Umweltkatastrophe in Japan

Szene-Themen. Corona, Politik, Religion & Grundsatzdiskussionen unerwünscht

Moderator: Gerry

achtball
Beiträge: 1309
Registriert: 14.02.2007, 11:19

Umweltkatastrophe in Japan

Beitrag von achtball »

hallo gemeinde,
das unglück, das seit letztem freitag über japan hereingebrochen ist und sich ständig weiter zu verschlimmern scheint, lässt mich im moment kaum noch los. dabei habe ich das gefühl, dass der rest der welt - irgendwie auch verständlich - sich fast ausschliesslich mit der atomaren katastrophe und ihren kaum absehbaren folgen befasst. hierüber gerät das leid, das durch erdbeben und tsunami über das japanische volk hereingebrochen ist, ziemlich schnell aus dem fokus. das wiederum ist verwunderlich, weil die bilder dieses unglücks ein land zeigen, das - anders als haiti oder andere katastrophengebiete - neben seiner position als wirtschaftsmacht und dem lebensstandard seiner bevölkerung noch viele weitere ähnlichkeiten mit deutschland hat ...
so sind auch die bilder aus japan solche, wie man sie unter diesen umständen in ähnlicher form in deutschland finden könnte. dieses hier hab ich im netz gefunden und stelle es hier ein, auch wenn kein unmittelbarer "alteisenbezug" besteht:
Bild StayStrongJapan.jpg (79 KB)
traurige zeiten, gruß philipp
Support your local jockey shifters
Benutzeravatar
Landmark
Beiträge: 1249
Registriert: 28.04.2008, 23:14
Wohnort: Nahe Hangover

Re: Umweltkatastrophe in Japan

Beitrag von Landmark »

Moin,

ja das Drama macht mich, wie wahrscheinlich alle Menschen betroffen.

Bei dem Bild kann man nur hoffen das der Eigentümer noch lebt und seine Sporty irgendwann wird flott machen kann...

Gruß!

Landmark

P.S.: Das einzig Positive an der ganzen Tragödie ist, dass bei uns das Thema AKW-Sicherheit nochmal ernsthaft diskutiert wird.
„Ich denke nicht, dass meine Lieder alle so traurig sind. Ich habe ein paar, die nicht traurig sind – die sind nur hoffnungslos.“ – Townes Van Zandt
-
https://www.youtube.com/watch?v=A6lXAGli3JU
Benutzeravatar
Grisu
Beiträge: 1537
Registriert: 20.04.2008, 16:09
Wohnort: Enger - OWL
Kontaktdaten:

Re: Umweltkatastrophe in Japan

Beitrag von Grisu »

Landmark hat geschrieben: P.S.: Das einzig Positive an der ganzen Tragödie ist, dass bei uns das Thema AKW-Sicherheit nochmal ernsthaft diskutiert wird.
Sorry, aber das ist keine Diskusion, das ist Wahlkampf!
Gruß
Grisu
I give my Blood and Soul for Rock´n Roll

www.v-bikeparts.de
duke
Beiträge: 137
Registriert: 25.02.2007, 12:18
Wohnort: Darmstadt/Wixhausen

Re: Umweltkatastrophe in Japan

Beitrag von duke »

Klar ist es ein Wahkampf aber wie immer muss erst eine Katastrophe geschehen damit die Deutschen aufwachen. Ein Grossteil denkt jetzt doch ein wenig anders über Atomenergie nach. Es ist jetzt einfach zu sagen das man es schon vorher gewusst hat aber ist halt so. Schade das alle darunter leiden müssen. Es denken aber jetzt zum Beispiel wesentlich mehr darüber nach Stromanbieter bzw den Strom zu wechseln. Was ich eigentlich sagen wollte ohne eine Politikdiskussion anzufachen bei der näxten Wahl es liegt in unserer Hand bzw Stift. Wie gesagt, ich will keine Politikdiskussion entfachen.

Gruss
maruski
Beiträge: 2189
Registriert: 02.02.2007, 17:38
Wohnort: Wiesenrand bei Bremen

Re: Umweltkatastrophe in Japan

Beitrag von maruski »

Hi Landmark, da widerspreche ich dir bei der ersten Aussage nicht - es ist fürchterlich solche Bilder zu sehen und es ist bei dem Horror leicht zu vergessen, warum wir diese Bilder sehen.

