Bei Waffen ist das anders, deren primäre Aufgabe ist es, Leben zu zerstören.

Es grüßt etwas müde, aber trotzdem heute mit besonders freundlichen Grüßen, Christian
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maruski
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Re: Lustiges Völkchen...diese Amis!

Beitrag von maruski »

Hi FX 72.
Nicht das da was in den falschen Kontext kommt. Der Marcel hat mir diese Kontrolle nur in Bezug auf die Armeewaffen der sog. Wehrmänner (die zu Hause aufbewahrt werden erzählt.
Der Rest der Schweizer scheint total Waffenmeschugge zu sein und da gibt es auch weniger Regelungen als bei uns.
Womit lange nicht alle Schweizer einverstanden sind. Die können das aber ja bei Mehrheit recht problemlos per Volksentscheid regeln.
Da das noch nicht geschehen ist scheint die Mehrheit ganz zufrieden zu sein.
Aber wir haben hier im Forum ja auch Schweizer, die uns mal aktuell berichten können, meine Infos sind schon was deutlich älter..
Gruß Maruski
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KayTee
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Re: Lustiges Völkchen...diese Amis!

Beitrag von KayTee »

Moin Lutz!

Bitte auch nicht persönlich nehmen.

So lange es Dritte nicht betrifft, was ich mit meinen Waffen mache (oder eben nicht mache), steht ihnen eine Wertung meiner Entscheidung nicht zu. Wenn wir das zulassen, dass ohne objektiven Grund Dritte normative Wertungen höchst privater Entscheidungen treffen, geben wir das Grundprinzip individueller Handlungsfreiheit auf und unterwerfen uns ohne Not der Willkür Dritter.

Ich bin Vorstandsmitglied eines Sportschützenclubs und noch amtierender Landesmeister (Mannschaft). Man kann getrost davon ausgehen, daß ich mich relativ gut mit diesem Thema auskenne, und noch mehr, dass ich hochnotpeinlich darauf achte, dass es keinerlei auch nur im Ansatz kritische Situationen gibt.
Alle meiner Waffen werden ausschließlich zum von der Erwerbsgenehmigung erfassten Zweck genutzt, also zum sportlichen Schießen. Mit Fertigungsschwestern meiner Glock und meines 686er S&W gehen Polizisten weltweit auf Streife, mit Flinten wie meiner stellen Jäger Geflügel nach, und was in den 108 Jahren "Lebensdauer" mit meinem "Karl Gustav" aus Mauser Fertigung alles angestellt wurde möchte ich nicht wissen. Mit einem .44er wie meinem würde kein Polizist los marschieren, die Viesierung ist rein sportlicher Art, dennoch könnte man damit hervorragend hauen oder ihn werfen.
All das ist vollkommen unerheblich: mit diesen Waffen werden ausschließlich Pappscheiben und Tonpresslinge malträtiert.

Wenn das "hätte, könnte, würde" entscheidet, fällt als erstes der individuelle Kraftverkehr ins Klo, denn dieser tötet sehr objektiv allein in Deutschland jedes Jahr ca. 2000 Menschen.
Wobei man dabei natürlich in die gleiche Argumentationsfalle rennt wie beim ideologisch motivierten Argumentieren gegen Schußwaffen: nicht "der Straßenverkehr" tötet, sondern situativ fehlerhaft handelnde Menschen tun das! Gegenstände wie Autos, Motorräder, Flugzeuge oder eben Schußwaffen handeln nicht, sie werden von Menschen bei Handlungen benutzt.
Nicht die Flugzeuge haben am 11.09. ca. 3000 Menschen getötet, sondern sehr, sehr irre Menschen.

Wenn du (stellvertretend) argumentierst, niemand "brauche" großkalibrige Waffen, man könne auch in Schießkinos ohne Kugel "schießen", so entgegne ich: niemand "braucht" Motorräder oder Autos, man kann auch Elektrokarren fahren für den täglichen Transport. Niemand braucht CD Player, man kann auch per Radio Musik hören. Niemand "braucht" Musik.
Kann und sollte man demnach all dies verbieten, weil irgendjemand kraft souveräner Arroganz behauptet, das sei alles "nicht erforderlich"?
Steht die individuelle Handlungsfreiheit demnach unter Erlaubnisvorbehalt?
Dann sind wir in der Tat bei Mao/Stalin/Orwell.

