Oel läuft aus dem Sieb

Moderator: Gerry

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Haizle1
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Oel läuft aus dem Sieb

Beitrag von Haizle1 »

Hallo,

meine Wide Glide hat jetzt 3 Wochen gestanden. Gestern hab ich sie gestartet und jetzt drückt sie Oel aus dem Sieb, welches hinten rechts vor dem Hinterrad sitzt. D. h. wohl, sie baut Überdruck auf. Wer kann dazu was schreiben?

Gruß
Hajo
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Grisu
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Re: Oel läuft aus dem Sieb

Beitrag von Grisu »

Hallo Hajo
Schon oft besprochen, unter anderem hier: http://forum.shovel-head.com/viewtopic. ... highlight=
Gruß
Grisu
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Chriss
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Re: Oel läuft aus dem Sieb

Beitrag von Chriss »

Hi Hajo,


hört das nicht bald wieder auf? Normalerweise ist das so: Wenn der Bock ne weile steht, läuft das Öl aus den Köpfen in das Kurbelgehäuse, von da läuft es durch den "Überlauf" "hinten" wieder raus. Das sollte aber "normal" sein und nach kurzer Zeit aufhören.

Gruß,

Chriss
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Haizle1
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Re: Oel läuft aus dem Sieb

Beitrag von Haizle1 »

Hallo ihr beiden.

Danke für die schnelle Antwort, ich hatte schon gesehen, dass es weniger wird, wenn sie länger läuft. Aber als Newbi unter den Shovelfahrern staunt man erst einmal, welches Eigenleben diese Motoren führen.

Gruß

Hajo
Bernd81
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Re: Oel läuft aus dem Sieb

Beitrag von Bernd81 »

Moin aus Achim,

wenn das Kugelventil in Ordnung ist sollte da nichts rauskommen auch nach längerer Standzeit nicht.Vielleicht hat sich da was zwischen Kugel und Kugelsitz was angesammelt?

Gruss Bernd
maruski
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Re: Oel läuft aus dem Sieb

Beitrag von maruski »

Moin, schönen Sontachmorgen.

Hi Chriss - bist du dir sicher das die Theorie mit dem Öl aus den Köpfen das Phänomen hinreichend und richtig erklärt?

Ich hab das immer so erklärt bekommen das das kleine Kugelventil den "Nachschub" aus dem höher angebauten Öltank absperrt und bei minimaler Verunreinigung dann eben die Mutter Erde mit ihrer Scherkraft da Öl in das KW gehäuse zieht.
Dieses wird dann bei Motorstart extem unter Druck gersetzt (beide Kolben kommen gleichzeitig runter und die Fliekraftgewichte drehen auch wie ne Kreiselpumpe) - weil in KW-Gehäuse eben wenig Platz ist und bevor durch den irren Druck dann Dichtungen fliegen lernen, hat die MCo in ihrer Weisheit dem Druck/Öl den Entlüftungsfluchtweg nicht verbaut.
Da wo normal nur ein Druckausgleich stattfindet kann dann der 1/4 Liter Öl raus - was er auch macht.
Das könnte auch die Antwort auf Supi 77 seine Beobachtungen sein mit dem siffenden Ölauffangbehälter - wenn dem Öl der "Fluchtweg" fehlt, weil diese Anbauteil eben auf EVO Motoren ausgelegt ist - sucht es sich eben einen anderen Weg.

Ich bin ja schon seit über 10 Jahren am knobeln, was ich mir da mal als Umweltrettungsidee baue (nun ja nach der "Deep Water Horizont" -Sache hab ich ja gelernt, das Öl in der Umwelt auch nun wieder so schlimm nicht ist - auf Dauer gesehen) und ein Kumpel hat sich eine Vorrichtung an seinen 77er Shovel gebastelt, die ganz gut arbeitet.
"Leider" stirbt diese Entwicklung immer, wenn ich dann das Kugelventil mal "fachgerecht" säubere und nix mehr sifft.

