Fliehkraftversteller - härtere Federn - wozu

Moderator: Gerry

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Helmut
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Fliehkraftversteller - härtere Federn - wozu

Beitrag von Helmut »

Hi Leute,
in den Katalogen findet man immer wieder härtere Federn für den Zündversteller.
Verhindert das das Beschleunigungsklingeln? Würden die dem gelegentlich auftretenden Vergaserfurz entgegenwirken? Was soll das bringen?

Helmut
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mike70fl
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Re: Fliehkraftversteller - härtere Federn - wozu

Beitrag von mike70fl »

Hallo

= weniger Frühzündung
= weniger Leistung
Leistungsteigerung mit anderen Steuerzeiten?

Mike
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shovelfauli
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Re: Fliehkraftversteller - härtere Federn - wozu

Beitrag von shovelfauli »

mike70fl hat geschrieben:Hallo

= weniger Frühzündung
= weniger Leistung
Leistungsteigerung mit anderen Steuerzeiten?

Mike
Hallo Mike,

ist das nicht ein bisschen zu kurz gedacht?
Wenn man im unteren Drehzahlbreich Frühzündungsklingeln hat, muß man die Zündung in Richtung spät verstellen. Leider hast du dann im oberen Drehzahlbereich wieder zu wenig Frühzündung, was dich dann dort Leistung kostet.

Der Lösungsansatz ist schon richtig, stärkere Federn einzubauen, um im oberen Drehzahlbereich wieder genug Frühzündung zu erhalten und dafür trotzdem im unteren Drehzahlbereich das Frühzündungsklingeln zu unterbinden.

Ich stand vor dem gleichen Problem und habe mir aber eine programmierbare Zündung gegönnt, weil mir die Geschichte mit den Federn zu vage war.

@Helmut hast du es schon mit neuen Federn versucht? -> Vielleicht sind die jetzigen einfach schon zu müde.

Gruß
Fauli
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mike70fl
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Re: Fliehkraftversteller - härtere Federn - wozu

Beitrag von mike70fl »

Hi Fauli,

also nochmal ganz langsam:
Stärkere Federn = Zündung im mittleren und oberen Dehzahlbereich von früh Richtung spät verschoben.
Um das auszugleichen stellt man die gesamte Zündung auf früher.
Das heißt, auch im Leerlauf ist man dann früher. Um das Klingeln zu vermeiden soll man aber doch auf später stellen.
Oder hab ich jetzt nen Knoten in der Denkmurmel?

Gruß,
Mike
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shovelfauli
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Re: Fliehkraftversteller - härtere Federn - wozu

Beitrag von shovelfauli »

mike70fl hat geschrieben:Stärkere Federn = Zündung im mittleren und oberen Dehzahlbereich von früh Richtung spät verschoben.
Hi Mike,

aha!
Und ich bin der Meinung, daß die Federn mehr Spätzündung im unteren bis mittleren Drehzahlbereich bewirken. :D

... glaube, wir brauchen einen Schiedsrichter. :D

Gruß
Fauli
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mike70fl
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Re: Fliehkraftversteller - härtere Federn - wozu

Beitrag von mike70fl »

Hi Fauli,

also durch Verdrehen der Grundplatte kann man die Zündung auf früher oder später stellen.

Bei Leerlauf von ca 800 U/min sind die Fliehgewichte nah an der Welle (verstellen also nichts) und man hat ca 5° Frühzündung. Bei Steigerung der Drehzahl bis 1500-2000 U/min werden die Gewichte nach außen gedrückt und verstellen dabei auf 35° früh. Bei höheren Drehzahlen ändert sich nichts mehr.
Wenn ich jetzt stärkere Federn habe, können die Gewichte erst bei höheren Drehzahlen nach außen wandern. D.h. die maximale Verstellung findet dann erst bei 3000 oder 4000 U/min statt.
Und Du hast Recht, unten und mitte = mehr auf spät.

Jetzt stimmt die Welt wieder.

