Re: merkwürdiges Kupplungsphänomen
Verfasst: 20.03.2012, 09:54
Hi KayTee,
da ist ALLES endfertig geritten - die Kupplung hat es hinter sich - nach mitteleuropäischem Maßstab beurteilt.
Klar ist die nicht mechanisch "Totalschrott" und mit ein"wenig" Mühe kann man damit bestimmt noch 10.000 - 50.000km fahren.
Aber eben nur mit Mühe = häufiges Nachstellen und Nachfeilen.
Die Bolzen müssen glattgeschmirgelt werden (eine Mühsal), damit sich die Löcher in den Reibscheiben (Alu ist da totaler Unsinn, weil zu weich und zu leicht - wohl wegen dem vermuteten guten Wärmeleitwert gewählt oder aus anderen esotherischen Gründen) nicht verkannten.
Diese Löcher kann man mit einem Bohrer auch etwas erweitern und anphasen, damit die sich leichter auf den Bolzen bewegen.
Zu den Mitnehmern gilt das Selbe - die müssen so glatt sein, das die Stahlscheiben nicht verkannten.
Und deine Gummibänder verhindern genau das leichte Gleiten.
Gummi ist bekannt für seine hohe Reibwirkung (wir daher ja auch als Reifen benutzt).
Das das auch eine gute Federwirkung hat, ist an Reifen schön, aber in Kupplungen mechanischer Unsinn.
OEM sitzen da so kleine "Dämpfereinheiten" aus ner Stahlkugel mit ner Feder dahinter in nem Blechgehäuse - die ruck zuck (vor allem der Taiwan-Mist) flöten gehen und daher ebenso unsinnig sind.
Einfache Stahlscheiben mit etwas angephasten Kannten, die leicht über die Mitnehmer rutschen, und gut ist.
Was das für Sorgen mit den Geräuschen bei gezogener Kuplung sind, ist mir ein Rätsel.
Ist doch lange noch keine Duc - die rasselt wie eine Schraubendose.
Wichtig ist das beim Kupplungziehen die Stahlmitnehmerscheiben sich von den Reibscheiben lösen können und nicht aneinanderkleben oder eben verhaken (eine optimale Kupplungseinstellung, an allen drei Stellen, setze ich mal voraus - da sonst der Weg in der Kupplung fehlt damit die Scheiben sich überhaupt trennen können).
Und hier ist dann der Kevlar-Mist eben klebend, die Bolzen mit Miss Novemberkurven dito und die Mitnehmer ("Gleitsteine"), so wie bei deinen Fotos zu sehen, eher Festhalter zu nennen.
Zwischen Kapstadt und Timbuktu würde ich deine Kupplung als "reparierbar" bezeichnen - weil ja nichts gebrochen ist, aber in Mitteleuropa wird sowas vernünftigerweise eigentlich komplett ausgewechselt.
Ist wie bei den obrigen Reifen - da kann man technisch auch glatt oder mit Rissen noch was mit fahren (Luft ist ja drin) und für die Rennleitung sogar mal die Mittelrille nachschneiden - aber normal (im Sinne: kongruent zu unserem üblichen Lebenswandel) ist es eben nicht.
Wie das kommt?
So wie alles im Leben - Entrophie.
Du hast über 100 Nm die bei jeder Kupplung beschleunigt auf das Material knallen, bevor die Reibkräfte der Beläge sie weiterleiten können. Da ist es eigentlich ein Wunder wie lange das hält und wie wenig da verschleißt.
Gauzys EVO hat dieses Problem viel eleganter gelöst, indem der Verschleiß auf eine viel größter Zahl an Mitnehmern verteilt wird, die auch noch exakter führen.
BDL baut das auch für unsere Hocker und die Stahl- Reibscheiben sehen dann so aus.
http://www.ebay.de/itm/Kupplung-Kupplun ... 256ace49f4
Kannst dir ja vorstellen das das viel präzieser so ein Zahnkranz im Gegensatz zu 10 Bolzen führt und hält.
Aber unsere Kupplungen sind halt nicht nur in den Reibscheiben Verschleißartikel - sondern auch bei Kupplungsnabe und Korb.
Klar kann man die Bolzen auswechseln (ausbohren und einnieten, bzw. festschweißen) und die Mitnehmer vermutlich irgendwie (wurde ja beschreiben) auch - nur was für ein Aufwand.
