Sollte Papst Franziskus öfter machen

Szene-Themen. Corona, Politik, Religion & Grundsatzdiskussionen unerwünscht

Moderator: Gerry

Christian
Beiträge: 4156
Registriert: 13.02.2007, 20:34

Sollte Papst Franziskus öfter machen

Beitrag von Christian »

Hallo Leute,

so kann man auch Geld für die Armen sammeln:

http://www.huffingtonpost.de/2014/02/06 ... 38315.html

Jedes Jahr eine im Werk bestellen, einmal draufsetzen und anschließend versteigern.
Wenn man den Freaks und Reichen das Geld für die Armen so aus der Tasche holen kann, dann ist es auch recht.

Gruß, Christian
Lieber nen Shovel-Vibrator als nen TC-Staubsauger

Kicker rules!
cactus84
Beiträge: 725
Registriert: 13.03.2011, 11:55

Re: Sollte Papst Franziskus öfter machen

Beitrag von cactus84 »

aber papa franzl hat nichts bestellt, es war ein geschenk von willy g.
gruss
cactus

Ich trage solange schwarz bis ich eine dunklere Farbe gefunden habe
Christian
Beiträge: 4156
Registriert: 13.02.2007, 20:34

Re: Sollte Papst Franziskus öfter machen

Beitrag von Christian »

Hi Cactus,

das Eine (bestellen) würde er bestimmt auch nicht tun, das Andere (verkaufen für einen guten Zweck) bestimmt.

Selten wäre der Spruch, "Der Zweck heiligt die Mittel." so zutreffend. :D

Gruß, Christian
Lieber nen Shovel-Vibrator als nen TC-Staubsauger

Kicker rules!
maruski
Beiträge: 2189
Registriert: 02.02.2007, 17:38
Wohnort: Wiesenrand bei Bremen

Re: Sollte Papst Franziskus öfter machen

Beitrag von maruski »

????
Read at own risk!)

Was soll denn sowas?
Wird hier der Konsens der gesellschaftlichen Normen für "OK" und "Nicht OK" verlassen, ohne das es bemerkt wird?

Da bekommt irgendein Typ (der nebenbei der Chef von einem der reichsten Clubs dieses Planeten ist) ungefragt von einem "Fremden" etwas geschenkt (?), dass er offensichtlich absolut nicht braucht.
Das ist ein "Nicht OK"!

Wer verschenkt etwas, dass der Beschenkte sicherlich nicht brauchen wird?
Und warum?
Wenn mir einer ein rosa Kleid schenken würde (und ne Harley für den Freak ist nix anderes), bin ich doch zumindest etwas irritiert und frage mich "What the fuck....?".
So geht es dem Beschenkten aber offensichtlich nicht - der sagt "Danke" zum rosa Kleid.
Aufrichtigkeit ist in meiner Wahrnehmung etwas anderes.
....
Dann verkloppt der Beschenkte das unnützte Ding an einen dubiosen und anonymen Käufer, der offensichtlich einen Mondpreis zahlen kann, der in keiner Rellation zum Warenwert steht.
Das ist noch ein "Nicht OK"!

Was ist das für ein Käufer?
UND viel wichtiger: Was ist das für Geld?
Geldwäsche funktioniert exakt so!
Bestechung funktioniert exakt so!
Don Corleone bekommt auch andauernd was geschenkt, dass er nicht braucht und für das er angeblich nichts gemacht hat, als "Dankbarkeitsbeweis".
.....
Dann spendet der Glückliche diese dubiose Unsumme sich selber.
Um gut da zu stehen???
Oder was soll der Quatsch?
Wieder ein "Nicht OK"!

Der Chef von den Katholen ist doch auch wohl der Betreiber der Suppenküchen und anderer Einrichtungen, die die Kirche dazu nutzt, sich auf dem Markt der Daseinsvorsorge, die eine staatliche Aufgabe in Europa ist, zu verfestigen oder zu etablieren.
Oder hat er die Kohle der Moschee gespendet? (dann nehme ich diesen Punkt meiner Kritik sofort zurück - ist aber auch ein "Nicht OK" - siehe weiter).

