Es kann so einfach sein...

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detroitdiesel
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Es kann so einfach sein...

Beitrag von detroitdiesel »

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Christian54
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Re: Es kann so einfach sein...

Beitrag von Christian54 »

Hy,
endlich mal ne Anleitung für mein Model und so einfach,
da hätte Ich auch selber drauf kommen können.

...da hohl ich doch gleich mal die Säge aus dem Keller :D

Gruß Chris
maruski
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Re: Es kann so einfach sein...

Beitrag von maruski »

Moin Shovelistas
Da ist doch schon ne echte Linie zu sehen.

Chopper kommt bekanntlich ja von "to chop" = abhacken und NICHT von "to shop" = einkaufen.
Immer wenn was abgebaut werden kann, ist es die richtige Richtung zum geileren Bike (m.M.).

Weniger Zeug ist mehr Moppedspaß und noch weniger Zeug ist eben noch mehr Moppedspaß.

Die ersten Chopper wurden so leichter gemacht, um den identischen Maschinen der Cops entschwinden zu können, in den Zeiten als noch nicht mit Lichtgeschwindigkeit über den Äther gejagt wurde.
Jedes Kilo brachte im Vergleich zu den überladenen Bullenkutschen war an Vorteil.

Dazu dann die Philosophie "Was nicht dran ist, kann nicht kaputt gehen!" bei den obligatorischenStürzen.
Die Original Choppers sind am WE Sandbahnrennen mit ihren originalen Straßenmaschinen gefahren, oder Hillclimbs oder eben 1/4 Meilenrennen. Da war der ganze Firlefanz der MoCo nur uncooler Balast und die obrige Zeichnung half erstmal beim nächsten Run überhaupt vom Material her ne Chance zu haben ohne wirklich was zu kosten.
Die Up-Sweeps bringen eben was an Bodenfreiheit und die Idee, da was wegen der Optik zu machen, ist nicht im Sinne der Erfinder.
Daher bleibt auch das vordere Schutzblech hinten lang. Hinten kurz brachte den Konkurenten auf der Sandbahn viel Freude --> "Eat my dust!".

FL-Sofas sind fürs Faulenzen auffe Bahn und Choppers eben fürs harte Fahren!

Und dann kam der Film "Easy Rider" und alles wurde anders.
Kaum fahrbare Fantasiemoppeds wurden der Inbegriff der Chopperwelle.

Mit den Hockern sind nicht mal Fonda und Hopper wirklich Strecke gefahren (sieh Link unten) und der jetzt so extra coole Fonda jammerte in den Earlydays sogar öffentlich von seinen Qualen, wenn er mal im Bild sein musste.
Zum Ankicken und Fahren hatten die übrigens Dan Haggerty angeheuert, da keiner der Crew die Böcke wirklich zum Starten bekommen hat.
Anstelle von anständigem Lohn (und wohl auch als "Schweigegeld") bekam er eine kleine Sequenz im Film (Hippiedorf).
Daraus machte er dann eine veritable Filmkarriere (der Mann aus den Bergen) und besitzt heute noch einige Harleys und ist in Califonien aus der Szene nicht wegzudenken.
"The motorcycles, based on hardtail frames and Panhead engines, were designed and built by chopper builders Cliff Vaughs and Ben Hardy, following ideas of Peter Fonda, and handled by Tex Hall and Dan Haggerty during shooting.".
http://www.autoevolution.com/news/easy- ... -8797.html

So geil der Easy Rider Film auch ist - die originale Idee vom Chopper hat er, Hollywood läßt grüßen, kaputt gemacht.
In den späten 60ern waren Harleys noch schnelle Hocker zum Heizen, in den 70ern dann eben nicht mehr.
Die MoCo hat recht schnell mit den FX Modellen reagiert und damit kein schlechtes Geschäft gemacht.
Extrembeispiel die Wide Glide mit Flammentank.

Danke für die obrige Chopperanleitung. Das sind die echten Wurzeln.