Der beste Weg zum Erfolg braucht eine alte Stößelstange.
Deren gehärtete Enden haben exakt die Rundung des Kugelsitzes.
In die Bohrung muss etwas Zewa (gehen auch andere Marken ;-) Papier getopft werden und dann ein wenig (ganz wenig) Schleifpaste auf das Ende der Stößelstange und die Rundung nacharbeiten.
10 Mal auswischen - damit keine Schleifpaste im Pumpenbereich doder Motorinnenleben verbleibt.
Dann einen Pappkarton über die Pumpe legen und durchkicken - dabei fliegt das Zwewa dann raus.
Nochmal saubermachen und !!!neue Kugel!!! mit kleinem Schlag drauf einsetzen.
Alte Feder etwas !!!! (nicht wie ein Ursus) auseinanderzeihen (Ferderspannung erhöhen) und einbauen.

Der zweitbeste Weg ist einfacher und funzt auch schnell und oft sehr gut.
Kugel raus (da gibt das im Baumarkt so Teleskopstifte mit nem Magneten vorne dran - genial)
Mit nem passenden Bohrer (10mm???) gegen dessen Schnittrichtung den Kugelsitz VORSICHTIG!!! = mit der Hand, nicht mit dem Makita!, von Ablagerungen säubern - Kugel säubern (wenn keine neue zur Hand) - Feder längen und dann die Kugel einsetzen und den Bohrer umdrehen und mit den Hinterteil auf die Kugel setzen und mit dem Hammer (Hämmerchen) einen mittelharten Schlag geben, der die Kugel setzt.
Das ist so wie eine ganz dünne Ringdichtung mit der Kugel und dem Sitz. Der Schlag verbreitert diesen Berührungsring und die Feder hält die Kugel dann sauber auf diesen Dichtring gedrückt.
Das Prinzipo machen sich auch diese "adjustable Springs" zunutze.

Ich hab hier im Forum auch schon mal, in einer zwischenzeitlichen Verzweiflung durch die Ölsauerei, die Idee gepostet in den Ölzulauf zur Pumpe ein elektischem Magnetventil einzubauen, das mit der Zündung gekoppelt ist und nur bei laufendem Motor Öltank und Pumpe verbindet, da ein handbetriebenes Absperrventil irgerndwann mal bestimmt vergessen würde = Motortod.

Aber das sind seit nun wieder über vier Jahren keine Sorgen mehr - da das Kugelventil dicht ist, ohne Zauberei oder neue Pumpe.

Krasse Reperaturidee für 100te von €uronen ne komplette Pumpe zu kaufen, wenn 10 Minuten Sorgfalt und eine Kugel für 3 Taler das regeln.

Sonen Dealer würde ich als "geschäftstüchtig"bezeichnen, aber nur wenn er mein Kumpel wäre.

Ach ja Chriss - in den Köpfen bleibt das Öl übrigens bei stehendem Motor auch stehen - was auch gut so ist, damit bei Kaltstart gleich genug Schmierung oben ist. Alte Motoren haben da nach Jahren beim Zerlegen noch ihren Vorrat.
Oberhalb der KW befindet sich auch kaum Öl während des Betriebs - nur das was die Ventilkipphebelwellen brauchen (die kleine Leitung nach oben - die Stößelstangen nach unten) und schon gar nicht die Mengen, die aus dem Schnorchel raushauen - bin mir da sehr sicher, das das aus dem Öltank kommt ;-)))

Gruß. Maruski
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Chriss
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Re: Oel läuft aus dem Sieb

Beitrag von Chriss »

Guude Maruski,
maruski hat geschrieben: Hi Chriss - bist du dir sicher das die Theorie mit dem Öl aus den Köpfen das Phänomen hinreichend und richtig erklärt?
Nö, bin ich nicht. Ich bin da nur von meinem (beschränktem) Wissen aus gegangen. Bei meinem Bock hatte ich auch schon die Kugel in Verdacht. Bei einer Längeren Standzeit habe ich dann die Schläuche von und zu der Ölpumpe mit ner Schlauchklemme zu gemacht. Trotzdem kam später Öl aus dem "Überlauf". Die Wahrheit liegt sicher wieder irgendwo in der Mitte.