Achtung Text nur für Interessierte - andere "Nicht weiterlesen!"

Bei deiner letzten Bemerkung widerspreche ich aber und kann nur sagen das es nichts Gutes im Schlechten geben kann, da das die schrecklichen Ereignisse relativiert (warum wir aberg enau dazu neigen, beschreibe ich (sehr lückenhaft) weiter unten).

Bull-Shit ist und bleibt einfach Bull-Shit und hat mit dem daraus erwartbaren kontingenten Reflexionsprozessen nichts zu tuen.
Das sind zwei zu trennende Ereignisse, von denen zweiteres aber oft ausbleibt.

Was mit dieses Diskussion mal wieder zeigt, ist das was Herr Beck schon Mitte der 80er in seinem Buch "Risikogesellschaft" sehr genau beschrieben hat:
"Um die zweite von der ersten, industriegesellschaftlichen Moderne abzugrenzen unterscheidet Beck vor allem zwischen der „Logik der Reichtumsproduktion“ und der sich immer mehr durchsetzenden „Logik der Risikoproduktion“
http://de.wikipedia.org/wiki/Risikogesellschaft

Und so wie der Reichtum ungleich verteilt wurde, sind auch die Risiken ungleich verteilt.
Reichtum kann nur akkumuliert werden, wenn auch Risiken akkumuliert werden (siehe Umwelt in China).
Über die Problematik/den unmoralischen Drang diese Risiken zu exportieren will ich hier nicht reden.

Hier hat nun ein Volk den Preis für seinen Reichtum zu zahlen und wir alle fühlen (oft auch ohne das zu reflektieren) das wir irgendwie auch Risiken akkumuliert haben und ängstigen uns natürlich vor der Quittung.

In Shakespeares Macbeth (III/5) läßt er die Schicksalsgöttin Hekate sagen:
"Dem Tod und Schicksal sprech er Hohn,
Nicht Gnad´und Furcht soll ihn bedrohn;
Denn wie ihr wisst, war Sicherheit,
Des Menschen Erbfeind jederzeit."
als ein Weg gesucht wird den Macbeth zu vernichten.

Sicherheit ist ein Lug und Trug, ein Erbfeind (ein Konstrukt in einer Risikogesellschaft) und aus der Katastrophe in Japan hier eine Sicherheitsdiskussion anzuzetteln, ist in meinen Augen reiner Irrsinn.

Selten bin ich mit der Frau (?) Merkel einer Meinung (mir sind Menschen, die freiwillig zu enge Klamotten tragen seit den 80ern sehr suspekt) aber da hatte sie mal Recht - das ist Wahlkampfblödsinn mit Gratishorrorbildern.

Ich sehe seit drei Tagen immer nur die gleichen Bilder und habe überhaupt keine Ahnung warum die zweitgrößte Mediennation der Welt, mit unzählichen mobilen Aussenteams, die alles in der Welt in Nullzeit visualisieren kann, uns nicht mehr als diese in Dauerschleife gezeigten Bilder liefern kann.

Was geht da wirklich ab?

Und wie bitte soll ein GAU aussehen, wenn nicht so wie drei nebeneinander explodierte Reaktoren?
Harrisburg war einmalig, Tschernobyl war einmalig und Fukushima wird auch wieder einmalig sein - denn unsere Art zu leben erfordert eine Relativierung der akkumulierten Risiken.
Und wir machen das perfekt.

Das leid der japanischen Menschen für eine solche Diskussion hier, die eben nur das (Relativierung) leistet, zu gebrauchen finde ich schändlich.

Wenn ich die Mesnchen sehe will ich das denen das bald wieder besser geht, eben weil die mir so ähnlich sind in ihren Lebensumständen.

Dafur, Uganda, Lybien, Sri Lanka, Chile, Mexiko, ........ endlose Liste der Länder, aus denen schreckliche Bilder kommen.
Da werden aber Leute gezeigt, die nicht mit meinem Lebensstandart leben, die keine Lebensversicherungen, Aktien, Arbeitsverträge, Krankenversicherungen, Leasingverträge, Ausbildungssparbücher etc. pp. für ein schönes Leben am laufen halten.

Deren Elend ist also irgendwie ein anderes (?).