Waffenbesitz ist streng reguliert, zu recht. Selbstredend wird auch dort versucht, das bisschen verbleibende Freiheit trotz erwiesener Nicht-Gefährdung der Allgemeinheit durch legale Waffenbesitzer weiter einzuschränken, aus rein ideologischen Gründen. Arschlöcher finden sich auch im Bundesinnenministerium.

Ein Saldieren der sinnfreien Gängeleien für Motorradfahrer, Hundebesitzer oder Waffenbesitzer sollten wir uns schenken, wir sitzen de facto alle im selben Boot.

Gruß,
KayTee
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Christian
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Re: Lustiges Völkchen...diese Amis!

Beitrag von Christian »

Hallo Kay Tee!

Ich gebe Dir recht, wenn Du einen Unterschied zwischen legal und illegal machst, aber ich finde, Deine Argumentation hinkt manchmal:
Legale Waffen werden zu einem verschwindend geringen Prozentsatz für Straftaten missbraucht.
Wahrscheinlich, weil jemand, der ein Deutschland eine legale Waffe hat, auch nachweisen muss, dass er die zum Besitz nötige Reife besitzt. Hat er die nicht, bekommt er keine legale Waffe und beschaft sich eine illegale. Und dann kommt die Unreife mit dem Mordotential einer Waffe zusammen und wir haben den Salat.
Ist es nicht vielmehr so, dass der Großteil der in den USA begangenen Morde sowie weitere Straftaten unter Schußwaffenverwendung im Zusammenhang mit Gangkriminalität steht, die dabei verwendeten Tatmittel in illegalem Besitz sind?
"Wofür sind denn sonst Motorräder da, wenn nicht zum Rasen?" ist gleichwertig, aber halt auch ebenso inhaltsleer.
Nu, sie sind nicht dazu da, andere zu zerstören. Und das macht einen wesentlichen Unterschied. Und zum Rasen sind sie auch nur in den Augen einiger verrückter, und die können ruhig ihr Mopped bei den Grünen als Dauerleihgabe deponieren. In München wurden dort gerade ein paar Rennsemmeln zeitweilig einbehalten, weil die Fahrer uneinsichtig in die möglichen negativen Konsequenzen ihres Verhaltens waren.
Wen geht es auch nur einen Feuchten an, ob ich Waffen besitze oder was ich mit diesen tue, so lange ich weder Dritte belästige noch sie gar in irgendeiner Weise gefährde? Eben: es geht niemanden etwas an.
Wer garantiert Deinem nächsten dass Du diese Meinung wirklich hast oder dass Du sie nicht änderst, wann es Dir und nicht ihm passt? Genau, jetzt geht es ihn gewaltig was an.
Das impliziert eine Unschuldsvermutung für unbescholtene Bürger sowie eine weit reichende allgemeine Handlungsfreiheit.
Die ihre Grenzen in der Freiheit anderer findet.
Freiheit verstanden als frei von Zwang. Welcher Zwang wöäre größer als der einer Waffe?
In den mir bekannten US Bundesstaaten gibt es klare Aufbewahrungsvorschriften für Schusswaffen, sämtliche legal besessenen sind gemeldet, und bei kleinsten Verstößen kommt der Onkel Polizist vorbei, stellt ein Ticket aus und sammelt sie ein.
Das Problem sind nicht die legalen sondern die illegalen und deren Besitzer.
Wenn Kinder sich mit Papas Waffen gegenseitig erschießen, ist dann die Waffe, oder ist Papa schuld, der gegen die Aufbewahrungsvorschriften verstoßen hat?
Es ist die Dummheit der Kinder, gepaart mit der Unvorsichtigkeit des Vaters und dem Mordpotential der Waffe. Erst dieser Mix macht das Ganze so tödlich gefährlich, wobei die Waffe der Potentialmultiplikator ist.
Um es ideologisch zu bereinigen: wenn sie sich mit Baseballschlägern oder Küchenmessern töten, ist das Tatmittel, oder sind nicht doch die Aufsichtspflichtigen verantwortlich? Eben, sehe ich genau so.
Ein Küchenmessser erfährt eine willentlich vollzogen Umwandlung in eine Waffe. Dazu ist ein geistiger Akt notwendig, bei dem ein Widerstand überwunden wird: Die Umwidmung eines alltäglichen Gebrauchsgegenstandes in ein Mordwerkzeug.
Eine Waffe ist eine Waffe, die willentliche Umwandlung entfällt, das Potential ist bereits da: Ein Mordwerkzeug.
Das, und genau das, ist der eigentliche Knackpunkt: individuelle Verantwortung.
Wir müssen also den unverantwortlichen die Waffen wegnehmen. Und denen, die möglicherweise zu einem späteren Zeitpunkt unverantwortlich handeln könnten, denn auch bei ihnen ist die Möglichkeit eines Durchdrehens nicht ausgeschlossen.
Und dann bleiben nicht mehr viele mit einer Waffe übrig.