Aber immer noch die Frage warum? Um Klingeln zu vermeiden, ist klar.
Gibts sonst noch Gründe?
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cb
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Re: Fliehkraftversteller - härtere Federn - wozu

Beitrag von cb »

Hallo Zusammen
Ich denke mal das man die Zündung für Getunte Motoren noch früher stellt, wobei man dann im unteren/mittlerem Drehzahlbereich dann Frühzündungsklingeln bekommt. Um das zu verhindern nimmt man dann die stärkeren Federn um die volle Frühzündung erst im oberen Drehzahlbereich zu haben. Nur so ne überlegung. :?
Gruß
Christoph
Strokerholk
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Re: Fliehkraftversteller - härtere Federn - wozu

Beitrag von Strokerholk »

Hi!
Fauli liegt schon richtig. Ein Fliehkraftregler mit Standardfedern hat bei ca. 1800/min die volle Frühzündung erreicht. Mit härteren Federn erreicht er diesen Punkt erst später, entsprechend der Federhärte.
Grüße!
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Arthur
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Re: Fliehkraftversteller - härtere Federn - wozu

Beitrag von Arthur »

Hallo Jungs,

der richtige Zündpunkt ist leider nicht nur von der Drehzahl abhängig. Ein weiterer wichtiger Parameter ist die Last. Also Vollgas oder Teillast. Bei Vollgas (Beschleunigung) ist die Zündkurve flacher (da helfen stärkere Federn, aber nur da). Bei Teillast oder gar im Schiebebetrieb kann schon mal ein Zündwinkel von 60° richtig sein.

Das Problem kann man eigentlich nur durch zwei Maßnahmen beheben:

1. Man hat einen so potenten Motor, dass er mit einem festen Zündwinkel klarkommt
2. Man hat eine Kennfeldzündung

Punkt 2 ist in meinem Terminkalender eingetragen. Vielleicht schaffe ich es noch dieses Jahr, einen Prototyp zu entwickeln. Neben der fehlender Zeit gibt es aber leider ein paar Dinge, die den Sinn einer Kennfeldzündung für Shovel/Pan in Frage stellen.

Gruß Arthur
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shovelfauli
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Re: Fliehkraftversteller - härtere Federn - wozu

Beitrag von shovelfauli »

Hallo Arthur,

welche Parameter sollen denn in deine Kennfeldzündung einfließen?
VOES-Schalter werden von unseren Zündungen ja unterstützt.
Willst du noch Temperatur- und Klopfsensoren verbauen?

Meine TwinTec hat übrigens einen Temperatursensor integriert, anhand dessen die Zündung eine Statistik füllt, die die Zeit (Dauer) festhält, in der sich der Motor in (vordefinierten) Temperaturbereichen bewegt hat.
Eine Zeit zu Drehzahlbereiche Statistik wird ebenfalls geführt.

Naja, Spielkram! - aber sicher interessant diese Daten mal im Kontext zu baulichen Veränderungen am Bike (Auspuff, Nockenwelle, Vergaserbedüsung, Ölsorte, ...) auszuwerten.

Gruß
Fauli
Arthur
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Re: Fliehkraftversteller - härtere Federn - wozu

Beitrag von Arthur »

Hallo Fauli,

VOES ist ein Schalter, der digital arbeitet. Die Welt funktioniert analog.

Gruß Arthur
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shovelfauli
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Re: Fliehkraftversteller - härtere Federn - wozu

Beitrag von shovelfauli »

Arthur hat geschrieben:Hallo Fauli,

VOES ist ein Schalter, der digital arbeitet. Die Welt funktioniert analog.

Gruß Arthur
Danke Arthur, das ist mir bekannt. :D

Nachtrag: Es war ja eigentlich meine Frage, welche Parameter/Geber deine Zündung unterstützen soll.
Gut VOES also nicht - dann Drosselklappenpoti? - ist das analog genug?
Arthur
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Re: Fliehkraftversteller - härtere Federn - wozu

Beitrag von Arthur »

Hallo Fauli,

beim Winkelsensor ist die (nachträgliche) Montage nicht gang einfach. Außerdem zeigt das Teil ja nicht direkt die Druckverhältnisse im Manifold an. Also müsste ich erst die Kenngrößen der „Regelstrecke“ herausfinden (Totzeit z.B.). Die Zeit habe ich nicht.