Die japanischen Menschen sind aber, wie damals die in New Orleans, vom gleichen Schlag (sorry in New Orleans wurden ja fast nur arme Farbige aus den Slums gezeig, um genau dieses Gefühl (in den USA) nicht entstehen zu lassen).
Die Bilder aus Japan verstören mich daher sehr viel mehr.

Das ist so wie das 1000 Ebola-Tote zwischen Lehmhütten nicht den Effekt haben wie die Toten von Marburg, mitten in meiner Welt.

500.000 (bis 1.000.000) mit Macheten abgeschlachtete Tutsi haben hier nicht soviel Aufsehen erregt wie der Opa, der an der U-Bahn zu Tode geprügelt wurde.

Wir Menschen ticken leider oder zum Glück so, denn anders wäre ein Weiterleben psychisch gar nicht möglich. Wir müssen die Risiken des Lebens relativieren.

Aber Landmark, ich möchte da nicht von etwas Positivem reden und glaube absolut nicht das da was ernsthaft angesehen wird.
Das schließt die Liebe zu unserem Lebensstil aus.

Selbst die Japaner werden wieder Atomkraftwerke aufbauen, aber eben wie Hekate fordert, um den Macbeth zu zerstören "Mit großer Sicherheit!"

Ich könnte hier einen Irrsinnstext anfügen, über Hannah Ahrend und ihren Erkenntnissen zum "Denken", will aber nur eine ihrer Fragen allen, die bis hier gelesen haben, auf den Weg geben:

„Könnte vielleicht das Denken als solches – die Gewohnheit, alles zu untersuchen, was sich begibt oder die Aufmerksamkeit erregt, ohne Rücksicht auf die Ergebnisse und den speziellen Inhalt – zu den Bedingungen gehören, die die Menschen davon abhalten oder geradezu dagegen prädisponieren, Böses zu tun?“
http://de.wikipedia.org/wiki/Hannah_Arendt

Und "Böses" kann man meiner Meinung nach durchaus auch durch "Dummes"oder "Gefährliches" ersetzen.

Nur wird auch diese Katsatrophe in Japan hier keinen wirklich zum "Denken" anregen - da "...ohne Rücksicht auf die Ergebnisse ..." bedeuten kann, das wir uns eingestehen müssen, das unsere Art zu leben unvernünftig,böse, dumm, gefährlich oder auch noch was ganz anderes ist.

Und wer will das schon riskieren????

Mit traurigem Gruß. maruski
79er FX1200; SR500; RM-Z250; RM-Z 450
Despite the high cost of living, it remains popular.
www.planetrock.com
Benutzeravatar
Landmark
Beiträge: 1249
Registriert: 28.04.2008, 23:14
Wohnort: Nahe Hangover

Re: Umweltkatastrophe in Japan

Beitrag von Landmark »

maruski hat geschrieben:Hi Landmark, da widerspreche ich dir bei der ersten Aussage nicht - es ist fürchterlich solche Bilder zu sehen und es ist bei dem Horror leicht zu vergessen, warum wir diese Bilder sehen.

Achtung Text nur für Interessierte - andere "Nicht weiterlesen!"

Bei deiner letzten Bemerkung widerspreche ich aber und kann nur sagen das es nichts Gutes im Schlechten geben kann, da das die schrecklichen Ereignisse relativiert (warum wir aberg enau dazu neigen, beschreibe ich (sehr lückenhaft) weiter unten)...

...

Mit traurigem Gruß. maruski
Boaah wat n Text,

über die Wahrnehmung von Elend in unserer Gesellschaft will ich dir im großen und ganzen nicht wiedersprechen.
Aber das ist mal ein Thema über das man sich persönlich austauschen kann (PES o.ä.).

Mit meinem P.S.-Satz will ich das Drama in Japan nicht relativieren und ich denke das hab ich auch nicht. Auch ich will keine politische Diskussion anfachen.
Nochmals zu meinem parteipolitisch wertfrei gemeinten P.S.-Satz;

Das so ein, nach statistischen Berechnungen, als sehr unwahrscheinlich beschriebener Reaktor-Unfall in einem der höchstentwickelten Industrienationen passiert macht hier in D. weit mehr Eindruck als irgendein anderer Atom-Vorfall in der Vergangenheit.