Gruß, Christian
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Re: Lustiges Völkchen...diese Amis!

Beitrag von maruski »

Jo KayTee -- da werden wir nie auf einen Nenner kommen.
Was mich verwundert ist das eine noch viel mehr geregelte, illegalisierte Sache nicht zum Thema dazukommt. Der Drogenrausch.
Gegenüber allen den Argumenten zu Freiheit ist doch der Konsum einer Substanz, die immer nur in mir wirkt, und niemals Dritte tangiert, in keinster Weise reguationsnotwendig.
Zumal die Illegalisierung hier so ziemlich alle Probleme erst schafft.

Waffenfreigabe ja, aber erst nach totaler Drogenfreigabe........ Kannst du auf den Freiheitszug mit aufspringen? Möchtest du in so einem Land leben?

Ich wünsche dir auf jeden Fall, das niemand aus deinem wohlorganisierten Club mal so richtig am Rad dreht. Meerschweinchenzuchtvereine haben da eine deutlich geringer Verantwortung.
Gruß Maruski
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Re: Lustiges Völkchen...diese Amis!

Beitrag von KayTee »

Moin FX72!

Nach Dunblane 1996 wurden Kurzwaffen faktisch verboten.
Die Entwicklung der Mordrate in der Folge kann man sich hier ansehen.
Die Entwicklung der Gesamtanzahl von Gewaltstraftaten sieht man hier.

Nach Angaben des Forum Waffenrecht stieg seitdem der Schwarzimport von Schußwaffen nach Großbritannien schlagartig, Straftaten mit Schußwaffenverwendung nahmen ebenfalls zu, faktisch sollen mehr Kriminelle bewaffnet sein als vor dem Verbot.
Das wird gestützt durch diese Grafik: die Anzahl der Fälle illegalen Waffenbesitzes nahm um entspannte 50% zu.
Die rätselhafte Mordserie an Jugendlichen im letzten Jahr wurde nach meinen Informationen mit Schußwaffen begangen.
Dies sollte nach Logik der Politik nicht möglich sein.
Spinnt die Realität, oder doch eher die "Logik" der Politik?

Gruß,
KayTee
Zuletzt geändert von KayTee am 26.05.2008, 10:03, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Lustiges Völkchen...diese Amis!

Beitrag von Christian »

Hallo Kay Tee!

Du wirfst Butter mit Äpfeln durcheinander:

Im Straßenverkehr geht es um höchstreguliertes Fortbewegen. Freiheit der Mobilität durch Einhaltung allgemeingültiger Regeln. Erst der Regelverstoß führt zum Unfall, weil der Vertoßende die Norm bricht.

Bei Waffen ght es um Zerstörung, einerlei, ob Tonscheiben oder Menschen. Die Norm ist das Zerstören mittels Waffe. Von da ist es ein kleiner Schritt zur Zerstörung von Leben.

Wenn im Straßenverkehr Menschen verletzt werden oder umkommen, ist das ein ungewollter Schaden am Leben von Menschen.
Wenn ein Mensch mit einer Waffe auf einen anderen Menschen zielt, dann weil er bereit ist, ihn zu verletzen oder zu töten. Und wenn mensch auf Tonscheiben schiesst, dann trainiert er das Töten und Verletzen.

Natürlich geht es um die Frage, ob es erforderlich ist. Motorradfahren ist eine Art der Fortbewegung, die für manch einen erforderlich ist und deren nicht erforderliche Ausübung nicht damit verbunden ist, absichtvoll jemanden zu schädigen. Ein Motorrad ist primär kein Mordgerät!
Mit Waffen hantieren ist eine Art des Trainings von Zerstörung, die nicht erforderlich ist und die bei manchen damit verbunden ist, andere absichtsvoll zu schädigen. Eine Waffe ist ein Mordgerät.

