Wert einer Maschine

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Moderator: Gerry

maruski
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Wert einer Maschine

Beitrag von maruski »

Hi, da der andere Beitrag ja mehr in eine Recht/Unrecht Geschichte gedriftet ist und mich das überhaupt nicht interessiert, mache ich hier mal ne neu Baustelle auf und das mit der Frage:

"Wie ermittele ich für mich (subjektiv) den Wert einer PreEvo-Maschine?"

Mein Mopped ist nach über 20 Jahren (davon 14 als Laternenparker 365 Tage/Jahr) und über 180.000km bestimmt abgeschrieben und auch optisch wie technisch gut durch (immer noch original Lack am Rahmen - mit satt Patina).
Ich habe da niemals einen Profi rangelassen (bis auf den Motorzusammenbau - wegend er notwendigen Maschinen) und alles immer selber gefrickelt, so wie ich das konnte und verstand.
Wenn ein "Genauhingucker" sich den Bock anguckt würde er die Läuse bekommen und die Probefahrt verweigern (zu Recht!) - ich würde jetzt aus dem Stand, absolut ohne Bedenken, mit dem Hocker gen Gibraltar starten oder nächstes Jahr nach Litauen zur Super Rally, weil ich weiß das ich den Bock im Griff habe.
Was wäre so eine Maschine wert?
Mir ist sie unbezahlbar (zu Recht!), einem vernünftigen Menschen keine 4000€ wert (auch zu Recht?) und dem Schrotthändler eben nur Alteisenwert x kg.

Der Wert richtet sich also nach dem was man erwartet (Besitzer), was man damit vorhat (Käufer)oder was sich damit verdienen läßt (Händler).

In dem anderen Bericht hab ich sehr viel vom Wert in Form von dem letzeren Punkt - "verdienen läßt" gelesen, der mir so ganz und gar abgeht, weil ich das nicht nachvollziehen kann.

Ich wollte damals so nötig einen BigTwin - nein ich wollte nur eine 1200 Late Shovel, das ich bei Randy´s Cycle Shop in Idiannapolis keine Probefahrt gemacht habe (hätte je was Übles bei rauskommen können) und sogar glücklich war, wie noch nie vorher im Leben, ihm die 4300$ zu geben - damals 8000DM, weil ich dafür einen Traum erfüllt hatte, den ich seit ich 14 Jahre alt war fokusiert träumte.
Bis jetzt war das in meinem Leben der einzige frei käufliche Gegenstand, den ich wirklich besitzen wollte und ist es bis heute.
Wenn ich das so überlege sind nur mein Ehering und der Shovel Gegenstände von denen ich mich nicht so einfach trennen würde, in diesem Leben.
Fazit ist, das ich für diese Gegenstände absolut keinen Preis hätte für den ich sie abgeben könnte.
Der Ehering ist aus Gold und ich könnte nachgucken wieviel der wiegt und was der Goldpreis an der Börse ist - nur ist das doch Irrsinn so den Wert des Eherings zu ermitteln?
Und dito bei der Harley.
Wie soll das gehen, solange ich noch ein Harleyfahrer im Herzen bin und mich innerlich nicht von der Idee geschieden habe?

Der Ehering ist das Symbol für den Bestand der Gemeinsamkeit mit meiner Frau - unserer gemeinsamen Ideale.
Der Shovel ist das Symbol des Bestandes meiner eigenen Ideale.

Beide Symbole sind für mich nicht ersetzbar und haben daher keinen Preis, solange sie das für mich symbolisieren.

Und wenn ein Shovel für den Käufer was symbolisiert, ist der Preis auch fast egal - für den Verkäufer kann der Shovel ja nichts mehr symbolisieren ausser Geld - er hat durch den Verkaufswunsch eine Scheidung eingereicht und alles auf einen Marktwert reduziert.

Ein Käufer, der sich um den Marktwert steitet, zeigt damit in meinen Augen nur, das der Hocker für ihn noch nichts symbolisiert, ausser dem Marktwert, was ja bei einer Neuanschaffung legitim ist, aber hier von mir, von meinem Standpunkt aus, nicht zu verstehen ist.

