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Re: Zündkabel...Kupferkern vs. Kohlefaser
Verfasst: 29.08.2012, 15:50
von Erich
tausche hat geschrieben:
wieso, was hattest du denn gehört,
wieviel Spannung eine voll geladene 12V-Batterie haben soll?
Mindestens 12,9V besser 13,4V hats geheißen...
Hab mich eigentlich nie drum gekümmert, aber voriges Jahr 2 Batterien geschossen, eine Blei-Säure von Varta, da dacht ich mir nix bei, weil ichs gewöhnt bin alle 2-3Jahre ne neue zu kaufen.
Die sitzt bei mir im Horseshoe-Öltank und ich habs immer auf die Hitze geschoben.
Dann hab ich mir ne Gel-Fließ gekauft, war in ein paar Wochen tot.
Schlau gemacht und erfahren daß die nur 2,25A Ladestrom verträgt, also Low-Charge-Regler, neue Gel-Batterie und beobachtet....dabei ist diese "Info" gekommen..
Mittlerweile glaub ich daß auch die Blei-Säure zuviel Ladestromspitzen hatten (äh sagt man so?), und die des nur besser/länger aushielten als die Gelbatterie.
Jedenfalls funzts schon die ganze Saison und hat immer den gleichen Wert, also Thema erledigt....bis jetzt, dachte ich frag mal nen Profi...aus Neugier, wennma eh schon beim Thema sind.
Gruß
Re: Zündkabel...Kupferkern vs. Kohlefaser
Verfasst: 29.08.2012, 16:17
von tausche
Piercing-Erich hat geschrieben:tausche hat geschrieben:
wieso, was hattest du denn gehört,
wieviel Spannung eine voll geladene 12V-Batterie haben soll?
Mindestens 12,9V besser 13,4V hats geheißen...

jaja...
Hier ein bißchen mehr Info, damit du weißt, dass ich mir das nicht aus den Fingern saug.
http://www.blaulicht24.com/de/software/ ... tterie.PDF
Da drin steht auch, wie man die Batteriespannung richtig misst:
Batterie mindestens 10 STUNDEN nach dem Laden ruhen lassen, dann messen.
Oder mindestens 1 Stunde nach dem ENTladen.
Also meinte der gute Mann vielleicht direkt nachm Laden,
gleich nachdem man die Klemmen abgezogen hat.
Aber das is kein Kriterium.
Bis abends laden, über Nacht liegen lassen und nächsten Tag messen.
Und alles wird gut.
Eine volle Batterie hat 12.6V.
Nicht 12.5V.
Meinetwegen auch 12.7V
bei 11.9V is die Batterie leer - und zwar so gut wie komplett.

Re: Zündkabel...Kupferkern vs. Kohlefaser
Verfasst: 02.09.2012, 01:38
von Arthur
Hallo Jungs,
ich muss korrigieren.
Volle/entladene Batterie:
Ob die Batterie bei 12,6 V oder 12,7 V voll geladen ist, ist rein akademischer Natur. Wichtiger ist die Entladeschlussspannung. Die beträgt pro Zelle 1,75 V, macht 10,5 V bei einer 12 V-Batterie aus. Erst wenn diese Spannung unterschritten wird, sollte man sich Gedanken machen.
Vorwiderstand:
Das war früher der einzige Weg, niederohmige und „schnelle“ Spulen (wenig Induktivität) überhaupt einsetzen zu können.
Bei einer 5 Ohm Spule ist es kontraproduktiv. Denn die Zündspule muss eine Mindestenergie speichern können, um einen vernünftigen Funken zu erzeugen. Als Richtwert gelten 50 mJ. Bei einer 5 Ohm/14 mH Spule (entspricht etwa einer guten Harley-Spule) hat man beim Starten ca. 40 mJ zur Verfügung. Baut man da noch einen 1,5 Ohm Widerstand in Reihe ein, sinkt der Wert auf etwa 24 mJ. Das ist schon recht knapp (viel Spaß bei Kicken). Ist auch unnötig, weil der Spulenstrom ohne Vorwiderstand ca. 2,4 A beträgt. Das hält die Spule eine lange Weile aus, ist auch so berücksichtigt.
Kondensator:
Der Kondensator hat mit der Ladung der Spule nichts zu tun. Er ist auch nicht für 12 oder 9,3 V dimensioniert, sondern eher für 400 V. Er verhindert Lichtbögen über dem Kontakt, wenn der öffnet. Diese würden zu Leistungsverlusten an der Spule und dazugehörigen Fehlzündungen führen. Kontaktfahrer kennen das.
Einschaltstrom:
Der Einschaltstrom an der Spule ist nicht hoch. Im Gegenteil, er läuft nach einer e-Funktion hoch. Deshalb werden Spulen auch gerne da eingesetzt, wo der Einschaltstrom begrenzt werden soll. Die nennt man dann Drosseln.
80000 V Spule:
Dass eine 80000 V Spule besser als eine 40000 V Spule ist, gilt nur auf dem Papier. Die Zündspule ist (auch) ein Transformator. Mit dem Wicklungsverhältnis Primär- Sekundärwicklung legt man die Sekundärspannung fest, die erreicht werden kann. Je höher die gewählt wird, desto geringer ist der Sekundärstrom. Da der Funke an der Kerze spätestens bei 10000 V überschlägt, reduziert eine 80000 V Spule unnötig den Strom.