Gruß,

Chriss
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Gerry
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Re: Oel läuft aus dem Sieb

Beitrag von Gerry »

Moin,

der "Überlauf" ist die Kurbelgehäuseentlüftung...für die Übersetzungsliste.

Die Ölerei ein altbekanntes Problem älterer Ölpumpen, wie Maruski schon beschrieb.

@Chriss: Deine Theorie "Öl aus den Köpfen ist schuld" höre ich zum ersten Mal. - Warum sollte das Öl von dort erst nach längerer Standzeit ins Kurbelgehäuse laufen und nicht gleich? Was hindert es daran?

Gruß,
Gerry
IRON
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Re: Oel läuft aus dem Sieb

Beitrag von IRON »

Eigentlich müßte es heißen "während längerer Standzeit" . Der Rücklaufvorgang beginnt natürlich sofort beim Abstellen aber da sich die Suppe durch alle Widerstände (Spaltmaße von verschlissenen Pumpen und Druckhalteventile z.B.) durchquälen muß, fällt es erst nach längerer Standzeit auf.
Meine Eisensporty hat sich mal während eines 5-wöchigen Urlaubs wegen dieses Phänomens und einer undichten Ablaß-Schraube im Kurbeltrieb komplett auf den Garagenboden entleert.
Da war's Zeit für 'ne Motorüberholung :lol:
IRON
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Chriss
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Re: Oel läuft aus dem Sieb

Beitrag von Chriss »

Guude,
Gerry hat geschrieben:der "Überlauf" ist die Kurbelgehäuseentlüftung...für die Übersetzungsliste.
Was dem eine eine Entlüftung ist, ist dem anderen sein Überlauf. ;) Je nach dem wie lange der Bock gestanden hat. ;)
Hast du auch den englischen Begriff zur Hand?
Gerry hat geschrieben: @Chriss: Deine Theorie "Öl aus den Köpfen ist schuld" höre ich zum ersten Mal. - Warum sollte das Öl von dort erst nach längerer Standzeit ins Kurbelgehäuse laufen und nicht gleich? Was hindert es daran?
Naja, die Theorie ist bei Autos leider sehr gängige Praxis, durch die größeren Köpfe, Hydros usw läuft da noch mehr zurück. Sonst kann ich IRON nur zustimmen, Öl ist zum Glück nicht flüssig wie Wasser und braucht halt ne Weile um unten an zu kommen.
Trotzdem ist sicher auch die Kugel in der Ölpume auch ein großes Thema und mit Sicherheit häufig der Grund. Btw: Ich bin auch nicht alleine auf die Idee gekommen, einiger meiner Schrauber haben schon davon gesprochen.


Gruß,

Chriss
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maruski
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Re: Oel läuft aus dem Sieb

Beitrag von maruski »

Moin Chriss.
Theorie hast du ja - dann folgt doch in der Wissenschaft das Experiment.

Wenn dein Hocker mal zwei Monde gestanden hat - guck in den Öltank und schraub oben die Ölsteigleitung ab.

Ersterer wird leer sein und aus Zeiterer wird es oben noch raustropfen, wenn du den Bock etwas schräg stellst.
100%ig.
Und damit wäre deine gute Theorie dann faktisch falsifiziert.
Denn wo noch Öl ist kann nichts weggelaufen sein und wo nichts mehr ist, da ist es weggelaufen.