Grüße vom Wiesenrand. Maruski
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Otter
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Re: Es kann so einfach sein...

Beitrag von Otter »

maruski hat geschrieben: Die ersten Chopper wurden so leichter gemacht, um den identischen Maschinen der Cops entschwinden zu können, in den Zeiten als noch nicht mit Lichtgeschwindigkeit über den Äther gejagt wurde.
Jedes Kilo brachte im Vergleich zu den überladenen Bullenkutschen war an Vorteil.

Kann schon sein.
Aber der Hauptgrund war doch wohl eher um mit den schnelleren Triumphs und Nortons noch mithalten zu können! :)
maruski hat geschrieben:So geil der Easy Rider Film auch ist - die originale Idee vom Chopper hat er, Hollywood läßt grüßen, kaputt gemacht.
Also dann schau dir mal "The Wild Angels" an.
Der ist von 1966, also noch 3 Jahre vor Easy Rider. Die Mopeds in dem Film sind alles astreine Chopper (oder wie du sagst "Fantasiemoppeds") und wurden nicht von Hollywood entworfen, sondern waren hauptsächlich Maschinen von den im Film mitspielenden Hells Angels und Coffin Cheaters.
Das zeigt, daß die Umbauszene bereits 1966 längst etabliert war.

Easy Rider war wohl eher der Initialzünder für die Hippie-Generation und die Normalobiker auf den Harleyumbautrip aufzuspringen. Aber die "Fantasiemoppeds" gab's schon früher. 8)

Gruß Otter
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maruski
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Re: Es kann so einfach sein...

Beitrag von maruski »

Touche!
Klar muss es die Chopper, wie wir sie kennen, ja vorher schon gegeben haben, da die von einer Werkstatt nach deren Idee eines coolen Bikes gebaut wurden.
Sind ja nicht vom Himmel gefallen die Ideen zum Billy Bike und Captain Amerika.

Eine fitte 1000er Sportster (Hubraumerweiterung von 900cc auf 1000cc soll ja wohl auch schon in den 60ern möglich gewesen sein) konnte schon ganz gut mit einer 650 BSA mithalten (und waren deutlich standfester), wie ich selber mit einer 76er XL erlebt habe (ich hatte insgesammt auch drei Triumphs - zwei Bonnies und eine Tiger, alle "Oil in Frame" und "Prince of Darkness" Elektrik = bin ich aber ab von, wegen der wirklich elendigen Schrauberei, wenn man schnell Kilometer macht).
Und die Sportys wurden ja 57 nicht ohne Grund auf den Mark geworfen und haben sich da ne Weile gut gehalten.
Hätte Harley das Fahren im Fokus behalten, wäre vielleicht ein Deal mit John Britten, um die V1000, was geworden und die V2 Szene hätte mit Harley wieder gerockt.
Leider ging es der MoCo zu der Zeit schon lange nicht mehr um das Fahren, sondern um die Show und die schnelle Kohle.
Zu sehen auch an der schändlichen Behandlung von Erik Buell, der nicht von der Idee einer schnell fahrbaren Harley lassen wollte.
Er wurde aufgekauft und abgewickelt.
Wohl auch um dem Geschäft mit den, nun sehr langsamen, Sportstern keine Alternative zu bieten.

Einen Big Twin kann man kaum so abspecken, dass er die Engländer packt.
Es gab auch bald "Harley only" Rennen am Wochenende.
Bis in die 2000er rein waren die Reglements in USofA dann so, dass die XR 750er auf der Sandbahn gewinnen konnten.
Da waren die "Gegner" für die Chopper also eher die FLs der Cops, mit denen sich die Weekendraces geliefert wurden.
Die Hot Rod Szene tickte ähnlich.

Und was das Volk der Engel & Co. angeht beschreibt Hunter S. Thompson ja recht ausführlich in wie weit denen das überhaupt noch um die Fahrerei ging.
Die haben ihre Böcke zur Provokation und nicht zum Fahren so gestaltet.
Und Provokation benötigt Fantasie.
Fantasiemotorrad ist ja gar nicht abwertend genmeint, da Fantasie doch eher was total Wichtiges ist und uns Menschen auszeichnet.