Aber 3000€ anzunehmen für ein komplettes, wenn auch kaputtes Mopped, ist ne Frechheit und zeigt nur wo der Kadi seine Lampen am leuchten hat und das der Vernunft die Rache überlegen war - das ist kein Preis sonderen eine Strafe.

Selbst mit nem Pleuel, das seitlich aus dem Motor guckt, sind die Hocker immer 4000€ wert (Rahmen + Papiere = 1500, Räder 300€, Tank 100€, Gabel 100€, Motorfragmente 800€, Getriebefragmente 400€, Öltank + Pumpe 50€, Kleinzeug 250€ + Zeitersparniss fürs nicht alles einzeln Suchen = 4000€ (und die Preise sind unterste Linie wie hier jeder wissen wird).
3000€ aufzurufen ist einfach ne Frechheit³ in meinen Augen, denn selbst mein Wrack hat sicher den Teilewert und mit all den Eintragungen (zwei Seiten), den Umbauten (die aber wie oben gesagt ja alle abgeschrieben sind) und meinem Wissen über die Zuverlässigkeit würde ich sie sogar mit über 6500€ nochmal kaufen, mit der sicheren Gewissheit, das ein Genauhingucker mir dem Kadi auf den Hals hetzt, wenn ich ihm den Hocker für 6500€ verkaufen würde und er zu Unrecht Recht bekommen würde.

Daher zurück zu meiner Frage:
"Wie ermittele ich für mich (subjektiv) den Wert einer PreEvo-Maschine?"
Als Verkäufer?
Als Käufer?
Als Händler?

Schreibt doch mal wie ihr das seht - interssiert mich wirklich mehr als die andere Diskussion über Recht/Unrecht - die den Maßstab der Jura-Idioten zeigt und nicht das wahre Leben in unseren Herzen.

Gruß. Maruski
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FXEF
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Re: Wert einer Maschine

Beitrag von FXEF »

Na ja, der Wert ist natürlich immer subjektiv und richtet sich dennoch sicher auch nach Angebot und Nachfrage. Ich kann hier nur meine Meinung als Neuling schreiben, ohne bis jetzt einen jahrelangen Einblick in den Markt und die Szene zu haben.

Für mich gab es vor dem Kauf nur folgende Kriterien:

- es stand fest, ich WILL eine Harley
- es sollte Pre-Evo sein
- es wird keine Sporty werden
- Originalität ist egal, daher eher etwas günstiges, da eh einiges umgebaut werden soll
- Technik sollte aber in Schuss sein

Da ich schnell feststellte dass bei den gängigen Portalen nichts fahrbares unter 7.000 Euro angeboten wird, und für Umbauten die Preise nach oben kein Ende haben, war ich damals bereit den Gegenwert meiner Intruder und meines Chevy PickUps gegen eine Harley anzusetzen - ca. geschätzte / gewünschte 14.000 Euro.

Da der Verkauf eines der beiden Fahrzeuge aber nicht so schnell ging, zog sich das Ganze noch etwas hin, und nun habe ich mich für etwas unter 10 Kilo entschieden mit dementsprechenden Umbaumaßnahmen.

Objektiv betrachtet war es dann aufgrund des Zustandes immer noch zu viel, aber das Bike gefiel mir, beim ansehen wusste ich schon was optisch noch zu machen ist und wie "Sie" später mal aussehen soll. Also war es "meine", der ich noch meine individuelle Note geben würde. Und mir damit das Geld wert.

Das Bike wird kein Daily Driver, sondern Freizeitvergnügen, das gebe ich zu, und wird mich alles in allem nach dem Umbau auch ca. die ursprünglich veranschlagten 14 Kilo gekostet haben, die es mir persönlich auch Wert ist. Das Mopped wird dann fast wie neu dastehen, nach meinem persönlichen Geschmack umgebaut,und ich weiss was alles gemacht ist.

Ob ich dann einen Käufer dafür finden würde, der das auch wieder bezahlt, weiss ich nicht - aber interessiert mich auch nicht, da das Bike nicht verkauft werden soll.

