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Kupplungsbeläge prüfen und Hinterradbremse

Verfasst: 22.05.2020, 01:54
von Potter
Hallo zusammen!

Mir ist über den Winter (immerhin 6 Monate Stillstand) die Kupplung verklebt. :( Sprich, beim ersten los fahren (wollen), Motor aus beim Gang einlegen. Mit ein paar Mal hin und her schieben in der Dritten habe ich sie trotzdem nur durch etwas Gas geben und neuerlichem Gang einlegen los bekommen. 8)
Hat dann noch eine Zeit lang etwas gerupft, aber dann ging es wieder.
Nun ist mir gestern bei der dritten Ausfahrt zum ersten Mal aufgefallen, dass bei beherzterem beschleunigen die Kupplung rutscht. :cry:

Dazu nun zwei Fragen:
1) wie verhindert Ihr (für meine Zukunft) ein zusammenbacken der Kupplung über den Winter?

2) Wie komme ich halbwegs einfach zu den Kupplungsbelägen, um sie zu sichten?

Hintergrund für 2) ist, dass ich eine 83er FLH Belt Drive habe, es also die neuere Kupplung sein müsste laut Tipp eines Freundes, die Early Shovels aber erst 84 beginnen laut Manual. :?: Deshalb schaue ich lieber hinein, bevor ich die Beläge bestelle, sonst habe ich garantiert die falschen.

Sollte ich in dem Fall sonst noch etwas tauschen, oder reichen die Beläge aus? Immerhin ist das alles 37 Jahre alt.

3) eine Frage aus einem anderen Bereich: Ich muss wahrscheinlich den Repkit für die Fusspumpe der hinteren Bremse verbauen, da mir die Bremse fast bei jeder Ausfahrt heiß läuft und klemmt. Nach dem Lösen der Bremsleitung ist der Überdruck weg, und ich kann den Rest des Tages weiter fahren. Ist halt auf Dauer kein Zustand, irgendwann setzt sie sich fest, wo grad keine Ausweichmöglichkeit ist, und mich führt jemand über den Haufen, während ich mein Werkzeug auspacke... Stimmt Ihr mir zu, dass da wahrscheinlich der Kolben etwas hat, und der Rückfluss behindert wird, oder liegt das an etwas ganz Anderem?

Danke jetzt schon für Eure kundige Hilfe
Liebe Grüße
Harald

Re: Kupplungsbeläge prüfen und Hinterradbremse

Verfasst: 22.05.2020, 06:55
von Erich
Gumorgen
Potter hat geschrieben: 22.05.2020, 01:54 2) Wie komme ich halbwegs einfach zu den Kupplungsbelägen, um sie zu sichten?
Da muss leider der Primärdeckel ab.

..... ist, dass ich eine 83er FLH Belt Drive habe, es also die neuere Kupplung sein müsste laut Tipp eines Freundes, die Early Shovels aber erst 84 beginnen laut Manual. :?:
guck mal in die Kataloge, die Beläge von 68-early 84 sind gleich!!!

Sollte ich in dem Fall sonst noch etwas tauschen, oder reichen die Beläge aus?
Wenn die Beläge nicht arg eingelaufen sind, würd ich sie nur gründlich reinigen und wiederverwenden.

3) eine Frage aus einem anderen Bereich: Stimmt Ihr mir zu, dass da wahrscheinlich der Kolben etwas hat, und der Rückfluss behindert wird, oder liegt das an etwas ganz Anderem?
vom Bremszylinder bis zur Bremszange alles reinigen, Bohrungen frei machen und ALLE Dichtungen neu!
Dass es am Kolben liegt glaub ich nicht.
Die Bremsflüssigkeit wird wahrscheinlich total versulzt sein und die Rücklaufbohrung verstopft haben.

Mach am Besten Fotos von allem, dann kann man den Zustand besser einschätzen...

Re: Kupplungsbeläge prüfen und Hinterradbremse

Verfasst: 22.05.2020, 07:10
von Hawkeye
Moin,
zu Punkt 3.
wenn du die Trittbretter mit dem großen Bremspedal fährt könnte es event daran liegen das das Pedal zu weit raus gedreht ist.

unter dem Trittbrett ist eine Einstellschraube als Anschlag für das Pedal wenn die zu weit rein oder raus (weis ich nicht mehr genau) gedreht wurde dann kann er Kolben den Druck in der Pumpe nicht mehr regulieren und die Bremse geht irgendwann fest.
IMG_8684.jpg

Re: Kupplungsbeläge prüfen und Hinterradbremse

Verfasst: 22.05.2020, 21:10
von Potter
Vielen Dank für die Antworten!

