Die legende vom 1%er

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Moderator: Gerry

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Christian
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Die legende vom 1%er

Beitrag von Christian »

Hallo Leute!

Wen es interessiert: Die Legende vom 1%er.

http://www.bikersnews.de/1prozenter.pdf

Es wäre ja auch zu schön, wen es wirklich so gewesen wäre, wie es so oft behauptet wird.

Gruß, Christian
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maruski
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Re: Die legende vom 1%er

Beitrag von maruski »

Ist das geil. Ein Doktor der Theologie ist jetzt Chefredakteur der Biker-Bravo. Doc Baumann war wenigstens Grafiker (oder?) und hatte über Tankbilderdesign promoviert?
Vielleicht sollte ich mir die ja auch mal wieder kaufen, wenn da jetzt so philosophische und anspruchsvoll kritisch reflektierte Texte drin sind und nicht mehr immer der selbe Bericht über geile Party (sauf), geile Typen (hart), geile Hocker (beinhart) und geile Weiber (.....).
Das Niveau der Rocker/Biker/Motorradfahrer scheint ja nicht nur hier im Forum mittlerweile real deutlich vom Klischee abzuweichen.
Auch ja eine interessante Frage, wie sich die restlichen 99% unterteilen, wenn nur 1% Outlaws sind. Und wo stecken wir dann? Und ist nicht jeder dann irgendwann unter 1%, wenn Individualist und damit die 1%er dann die größte Einzelgruppe? Wieso, weshalb, warum, wer nicht fragt bleibt dumm.
Gruß Maruski
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Christian
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Re: Die legende vom 1%er

Beitrag von Christian »

Hallo Maruski!

Doc Baumann hat seine Doktorarbeit über „Bedingungen der Darstellungsfunktion von Bildern“ geschrieben, in den 70ern.

Dr. Ahlsdorf ist ein Doktor der Philosophie.

Es gibt aber immer noch viele szenetypische und flache Artikel mit Saufen, Titten und Bikes) in der Biker Bravo, aber eben auch viele mit Niveau. Es ist eben immer gut, wenn man über den Tellerrand schaut. Die 68er nannten das den Marsch durch die Institutionen, und dass man davon ein wenig schlauer wird hat es noch niemendem geschadet, warum also uns tumben (?) Rockern?

Die Recherche über den Ursprung der 1%er Legende habe ich immer mit Interesse verfolgt, da war die BN wirklich investigativ, auch wenn es manchem nicht gepasst hat, weil er seine Legende pflegen und nicht entmythologisieren wollte.

Ich habe sie vor 12 - 15 Jahren im Abo gehabt und dann letztes Jahr über eBay gekauft (9 Exemplare). Was mir neben den besagten besseren artikeln auffiel, war dass in den Lesergrüßen immer etwas nervtötend von Respekt die Rede war. Das gab es damals nicht. Die Berichte über die Treffen sind immer noch dieselben.

Der große Rest der 99%er ist stinknormal, ist meistens in die Jahre gekommen (die Szene fängt an grau zu werden!), geht überwiegend einer geregelten Arbeit nach oder versucht es zumindest , hat oft Kinder und einen stinknormalen Haushalt und das Mopped und der Kult darum bewahrt einen Rest an Ungebundenheit oder suggeriert es zumindest.

Gruß, Christian
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maruski
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Re: Die legende vom 1%er

Beitrag von maruski »

Hi Christian, der akademische Grad Dr.phil. (gibt ja auch noch Dr. ing. und Dr. med) sagt doch faktisch nichts über die Ausrichtung aus. Wer in evangelischer Theologie (!) über Quellendingens im Alten Testament schreibt, ist für mich ein Doktor der Theologie.
Da eine solche Arbeit aber mal nicht eben so geht, muss man sich schon recht intensiv damit, mit dem Thema, beschäftigen und das eben auch aushalten können.
Für mich wäre das mit so einem Thema nichts, zumal es ja bei freier Wahl des Themas einiges gibt, das näher am Thema seiner jetzigen Tätigkeit (oder des damaligen Interesses an Moppeds, sofern es da war) liegen würde (siehe Doc. Baumann) -- das wäre dann der berühmte Marsch durch die Institutionen.
Ich frage mich bei so einer Vita immer wie echt so Leute wirklich sind (zumal er sich in ein lukratives Nest gesetzt hat).
Aber das kann man, genau wie es hier schon vor einiger Zeit mal in Bezug auf den Fiereck diskutiert wurde, eh nur im persönlichen Kontakt beurteilen.
Der ganze, recht informative und interessante Bericht (schöne Bilder) hat für mich so einen Unterton von "Mal sehn was die weißen Mäuse so treiben/ getrieben haben".
Wissenschaftlergedönsens wie es in Akademikerkreisen leicht überheblich (wir erklären euch eure Welt) zum Alltagston gehört.
Zumal eine solche tote Quellen recherchierende Herangehensweise an eine soziale Frage wie der Bezeichnungen (Codes) innerhalb von devianten Subkulturen eigentlich uninteressant ist und dazu noch auf sehr wagen Füßen steht. Wie auch angedeutet wird bei der Bezeichnung "Outlaws", die es schon so seit den Dreißigern gibt. Da ist es einfach blöd Zitate aus den Fünfzigern als Erklärung für den Namen Outlaws zu nehmen.
Und die Aussage das es vor Hollister keine 1% als Selbstbezeichnung gab ist auch zumindest fraglich und wohl einfach nicht erforscht. Einzig die Verbreitung in der großen Öffentlichkeit ist ab den Fünfzigern zu dokumentieren. Daraus so statische Schlüsse zu konstruieren ist bestimmt nicht hinreichend wissenschaftlich. Das wäre so als wenn man glaubt das älteste gefundene Rad wäre das erste je gebaute Rad.
Ach ja, und die 13 kann man auch als M für Motorcycle oder als "bad luck, don´t care" (Dem Pech trotzen) deuten. Marihuana war/ist so üblich, das sich da glaub ich keiner zu bekennen muss, oder gibt es auch einen Geheimcode für Bier?
Werd mir aber die BN mal von meinem Kumpel leihen und sehn was das jetzt so ist.
Gruß und gute Nacht! Maruski
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nightrider63
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Re: Die legende vom 1%er