Aus Verkäufersicht ist der Preis sicher nicht "egal" da man ja an seiner Maschine gehangen hat, es kommt sicher auch drauf an aus welchen Gründen verkauft werden soll, und wenn die emotionale Bindung zur Maschine weg ist tritt an deren Stelle dann vielleicht die Überzeugung, jetzt erst recht noch so viel Kohle wie möglich rausschlagen zu müssen...

Als Händler, klar, besteht das Streben nach Gewinnmaximierung, aber dazu gehört auch die Fähgkeit abschätzen zu können was wie verkauft werden kann - für den Besitzer ist "Seine" sicher immer die Beste, muss aber erst mal einen Käufer finden dem Sie genau so gefällt. 100% Originale wird es in dem Alter eh nicht mehr viele geben...
Ich bin verantwortlich für das was ich schreibe und sage - und nicht für das was Du liest und verstehst!
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YunLung
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Re: Wert einer Maschine

Beitrag von YunLung »

Moin!


Ich wollte schon immer eine Harley.
Seit ich so ca. 12 / 13 / 14 war, und mein Vater (der schon immer Motorrad fuhr, auch schon immer eine Harley wollte, sich aber nie eine leisten konnte oder wollte) einen guten Freund hatte, der die Alten Eisen aus USA importierte (irgendwo in den 80ern), wollte ich sowas altes, rauhes, lautes, etwas für echte Männer, mit dem die Lumpis auf den Yoghurtkisten nix anfangen konnten.

Mit dem Geld wars auch nicht lang hin, also wurde nix draus.
Motorrad gefahren bin ich eigentlich immer, aber eben das was dar war.

Und als mein Dad dann mit dem alten Klotz, den ich jetzt in der Garage stehen habe, im Kopf zu mir kam, ging mir nur noch eines im Kopf rum: "Hoffentlich ist das SO eine Harley, wie ich sie schon immer wollte". Dann hörte ich den Satzteil "hat Handschaltung" und "irgendwas um 40 Jahre alt" und dann wusste ich bereits, daß ich alles suchen, zusammenkratzen und geben würde um sie zu kriegen.

Und dann stand ich vor dem Eisenhaufen und sie sprang ja irgendwann auch an (von echter Männerhand bzw. -Fuss geweckt) mit Radau und qualm und untendrunter waren Ölflecken... Aber sie lief und der Preis war mir Wumpe.

Gott sei dank war der Preis nicht noch höher, sonst hätte ich mich hinterher noch ein wenig mehr geärgert über meine Naivität, aber egal wäres auch jetzt.

Sie steht da, sie läuft noch nicht vernünftig, aber sie ist mein.

Und sie kommt auch nicht wieder weg.


Über Werte sollte man in Liebhaberkreisen nicht diskutieren...
Versucht man aber immer.



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Rudi
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Re: Wert einer Maschine

Beitrag von Rudi »

Hallo Maruski,
kann meine Gedanken sicherlich nicht in solch schöne prägnante Worte zu Paper bringen wie Du.
Als Verkäufer auch nicht, da ich grundsätzlich nicht das erziele was das entsprechende Teil mir wert ist.

Ich habe mir, Asche auf mein Haupt, letztes Jahr mein erstes Motorrad wieder gekauft. Für kleines Geld. Eine CB 400 Four.

Bewusst war mir im Vorfeld, das ich nicht damit zufrieden sein werde, und die Maschine nach meinem Geschmack restauriert wird.

Der Verkäufer war sicherlich der Meinung, eigentlich ist sie ganz gut so.
War sie auch für den Preis.

Meine Ansprüche sind aber, ich liebe Original in Richtung perfekt, ganz andere.
Ob ich nun solch altes Teil für 6000 €, oder bis 10000 € kaufe, Shovel meine ich, weiß ich, da muss ich noch mal bei.

Den Vorbesitzern glaube ich auch nicht, alles vom feinsten, Motor super, ist mir persönlich relativ egal, weil ich für mein Teil das Ding sowieso zerlege, und schaue.