Ich habe in meinem vorherigen Job (Obdachlosenhilfe) viel mit den kirchlichen Gutmenschen zu tun gehabt, die den staatlichen Einrichtungen das (Über-)Leben sehr schwer machen, durch extremes Lohndumping (die haben dazu noch den Arsch voll mit Ehrenamtlichen - die gar nichts kosten, dafür auch weniger Qualifikationen haben müssen) und unerklärlich niedrige Sachkosten (durch diesen Spendenunsinn. Besonders bei Immobilien und deren Mieten).
In meinem jetzigen Job versucht sich die Kirche auch reinzuschranzen und hat es in einem Bereich (Nachbargemeinde) auch unseeligerweise, natürlich über die leidige Personal- und Sachkostenschiene, schon geschafft öffentliche Jugendarbeit mit kirchlicher Jugendarbeit zu verschmurgeln.

Sind die staatlichen oder die privaten (staatlich voll refinanzierten) Träger dann vom Markt, mach "Freund Kirche" den Sack zu und läßt sich sauber, zu nun neu "ermitteltem" Bedarf, mit natürlich voller Kostendeckung, staatlich refinanzieren, da auf einmal staatliche Aufgaben erfüllt werden.

Dank der vorhandenen Ehrenämter (dasd urch den religiösen Wahn angeheizt ist) und ebenso den oft dubiosen Spendenstrukturen (echte öffentliche Kontrolle findet im Kirchlichen nur sehr eineschränkt statt), sind diese Einrichtungen dann echte Gelddruckmaschienen (für die Kirche) ohne Tariflöhne (mit dazugehörigen Lohnsteuern), Arbeitssicherheit (mit dazugehöriger Rechtssicherheit) und damit zum imensen Schaden der Allgemeinheit.

Kirche in gesellschaftlichen Aufgaben ist immer ein schlechter Deal fürs Volk.
Und das seit über 1500 Jahren.

Die ganze Sache mit der Harley stinkt von allen Seiten und hätte überhaupt keine Presse verdient, sondern besser eine intensive steuerrechtliche Prüfung des Käufers (und auch gerne des Verschenkers, da ich mir viele Wege ausdenken könnte, die Willi G.(ier) nutzt, um "Publicitie for free" zu ergattern).

Aber und daher funktioniert das eben auch schon so lange und gut,
Mensch will nicht denken, sondern eben durch spektakuläre "Neuigkeiten" in seinem subjektiv gut funktionierenden Weltbild stabilisiert werden.

Und ne Harley für beinahe 300K ist so einen Schlagzeile wie "Mann beißt Hund" - da ist die Storry dann eher Nebensache und die Realität (man muss ich doch eigentlich als vernünftig denkender Menschen sofort fragen was so ein Nonsense denn wirklich soll) eh egal.

Ich finde alle Kirchen (ja sogar alle Religionen) übrigens sehr unterhaltsam und damit auch nützlich - nur dürfen sie kein Geld bewegen.

Da geht das immer los mit dem Problem, da Gläubige sich eben durch ihren Glauben von rein vernünftig denkenden Menschen unterscheiden, und damit eben auch ein anderes Wertesystem bevorzugen, in dem es "Wunder" und "Gottes Willen" gibt, diefür sie in der Priorität allemale die "aufgeklärte Vernunft" schlagen.

"Glauben/nicht glauben" ist deren System, nicht "zahlen/nicht zahlen" - dass ist die Wirtschaft.

Oder würde keiner dumm gucken, wenn die Deutsche Bank auf einmal offiziell anfangen würde mit "glauben/nicht glauben" zu arbeiten?
Machen die ja aber auch immer wieder heimlich (Aktienzockereien), wenn die genug Dumme (ihnen dann Glaubende) zum Abzocken finden.

Bei den Gläubigen wundert das keinen, wenn die das andersherum andauernd und offen so treiben (also wirtschaftlich tätig werden, unter dem Tarnanzug der Mildtätigkeit) und damit genau so ihre "Opfer" (und das sind in der Regel die Nichtgläubigen) abkochen.

"Schuster bleib bei deinem Leisten" - und wenn er was anderes macht -> VORSICHT!