Vernünftig, nach objektiven Kriterien, ist ein Überarbeiten der OEM Kuplung nicht.
Ich neige ja auch zum Ausreizen des mechanisch Möglichen und feile nahezu jedes Jahr, beim Frühjahres-Check-Up, an meiner Kupplung rum, damit die Saison sauber schaltet.
Mein Korb hat satt über 200.000km runter aber deine Kupplung sieht fieser aus.
Ich weiß aber, das ich da total bekloppt bin und werde mich nicht beschweren dürfen, wenn ich auf der Bahn mal wieder Nachstellen muss, weil das fiese Geräusche gibt.
Kommt regelmäßig vor - zur Freude meiner Mitfahrer.
Daher vielleicht das etwas "zickige" Monieren deines Thementitels.
Bei so einem Kupplungszustand ist kein Geräusch "merkwürdig" - die Kupplung ist endfertig mit dieser Welt und nur ein sehr individuell begründbares Verhalten kann da eine Reparatur als vernünftig rechfertigen.
Verstand und Kultur sagen --> muss NEU und nur wenn du beim Rumfrickeln immens gute Gefühle hast, lohnt das Reparieren.
Das kannst du aber nur selber wissen.
Vonn aussen betrachtet ist ein Überarbeiten schlichtweg "Unsinn".
Und bei unseren Hockern ist ein BigFix-Kit wirklich eine Wohltat.
Dazu eine Diphragma-Feder plus neuer Nabe sowei neuen Stahlscheiben (ohne Ruckdämpfung) und Sintermetalbeläge und du kannst m.M. nach den Kupplungskorb noch ne ganze Weile problemlos fahren.
Ein Bauteil an der Verschleißgrenze merkst du bei exakter Einstellung nicht (die Kupplungskonstruktion ist derartig genial, das selbst deine noch funktioniert - da hat Harley wirklich ein Meisterstück geliefert und es fast 60 Jahre auch gebaut - die OEM Kupplung ist m.M. nach wirklich ein Meisterstück - wenn auch etwas pflegeintensiv.
Aber deine Kupplung ist jetzt an allen Teilen (na ja wenigstens der RamJet ist schon mal die richtige Richtung) suboptimal.
Gruß vom Feldrand.
Maruski
da ist ALLES endfertig geritten - die Kupplung hat es hinter sich - nach mitteleuropäischem Maßstab beurteilt.
Klar ist die nicht mechanisch "Totalschrott" und mit ein"wenig" Mühe kann man damit bestimmt noch 10.000 - 50.000km fahren.
Aber eben nur mit Mühe = häufiges Nachstellen und Nachfeilen.
Die Bolzen müssen glattgeschmirgelt werden (eine Mühsal), damit sich die Löcher in den Reibscheiben (Alu ist da totaler Unsinn, weil zu weich und zu leicht - wohl wegen dem vermuteten guten Wärmeleitwert gewählt oder aus anderen esotherischen Gründen) nicht verkannten.
Diese Löcher kann man mit einem Bohrer auch etwas erweitern und anphasen, damit die sich leichter auf den Bolzen bewegen.
Zu den Mitnehmern gilt das Selbe - die müssen so glatt sein, das die Stahlscheiben nicht verkannten.
Und deine Gummibänder verhindern genau das leichte Gleiten.
Gummi ist bekannt für seine hohe Reibwirkung (wir daher ja auch als Reifen benutzt).
Das das auch eine gute Federwirkung hat, ist an Reifen schön, aber in Kupplungen mechanischer Unsinn.
OEM sitzen da so kleine "Dämpfereinheiten" aus ner Stahlkugel mit ner Feder dahinter in nem Blechgehäuse - die ruck zuck (vor allem der Taiwan-Mist) flöten gehen und daher ebenso unsinnig sind.
Einfache Stahlscheiben mit etwas angephasten Kannten, die leicht über die Mitnehmer rutschen, und gut ist.
Was das für Sorgen mit den Geräuschen bei gezogener Kuplung sind, ist mir ein Rätsel.
Ist doch lange noch keine Duc - die rasselt wie eine Schraubendose.
Wichtig ist das beim Kupplungziehen die Stahlmitnehmerscheiben sich von den Reibscheiben lösen können und nicht aneinanderkleben oder eben verhaken (eine optimale Kupplungseinstellung, an allen drei Stellen, setze ich mal voraus - da sonst der Weg in der Kupplung fehlt damit die Scheiben sich überhaupt trennen können).