Meine kleine Honda hat mich 700 € gekostet, nun ist sie fertig, und es sind 7000 € geworden.
Nun steht sie aber auch da wie neu, und fährt auch wie neu. Heute war schönes Wetter, und da habe ich meine Saison Abschluss Runde gedreht.

Einfach geil, die 7000 € haben sich gelohnt. Wie damals vor 35 Jahren, unbezahlbar, für anderes gibt´s die Visa Card.

Wenn ich es plane mir ein altes Teil zuzulegen, schaue ich erst einmal, was ist es mir Wert wenn es fertig ist.

Erinnerungen an schöne Zeiten, Erlebnisse, ok sentimental, dann schaue ich nach dem Preis.
Im Hinterkopf, was kommt noch, ich meine nicht das bisschen Farbe oder Chrom, sondern geht das überhaupt, gibt´s das noch oder sprengt das vielleicht mein Budget.

Ihr lächelt sicherlich über meine 400 Four, dafür hätte ich auch noch ne Shovel bekommen, aber das waren eben die goldenen 70er, wo es bei mir los ging. Moped meine ich.
Das sind meine Gedanken zu dem Thema

Der Kauf solch alter Teile ist immer mit einem großen Risiko verbunden, wenn man dieses umgehen will, muss man neu kaufen. Aber das kann ja jeder.

Aber wenn alles gelungen ist, dann ist das Unikat unverkäuflich. Kein Mensch wird dir den Preis bezahlen, den es dir wert ist.

Grüße

Rudi

Schaut mal in meine Galerie.
Habe noch mehr Bilder, aber Pn.
Es ist so wie es ist.
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trybear
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Re: Wert einer Maschine

Beitrag von trybear »

moin zusammen,

In den 70gern hatten wir einen Nachbarn in (damals noch Garstedt, Bekwisch) , der ab und zu mal mit seiner Harley ausritt. Eine mit Beiwagen, in grün, ziemlich alt, das weiß ich noch. Und der Klang, den hab ich heute noch im Ohr.

Damals wurde bei mir der Harley-Virus injiziert.

Es dauerte aber so um die 30 Jahre bis ich handwerklich, technisch und finanziell soweit war, meinen Wusch nach so einem Motorrad auch umzusetzen. Zusätzlich wurde ich deutlich auf die Endlichkeit des Lebens hingewiesen. Also die Entscheidung : Lebe Deine Träume!

Da kamen die ollen Mexiko-Shovels nach good old germany und ich sah meine Chance.

Nach 3 1/2 Jahren und diversen Schwierigkeiten stand sie dann endlich so dar wie ich sie mir vorgestellt hatte.

Der Preis für die Fertigstellung?? Irgendwann ist er egal. Man fängt mit einem Euroletten-Rahmen an und merkt das einem die Gelder dann nur so entfleuchen. Einiges läuft schief muß doppelt oder komplett neu gemacht werden, kennt jeder.

Da hängt Hirn und Schweiß dran. Sowas ist unbezahlbar und für Nichtvirusträger nicht nachvollziehbar.

Da muß dann schon eine sehr tiefe Lebenskrise dazwischen kommen, das sowas überhaupt zum Verkauf steht.

Auch wenn ich beruflich kaum zum Fahren komme, ist das mein Baby.

Ein potenzieller Käufer würde nur den Marktwert sehen. Aber wie den bestimmen? (zurück beim Thema :roll: :wink: )

Wenns dazu kommen müßte, würde ich sie in die Bucht stellen: Mindestpreis unrealistisch hoch, die Buchtaktion in den großen HD-Universen ankündigen und abwarten, was passiert.

Küsten-Gruß
Bernd81
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Re: Wert einer Maschine

Beitrag von Bernd81 »

Moin,

bei dem Kauf eines Oldies spielen doch Emotionen eine Rolle vielleicht auch eine wichtige.