Die Reaktionen der Politik (aller Parteien) zeigen dies. Die erneute Diskussion über das für und wider eines früheren Atomausstiegs, die Möglichkeit von Alternativen, deren Kosten, sowie (technischen und wirtschaftlichen) Grenzen wäre ohne diesen Unfall in Japan (in dieser Intensität) nicht zustande gekommen (bzw. weit in die Zukunft verschleppt worden) und hätten vor allem nicht so eine intensive Aufmerksamkeit der Öffentlichkeit.

Fukushima hat einen Stein ins Rollen gebracht...

Gruß!

Landmark
„Ich denke nicht, dass meine Lieder alle so traurig sind. Ich habe ein paar, die nicht traurig sind – die sind nur hoffnungslos.“ – Townes Van Zandt
-
https://www.youtube.com/watch?v=A6lXAGli3JU
Benutzeravatar
rainer_aus_ulm
Beiträge: 2373
Registriert: 04.02.2007, 09:01

Re: Umweltkatastrophe in Japan

Beitrag von rainer_aus_ulm »

Solch`eine Diskussion nicht politisch werten zu wollen halte ich für unmöglich.

Es gibt genügend andere Foren (Süddeutsche, SPON, etc) wo man sich über diese Thematik auslassen kann.

Dieser Fuck-Up in Japan ist einfach zu überwältigend und ich bitte Gerry diesen Fred zu schließen.

rainer
Absoluter Premium-Babbelkopp. Schwafelweltmeister.
Alter Furz der gerne und oft den Faden verliert.
flh75
Beiträge: 602
Registriert: 15.02.2007, 10:12

Re: Umweltkatastrophe in Japan

Beitrag von flh75 »

rainer_aus_ulm hat geschrieben:
Solch`eine Diskussion nicht politisch werten zu wollen halte ich für unmöglich.

Es gibt genügend andere Foren (Süddeutsche, SPON, etc) wo man sich über diese Thematik auslassen kann.

Dieser Fuck-Up in Japan ist einfach zu überwältigend und ich bitte Gerry diesen Fred zu schließen.

rainer
Da würde ich mich anschliessen.

Thomas
Benutzeravatar
Landmark
Beiträge: 1249
Registriert: 28.04.2008, 23:14
Wohnort: Nahe Hangover

Re: Umweltkatastrophe in Japan

Beitrag von Landmark »

rainer_aus_ulm hat geschrieben:Solch`eine Diskussion nicht politisch werten zu wollen halte ich für unmöglich.

Es gibt genügend andere Foren (Süddeutsche, SPON, etc) wo man sich über diese Thematik auslassen kann.

Dieser Fuck-Up in Japan ist einfach zu überwältigend und ich bitte Gerry diesen Fred zu schließen.

rainer
Ja, hast ja recht!

Gruß!

Landmark
„Ich denke nicht, dass meine Lieder alle so traurig sind. Ich habe ein paar, die nicht traurig sind – die sind nur hoffnungslos.“ – Townes Van Zandt
-
https://www.youtube.com/watch?v=A6lXAGli3JU
Christian
Beiträge: 4156
Registriert: 13.02.2007, 20:34

Re: Umweltkatastrophe in Japan

Beitrag von Christian »

Hallo Leute,

ist der Wunsch, diesen Thread zu schließen nicht Ausdruck unserer Unfähigkeit, mit dem was da geschehen ist und was da immer noch geschieht, umzugehen?

Ich denke, wir solten dem standhalten was uns da zu überwältigen droht und nicht Augen und Thread zu machen.

Gruß, Christian
Lieber nen Shovel-Vibrator als nen TC-Staubsauger

Kicker rules!
Bernd81
Beiträge: 378
Registriert: 05.09.2008, 09:55
Wohnort: Achim

Re: Umweltkatastrophe in Japan

Beitrag von Bernd81 »

Moin,

@Christian ..... dem stimme ich zu.Politisch ist doch letzten Endes alles was man macht,selbts Moped fahren denn das passiert meistens auf Strassen.
Nein,diese Atomenergie hat für mich eher einen existenziellen touch wenn ich denke das ich im 50 km Radius vom Unterweser AKW lebe.