Und das ist der Grund, warum Waffen nicht in die Hände von Menschen gehören: Das Mordpotential.

Gruß, Christian
Zuletzt geändert von Christian am 26.05.2008, 10:19, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Lustiges Völkchen...diese Amis!

Beitrag von KayTee »

Moin Maruski!

Freigabe von BTM für Abhängige per Verordnung durch Ärzte bei gleichhzeitiger, massiver Therapie gegen die Abhängigkeit?
Wo soll ich unterschreiben?

Wir schauen uns unsere Leutchen sehr genau an bevor wir Bedürfnisanträge positiv bescheiden. Ein nunmehr ehemaliges Mitglied hat eine Leihwaffe des Standbetreibers geklemmt (obwohl er eigene hatte?!?!?!) um sich die Lampe auszublasen. Diese wurde noch in der gleichen Nacht von den Grünen eingesammelt ohne daß etwas geschehen ist, der Kollege wurde aus dem Verein geworfen. Ein Vierteljahr später stand er per Anzeige auf der letzten Seite der Zeitung, er scheint einen Weg gefunden zu haben.
Ich klopfe auf Holz, daß niemandem die Sicherungen durchbrennen.

Bei den Autoclubs der Pickelfressen passiert mehr (=Unfälle bei illegalen Beschleunigungsrenenn oder Balzverhalten bei Ausfahrten) als bei allen mir bekannten schießsportlichen Vereinen.

Gruß,
KayTee
"Auf dass die Hand nur lenken möge, was der Fuß zum Leben erweckte!"
Christian
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Re: Lustiges Völkchen...diese Amis!

Beitrag von Christian »

Hallo Kay Tee!

Wir schauen uns unsere Leutchen sehr genau an bevor wir Bedürfnisanträge positiv bescheiden.
Das beruhigt mich ungemein!
Ein nunmehr ehemaliges Mitglied hat eine Leihwaffe des Standbetreibers geklemmt (obwohl er eigene hatte?!?!?!) um sich die Lampe auszublasen. Diese wurde noch in der gleichen Nacht von den Grünen eingesammelt ohne daß etwas geschehen ist, der Kollege wurde aus dem Verein geworfen. Ein Vierteljahr später stand er per Anzeige auf der letzten Seite der Zeitung, er scheint einen Weg gefunden zu haben.
Das beunruhigt mich ungemein!
Nachtrag: Hat er auch die Waffe abgeben müssen?
Ich klopfe auf Holz, daß niemandem die Sicherungen durchbrennen.
Zufall und Beschwörungen sind keine vertrauenswürdigen Prinzipien.
Bei den Autoclubs der Pickelfressen passiert mehr (=Unfälle bei illegalen Beschleunigungsrenenn oder Balzverhalten bei Ausfahrten) als bei allen mir bekannten schießsportlichen Vereinen.
Da rennst Du bei mir offene Türen ein: Schmerzhafte Sanktionen sind nötig!

Gruß, Christian, der seinen Kumpels auch schon mal die Schlüssel abgezogen hat, wenn sie besoffen Mopped fahren wollten
Lieber nen Shovel-Vibrator als nen TC-Staubsauger

Kicker rules!
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KayTee
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Re: Lustiges Völkchen...diese Amis!

Beitrag von KayTee »

Moin Christian!

Bei Ermittlungsverfahren wegen illegalem Waffenbesitz und Diebstahl sind legal besessene Waffen gleich mit weg, denn damit ist die erforderliche Zuverlässigkeit hinreichend in Frage gestellt.
Lösen sich die Ermittlungsverfahren in Rauch auf bekommt man seinen Kram zurück. Und muß sich regelmäßig dabei gegen geltendes Recht beugende Beamte durchsetzen ...

Ich habe das Beispiel des armen Tropfes gebracht, um ein vollständiges Bild darzustellen, kein geschöntes. Wir haben über 220 Mitglieder, für die, die ich besser kenne, lege ich gerne beide Hände auf den Grill.