Im September hat hier einer aus Stuttgart um Amtshilfe gebeten es ging um einen Starrahmen der hier in Bremen zum Verkauf stand,war hier im Forum auch im Bikes for Sale für 12500.-.
Der Starre war ein Ersatzrahmen, auch eingetragen, nichts originales mehr aber für den Käufer eben das was er unbedingt haben wollte. und auch überall gesucht hat.
Deswegen auch die Peepshow um sich unter Umständen nicht die Reisekosten ans Bein zu binden.
Diesen Aggregatzustand des Käufers war auch dem Verkäufer klar und der meinte zu mir bei der dann erfolgten Besichtigung das am Preis nichts zumachen ist irgendwann wird er das Teil schon verkaufen.

Er hat es dann auch nach Stuttgart verkauft .War ein glattes Teil mit nur geringfügigen Funktionsmängeln wie z.B. Kupplungszug fertig.
Gruss Bernd
rouleur
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Re: Wert einer Maschine

Beitrag von rouleur »

Hi folks,

es gab mal in der Oldtimer-Markt ne Faustformel, um den Geldwert von Oldtimern abzuschätzen. Genau erinnere ich mich nicht mehr. Faktoren der Faustformel waren Alter, Hubraum, Atuentizität, Zustand.
Wegen dem jugendlichen Alter wäre dein Ofen nach der Faustformel eher wenig wert.

Wenn Du Deinen Ofen verlieren würdest, müsstest Du Dir nen anderen kaufen und nach und nach alles vorher verpfuschte wieder in Fahrzustand bringen. Chrom wäre zwar teuer, hübscher Lack wäre relativ billig. Macht alles in allem rund 14tausend Euronen schätze ich. Entweder 6000 + 8000 oder 10000 + 4000. Vielleicht kommst Du auch mit 12tausend hin oder hast Glück, und zahlst 8tausend für nen 1A Ofen. Wäre aber unwahrscheinlich.

Meine Ansicht: 12 - 14tausend

so long

rouleur
nobody0815
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Re: Wert einer Maschine

Beitrag von nobody0815 »

Eine fahrbereite pre EVO mit nem rund laufenden Motor und gut schaltbarem Getriebe sollte immer >8000 geben.
Unter 7000 hab ich noch nix fernünftiges gesehen. (... vielleicht ne Eisensporty)

Alles weitere ist abhängig vom Allgemeinzustand, Originalität bzw Umbauumfang, Typ, etc.
Wenn alles passt kommt man auch schnell über 10.000€ und mehr
Gruß Nobody
Stone
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Re: Wert einer Maschine

Beitrag von Stone »

Mein Standardspruch zum Thema lautet:
Ein Mopped ist genau so viel wert, wie man bereit ist, dafür auszugeben.
Punkt.

Da kannste noch so viel drumherum philosophieren...an diesem Statement wird sich nie mehr was ändern!
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YunLung
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Re: Wert einer Maschine

Beitrag von YunLung »

Na, wenn ich das alles so lese (nicht nur hier, sondern allgemein), dann waren meine 5 Tausend, die ich für einen Pseudo-Fahrbereiten Hobel bezahlt habe ja doch wieder relativ günstig.

Zum Thema:

Günstig in sofern, als dass es eben der "günstige" Einstieg in das Thema Harley und damit in die Erfüllung des Traums war.
Was danach kommt wird doch eh nicht gerechnet.

Und wenn sie irgendwann fertig ist...

naja ihr wisst ja.


Chrischan
Bernd81
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Re: Wert einer Maschine

Beitrag von Bernd81 »

so lange wie die Flamme lodert wird so ein Ding nie fertig.So ein Oldie wird immer auf dem technisch besten Stand sein und man kann glaube ich davon ausgehen das die meisten Böcke,zumindest hier im Forum,einen besseren technischen Standard haben als die Dinger mal neu waren.

Gruss Bernd
maruski
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Re: Wert einer Maschine

Beitrag von maruski »

Moin
Kleines Gedankenexperiment? - Vorsicht langer Gedankengang! Own risk!

Was ist ein Ehering wert? =
Gewogen x aktueller Goldpreis?
Vor oder nach der Scheidung?
Nach 20 glücklichen Ehejahren?
In ner Drehmaschine verhakt und Finger futsch?

Was ist DEINE Harley wert? = ???