Gruss Bernd
Benutzeravatar
Gerry
Site Admin
Beiträge: 4590
Registriert: 25.01.2007, 15:58
Wohnort: Hildesheim
Kontaktdaten:

Re: Umweltkatastrophe in Japan

Beitrag von Gerry »

Macht das doch einfach wie ich....
Achtung Text nur für Interessierte - andere "Nicht weiterlesen!"
...somit war -erstmal- alles klar. :wink:

Und...ich denke jeder weiß was hier an Themen Phase sein sollte, so das ich hoffe mir das Vorhängeschloss sparen zu können.

Oberflächligkeit olé,
Gerry
Shovel-Head.com - Teileshop:
https://www.kraftradteile.com

Gerry's BAKERy:
https://www.bakergetriebe.de
Benutzeravatar
Harleykin
Beiträge: 546
Registriert: 11.02.2007, 16:05
Wohnort: Höchstadt
Kontaktdaten:

Re: Umweltkatastrophe in Japan

Beitrag von Harleykin »

@ Gerry
coole ausage
Gruss aus FRANKEN

Jürgen


http://www.bundesland-franken.de/
Die Zuverlässigkeit hängt nicht vom Fahrzeug ab, sondern vom Besitzer!!!
Shovel1978
Beiträge: 519
Registriert: 27.10.2008, 19:06

Re: Umweltkatastrophe in Japan

Beitrag von Shovel1978 »

:!:
maruski
Beiträge: 2189
Registriert: 02.02.2007, 17:38
Wohnort: Wiesenrand bei Bremen

Re: Umweltkatastrophe in Japan

Beitrag von maruski »

Moin Leute

Für alle, die den Beitrag noch nicht als beendet ansehen möchten:
Für die Beenderfraktion ist dieser Text ausdrücklich nicht und nur dieser Link.
http://www.harley-davidson.com/en_US/Co ... /home.html

Politikbegriff:
Alles ist politisch - auch das "unpolitische". ?

Die GESELLSCHAFT bestimmt die Politik (Regierungsform, Arbeit, Freizeit, Bildung, Jugend, Alte Menschen, Krankenversorgung, soziales Netz, Verkehr, Umwelt, Kultur ....)

PreEvo Fahrer sind natürlich ein Bestandteil dieser Gesellschaft und arbeiten für oder gegen sie; somit sind sie auch für die politische Situation mitverantwortlich.

PreEvo-Freaks arbeiten sogar durch ihr Hobby:

a) reproduzierend - bewahren bzw. pflegen Traditionen

b) poduzierend - schaffen neues, bilden Avantgarde, bekämpfen uU. Traditionelles.

c) a + b - bauen auf Traditionellem auf, um Neues zu machen.

= stabilisieren die Gesellschaft

Das Hobby des PreEvo-Freaks verlangt häufig eine „dienende“ Tätigkeit: "Kunstwerke" quer durch die Motorradgeschichte (aktuelle Kollektion der MoCo ist z.B. sehr szenenah gestalltet, finde ich) belegen das.
Das Endergebnis soll den jeweiligen Seh- und Fahrwohnheiten entsprechen und imemr auch eine Position beschreiben (für oder gegen den Mainstream).

Das gilt - von Ausnahmen abgesehen (z.B. AMF-Style) - quer durch die Motorradgeschichte, bis hin zum aktuellen Neumaschinenangebot der MoCo und anderer Herstellen (Soft-Chopper-Welle der 80er/90er).

Auch die "freischaffenden" Motorradbauer des 20. und 21. Jh. unterwarfen und unterwerfen sich solchen Marktstrukturen.
Die Sponsoren/Kunden waren und sind diverse Popstars, Superreiche, Industrielle oder wohlhabende Bürger anstatt Sony, Pepsi, Cola (die aber auch als Sponsoren auftreten - z.B. bei OCC).

Diese Situation bewirkt(e) allerdings nicht automatisch schlechte Motorräder, sondern regt(e) in vielen Fällen gerade besonders Raffinesse der Künstler an.

Vgl. finanzielle Situation der Schrauberszene in unserem Lande.
Wie viele zeitgenössische Chopper-, Bobber- oder Bikebauer können von ihrer Tätigkeit hauptberuflich leben, wie groß ist ihre Publizität, welchen Stellenwert haben sie in den Medien ?!

Custommotorradbauer mit neuen Ideen und Inhalten hatten häufig Probleme mit ihrer Gesellschaft/Publikum.