Gruß vom Wiesenrand!
Maruski
79er FX1200; SR500; RM-Z250; RM-Z 450
Despite the high cost of living, it remains popular.
www.planetrock.com
Benutzeravatar
Thorsten D.
Beiträge: 1844
Registriert: 08.01.2012, 09:53
Wohnort: Renningen

Re: Sollte Papst Franziskus öfter machen

Beitrag von Thorsten D. »

ich sag ja sonst net viel zu solchen themen und beiträgen hier ( und anderswo )

ät maruski : beifallklatsch und alle daumen hoch

ät gerry : zumachen des dingens bitte.............
Gruss Thorsten
Christian
Beiträge: 4156
Registriert: 13.02.2007, 20:34

Re: Sollte Papst Franziskus öfter machen

Beitrag von Christian »

Au Backe, Maruski,

man kann auch alles schlecht sehen (wollen), wenn es dem eigenen Weltbild nicht entspricht. Ist es wirklich so, dass Soziologie und Philosophie auch nur eine - zugegeben intellektuelle, aber darum kaum richtigere - Form der intellektuellen Selbstbespiegelung sind?

Geldwäsche? Bestechung? Sich selber spenden? Als wenn er die Kohle verfuttert und nicht die Armen, denen es nottut.

Hätte er die Karre denn ablehnen oder wegwerfen sollen, damit Du und/oder andere Materialisten zufrieden sind?

Frag das mal diejenigen, die von dem Geld eine warme Suppe und eine trockene Übernachtungsmöglichkeit bekommen, nimm ihnen die Suppe weg und wünsch ihnen im Namen der von Dir ins Feld gebrachten Rationalität einen guten Appetit!
Wundere Dich aber nicht, wenn es dann knallt, auch das wäre eine - situativ verstanden! - rationale Handlung, die mancherorts sicherlich viel Beifall fände. Bei Dir auch?

Aber vielleicht ist es ja auch so, dass Du die vielen € aus eigener Tasche nehmen möchtest um sie den Bedürftigen zu geben, von mir aus gerne in einer von Dir selbst ehrenamtlich organisierten Suppenküche. Und trotzdem wird es immer noch viele andere geben, die Du nicht erreichst, die aber justament da sind, wo die für die Papstharley erzielten € ausgegeben werden.

Andererseits: Wo die staatliche Daseinsfürsorge hinführt, nämlich in die viel zu oft sinnfreie Alimentierung von Anspruchsdenken, dass erlebe ich in meinem Job immer wieder. eine sich lustvoll steigernde Anspruchshaltung und die Unwilligkeit das eigene Schicksal in die Hand zu nehmen gehen eine auch hier rationale, weil situativ sinnvolle - Gemeinsamkeit ein, die einer, der sein Brot im Schweiße seines Angesicht verdienen muss, wohl kaum verstehen kann und muss. Aber gut dass es den Staat gibt, er erklärt ihm, dass es besser ist, weniger zu arbeiten und dafür mehr Forderungen an die Gesellschaft zu stellen, was ja auch ungemein schweißtreiben sein kann, wie mir schon so mancher Alimentierte erklärte, so schweißtreibend, dass er sich leider außerstande sieht, sich sein Brot selber zu verdienen.
Aber auch denen gibt die Kirche - ohne Ansehen der Person. Ob Christus das gemeint hat, als er sagte, dass die Mühseligen und Beladenen von ihm erquickt werden? Scheinbar, sonst würde die Kirche nicht auch die versorgen, die es oft auch selber könnten.

Und die rein vernünftig denkenden Menschen, wo gibt es die? Ist der Homo rationalicus tatsächlich schon erstanden? Das wäre schön, dann sollten wir unzulänglichen Homo Sapiens wenn wir uns nicht so rationalisieren können, wie dieser ganz schnell aus dieser Welt hinaus escamotieren (lassen), denn der höheren Rationalität gebührt natürlich der Platz - alles andere wäre irrational. Um die frischen Gräberfelder brauchen wir uns ja nicht zu kümmern, wir liegen ja drin.

Es sei mir nur - rein interessehalber - die bescheiden Frage erlaubt, welcher Rationalität wird der Homo rationalicus sich wohl befleißigen? Doch nicht der eines Maschinenmenschen, wie ein Mr. Data es war, der seine ganze Existenz verzweifelt danach gesucht hat, einen menschlichen "Götterfunken" in sich zu finden?