Ich gebe auf jeden Fall alle Dichtungen neu, und werde auch den Anschlag einmal weiter raus drehen. Das Pedal steht sehr weit oben, also Anschlag ist fast ganz drinnen.

Kupplung schaue ich mir auch einmal an. Primärdeckel schreckt mich nicht, die Dichtung gehört eh schon neu gegeben. Wurde vom Vorbesitzer schon zwei Mal mit Dichtmasse geflickt und ist natürlich undicht.

Also danke nochmal, ich werde berichten.
Liebe Grüße
Harald

Re: Kupplungsbeläge prüfen und Hinterradbremse

Verfasst: 23.05.2020, 10:15
von siggi74
An der Einstellschraube stellst du das Schnüffelspiel ein. Es soll 1mm betragen.
Es ist das Spiel zwischen der Druckstange und dem Kolben. Das ist wichtig, weil
dadurch gesichert wird, das der Kolben in seine Ausgangsposition zurückfährt und
die Ausgleichsbohrung frei ist.
Aber, wenn du diese Grundlagen schon nicht kennst, würde ich nicht einfach mal
an den Bremsen rumspielen. Zu gefährlich.
Gruß Siggi

Re: Kupplungsbeläge prüfen und Hinterradbremse

Verfasst: 23.05.2020, 22:38
von Potter
Danke Siggi dass Du Dir Sorgen machst. Ich würde nur bitten, von solch unqualifizierten Aussagen Abstand zu nehmen. Nur weil ich nicht im Detail bei der Shovelhead alles weiß, heißt das noch lange nicht, dass ich generell ahnungslos bin.
Versteht sich von selbst, dass man nach Veränderung der Gegebenheiten, wenn keine konkrete Aussage (alla weiß nicht mehr genau...) kam, kontrolliert, ob die Funktion noch gegeben ist, und feststellt, ob sich etwas verbessert oder gar verschlechtert hat.
Vielleicht solltest Du Dir einmal zu "den Grundlagen" der Kommunikation Gedanken machen?
Liebe Grüße
Harald

Re: Kupplungsbeläge prüfen und Hinterradbremse

Verfasst: 24.05.2020, 11:00
von earl hickey
Zu deinem Problem mit den verklebten Kupplungsbelägen: ist der Ölkreislauf im Primär schon vom Motor abgetrennt? Wenn ja, weisst du welches Primäröl eingefüllt ist? Es gibt spezielles Primäröl, ich habe gute Erfahrungen mit mineralischem Addinol GL3 Getriebeöl gemacht, manche nutzen auch normales 50er oder 20W50 Motoröl (für Nasskupplung geeignet, sonst rutscht die Kupplung) aber generell würde ich sagen, je dickflüssiger und zäher das Primäröl ist, desto schlechter trennt die Kupplung (weil sie sich die Beläge durch den zähen Ölfilm langsamer/schlechter von den Stahlscheiben trennen) und du hast eher das Problem, das sich die Beläge verkleben.

Re: Kupplungsbeläge prüfen und Hinterradbremse

Verfasst: 26.05.2020, 19:09
von Gerry
Potter hat geschrieben: 22.05.2020, 01:54 ....da mir die Bremse fast bei jeder Ausfahrt heiß läuft und klemmt. Nach dem Lösen der Bremsleitung ist der Überdruck weg, und ich kann den Rest des Tages weiter fahren.
Moin,
das Du generell ahnungslos bist hat auch niemand behauptet. Das es allerdings ne grobe Nummer ist so in der Gegend rumzufahren brauchen wir wohl nicht zu diskutieren.
Ist doch logo das Du dazu entsprechende Kommentare erntest wenn Du das auch noch öffentlich schreibst. - Da gibt's meiner Meinung auch nichts zu orakeln an was es liegen könnte. Da hilft nur zerlegen und nachschauen.
Siggi hat den Ratschlag sicherlich nicht böse gemeint. Und ich auch nicht. Also pisst Euch nicht gegenseitig ans Bein, bitte - Danke.
Und...wer meint das Sicherheit überbewertet wird, kann sich gerne mal die Karre angucken die hier gerade in meiner Werkstatt "steht". Frontal im Ortsverkehr ungebremst in einem entgegenkommenden Auto geparkt. Da macht man sich dann schon so seine Gedanken - ich zumindest.

Gruß,
Gerry

Re: Kupplungsbeläge prüfen und Hinterradbremse

Verfasst: 26.05.2020, 22:56
von PANHEAD
Gerry hat geschrieben: 26.05.2020, 19:09 Und...wer meint das Sicherheit überbewertet wird, kann sich gerne mal die Karre angucken die hier gerade in meiner Werkstatt "steht".
Kannst du ein Bild zeigen?