Publikum und Kritik (Zeitungen, Medien) -letztere sind heute überhaupt meinungsbildend- reagierten mit Zensur.
Vorzensur bewirkt umbauen eines Bikes, bzw. Selbstzensur: führte früher häufig zu sofortigem oder alsbaldigem Entzug der Zulassung, heute dadurch uU. positive Verkaufszahlen (!).

Begründungen: meist nicht inhaltlich (politisch/gesellschaftlich), sondern oft “ mangelnde mechanische Qualität", aber es ging und geht um "Freiheit".

(Idee/umgeschrieben aus: http://www.musicsite.schule.at/G_dateie ... egriff.htm)

Und daher verwundert es mich nicht das die MoCo das Japanunglück nicht so "Off Topic" und egal ansieht wie einige hier.
http://www.harley-davidson.com/en_US/Co ... /home.html

250.000 US $ für das Rote Kreuz (Japanhilfe) ist mM nach ne Hausnummer, die eine Aktiengesellschaft in schweren Zeiten (und die stehen nun nochmehr bevor) erstmal wuppen muss (dennoch ist eine zu erwartende Aufwertung des Yen sehr gut für die MoCo).
Allerdings ist der Japanische Markt auch der zweitgrößte der MoCo und den ehemaligen und zukünftigen Kunden helfen ist mehr als nur guter Stil.
Aber Hilfe ist Hilfe = gut - egal unter welchen Motiven.

Also - unpolitisch gibt es nicht und ich habe übrigens keine Lust mich mit Lesern der "Süddeutschen Zeitung" oder irgendwelchen Honks auf irgendwelchen Tsunami-Forenseiten über meine Gedanken zu dem Japanding auseinanderzusetzen, zu denen ich bis auf das Sauerstoffatmen und Kohlenstoffausscheiden keinerlei Gemeinsamkeiten sehe.

Wer das hier nicht will, soll das doch wie Gerry schon sagte, einfach nicht lesen. Das ich keine vierzeilige Haikus schreibe, ist doch bekannt.
http://de.wikipedia.org/wiki/Haiku

Falls Speicherplatz knapp wird (wie das früher ja mal war), sehe ich eine Selbstzensur ja noch ein, falls Gesetze tangiert werden auch, aber ich bin mir sicher, das es hier einige Mitglieder gibt, die sich mit "Gleichgesinnten" (zu denen man einen gemeinsammen Nenner sicher kennt - PreEvo) auch mal über das wahre Leben austauschen möchten.

Wer anderer Meinung, speziell bei dem Japanunglüch, ist, kann dieses gerne doch auch begründen - womit er aber dann sehr sinnvoll in die Diskussion einsteigt. Unsinniges Ablehnen von etwas das gar nicht für einen gedacht ist zeigt eine Hybris, die ich ablehne.
Seit 2003 Elton John die 100th Party auf dem Veterans Field in Milwaukee ruiniert hat, bin ich mit dem Vogel final durch.
Aber ich würde doch niemals einem Fan das vorhalten. Ich höre mir den einfach nie mehr an und wechsel den Sender falls er da läuft, weil ich extrem schlechte Gefühle dabei bekomme.
Sollte das jemandem bei meinen Texten so gehen - lasst doch das Lesen einfach sein.
Aus die Maus.

Meine Prognose zu der Japan-Katastrophe ist, das wir Ende 2011/Anfang 2012 eine massive Abwertung des US-Dollars haben werden (was unsere Szene schon tangiert) und es in China zu Spannungen und Unruhen kommt (was unsere Ersatzteilversorgung auch betrifft).
Und diese beiden Prognosen würde ich auch genre mit Leuten diskutieren, die den Focus auf unser Hobby haben und dennoch Augen und Ohren in der Welt.

Japan finanziell zu helfen, ist in meinen Augen übrigens nur ein Symbol - denn das ist immerhin die drittgrößte Industrienation der Welt, die brauchen genausowenig ausländische finanzielle Hilfe, wie die Amis nach Kathrina. Deren Notenbank wertet den Yen auf oder ab (wie es nutzt) und das Geld (egal wieviel Billionen) ist erstmal (!!!) da.
Die Folgen bestimmen meine obrigen Prognosen und Fragen.

Mit gutem Gruß. Maruski
79er FX1200; SR500; RM-Z250; RM-Z 450
Despite the high cost of living, it remains popular.
www.planetrock.com
Antworten