So sehe ich das mit der leidigen Frage nach einem vernünftigen Kaufpreis - kann man nicht sagen, das was gezahlt werden wird.
Nicht ganz so starr wie Stone, aber eben doch sehr pragmatisch.
Unsere Hocker haben keinen bestimmbaren Wert, genau so wenig wie Eheringe, da sie für jeden eben ein Symbol für irgendwas sind, das nur ihm was wert ist.

Klar sollte in einer Kommunikation, die von der Unterscheidung bezahlen/nicht bezahlen geprägt ist, der Preis für eine Pre Evo nicht unter den ihrer Teile fallen, genau so wenig wie der eines Eheringes unter den Goldpreis fallen sollte.
Aber der Wert beider Sachen (eigentlich aller Sachen - was ja schon Kalle Marx intensiv herausgearbeitet hatte) ist doch absolut unbestimmbar und genau wie Rudis Beispiel mit der Honda
http://www.flickr.com/photos/glenhsparky/4469191778/
Und noch einer mit blasphemischer Endeinstellung
http://www.youtube.com/watch?v=Nz0L9PeGsHg
Kann es für das Zurückdrehen der Zeit keine Geldpreisrelation zu seiner aufgebauten Honda geben (die mir keine 500€ wert wäre. Was soll ich damit?).

Und wer weiß denn überhaupt objektiv wie die Relation in % von der Finanzkraft einer Person zum Objekt aussieht.
Gebe ich 10.000€ aus, ist das sehr, sehr viel, gibt Bill Gates 10.000€ aus ist das lachhaftes Taschengeld.
Vielleicht sind meine 500€ in Relation zu meinem Vermögen ja in % das x fache im Vergleich zu Rudis Geldspeicher und den 7K und mir der Bock dann sogar in Geldrelation mehr wert?

Eine "objektive" Summe ist also keine vernünftige Aussage, um den subjetiven Wert einer Sache (Harley/Ehering) zu erkennen - wo wir wieder bei Stones Argument wären (das leider nur ein sehr gutes Argument, aber keine wirkliche Antwort, ist).

Wie kommt nun aber so ein Zorn zustande, wie man den hier so oft erleben kann, wenn das Gezahlte auf einmal als Zuvielgezahltes (Unvernunft) empfunden wird, wenn keiner hier in dieser Diskussion wirklich einen echten Maßstab (dem alle vernünftigerweise zustimmen könnten) für die Bestimmung eines echten Wertes geliefert hat?

Es kann doch nur aus dem Gefühl der Ungerechtigkeit kommen, das aus einer Erkenntnis von Unvernunft herrührt = Ich habe etwas Unvernünftiges getan und weil ich dabei getäuscht wurde, ist es nicht hinzunehmen.

Das Gefühl der Vernunft entsteht in unserem Denken (durch Imanuel Kant und viel länger davor, duch germanisches Rechtsempfinden, geprägt) duch eine Kombination aus drei Komponenten.

Man empfindet etwas als vernünftig, wenn es vom Verstand her in Ordnung ist, in die für einen geltende Moral/Sitte passt und sich dazu auch noch gut anfühlt.

Vernuft = Verstand * Moral * Empfindung (wobei jeder subjektiv (für sich) die einzelnen Komponenten unterschiedlich und situativ (nach Gegebenheit) gewichtet)

Nach dieser Formel kann man dann den gefühlten Wert eines Motorrades auch ermitteln, genau wie den eines Eheringes oder jeder anderen Sache.

Ein vernünftiger Preis ist der, den man vom Verstand her rechtferigen kann (passt zu den eigenen Plänen), der als allgemein üblich gilt (so wie es einem zugetragen wird, wie man es gelernt hat) und der zu einem Bike führt das sich geil anfühlt, wenn es in der eigenen Garage steht.