Ich bleibe dabei das die heutige Chopperlinie der Fantasie und nicht der Fahrerei entspringt und auf dem Bild oben eine Fahrmaschine und kein Showbike angedacht ist.
Klar das sich die "schnellen" Stilelemente auch zum Provozieren auf der Straße gut eigneten und so vermischte sich das alles sehr homogen und wurde in der Fantasie dann von Künstlern so übertrieben wie es im Easy Rider zu sehen ist.

Gruß vom Wiesenrand.
Maruski
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Arthur
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Re: Es kann so einfach sein...

Beitrag von Arthur »

Hallo Maruski,

ich denke auch, dass die Chopper-Entwicklung aus dem Wunsch entstanden ist, schneller zu fahren. Das waren technikbegeistere Motorradfahrer mit Benzin im Blut.

Gruß Arthur
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Partisan
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Re: Es kann so einfach sein...

Beitrag von Partisan »

maruski hat geschrieben: Chopper kommt bekanntlich ja von "to chop" = abhacken und NICHT von "to shop" = einkaufen.
Das wissen aber nicht alle :D . Heute gibt es mehr "Shopper" als Chopper.
So blöd wie ich bin kann mir gar keiner kommen ;-)
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detroitdiesel
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Re: Es kann so einfach sein...

Beitrag von detroitdiesel »

Chopper ist immer ein Stück weit Konsum.

Millimeterflexscheiben, Kabelschuhe und WIG-Draht muss man auch kaufen.
Oder eben der Firma "ausleihen".

Stil gibt es aber nicht von der Stange.
Dafür aber Totenkopfkennzeichenschrauben...
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maruski
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Re: Es kann so einfach sein...

Beitrag von maruski »

;-) @ detroitdiesel
Alle jammern immer über die hohen Kosten des Lebens, aber alle hängen dann doch so dran.

Konsum ist ja nicht das Thema, da es ja u.a. schlicht nur eine Bezeichnung für einen Verbrauch zum Erhalt oder zur Fortführung, von Etwas ist.
Aber:
"Eine Konsumgesellschaft ist dadurch gekennzeichnet, dass die Menschen nicht nur das konsumieren bzw. kaufen, was sie zum Überleben benötigen, sondern auch das, was das Leben „schöner“ macht."
(http://de.wikipedia.org/wiki/Konsum)

Shopper aber führen ja nichts fort oder Erhalten etwas, sie tun nur so als ob.
Aber sie machen sich ihr Leben damit dennoch subjektiv "schöner". Unsere US-Fachphilosophen der Straße nennen diese Typen "Wannabes" von "Want to be".

Chopper sind so oder so aber eben nicht Konsum, sondern mehr Fantasie oder Kreativität oder Beides ;-)), die ihren Wert nicht im Verbrauch, sondern im Gebrauch erhalten.
Chopper sind zum Fahrten da, fallerie und fallera!

Ich persönlich finde ja mehr emotionale Parallelen zwischen den PRE Evo Choppern und den Street Fightern, als zu den HOGies und Shoppern.

Hab mir heute erst wieder drei so 30K Hocker angesehen und feststellen müssen, dass mir das überhaupt nichts gibt, mir einen Bock anzugucken, der nicht zum Fahren, Zelten, Reisen im Roadside-Style, gebaut wurde.

Ne öddelige Gummikuh, mit 40l Touratechs an der Seite, turn mich da mehr an, da man mit der losfahren und was erleben kann, dass für mich mit Motorradfahren zu tun hat.
Klar machen das die Honks dann in der egel doch nicht und miemen nur den harten Globetrotter, aber mit so einem Bike könnte man das wenigstens.
Mit ner Shopperette von Harald Redleffsen für 30K gecustomert, kommste nicht mal auffe Wiese ruff.
Und wo da das Zelt ransoll, bleibt das Geheimniss der Erbauer.