Es bleibt eigentlich nur die Druckmessung übrig. Und da stellt sich die Frage, wo der AD-Wandler hin soll. Packe ich ihn in einem Extragehäuse in die Nähe des Manifolds und übertrage das Signal an die Zündbox oder kommt er in die Zündbox und ich habe einen langen Schlauch zum Manifold? Druckschläuche von 3 mm Durchmesser habe ich, wäre also nicht mal so auffällig.

Einen Temperatursensor würde ich auf jeden Fall vorsehen. Klopfsensoren sind eine gute Idee. Leider stelle ich mir die Auswertung des Signals nicht ganz trivial vor. Habe auch nach Möglichkeiten gesucht, die Kurbelwellenposition genauer als mit dem Rotor zu bekommen.

Also es gibt noch eine Menge offene Punkte. Ideen nehme ich willkommen an. Wie würdest Du vorgehen oder was würdest Du Dir von einer Zündung wünschen?

Ich bin gerade gefahren und habe immer noch keine zufriedenstellende Kurve mit der Crane-HI 4 gefunden. Beim alten Motor ging das. Jetzt habe ich ein Klingeln beim Beschleunigen. Habe schon eine schärfere Nockenwelle verbaut (für mein Empfinden, andere würden wahrscheinlich lachen).


Gruß Arthur
Strokerholk
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Re: Fliehkraftversteller - härtere Federn - wozu

Beitrag von Strokerholk »

Hi!
Obwohl ich momentan wegen Arbeitsüberlastung etwas lustlos bin, interessiert mich Arthur's Idee natürlich.
Gut wäre, wenn man die Sensoren übernehmen könnte, die HD bei den TC Vergasermodellen verwendet. Das dann mit einigen Gimmiks der Einspritzer kombiniert, könnte 'ne sehr gut funktionierende E-Zündung ergeben.
Zu den Sensoren:
Kurbelwellensensor für exakte Zündzeitpunktberechnung:
Bei OEM Motoren leider nicht machbar. Bei neuaufgebauten Zubehörmotoren aber schon.
Nockenwellensensor:
Ist eigentlich nur dazu da, den momentanen Takt zu ermitteln. Kann aber zur Berechnung des Zündzeitpunkt benutzt werden. Leider nicht so genau wie der KW-Sensor. Ganz besonders bei Early Motoren. Ist aber bei allen Motoren problemlos machbar.
MAP Sensor:
Zur Ermittlung des momentanen Lastzustandes. Ist unverzichtbar und sollte möglichts dicht am Manifold sitzen. Kurzer Schlauch sollte funktionieren.
Temperatursensor für den Brennraum:
Muß am Zylinderkopf verschraubt werden. Selbst am Evo nicht ohne großen Aufwand zu realisieren. Bei unseren Motoren schon gar nicht. Wäre aber schön einen zu haben.
Klopfsensor:
HD hat keinen altbekannten Sensor, sondern benutzt dafür die Zündkabel. Keine Ahnung wie das funktioniert, aber hat was mit elektrischer Resonanz zu tun. HD nimmt bei autretendem Klingeln oder Klopfen die Zündung bis zu 8° zurück. Funktioniert tatsächlich.
Eine Zündung für unsere Motoren sollte also mit den, an alten Motoren, machbaren Sensoren auskommen und die Ungenauigkeit des Nockenwellensensors tolerieren.
@Arthur:
Hast du schon mal Super Plus probiert?
Gruß Holk!
1980 HD FXS 80 Low Rider neu gekauft
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shovelfauli
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Re: Fliehkraftversteller - härtere Federn - wozu

Beitrag von shovelfauli »

wollte gerade meinen kleinen Beitrag einstellen, aber nach Holks Ausführungen ist dieser total überflüssig geworden. :shock:

Danke, Holk! :D
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