Ich hoffe, ich konnte meinen argumentativen Ansatz deutlich machen.
Menschen entscheiden, ob Werkzeuge Sportgeräte, Fahrzeuge oder Tötungswerkzeuge sind, unabhängig davon, was sich eventuell ein Konstrukteur oder ein ideologisch festgefahrener Betrachter dabei denken mag.
Ich trainiere eben nicht das Töten von Flugwild, sondern das Treffen von Tonpresslingen. Ich werde eben nicht in der Folge in die Walachei ziehen um Federvieh zu dezimieren, ich ziehe auf den Schießstand um eventuell mal bei Meisterschaften mehr als nur die rote Laterne einzuheimsen. (Abgesehen davon, daß Wurfscheibenschießen eine ekelig komplexe Angelegenheit ist, ähnlich wie Golf, und man nie "perfekt" sein wird. Wie übrigens auch beim klassischen Sportschießen, 400 Ringe hat in meinen Disziplinen noch niemand geschafft.)

Du sahst zuerst sehr wohl einen Unterschied zwischen uns legalen und den vielen illegalen Waffenbesitzern, warfst dann aber bei der Wertung wieder alle in einen Topf. Das ist eben nicht zulässig, da wir legalen Wafenbesitzer nachweislich nicht Teil des Problems "Mißbrauch von Schußwaffen" sind. Politik und Behörden halten sich bei der Lösung des Problems "kriminelle, illegale Waffenbesitzer" merkwürdiger Weise vornehm zurück, konzentrieren sich viel lieber auf noch weiteres Drangsalieren nachgewiesener Maßen rechtschaffender Bürger oder der Autofahrer.
Das sollte einmal öffentlich diskutiert werden.

Nach deiner und Maruskis Argumentation müsste in der Schweiz Mord und Totschlag herrschen, das ist eindeutig nicht der Fall.
Moore verwies verwundert auf Kanada. Kanada hat eine ähnlich große Bewaffnungsquote wie die USA, aber nicht im Ansatz eine ähnliche Mord- oder auch nur generelle Verbrechensrate.

Also liegt das Problem eindeutig eben nicht bei den potentiellen Tatmitteln, sondern bei den tatsächlichen Tätern, bzw. bei denen die eben nicht zu Tätern werden.

Diese Erkenntnis erfordert aber eine weit differenziertere Diskussion als das übliche Schlagwortgebrabbel von "Waffen = Mordwerkzeuge", mit dem Politiker und weite Teile der Medienlandschaft nur zu gerne ihr Geschäft betreiben.
Die tatsächlichen probleme lösen diese damit nie, ersparen sich aber eine Menge Hirnschmalz und überfordern nebenbei auch nicht ihr Stimmvieh ...

Gruß,
KayTee
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FX72
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Re: Lustiges Völkchen...diese Amis!

Beitrag von FX72 »

@Maruski: Ich habe mich genau auf die Armeewaffen bezogen - also passte das genau. Wusste garnicht, dass die Schweizer solche Waffenfans sind...
@KayTee: Besten Dank fuer die Statistiken.

@alle:
Es macht Spass diesen Beitrag zu verfolgen. Ich bin noch in anderen Foren unterwegs und da haette man sich nach nur wenigen Stunden schon zerfleischt gehabt. TOP! Schoene sachliche Diskussion - weiter so.
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Maddeng
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Re: Lustiges Völkchen...diese Amis!

Beitrag von Maddeng »

Moin Gemeinde,

alles kann zur Waffe werden, ob Küchenmesser, Baseballschläger, Pistolen, Motorräder, Blumenvasen, Hunde etc.
Aber Schusswaffen sind primäre Mordinstrumente (generell).
Ebenso wie Kampfhunde, ein Dackel bringt meinen 4jährigen Sohn nicht um, ein (auch gut erzogener) Kampfköter kann das schon.
Und an KayTee: Deine Hände auf den Grill für deine Vereinsmitglieder würde ich an deiner Stelle nicht legen, ein Umschalten von "normal" auf "bekloppt" kann ganz schnell passieren, da musst du nur mal in die geschlossenen Psychiatrien schauen, wie schnell ein vermeintlich Normaler durch familiäre oder jobmäßige Probleme durchknallen kann.
Meine These (wie die vieler meiner Vorredner):
Je weniger Waffen desto weniger Tote & Verletzte.
Der Amokläufer-Schüler von Erfurt war auch Sportschütze.
Mit nem Messer hätte er nicht so viele Leute mitnehmen können.

Die Menschen werden nun mal zur Zeit egoistischer und aggressiver, da bin ich froh, dass nicht auch noch Schusswaffen im Spiel sind.

Bei der Diskussion auf der PEP wäre ich auch gerne dabei (ich habe ein Schweizer Messer, Achtung!)

Greets
Maddeng
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