Re: Kupplungsbeläge prüfen und Hinterradbremse

Verfasst: 26.05.2020, 23:56
von Gerry
PANHEAD hat geschrieben: 26.05.2020, 22:56
Gerry hat geschrieben: 26.05.2020, 19:09 Und...wer meint das Sicherheit überbewertet wird, kann sich gerne mal die Karre angucken die hier gerade in meiner Werkstatt "steht".
Kannst du ein Bild zeigen?
Woher wusste ich das das kommt? Nein. Kann ich nicht. Was würde das bringen?

Re: Kupplungsbeläge prüfen und Hinterradbremse

Verfasst: 27.05.2020, 06:30
von holzlenker
Gerry hat geschrieben: 26.05.2020, 19:09
Potter hat geschrieben: 22.05.2020, 01:54 ....da mir die Bremse fast bei jeder Ausfahrt heiß läuft und klemmt. Nach dem Lösen der Bremsleitung ist der Überdruck weg, und ich kann den Rest des Tages weiter fahren.
Moin,
das Du generell ahnungslos bist hat auch niemand behauptet. Das es allerdings ne grobe Nummer ist so in der Gegend rumzufahren brauchen wir wohl nicht zu diskutieren.
Ist doch logo das Du dazu entsprechende Kommentare erntest wenn Du das auch noch öffentlich schreibst. - Da gibt's meiner Meinung auch nichts zu orakeln an was es liegen könnte. Da hilft nur zerlegen und nachschauen.
Siggi hat den Ratschlag sicherlich nicht böse gemeint. Und ich auch nicht. ....

...
Gruß,
Gerry
Servas Potter,

genau meine Gedanken!

Hydraulische Bremsen haben (fast) immer das gleiche Prinzip...aber eben auch mit Ausnahmen!
(z.B. HD's rear-Trommelbremse....wobei die auch schon wieder "normal" ist, funktionsbedingt).

Deine Fragestellung ließ nicht erkennen das Du die Problematik verinnerlicht hast - und mit Deiner Antwort wirst Du Leute die Ahnung und keine Zeit haben verschrecken hier zu schreiben - und das tut (tut-tut) Keinem gut!

Meine Rad ( :lol: ) wäre:
alles raus, sauber machen, begutachten, erneuern was hinüber ist - dann weißt Du/ man, wie man unterwegs iss.
...und keiner bricht sich einen Zacken aus der Krone, Hilfe zu suchen/ anzunehemen...mache ich regelmäßig, auch wenn's manchmal schwer ist kompetente Loide zu finden.

Nimm das bitte entspannt auf, keiner will Dich diskreditieren!

Ciao Lutz

Re: Kupplungsbeläge prüfen und Hinterradbremse

Verfasst: 27.05.2020, 08:04
von Erich
holzlenker hat geschrieben: 27.05.2020, 06:30 Meine Rad ( :lol: ) wäre:
alles raus, sauber machen, begutachten, erneuern was hinüber ist - dann weißt Du/ man, wie man unterwegs iss.
Erich hat geschrieben: 22.05.2020, 06:55 Gumorgen
Potter hat geschrieben: 22.05.2020, 01:54 3) eine Frage aus einem anderen Bereich: Stimmt Ihr mir zu, dass da wahrscheinlich der Kolben etwas hat, und der Rückfluss behindert wird, oder liegt das an etwas ganz Anderem?
vom Bremszylinder bis zur Bremszange alles reinigen, Bohrungen frei machen und ALLE Dichtungen neu!
Dass es am Kolben liegt glaub ich nicht.
Die Bremsflüssigkeit wird wahrscheinlich total versulzt sein und die Rücklaufbohrung verstopft haben.

:wink:

Re: Kupplungsbeläge prüfen und Hinterradbremse

Verfasst: 07.09.2021, 07:45
von Potter
earl hickey hat geschrieben: 24.05.2020, 11:00 Zu deinem Problem mit den verklebten Kupplungsbelägen: ist der Ölkreislauf im Primär schon vom Motor abgetrennt? Wenn ja, weisst du welches Primäröl eingefüllt ist? Es gibt spezielles Primäröl, ich habe gute Erfahrungen mit mineralischem Addinol GL3 Getriebeöl gemacht, manche nutzen auch normales 50er oder 20W50 Motoröl (für Nasskupplung geeignet, sonst rutscht die Kupplung) aber generell würde ich sagen, je dickflüssiger und zäher das Primäröl ist, desto schlechter trennt die Kupplung (weil sie sich die Beläge durch den zähen Ölfilm langsamer/schlechter von den Stahlscheiben trennen) und du hast eher das Problem, das sich die Beläge verkleben.
Hallo Earl,