Die Funkendauer ist abhängig von den Kapazitäten der Zündkerze, der Hochspannungskabel sowie dem Schwingungsvorgang an der Primärseite der Spule (und nicht von den potentiellen 80000 V der Spule).
Gruß Arthur
Re: Zündkabel...Kupferkern vs. Kohlefaser
Verfasst: 02.09.2012, 08:22
von tausche
Moin Arthur,
danke für die Infos!
Arthur hat geschrieben:
Vorwiderstand:
Das war früher der einzige Weg, niederohmige und „schnelle“ Spulen (wenig Induktivität) überhaupt einsetzen zu können.
Bei einer 5 Ohm Spule ist es kontraproduktiv. Denn die Zündspule muss eine Mindestenergie speichern können, um einen vernünftigen Funken zu erzeugen. Als Richtwert gelten 50 mJ. Bei einer 5 Ohm/14 mH Spule (entspricht etwa einer guten Harley-Spule) hat man beim Starten ca. 40 mJ zur Verfügung. Baut man da noch einen 1,5 Ohm Widerstand in Reihe ein, sinkt der Wert auf etwa 24 mJ. Das ist schon recht knapp (viel Spaß bei Kicken). Ist auch unnötig, weil der Spulenstrom ohne Vorwiderstand ca. 2,4 A beträgt. Das hält die Spule eine lange Weile aus, ist auch so berücksichtigt.
Genau darum gings...
Findet man
irgendwo Angaben über die Induktivität oder das Wicklungsverhältnis bei diversen Spulen oder kann ich die nur selbst rausmessen?
schöne Grüße!
Daniel
Re: Zündkabel...Kupferkern vs. Kohlefaser
Verfasst: 02.09.2012, 16:52
von Arthur
Hallo Tausche,
man muss wohl messen. Habe jedenfalls noch nie vom Hersteller die Angaben über die Induktivität oder Wicklungsverhältnis gesehen.
Ich habe mal meine greifbaren Spulen vermessen und mir dir Mühe gemacht, die Energiebilanz beim Starten (12V-Batteriespannung) und bei verschiedenen Drehzahlen (14V-Bordspannung) zu berechnen. Bei der 5-Ohm Spule habe ich mit Kontakten gerechnet, bei den 3-Ohm Spulen eine elektronische Zündung angesetzt. Und den Schließwinkel mit 90° angenommen (entspricht Kontaktzündung, bei den elektronischen kann der auch größer sein). Das Ganze dann noch mal mit Vorwiderstand als Abschreckung berechnet.
Spulendaten.JPG (133 KB)
Man kann ganz deutlich sehen, warum die Karren mit Kontaktzündung und 5 Ohm so gut anspringen. Vielleicht kann mir jemand noch mehr Daten liefern (Widerstand und Induktivität). Würde die Tabelle dann ergänzen, finde ich ganz interessant.
Zum Verständnis der Zahlen: Zum sicheren Zünden braucht man mindestens 50 mJ. Im laufenden Betrieb funktioniert es auch mit weniger Energie.
Gruß Arthur
Re: Zündkabel...Kupferkern vs. Kohlefaser
Verfasst: 02.09.2012, 17:43
von shovelfauli
Arthur hat geschrieben:
Spulendaten.JPG (133 KB)
Man kann ganz deutlich sehen, warum die Karren mit Kontaktzündung und 5 Ohm so gut anspringen. Vielleicht kann mir jemand noch mehr Daten liefern (Widerstand und Induktivität). Würde die Tabelle dann ergänzen, finde ich ganz interessant.
Danke dir Arthur, für die Mühe.
Das ist wirklich sehr interessant zu sehen, daß die Zündenergie beim Kicken mit Kontaktzündung höher als bei der elektronischen Zündung ist.
Das bestätigt die Beobachtungen...
Grüße
Fauli
P.S: wer noch starke Fliehkraftversteller-Federn übrig hat, möge sich doch bitte bei mir melden.
Bin auf der Suche nach diesen Teilen...
Re: Zündkabel...Kupferkern vs. Kohlefaser
Verfasst: 02.09.2012, 19:56
von Flat Track Pan
Hallo Ihr zwei Elektronik-Spezialisten,
"Zündung ist Glaubensfrage" diesen Satz höre ich zu genüge.
Ich stehe schon immer zu den Kontaktzündungen an unseren Alteisen, und
war schon immer überzeugt, daß diese zum Kicken unschlagbar sind.
Konnte aber nie jemand erklären warum dies so ist.Am härtesten finde ich auch immer die Aussagen "meine Kiste läßt sich nicht, oder schlecht kicken" ich will auf elektronisch umbauen. Wieder ein paar hundert Euros weg, und das Problem ist immer noch da.
Das die elektronische Zündung eine ganz andere (bei korrekter Einstellung) Leistungsentfaltung hat ist natürlich auch klar.
Diese muß jeder für sich selbst entscheiden.