Ein etwas aufwendigeres Experiment wäre es nach kurzem Lauf mal die Ventildeckel abzunehmen und sich zu wundern wie wenig Öl da wirklich ist und das dann in Relation zu der Pfütze unterm Boch zu setzen, zu der ja noch die gepumpte Menge der Ölpumpe kommt, die im Öltank aufgetaucht ist (was du durch den Vorher/Nachher Blick in den Öltank ermitteln kannst).

Und wo da dann noch oberhalb der KW Öl in den Mengen herkommen soll würde besonders die Amis interesseiren - da die dann unabhängig von den Saudis werden könnten.

Und genau weil Öl eben nicht Wasser ist kann die Ölpumpe das nicht schnell genug wieder hoch in den Öltank pumpen wo es nach langer Standzeit herkommt und der Druck im Motor treibt das dann raus.

Wen du das "Schlauchkelmmen-Experiment" heranziehen willst zur Bekräftigung der "Öl kommt aus den Köpfen" -Theorie, bräuchte man dazu noch die Aussage, das der Öltank vor dem Starten des Motors voll war....., die Schlauchklemme also wirklich abgeklemmt hat.

Bei mir ist der Öltank immer furztrocken gewesen, wenn das Kugelventil versifft war und einmal war ich sogar so blöd da dann nachzufüllen ohne den Motor VORHER warmlaufen zu lassen = Monstersauerei und Ölkatastrophe aus dem Öltankdeckel übers Hinterrad.

Aber ich kann mich da auch irren - wenn schon einige deiner Schrauber davon gesprochen haben.

Und das mit den Autos verstehe ich schon gar nicht. Da ist die Ölwanne i.d.R. unter dem Motor, um eben alles da reinlaufen zu lassen. Oder gibt das Autos mit oberhalb der KW liegendem Öltank???

Wo da ein ein Problem sein soll ist mir nicht nachvollziehbar. Heißes Öl läuft in die Ölwanne und die Pumpe pumpt es beim Start an die Schmierstellen.
Und wenn die richtige Menge Öl im Motor ist haut da nix aus der Motorentlüftung - die ja auch meist oben in den Ventildeckel geht, der wiederum in den LuFi entlüftet ist - so das das hochgedrückte Öl erstmal die Kipphebel extraschmiert und nicht raushaut.

Ebenso wie beim Shovel gibt es beim guten Automotor in der Regel konstruktive Stellen in denen das Öl stehen bleibt (Gleitlagerschalen der Nockenwellen z.B.) um beim Start gleich Schmierung zu haben - auch nach 100 Jahren Standzeit.

Mein Kumpel hat bei dem Artz (Autohaus Nordstadt) in Hannover früher (Ende der 80er) Autos langzeitkonserviert und dabei die Motoren bis über die Nockenwelle mit Konservierungsöl zugekippt, wenn die wirklich für laaaange eingelagert wurden - die Anderen konnten auch so über Jahre stehen.
Da gab das nie Geschichten mit Ölproblemen.
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Chriss
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Re: Oel läuft aus dem Sieb

Beitrag von Chriss »

Guude Maruski,

scheinbar hast du mich nicht richtig verstanden. Ich habe nie bezweifelt, dass das Kugelventil die Ursache sein kann/ist. Nur ein gewisser Rücklauf aus den Köpfen usw sollte auch normal sein.

Noch kurz was zu den Autos: Klar hast du nicht das Problem mit dem Öltank über der Kurbelwelle. Du kannst aber andere Probleme haben. Bei meinen alten Opels kam bei längerer Standzeit immer Öl aus allen möglichen "Löchern" weil der Pegel in der Ölwanne gestiegen ist. Beim ersten mal habe ich nur das geschlagene Nutella gesehen und gleich mal den Kopf runter gerissen. Am Ende lag es wohl nur an einer schwachen Ölpumpe und einem zu hohen Ölpegel. :(
Wie immer: Alles ist Möglich und die Zahl der Fehlerquellen ist mannigfaltig. ;)


Gruß,

Chriss
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