Aber ach, es ist so schwer: Rational handeln ist bekanntermaßen keine übergeordnete moralische Dimension (und schon gar keine, die von Soziologen bestimmt wird, sondern eine, die sich im Zeitlauf der Jahre wandelt, weil sie eben von fehlerhaften, unzulänglichen Menschen immer wieder aufs neue definiert wird), sondern eben auch die Zweckrationalität eines Menschen, der sich am nächsten bereichert ohne den Armen zu gedenken an denen er sich vorbeigedrängelt hat.
Ist es da nicht rationaler, eingedenk der eigenen menschlichen Unzulänglichkeit sich einer höheren Instanz zu unterwerfen, die über die moralischen Blindheiten und Defizite des Kantschen kategorischen Imperativs hinausgreift und einen Anspruch an uns und in uns formuliert, an der man leider dank seiner menschlichen Unzulänglichkeit immer wieder scheitern kann und wird und dennoch über sich selbst hinauswachsen kann, weil man diese Instanz tagtäglich in sich wirken spürt und zulässt?

Und: Wenn Du Deine eigene berufliche Erfahrung und - zwangsläufig, mangels absoluter Rationalität - die dazugehörigen Vorurteile pars pro toto nimmst, begehst Du da nicht nur eine Sünde gegen die beschworene Rationalität sondern auch gegen den Grundsatz der Soziologen, dass mensch ein Einzelschicksal nicht als Abbild der gesamten Realität (was bleibt von Realität im Angesicht der Dekonstruktion?) nehmen soll?

Ganz zu schweigen von der Notwendigkeit in einer sich immer mehr fragmentierenden Gesellschaft diese durch Bürgerengagement wie z.B. das Ehrenamt zu stärken. Und ganz zu schweigen von der damit verbundenen Freude, die man im Angesicht des Glücks des Beschenkten empfinden kann, wenn man nicht um des schnöden Mammons willen, wie Legionen von staatlich bezahlten und viel zu oft unmotivierten Sozialarbeitern unter deren vorgeblicher staatlicher Obhut auch schon Kinder gemordet worden sind, weil sie von den Sozialarbeitern an die mordenden Eltern zurückgegeben werden und eben diese Sozialarbeiter nur ein bedauerndes Achselzucken dafür übrig hatten.
Zum Glück für viele Hilfsbedürftige kann und will ich anfügen, dass es oft ein Ehrenamt und staatliche Fürsorge gibt, die Hand in Hand gehend, gemeinsam helfende Hände reicht, damit das leid und die Not endlich ein ende finden. Da kommen die € einer verkauften Harley nur recht. Pecunia non olet, wusste man schon zu der alten Römer Zeiten. Aber es hilft!

Neenee, mir ist ein Papst, der ein teures Geschenk, was er nicht braucht durch seinen Namen aufwertet um es anschließend für eine hilfreiche Tat zugunsten Bedürftiger nutzt lieber, als ein Papst der es nicht tut, weil er darauf spekuliert, eines Tages selber mit dem Ding zu fahren und dafür Arme arm dran sein lässt.

Gruß, Christian
Lieber nen Shovel-Vibrator als nen TC-Staubsauger

Kicker rules!
Benutzeravatar
Gerry
Site Admin
Beiträge: 4599
Registriert: 25.01.2007, 15:58
Wohnort: Hildesheim
Kontaktdaten:

Re: Sollte Papst Franziskus öfter machen

Beitrag von Gerry »

Thorsten D. hat geschrieben:
ät gerry : zumachen des dingens bitte.............
Geht nicht, dafür müsste ich's ja zumindest mal lesen. :mrgreen:


Gruß,
Gerry
Shovel-Head.com - Teileshop:
https://www.kraftradteile.com

Gerry's BAKERy:
https://www.bakergetriebe.de
maruski
Beiträge: 2189
Registriert: 02.02.2007, 17:38
Wohnort: Wiesenrand bei Bremen

Re: Sollte Papst Franziskus öfter machen

Beitrag von maruski »

Moin Shovelistas,
ich werde Christian natürlich ausführlich antworten.
Alleine schon um die unsachgemäße Gleichsetzung von Rationalität (Mr. Spock/Data) und Vernunft (Kant) zu widerlegen.
Vernunft ist weit aus mehr als Ratio.
Auch scheint er ein sehr determiniertes Bild der Soziologie zu haben, das ich deutlich flexibler sehe.