Beitrag von nightrider63 »

Nachsatz von mir:
WIR sind die wahren 1%er, ob Rocker oder nicht; 1% Shovelheads im immer größer werdenden Heer von Evos.
(Wieso bleibt der Preis eigentlich so stabil, wenn das Angebot immer größer wird?)
L.G. Markus.
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maruski
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Re: Die legende vom 1%er

Beitrag von maruski »

Hi Nightrider. Das ist eigentlich eine sekundäre Frage - das regelt die Nachfrage, die eben auch steigt. Aber was mich total wundert ist die Preisstabilität trotz einbrechendem Dollar. Ob die von der Company wohl immer noch so fette Beute machen wollen, wenn der Dollar bei 50 Eurocent ist?
Gruß Maruski
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nightrider63
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Re: Die legende vom 1%er

Beitrag von nightrider63 »

Hi Maruski,
die Company muß vor allem aufpassen, dass ihre Produkte nicht in den Schubladen der Massen verschwindet. HD ist nur als Nischenanbieter interessant. Die Entwicklung der letzten Jahre macht mir ein wenig Angst.
Deshalb habe ich mich auch für 'nen Shovel entschieden, für die
Kohle hätte ich mir auch eine neue Streetbob kaufen können. (Damit ich sie auf jedem Treffen sechs mal sehe.)
Boss Hoss finde ich geil. Weil sie nicht jeder hat. Aber wenn die mal an jeder Ecke steht? Ich glaube, dann fahre ich wieder Ducati, wie früher...
(oder Hajabusa - oder wie wird das geschrieben?)
Gruß, Markus.
In Memoriam Fritz Ost
Christian
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Re: Die legende vom 1%er

Beitrag von Christian »

Hallo Markus!

Ich denke Du triffst das Problem auf den Punkt. Die neuen Moppeds werden in fast schon japanermäßigen Stückzahlen auf den Markt geworfen - und fahren und leben sich auch so.

Wer Originalität will, der legt selber Hand an und entwickelt eigenes. Da kann ein lizensierter Teilewechsler und bezahlter Auftragsarbeiter kaum mithalten. Gerade die alten Eisenhaufen leben ja auch von der durch Ihre Besitzer gepflegten Individualität und nicht durch den Ausruf "teuer, teuer, teuer!" und begeistertes Zücken der Scheckkarte.

Sollen die es ruhig so machen, aber irgendwie ist das Plastik für mich.

Gruß, Christian
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maruski
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Re: Die legende vom 1%er

Beitrag von maruski »

Moin. Da habt ihr bestimmt recht. Mein Kumpel hat sich 2007 eine StreetBob neu gekauft und dann Ende 2007 konsequenterweise einen Shovel dazu, weil er es jetzt wissen will. Er will Harley fahren und auch das "echte" Harleyfeeling haben.
Ich habe mir die TC recht genau angesehen. Das ist kein schlechtes Mopped und fahren kann man die wie eine Rakete (die gehen brutal vorwärts), nur ist es eben nicht das Selbe wie meine 1200er (kann ja auch nicht so sein). Das wird ein interessantes Experiment zu sehen welches der beiden Motorräder das Rennen macht. In ein zwei Jahren kann dann ein Urteil fallen, glaub ich.
In dreißig Jahren wird es dann aber auch wieder ganz anders aussehen und ich bin mir sicher StreetBob´s werden mit den Jahren auch nachreifen oder aber dann im Vergleich zu den aktuellen Elektrohybridmoppeds von 2037 echte Hammer sein.
Alles ist relativ, aber das Echte bleibt echt! Robert Pirsig läßt sich in seinem etwas langatmigen Buch "Zen und die Kunst ein Motorrad zu warten" ausführlich darüber aus. Allerdings anhand einer kleinen Honda aus den 70ern. Aber sehr schlüssig wird der Begriff der "Qualität", die angeblich den Gegenständen innewohnt, erörtert.
Gruß Maruski
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wildpower2
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Re: Die legende vom 1%er

Beitrag von wildpower2 »

Christian hat geschrieben:Hallo Markus!

Ich denke Du triffst das Problem auf den Punkt. Die neuen Moppeds werden in fast schon japanermäßigen Stückzahlen auf den Markt geworfen - und fahren und leben sich auch so.

Wer Originalität will, der legt selber Hand an und entwickelt eigenes. Da kann ein lizensierter Teilewechsler und bezahlter Auftragsarbeiter kaum mithalten. Gerade die alten Eisenhaufen leben ja auch von der durch Ihre Besitzer gepflegten Individualität und nicht durch den Ausruf "teuer, teuer, teuer!" und begeistertes Zücken der Scheckkarte.

Sollen die es ruhig so machen, aber irgendwie ist das Plastik für mich.

Gruß, Christian

jep,
und pan ist cool,.......ok, ...und early shovel... :D
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