Na ja Faak am See mit DB hin und zurück + Hotel Alpenblick, über Reisebüro gebucht, macht ja auch den halben Schuh ;-))).
Und dem T-Shirt sieht man das später eh nicht an.

In Daytona gab es in den 90ern schon den Bumper-Sticker "Daytona Trailer Week", da dort enorm viele ihre Hocker auf dem Hänger anfuhren und im WoMo lebten.

Gruß vom Wiesenrand!
Maruski
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Arthur
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Re: Es kann so einfach sein...

Beitrag von Arthur »

Hallo Maruski,

dem T-Shirt sieht man das in der Tat nicht an. In Daytona war ich das erste Mal 1991. Habe das Geld zusammengekratzt und die Karre mitgenommen. Dort habe ich zwei interessante Leute getroffen. Einmal war es ein MZ-Fahrer aus Frankfurt an der Oder (die MZ hatte er dabei) und der andere war Wolfgang Fiereck, auch mit Karre. Auch wenn der letztgenannte gerne in die Kasper-Schublade gesteckt wird, so hat er mächtig Benzin im Blut. So kann man sich täuschen.

Gruß Arthur
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Re: Es kann so einfach sein...

Beitrag von maruski »

Hi Arthur,

da waren wir ja zur gleichen Zeit auffe gleichen Party, quasi PEP vorweg ;-)))
Ich habe allerdings mit meinen US-Kumpels auf dem "Nova Family Campground" (damals eine der heißen Partyzonen im Hinterland) im Orange County gehaust und bin nur späten Nachmittag, meist mit nem Van, auf die Main Street (die ja damals noch "Bikes Only" war).
Einmal allerdings auch Vormittags, um meinen Kumpel aus der Schweiz zu suchen, der uns in der Nacht abhanden gekommen war
(Kennt hier im Forum vielleicht einer einen Marcel Z. aus den Bergen, der in den 90ern in der Schweiz mit ner CBX im AME Rahmen rumgefahren ist? Leider den Kontakt durch seine Auswanderung verloren in den Vorinternetzeiten).
Er saß in Daytona dann im Knast, wo er wegen "Publik Drinking" eine Nacht verbringen durfte und dann sogar ein feistes Früphstück auf Steuerzahlers Rechnung bekommen hatte.
Schweizer werden halt wohl anders behandelt, meinten meine US Kumpels.
Ich hatte keinen eigenen Bock dort, konnte mir aber immer Hocker von den Schnappsleichen auf dem Campground leihen und bin auch schön rumgefahren (und habe mir die extrem langen Gabeln am Chopper dabei abgewöhnt).

Zum Fiereck kann ich persönlich nur sagen, dass mir die TV-Reiseberichte, wo er mit dem Chopper durch die Staaten fährt, sehr gut gefallen haben und die kleinen Geschichten dazu dann auch irgendwie zeigten, dass er nicht falsch tickt.
Mein Freund hatte sich bei ihm in München ne TC gekauft (konnte die als Firmenwagen laufen lassen!!!) und berichtete, dass er sehr locker rüberkam und auch blutige Anfänger (war sein 2. Mopped, nach ner KTM) nicht "von oben herab" behandelt hat.

Wir planen ja zum 125th nach Milwaukee mit den Shoveln zu reisen. War zum 100th schon angelaufen, musste aber aus privaten Gründen gecancelt werden und in eine WoMo Kurztour umgewandelt werden.
USA mit Bock lohn eigentlich für mich erst,w enn da mindestens zwei Monate Zeit mit bei sind. Chicago, Milwaukee, Sturgis, West Coast ist der Plan für 2028.
Wobei uns Sturgis wichtiger ist als die MoCo Party am Lake.

Träume halten einen am laufen und ich für diesen Traum extra eine Lebensversicherung, die dann reif ist (hoffentlich nicht vorher!).

Gruß vom Wiesenrand.
Maruski
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