Nur möchte ich hier keine öffentliche Fachdiskussion, aufgehängt an einer TwinCam fürn Kirchen-Cheffe, lostreten, wenn das nicht von der Öffentlichkeit gewünscht ist.

Falls doch, dann gerne auch öffentlich.

@Gerry - brauchst Du nicht lesen, steht nix Anstößiges (zumindest in diesem "gottlosen" Jahrhundert) drin und wir halten auch den mitteleuropäisch zivilisierten Ton.
Sind halt unsere bekannten, diametral entgegenstehenden, Meinungen zum Menschen und dem Zusammenleben, die in einer pluralistischen Gesellschaft eben ab und an auch mal etwas öffentlicher aufeinander treffen können

Gruß vom Wiesenrand.
Maruski
79er FX1200; SR500; RM-Z250; RM-Z 450
Despite the high cost of living, it remains popular.
www.planetrock.com
butcher
Beiträge: 1038
Registriert: 20.10.2009, 11:05
Wohnort: 59889 Eslohe / Sauerland
Kontaktdaten:

Re: Sollte Papst Franziskus öfter machen

Beitrag von butcher »

Tach,

soweit ich das in "heute nacht" vor ein paar Tagen zufällig mitgekriegt habe, hat ihm der Willy 2!!! Motorräder und ´ne Jacke geschenkt.

Gut, die hässliche Jacke und die sportliche Superglide fand er wahrscheinlich nicht so toll...die seinem Alter eher angemessene Heritage Softail scheint er aber bis jetzt behalten zu haben :D ...

:lol:

Vielleicht ballert er mit dem Ding dann mal zur Entspannung ´nen bißchen durch die Gegend oder sie steht bei ihm im Wohnzimmer...who really knows...

...also grüßt immer schön, wenn euch so´ne kackbraune TC- Heritage entgegenkommt... :lol:

Gruß

Butcher :D
Keep your wheels rollin´...and your mind wide open...

http://www.1000-hills-run.blogspot.com
Christian
Beiträge: 4156
Registriert: 13.02.2007, 20:34

Re: Sollte Papst Franziskus öfter machen

Beitrag von Christian »

Hallo Maruski,

mit klugen Sophistereien über marginale Nebenwidersprüche wie den Unterschied zwischen Vernunft und Ratio bekommst Du niemanden satt, mit tätiger Nächstenliebe schon.

Es ist für den bedürftigen besser ein Schnitzel von einem Blechteller zu essen als eine Zwiebel von einem Goldteller.

Gruß, Christian
Lieber nen Shovel-Vibrator als nen TC-Staubsauger

Kicker rules!
cactus84
Beiträge: 725
Registriert: 13.03.2011, 11:55

Re: Sollte Papst Franziskus öfter machen

Beitrag von cactus84 »

wenn ich den goldteller behalten darf nehme ich gerne die zwiebel :)
gruss
cactus

Ich trage solange schwarz bis ich eine dunklere Farbe gefunden habe
Christian
Beiträge: 4156
Registriert: 13.02.2007, 20:34

Re: Sollte Papst Franziskus öfter machen

Beitrag von Christian »

cactus84 hat geschrieben:wenn ich den goldteller behalten darf nehme ich gerne die zwiebel :)
Hi cactus,

:mrgreen:

das tuste aber auch nur, weil Du eigentlich schon satt bist.

Gruß, Christian
Lieber nen Shovel-Vibrator als nen TC-Staubsauger

Kicker rules!
cactus84
Beiträge: 725
Registriert: 13.03.2011, 11:55

Re: Sollte Papst Franziskus öfter machen

Beitrag von cactus84 »

ne christian, das bisschen was ich esse kann ich auch trinken :) aber so 12 zwiebeln und dazu die 12 goldteller, koennte mir gefallen :lol:
gruss
cactus

Ich trage solange schwarz bis ich eine dunklere Farbe gefunden habe
maruski
Beiträge: 2189
Registriert: 02.02.2007, 17:38
Wohnort: Wiesenrand bei Bremen

Re: Sollte Papst Franziskus öfter machen

Beitrag von maruski »

Na Christian,
du bist doch eigentlich gebildet genug, um zu wissen wie sich deine Kirche in Südamerika zu den Hungernden verhält, wenn die Land zur Selbstversorgung wollen und keine Almosen von den Kirchenbonzen für das Stillhalten gegen Unrecht mehr akzeptieren.

