Ich wollte euch mal was erzählen …
Im Spätsommer 2007 habe ich mir endlich meinen Traum erfüllt und mir nen Shovel gekauft – irgendwie war ich immer scharf drauf,aber irgendwie sind es dann doch immer aufgepumpte Evos geworden – naja, 2007 war´s dann auf jeden Fall soweit.
80er Shovel (1340er) gekauft und glücklich sein….
Im Winter habe ich das Alteisen dann zerlegt , weil die Kiste komplett gelb war – da meine Liebe zu Biene Maja aber schon gute 30 Jahre her ist, musste die gelbe Farbe weg – und an dem Ding war ALLES GELB…Lackteile, Rahmen, Primär, Öltank, Kaberbinder, Zündkabel, Vergaserüberlauf…ich vermute das Getriebeöl und die Zündfunken waren auch gelb – das habe ich aber nicht kontrolliert!
Hat auch alles super geklappt – auf dem Wege gleich noch nen offenen 3 Zoll-Belt montiert…alles easy.
Achja – nach reiflicher Überlegung und eingehender Beratung mit meinem Imageberater habe ich mich dafür entschieden das Moped in einem freundlichen Schwarz lackieren zu lassen – mein Psychologe meinte allerdings, dass meine manisch depressive Ader nicht all zu sehr genährt werden sollte und ich in meinem Leben einfach auch mal farbige Akzente setzen müsste….also habe ich mich für Flammen auf dem Tank entschieden….das muss reichen an „farbigen Akzenten“.
Klasse – Moped zusammen bauen und die Saison kann kommen – dachte ich!
Die ersten warmen Tage im Februar und ich mache michmal auf den Weg zu Jochen nach Gevelsberg. – hier im Forum ist Jochen als „Mischirojo“ unterwegs.
(Memo an mich – Jochen mal fragen was der Name zu bedeuten hat)
Stolz wie Bolle den fertigen Kahn vorgeführt – die paar tropfen Öl unter dem Moped einfach mal ausgeblendet und darauf gehoft, dass die einfach vorher schon auf dem Hof waren….NÖ…waren sie nicht…Fussdichtung drückte Öl raus!
Klasse –der Kahn gerade fertig und dann DAS…
Jochens Reaktion war recht entspannt… „Bau den Motor eben aus – Dichtungen hab ich da!“
Ne, is klar…Sonntagnachmittag und wir machen mal eben dieFussdichtung…klar, beim Harleyhändler nehmen sie dir mal eben den Gegenwert des Verteitigungshaushaltes von Bolivien ab – und wir machen das „mal eben“ am Sonntagnachmittag….
Ok, er ist der Boss…also Primär ab, Auspuff ab,….Motor raus….ging schnell und hat nicht mal weh getan… bis Jochen den Motor dann begann zu öffnen…dann hat´s weh getan….um´s kurz zu machen – es war ein gewisser „Optimierungsbedarf“ am Motor u erkennen…oder um es anders zu sagen: „Einmal neu, bitte!“
Da stand ich nun mit meiner Adidas-Turnhose und meinem viel zu kurzen Bruce-Lee T-shirt…
Die Option wäre gewesen, das Dingin die Werkstatt zu bringen, 5 Mio-Euro grinsend über den Tresen schieben und auf den Anruf warten, dass man das Moped abholen kann…oder eben selber machen!
Selber machen – KANN ICH NICHT….nicht, dass ich das nicht lernen könnte…jetzt extra eine Ausbildung zum Motorenbauer zu machen würde meinen Lebenslauf sicherlich bereichern…dauert aber zu lange….
Was bleib also….?!
Da Jochen damals - als er noch jung war
Dazu muss man sagen, dass zu diesem Zeitpunkt in Jochens kleiner Garage noch sein eigener Totalaufbau auf der Hebebühne stand….also an Arbeit hat es ihm nicht gemangelt…
Trotz der Tatsache, dass in der Garage gerade so viel Platz war um noch das Bobby-Car von Marvin zu parken, sagte er zu mir zu Helfen…ich das zerlegte Moped mal stehen lassen solle, und wir das schon mal irgendwie hinkriegen würden.
Um´s kurz zu machen – nachdem so manche Klippe umschifft und so manches technische Problem gelöst war, es gestern soweit gewesen….sie läuft wieder!
Motor überholt (im Grunde neu), Getriebe überholt und Kabelbaum neu gezogen..und noch 1000 Kleinigkeiten mehr...
Warum das sooo lange gedauert hat?
Oh, das ist ne andere Geschichte, die vielleicht später mal in Ruhe erzähle – nur soviel: der Vorbesitzer des Mopeds hat zum Wiederaufbau beigetragen mit Teilen…nur das dauerte eben!
Warum erzähle ich euch das eigentlich?
Ganz einfach…Jochen und ich haben uns über das Forum kennen gelernt und wir hatten uns mal zum Schrauben bzw. auf nen Kaffee mit dem Sauerland-Syndikat hier im Forum bei mir in der Halle getroffen….
Zu dem Zeitpunkt als Jochen also seine Hilfe anbot, waren wir maximal „Bekannte“ ….nicht mehr, nicht weniger!
Es wäre ihm also ein leichtes gewesen, mit dem Verweiß auf seine eigene Baustelle, die Hilfe abzulehnen…und das wäre sogar nachvollziehbar gewesen….
Hat er aber nicht!
Ohne großes Zögern, hat er seine Hilfe angeboten und hat weit mehr getan, als ich je gedacht hätte – dafür möchte ich auf diesem Wege auch schon mal DANKE sagen.
Nach 4 Monaten ist aus dem „Bekannten“ ein Freund geworden und aus meinen Schrotthaufen ein richtiges Motorrad….und dass alles ist entstanden aus einem Kontakt hier im Forum!
Feine Sache, oder?!
By the way… Seine Frau Anja nennt mich schon „Jochens Freundin“, weil wir ständig telefoniert haben und so….
So, nun habe ich genug geredet am frühen Morgen….
Gruss aus dem wilden Sauerland
dirk