Nein, Ölkreislauf ist nich abgetrennt, es ist alles original wie aus dem Werk.
Lange ists her, nun komme ich wieder dazu. Ich habe seit letztem Jahr und dem posten meiner zwei Probleme die Karre immer alle zwei Wochen hin und her geschoben, um die Kupplung getrennt zu halten. Vor zwei Wochen war ich dann endlich wieder draussen unterwegs. Kupplung rutscht nicht, greift gut, allerdings, es war sehr heiß an diesem Tag, klebte die Kupplung schon wieder nach 2 Stunden stehen bleiben merklich. Nun habe ich gestern einmal in den Primär Kasten hinein geschaut. Das Öl steht ca. 10mm unter dem Kupplungskorb. Siehe Foto. Ist das normal, oder ist da der Ablauf zu? Könnte man daraus schließen, dass deswegen die Scheiben kleben, weil zu viel Öl hin kommt?
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Danke schon einmal, Liebe Grüße
Harald

Re: Hinterradbremse

Verfasst: 07.09.2021, 08:05
von Potter
Hallo an Alle,

Nun zur Bremse:

Danke auf jeden Fall für alle Rückmeldungen. Auch an Siggi, Du hast es wahrscheinlich nur gut gemeint. Ich habe nur schon mehrmals hier festgestellt beim mitlesen, dass jemand, der nicht das Manual 100% runter beten kann, als Unwissender abgestempelt wird. Und wenn man dann lesen muss, dass man es besser bleiben lässt, dann trägt das eher zum Gefühl bei, dass sich manche wichtiger nehmen als die Intention, jemand anderem helfen zu wollen.

Ich bin auf diese Aussage seit dem Kauf meiner FLH sensibel, weil mir das der Verkäufer auch gesagt hat, als ich wegen der Halter der Auspufftöpfe und zwei anderer Sachen, die mir komisch vorkamen, nachgefragt habe. Im Endeffekt, durch Eure Hilfe, hat sich herausgestellt, dass er die Halter falsch herum montiert hatte, und einen der beiden sogar verbogen hat, um den Custom Topf montieren zu können. Das zweite war ein Blech bei der Vorderbremse, das in die 1200er hinein gehört, in die 1340er aber nicht. Dadurch hat sich die Vorderbremse bei meiner ersten Ausfahrt gleich festgesetzt. (Aussage am Telefon: die Bremse geht halt manchmal fest, das ist bei den alten Harleys normal) Und dann noch die Hinterradbremse, siehe nächsten Absatz:

Ich hatte vor ein paar Wochen endlich Zeit, mich dem Hinterrad-Bremsproblem zu widmen. Es war, wie mehrere und ich auch im Vorfeld vermutet haben, der Rücklauf zu. Allerdings, und das ist mehr als strange, war dieser mit einer Alu-Dichtmasse bewusst verschlossen worden vom Vorbesitzer. Im Ausgleichsbehälter war ein richtiger "Klebepatzen", innen war deutlich zu erkennen, dass der durchgedrückte Kleber verschliffen wurde. Ich musste den Rückfluss neu bohren. Wie man auf so eine Idee kommt, ist mir schleierhaft.
Bei der ersten Ausfahrt gabs zumindest kein Festsetzen der Bremse mehr. Ich denke, das wird auch so bleiben.

Also nochmal: nichts für ungut, vor Allem an Siggi.

Liebe Grüße
Harald

Re: Hinterradbremse

Verfasst: 07.09.2021, 14:17
von Hallertauer
Potter hat geschrieben: 07.09.2021, 08:05 Ich habe nur schon mehrmals hier festgestellt beim mitlesen, dass jemand, der nicht das Manual 100% runter beten kann, als Unwissender abgestempelt wird. Und wenn man dann lesen muss, dass man es besser bleiben lässt, dann trägt das eher zum Gefühl bei, dass sich manche wichtiger nehmen als die Intention, jemand anderem helfen zu wollen.
Servus Potter,

also mit dieser deiner Einschätzung, liegst du vollkommen falsch...aber so was von !
Das mag vielleicht in anderen Foren so sein,...hier habe ich das zumindest noch nie wie von dir geschildert erlebt.

Ich kann auch weder " Beten ", noch kenn ich das Service-Manual " auswendig ". Wozu auch ? !
Wenn ich Jemanden helfen möchte, dann muss ich auch erst ins Manual schauen, bevor ich hier " blöde " den Mund aufmache und Unsinn verzapfe. Aber sind wir gerade bei der Shovel, nicht gelegentlich alle ein wenig " Unwissende " ? :wink:

Mach dich locker,
Gruss TOM.