Dein Papst hat da ja eine extrem eindeutige Rolle gespiel, als er noch Bischof war und keine weltweite PR hatte.
Und heißt es nicht in dem Manual für Christen von den falschen Propheten "An ihren Taten sollt ihr sie erkennen."

Menschen von Almosen wegzubringen (ja auch, wenn man ihnen dafür die goldenen Teller der Kirche schenken muss) ist sehr gut. Der ganze Mildtätigkeitsunsinn, der nur dem eigenen Image nutzt ist schlichtweg nur mieses Kaspertheater (wer heute satt ist, ist morgen wieder hungrig, usw.usf.).

Die Geschichte aller Religionen ist geprägt von Privilegien für die "Würdenträger", die systematische Verdummung der Gläubigen (auch durch Mildtätigkeits-Shows) und mehr oder weniger offene Kumpanie mit den Ausbeutern.

Was ein Jesus aus Nazareth gesagt hat oder nicht, kann heute keiner mehr wissen.
Aber man sollte schon mal ernsthaft darüber nachdenken wie groß die Wahrscheinlichkeiten ist von exakter wortwörtlicher Wiedergabe von Gehörtem, das erst nach Jahrzehnten, ja nach Jahrhunderten von kulturfremden Machtmenschen auf einem Konzil zur eigenen Machtverfestigung zu einem verbindlichen Text zusammen geschrieben wurde.
Wer einmal stille Post gespielt hat, wird wissen wie da der Gang der Dinge ist.

Für dich hat da natürlich der "heilige Geist" Regie geführt (so wie bei Orwell der Winston Smith ja glauben muss, dass 2+2=5 ist glauben echte monotheistisch Gläubige ja auch das 1+1+1=1 ist) und damit werden wir nie auf einen Nenner kommen, da die Kritik an Wahnvorstellungen für mich kein Sophismus (wunderlich das du dich da Platons negativer Einschätzung zu seiner Lehrer-Konkurenz anschließt, der doch selber von Sokrates in der Kunst der Argumente unterrichtet wurde) ist, sondern einfach gesunder Menschenverstand.

Und einem Papst Mildtätigkeit anzudichten ist eben purer Unsinn.

So wenig wie ein Politiker ehrlich sein kann (und der Papst ist das Staatsoberhaupt von einem reinen Männerstaat) kann ein Vorstandsvorsitzender von einem wirtschaftlich international tätigen Großkonzern (ja, ja das ist die Kirche nachweisbar) gerecht oder mildtätig sein.
Alleine der Tarifstandart und die Arbeitsbedingungen in kirchlichen Krankenhäusern (die 100% staatlich refinanziert sind) sollte da als Argument reichen.
"An ihren Taten sollt ihr sie erkennen" ist eine Betrachtungsweise, die im alten Griechenland, lange vor den Christen oder der Bibel-Prosa, Stand der Dinge für vernünftiges Argumentieren war.

Wo bitte ist die Kirche irgendwo auf der Seite der Armen, die ihr Schicksal in die eigene Hand nehmen wollen?
In Afrika? - Fehlanzeige.
In Süd- u. Mittelamerika? Fehlanzeige.
Nur dort, wo die Christen gegen ein kapital- und damit kirchenfeindliches System wühlen, wie in China und der ehmaligen UDSSR, da kann sich die Kirche kaum zurückhalten mit Unterstützung.
Und sobald es wie in Polen oder der UDSSR dann kippt und kapitalistisch wird, schranzen sich die Popen und Bischöfe an die Oligarchen und Machtmenschen ran, wie Nutten an den dicken Bäcker.

Also bitte Christian - verteile du nur deine Schnitzel, wenn es sich für dich gut anfühlt, in deien Kultur passt ist es auch subjektiv vernünftig, wenn es den Verstand ausklamert.
Ich rate zum Klau des Goldtellers, wenn einem darauf eine Zwiebel serviert wird.