Und hier ist dann der Kevlar-Mist eben klebend, die Bolzen mit Miss Novemberkurven dito und die Mitnehmer ("Gleitsteine"), so wie bei deinen Fotos zu sehen, eher Festhalter zu nennen.
Zwischen Kapstadt und Timbuktu würde ich deine Kupplung als "reparierbar" bezeichnen - weil ja nichts gebrochen ist, aber in Mitteleuropa wird sowas vernünftigerweise eigentlich komplett ausgewechselt.
Ist wie bei den obrigen Reifen - da kann man technisch auch glatt oder mit Rissen noch was mit fahren (Luft ist ja drin) und für die Rennleitung sogar mal die Mittelrille nachschneiden - aber normal (im Sinne: kongruent zu unserem üblichen Lebenswandel) ist es eben nicht.
Wie das kommt?
So wie alles im Leben - Entrophie.
Du hast über 100 Nm die bei jeder Kupplung beschleunigt auf das Material knallen, bevor die Reibkräfte der Beläge sie weiterleiten können. Da ist es eigentlich ein Wunder wie lange das hält und wie wenig da verschleißt.
Gauzys EVO hat dieses Problem viel eleganter gelöst, indem der Verschleiß auf eine viel größter Zahl an Mitnehmern verteilt wird, die auch noch exakter führen.
BDL baut das auch für unsere Hocker und die Stahl- Reibscheiben sehen dann so aus.
http://www.ebay.de/itm/Kupplung-Kupplun ... 256ace49f4
Kannst dir ja vorstellen das das viel präzieser so ein Zahnkranz im Gegensatz zu 10 Bolzen führt und hält.
Aber unsere Kupplungen sind halt nicht nur in den Reibscheiben Verschleißartikel - sondern auch bei Kupplungsnabe und Korb.
Klar kann man die Bolzen auswechseln (ausbohren und einnieten, bzw. festschweißen) und die Mitnehmer vermutlich irgendwie (wurde ja beschreiben) auch - nur was für ein Aufwand.
Vernünftig, nach objektiven Kriterien, ist ein Überarbeiten der OEM Kuplung nicht.
Ich neige ja auch zum Ausreizen des mechanisch Möglichen und feile nahezu jedes Jahr, beim Frühjahres-Check-Up, an meiner Kupplung rum, damit die Saison sauber schaltet.
Mein Korb hat satt über 200.000km runter aber deine Kupplung sieht fieser aus.
Ich weiß aber, das ich da total bekloppt bin und werde mich nicht beschweren dürfen, wenn ich auf der Bahn mal wieder Nachstellen muss, weil das fiese Geräusche gibt.
Kommt regelmäßig vor - zur Freude meiner Mitfahrer.
Daher vielleicht das etwas "zickige" Monieren deines Thementitels.
Bei so einem Kupplungszustand ist kein Geräusch "merkwürdig" - die Kupplung ist endfertig mit dieser Welt und nur ein sehr individuell begründbares Verhalten kann da eine Reparatur als vernünftig rechfertigen.
Verstand und Kultur sagen --> muss NEU und nur wenn du beim Rumfrickeln immens gute Gefühle hast, lohnt das Reparieren.
Das kannst du aber nur selber wissen.
Vonn aussen betrachtet ist ein Überarbeiten schlichtweg "Unsinn".
Und bei unseren Hockern ist ein BigFix-Kit wirklich eine Wohltat.
Dazu eine Diphragma-Feder plus neuer Nabe sowei neuen Stahlscheiben (ohne Ruckdämpfung) und Sintermetalbeläge und du kannst m.M. nach den Kupplungskorb noch ne ganze Weile problemlos fahren.
Ein Bauteil an der Verschleißgrenze merkst du bei exakter Einstellung nicht (die Kupplungskonstruktion ist derartig genial, das selbst deine noch funktioniert - da hat Harley wirklich ein Meisterstück geliefert und es fast 60 Jahre auch gebaut - die OEM Kupplung ist m.M. nach wirklich ein Meisterstück - wenn auch etwas pflegeintensiv.
Aber deine Kupplung ist jetzt an allen Teilen (na ja wenigstens der RamJet ist schon mal die richtige Richtung) suboptimal.
Gruß vom Feldrand.
Maruski