Stoßdämpfer einstellen

Moderator: Gerry

Ölspur-Rainer
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Stoßdämpfer einstellen

Beitrag von Ölspur-Rainer »

Hallo,
ich habe mal ne ganz blöde Frage, muss aber auch mal sein.
Ich habe noch nie Stoßdämpfer eingestellt.
Habe Serien Shovel dämpfer drauf, mit den kleinen Löchern unten.
Die Zange habe ich mir auch besorgt.

Wie macht man das genau ?

Im eingebauten oder ausgebauten Zustand ?

Für härter im Uhrzeigersinn oder entgegen ?

Danke

Rainer
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KayTee
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Re: Stoßdämpfer einstellen

Beitrag von KayTee »

Moin!

"Härter"? Ich dachte, damit verstellt man nur die Federteller? Und das reguliert wiederum nur die Höhe, da die Federrate und das Belastungsgewicht gleich bleiben, die Dämpferstufen nicht geändert werden.

Ist dem nicht so?

Gruß,
KayTee
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Pete_Tailor
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Re: Stoßdämpfer einstellen

Beitrag von Pete_Tailor »

Hallo,
die meisten Stossdämpfer im Kfz-Bereich haben eine progressive Federrate, dass heißt je weiter die Feder komprimiert wird, umso mehr Kraft muss dafür aufgebracht werden. Damit erreicht man, dass der Stossdämpfer kleine Unebenheiten schluckt und bei großen Schlaglöchern nicht so leicht durchschlägt.
Man kann das Federbein also durch größere Vorspannung der Feder härter stellen. Genau dies macht man mit der Verstellung durch die kleinen Löcher unten am Stossdämpfer und der Zange. Die Länge der Stossdämpfer ändert sich dabei nicht. Um härter zu stellen musst du diese so drehen, dass sich das Teil mit den kleinen Löchern drin nach oben bewegt. Ich meine das geht, wenn du von oben drauf schaust, gegen den Uhrzeigersinn...bin aber nicht sicher.
Die Verstellung kannst du im eingebauten Zustand vornehmen.

Gruß
Pete
Zuletzt geändert von Pete_Tailor am 13.10.2009, 13:51, insgesamt 1-mal geändert.
achtball
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Re: Stoßdämpfer einstellen

Beitrag von achtball »

hallo,
beim verstellen der stoßdämpfer bleibt deren länge unverändert. man verändert lediglich die vorspannungsrate der feder. ich weiß es nicht 100%ig sicher, meine aber, dass das bei original-dämpfern genauso funktioniert wie bei ps-dämpfern: zum erhöhen der federvorspannung im uhrzeigersinn drehen:
http://www.progressivesuspension.com/pd ... s/3080.pdf
auf dieser anleitung lässt sich erkennen, dass das abgebildete teil beim drehen im uhrzeigersinn wie auf einer treppe hochwandert und dabei die über ihm sitzende feder zusammendrückt.
gruß philipp
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KayTee
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Re: Stoßdämpfer einstellen

Beitrag von KayTee »

Moin!

Klar, Vorspannung. Das heißt aber, dass der Stoßdämpfer im entlasteten Zustand voll und bis zum Anschlag ausgefedert ist.

So bald ich meinen Kadaver oben drauf wuchte sollte sich das ändern, oder? Dann stellt sich das Gleichgewicht zwischen Belastungsgewicht und Federrate ein. Bei erhöhter Vorspannung liegt das dann weiter in Richtung "Ausfedern" des Stoßdämpfers selbst verglichen mit vorher, die Fahrhöhe liegt also höher bei gleich weit komprimierter Feder. Beim weiteren Einfedern (Bodenwelle, etc) durchläuft dier Feder jedoch die gleiche Kennkurve wiezu vor, an der Federung ändert sich nichts. Da keine Dämfungseinstellung vorgenommen wurde ändert sich auch nichts an der Dämpfung.

Oder?

So jedenfalls habe ich das bei entsprechenden Fahrwerken für Autos gelernt: Radlast und Bodenfreiheit werden über die Federteller eingestellt, Dämpfungshärte über die Dämpfer und Federrate über Austausch der Federn.


Ich würde Rechtsgewinde unterstellen, die Hülse mit Innen-, den Dämpferkorpus mit Außengewinde.

Lernwilligen Gruß,
KayTee
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Landmark
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Re: Stoßdämpfer einstellen

Beitrag von Landmark »

Moin,

hab die Stoßdämpfer auch noch nie angefasst, sind ziemlich hart einstellt.
Ich weiß jedoch noch aus Zündapp KS 80 Zeiten (Federbeine haben das gleiche Prinzip, Vorspannung über "Treppe") das das Vorspannen im "aufgebocktem" Zustand leichter war. Man muss dann nicht gegen das Moppedgewicht vorspannen. Logisch, oder!