Und das war schon immer so, Gerechtigkeit verlangt: Friede den Hütten - Krieg den Palästen (und Kathedralen):

Wacht auf, Verdammte dieser Erde,
die stets man noch zum Hungern zwingt!
Das Recht wie Glut im Kraterherde
nun mit Macht zum Durchbruch dringt.
Reinen Tisch macht mit dem Bedränger!
Heer der Sklaven, wache auf!
Ein Nichts zu sein, tragt es nicht länger
Alles zu werden, strömt zuhauf!

|: Völker, hört die Signale!
Auf zum letzten Gefecht!
Die Internationale
erkämpft das Menschenrecht. :|

Es rettet uns kein höh'res Wesen,
kein Gott, kein Kaiser noch Tribun
Uns aus dem Elend zu erlösen
können wir nur selber tun!
Leeres Wort: des Armen Rechte,
Leeres Wort: des Reichen Pflicht!
Unmündig nennt man uns und Knechte,
duldet die Schmach nun länger nicht!

Also bitte keine Almosen oder Mildtätigkeit, sondern Hilfe und Solidarität beim Kampf gegen die Ausbeuter und Unterdrücker, wenn man schon eine politische Position einnehmen und was ändern will und den Zustand nicht wunderbar zu eigenen PR-Zwecken (oder emothionaler Selbstbekitzelung) ausnutzen will, die letztlich von den echten Grundsätzen ablenken sollen.

Ich persönlich neige andererseits zu einer sehr viel anderen Strategie der Lebendführung, die geprägt ist von Bescheidenheit und Gelassenheit gegenüber allen Dingen der Welt, da ich mir sicher bin (und das auch sehr genau begründen kann), dass wir Menschen bei der Konstruktion unserer Wirklichkeit sehr viele Fehler aus der Tatsache heraus begehen, dass wir nie alles in unser Weltbild einbauen können (die Welt ist hyperkomplex) und es daher immer nur ein Fragment der Wirklichkeit ist, dass wir erkennen können.
Ich weigere mich dagegen das Unerkennbare aus diesem Defizit dann zu konstruieren (widdewitt wies mir gefällt) und das Konstrukt dann als Wahrheit zu nehmen (und diese auch noch Mitmenschen auszuzwingen).

Ich kann gelassen auch weiterleben, wenn ich weder weiß ob es einen Gott oder viele Götter gibt, ob es gerecht ist oder nicht, wie wir als Gesellschaft leben oder ob etwas richtig oder falsch ist, im öffentlichen Bewusstsein.
Ich kümmere mich nur um meine Sachen.
Das sind meine Gefühle, meine Meinungen und meine Handlungen -alles andere ist nicht mein Ding.
Ich beobachte, aber halte mich, soweit es geht, raus.
Diese eigenen Dinge versuche ich so zu halten, dass ich das vor mir gut finde.
Da ich eben auch nur ein Mensch bin, der von seiner Umwelt geprägt und in Sachzwängen gehalten wird, bleibe ich bescheiden im Anspruch auf Kongruenz zwischen geplantem Ziel und erreichtem Ziel und gelassen genug, um als Fehlerwesen fröhlich weiterzuleben.

Bescheidenheit und Gelassenheit fehlt leider allen religiösen Menschen komplett. Sie können nicht einsehen das es Unerkennbares gibt und gelassen damit klar kommen, das man auch ohne dubiose Reperaturanleitung (denn es gibt keine für das Leben) sehr wohl sein eigenes Leben aus sich selbe rheraus geschraubt bekommt.

Gruß vom Wiesenrand.
Maruski
79er FX1200; SR500; RM-Z250; RM-Z 450
Despite the high cost of living, it remains popular.
www.planetrock.com
captn
Beiträge: 86
Registriert: 28.07.2011, 20:38
Wohnort: Arnsberg

Re: Sollte Papst Franziskus öfter machen

Beitrag von captn »

Moin.Auch wenn es mir egal ist was ihr da schreibt,finde ich es sehr schade das hier der Leitgedanke des Szene Forums mal wieder mit Füßen getreten wird! VG Volker
Antworten