Aber nun stehts endlich hier auch mal schwarz auf weiß.
"Die Kontaktzündung ist die perfekte Kickerzündung"
Schöne Grüße, Jacky
Re: Zündkabel...Kupferkern vs. Kohlefaser
Verfasst: 03.09.2012, 05:40
von Erich
shovelfauli hat geschrieben:
P.S: wer noch starke Fliehkraftversteller-Federn übrig hat, möge sich doch bitte bei mir melden.
Bin auf der Suche nach diesen Teilen...
Moin Fauli,
hab ich leider nicht, aber ich hab voriges Jahr 12-284 von w+w eingebaut.
Die sollen angeblich aus Alu sein und gebürstet, waren zwar nicht magnetisch aber im Vergleich zu meinen alten wesentlich stärker...und brüniert.
Feilprobe hab ich bleiben lassen (nur 2 bestellt), aber sie funzen prima und sind für 1! Euro/Stck. auf jeden Fall einen Versuch wert!
Grüße Erich
Re: Zündkabel...Kupferkern vs. Kohlefaser
Verfasst: 03.09.2012, 07:44
von tausche
@Arthur
Danke dir für die Mühe!
Die Auflistung mit den Spulenwerten is ja schon mal klasse.
Ich hab leider weder Oszi noch Frequenzgenerator im Haus
(mal abgesehen von der Steckdose).
Bist du voll ausgestattet oder hast du über ne Messbrücke bzw. die Steckdose gemessen?
Ohne separaten Drehzahlmesser kann man das direkt am Mopped wohl vergessen...
Re: Zündkabel...Kupferkern vs. Kohlefaser
Verfasst: 03.09.2012, 14:07
von Jo
Hallo Zusammen,
also könnte man wohl generell sagen das Spulen mit
hoher Induktivität ,am Besten bei Kontaktzündung funktionieren,
und bei Startschwierigkeiten eine Alterung der Spule(n) nicht zu
vernachlässigen ist, oder ?
Gruß
Jo
Re: Zündkabel...Kupferkern vs. Kohlefaser
Verfasst: 03.09.2012, 20:23
von shovelfauli
Piercing-Erich hat geschrieben:shovelfauli hat geschrieben:
P.S: wer noch starke Fliehkraftversteller-Federn übrig hat, möge sich doch bitte bei mir melden.
Bin auf der Suche nach diesen Teilen...
Moin Fauli,
hab ich leider nicht, aber ich hab voriges Jahr 12-284 von w+w eingebaut.
Die sollen angeblich aus Alu sein und gebürstet, waren zwar nicht magnetisch aber im Vergleich zu meinen alten wesentlich stärker...und brüniert.
Feilprobe hab ich bleiben lassen (nur 2 bestellt), aber sie funzen prima und sind für 1! Euro/Stck. auf jeden Fall einen Versuch wert!
Grüße Erich
Hallo Erich,
danke für den Beitrag.
Hatte schonmal einen neuen Edelstahl-Ausrückmechanismus von Rivera getestet - aber für den BigBore-Sroker waren auch die neuen Federn zu schwach.
Könnte es ja mal mit den W&W-Federn probieren, aber wenn die für OEM Ersatz gefertigt wurden, dann habe ich da keine große Hoffnung.
aber Versuch macht kluch
Danke und Grüße
Fauli
Re: Zündkabel...Kupferkern vs. Kohlefaser
Verfasst: 03.09.2012, 20:59
von Arthur
@ tausche
Bin voll ausgestattet. Aber mehr als Widerstand, Induktivität und Schließwinkel brauche ich für die Tabelle nicht. Den Rest rechne ich aus.
@ Jo
Im Prinzip ergibt eine höhere Induktivität mehr Energie. Aber das Verhältnis zwischen Induktivität und Widerstand bestimmt die Zeitkonstante des Spulen-Stromes. Wenn die zu hoch wird, kann die Spule bei zunehmender Drehzahl nicht mehr genügend Energie aufbauen.
Z.B. könnte man mit der 5 Ohm/27 mH Spule kein Motor betreiben, der 10000 U/min oder mehr laufen soll.
Gruß Arthur
Re: Zündkabel...Kupferkern vs. Kohlefaser
Verfasst: 04.09.2012, 07:10
von tausche
Ja, schon klar.
Meine Frage hat sich auf das Messen der Induktiviät bezogen, mit Frequenzgenerator und Oszi geht das "auf die Schnelle".

Re: Zündkabel...Kupferkern vs. Kohlefaser
Verfasst: 04.09.2012, 21:47
von Arthur
Hallo tausche,
mit einem LCR-Meter (für wenig Geld) geht das einfacher
Gruß Arthur
Re: Zündkabel...Kupferkern vs. Kohlefaser
Verfasst: 05.09.2012, 06:51
von tausche
Einfacher isses, da hast du völlig recht...brauch ich nur kaufen.
Aber
wenig Geld find ich das jetzt nicht.
Mindestens 90,- für ein Teil, das ich vielleicht 1-2 Mal brauche.
Aber klar, Oszi und F-Generator sind um etliches teurer.
schöne Grüße!