Hallo,
um die Funktionsweise selbst besser zu verstehen hab ich mal eine nicht maßstäbliche und nicht normgerechte Prinzipskizze des Gabel- und Dämpferaufbaus gemacht. Hier der link:
Gabel_FLH_Prinzipskizze.jpg (548 KB)
Also mE steckt hinter der Ventilbaugruppe (bestehend aus einem Aluring, einer Gleitbuchse, zwei Kronenscheiben und zwei Federn) viel mehr bzw. ich halte das sogar für das wichtigste Teil was die Dämpfung angeht.
Durch die Ventilbaugruppe wird der Olraum unterhalt des Dämpfertellers aufgeteilt in zwei Kammern V2 und V3. Folgendes passiert mE beim Ein- und Ausfedern:
-Einfedern:
V2 wird kleiner, V3 wird größer. Nachdem in V3 also ein Unterdruck ensteht, wird Öl von V2 durch das Ventil hindurch nach V3 strömen. Dabei wirkt das Ventil als Drossel (durch die Größe der Spalte, die sich durch die Kronenscheiben usw. ergeben). Dadurch kommt es zu einer Dämpfung der Einfederbewegung.
Weiterer Effekt: Durch das Eintauchen des Standrohres wird V2 und V3 in Summe kleiner, weil die Tauchrohrwand unterhalb des Dämpfertellers selbst ja auch ein gewisses Volumen verdrängt. Eine geringe Ölmenge strömt daher auch von V2 durch die Bohrung des Dämpferrohres ins innere des Dämpferrohres, also nach V1. V1 ist der Vorratsraum des Öls.
-Ausfedern:
V3 wird kleiner, es entsteht Überdruck. Öl fließt daher von V3 durch das Ventil nach V2. Auch dabei gibt es Drosselwirkung, die jedoch anders ist, als beim Einfedern. Das kommt daher, dass in dem Ventil eine axial bewegliche Buchse sitzt, die sich je nach Strömungsrichtung verschiebt und unterschiedliche Strömungsquerschnitte durch das Ventil erzeugt. dadurch ist die Dämpfung beim Einfedern (Druckstufe) eine andere als beim Ausfedern (Zugstufe). Das ist bei normalen PKW-Dämpfern auch so.
Wenn das Ventil falsch zusammengebaut ist, wie es bei mir der Fall war, hat man überhaupt keine richtige Dämpfung, sondern die Gabel federt fast ungedämpft aus. Daher hatte ich z. B. auch immer ein lautes "Klong" wenn ich in ein Schlagloch gefahren bin und die Gabel dann wieder ungedämpft "zurückgeschossen" ist.
Dass jetzt meine Gabel allerdings so extrem langsam ausfedert, ist kein Reibungsproblem, hab mal die Rohre zueinander verdreht, brachte keinen Unterschied. Man spürt auch keine machanische Reibung, es ist eindeutig eine hydraulische Dämpfung. Nun hat bestimmt jeder von euch gerade eine ausgebaute FLH Gabel in der Garage liegen und kann man nachprüfen, ob das Ausfedern auch so langsam geht.

Nee, aber vielleicht kann ja jemand aus der Erinnerung heraus was dazu sagen, wie stark die Dämpfung sein sollte?
Wäre echt dankbar für Hinweise.
Gruß Hoschi