Ist nun einer oder mehrere dieser Parameter schwer gestört - wodurch auch immer, ist der Kauf nicht mehr subjektiv vernünftig.
Und das muss begründet werden, vor dem eigenen inneren Selbstbild, da wir durch die Aufklärung trainiert sind, uns selber als vernünftige Wesen zu sehen (im Gegensatz zu z.B. den Mittelaltermenschen, die sich als von Gott gelenkte Wesen sahen) und vor der Umwelt, bei der wir als vernünftige Menschen dastehen wollen (und nicht als z.B. dem Zufall ausgeliefert).

Und das erklärt mir in vielen Fällen die zum Teil extremen Reaktionen einiger Zeitgenossen, die alles, aber auch alles an Zivilisation vergessen (was langfristig nicht objektiv als vernünftig gedeutet werden kann), nur um vor sich selber und den anderen nicht im Moment als unvernünftig dazustehen.

Wieviele hier haben Unsummen für den alten Mist verballert, sind knuddelglücklich damit und müssen nun lesen, das andere ausflippen (und auch noch Recht bekommen), wenn sie 8 Kilo zahlen aber "nur" nen Bock bekommen, von dem sie meinen das 5000€ ein vernünftiger Preis wäre (Verstand/Moral/Gefühl).

Ganz brenzlich wird es, wenn sich eine kognitive Dissonanz einstellt und man selber glaubt das alles Super ist, aber die Signale aus der Umwelt einem totale Hirnrissigkeit vermitteln ;-)))

Kennt hier jemand das Gefühlt total vernünftig zu sein, weil man eben in den Komponenten der subjektiven Vernunft (Verstand/Moral/Gefühl) seine eigenen Maßstäbe einsetzt und nicht die der Meanies, die einem nur die Farbe aus dem Leben saugen wollen, indem sie ihre Version der Vernunft verkaufen wollen?

Ich kenn das sehr gut ;-)))))

Gruß. Maruski
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Bernd81
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Re: Wert einer Maschine

Beitrag von Bernd81 »

für den letzten Absatz -das mit der Vernunft - sollte der Philosoph mal ein Beispiel nennen.

Gruss Bernd
Christian
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Re: Wert einer Maschine

Beitrag von Christian »

Hi Leute,

das Problem eines Fehlkaufs wird vermieden, wenn man nicht die Katze im Sack kauft.

Gruß, Christian
Lieber nen Shovel-Vibrator als nen TC-Staubsauger

Kicker rules!
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YunLung
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Re: Wert einer Maschine

Beitrag von YunLung »

Man kann ja auch vernünftig rangehen, an das Thema:

Man sieht ein Objekt der Begierde.
Man Gockelt rum um sucht sich mindestens 10 bis 15 Maschinen (Objekte) die zu mindestens 80 bis 90% vergleichbar sind (Alter, Laufleistung, beschriebener(!) Zustand, Ausstattung etc.).
Man nimmt alle Angebotspreise der Vergleichsobjekte und macht daraus einen schicken arythmetischen Mittelwert.

Diesen Mittelwert behält man im Kopf wenn man sein Objekt der Begierde begutachtet.
Einmal vor Ort listet man alle Umstände, die eine Preisminderung oder Erhöhung bewirken auf, wie z.B.:
- zusätzliche Anbauteile,
- gerade erneuerte und damit "Mehrwert-"Teile
- defekte Bauteile, komponenten, etc.
- fehlende TÜV Abnahme,

Und so weiter.

Um nicht überstürzt zu handeln wird nun zu Hause all diese Umstände mit einem Preis festgemacht:
- Ladnepreise für die Anbauteile
- Preise für die Neuteile
- Preise für Instandsetzung oder Ersatzteile die neu müssen
- Kosten für TÜV, Überführung, Teile und Arbeit die zum TÜV neu müssen

etc.

Dann zieht man die Mehrkosten vom vorher ermittelten Durchschnittspreis ab und rechnet die Minderkosten wieder hinzu.

Und schwupps hat man ganz vernünftig einen derzeiten Markt- Wert, den das Objekt darstellt.

Ob einem das Objekt nun gut gefällt oder nicht.
ä

Auf diese Art kaufe ich im Übrigen solche DInge wie Kettensägen, Wohnwagen, Tapeten und Zweitwagen.

Mopeds nicht.


Chrischan
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