Gruß!

Landmark
Pete_Tailor
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Re: Stoßdämpfer einstellen

Beitrag von Pete_Tailor »

@ Kaytee

Schau mal, hier habe ich eine Kennlinie einer progressiven Feder (blaue Linie) gefunden:

http://www.mx-forum.de/userpix/3503_Ken ... ock__1.jpg

Es stellt sich ein Gleichgewicht ein, sobald du dich aufs Mopped setzt. Jedoch befindet sich die Feder, je weiter die Feder vorgespannt ist, in einem weiteren Bereich der Kennlinie. Das heißt, es ist mehr Kraft nötig um die Feder einzulenken. Daraus resultiert eine größere Härte.

Gruß
Pete
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KayTee
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Re: Stoßdämpfer einstellen

Beitrag von KayTee »

Pete_Tailor hat geschrieben:Es stellt sich ein Gleichgewicht ein, sobald du dich aufs Mopped setzt. Jedoch befindet sich die Feder, je weiter die Feder vorgespannt ist, in einem weiteren Bereich der Kennlinie. Das heißt, es ist mehr Kraft nötig um die Feder einzulenken. Daraus resultiert eine größere Härte.
Und genau das tut sie meines Wissens eben nicht.
Die Federrate ist abhängig von der Kompression. So bald die Belastung der Vorspannung überschritten wird ist die Gesamtbelastung entscheidend für die Länge der Feder. Dadurch, dass einer der beiden Federteller des Stoßdämpfers verstellt wird, ist bei gleicher Federlänge und größerer Vorspannung bei gleicher Belastung der Stoßdämpfer weiter ausgefahren, die Fahrhöhe/Bodenfreiheit größer, inklusive der ganzen Winkeländerungen am Fahrzeug.

Beispiel (lineare Feder):
entlastete Länge: 100mm
Federrate: 20kg/10mm
mit 100kg statisch belastete Länge: 50mm
kommen 20kg dynamisch hinzu, so federt die Feder um 10mm ein auf 40mm

Richtig?
Gut.

um 10mm vorgespannt, also nur 90 mm freie Länge
bei Belastungen unterhalb von 20kg bleibt alles starr
bei einer Belastung von z.B. 40kg wird die Feder um weitere 10 mm komprimiert auf eine Gesamtlänge von 80mm
wird die vorgespannte Feder mit 100kg belastet, so wird sie um weitere 40mm auf wiederum 50mm Gesamtlänge komprimiert.

Ist um nicht vorgespannten Fall der Graph der Federrate eine Gerade durch den Nullpunkt (0kg/100mm), so begint in diesem Beispiel der Graph der vorgespannten Feder bei einer Länge von 90mm und 20kg. Der weitere Verlauf bleibt identisch.

Analog progressive Federn, wo der Ratenverlauf keine Gerade sondern (i.d.R.) eine streng konvexe Kurve ist. Auch hier ist bei gleich hoher Gewichtsbelastung die lichte Länge der Feder gleich, unabhängig von der Vorspannung.

Praxis.

Ich setze mich mit vollem Gewicht auf meinen Bock und mein Hintern ist 600mm vom Boden entfernt. Federn stärker vorgespannt, dann ist mein hintern beispielsweise 650mm vom Boden entfernt bei voller Belastung. Wie gesagt, inklusive der Winkeländerungen vorne herum.

So weit jedenfalls mein Fahrwerkverständnis, das Haufen bekloppter, in Seifenkisten selbstmörderische Rennen fahrender Tommies geformt hat :wink:

Ich lasse mich gerne von der Falschheit überzeugen :?: :idea:

Federigen Gruß,
KayTee
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Pete_Tailor
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Re: Stoßdämpfer einstellen

Beitrag von Pete_Tailor »

oh je, oh je...
jetzt wird aber umständlich und kompliziert.
Ich kann als abschließendes Wort dazu von meinen Federbeinen nur sagen, dass diese beim Verstellen im Gesamten ihre Länge nicht ändern, die Feder jedoch zusammengedrückt wird. Das Federbein wird definitiv härter.

Gruß
Pete
achtball
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Re: Stoßdämpfer einstellen

Beitrag von achtball »

hmm,
@kaytee: das ist mir jetzt leider auch zu kompliziert :? was ich weiss ist:
1. im ausgebauten zustand sind die stoßdämpfer gleich lang, egal wie hoch die federvorspannung ist.
2. im eingebauten zustand gehen die stoßdämpfer wegen des auf ihnen lastenden gewichts umso mehr in die knie, je geringer die federvorspannung ist.
@rainer: um nochmal auf deine eingangsfrage zurückzukommen:
ich würde die dämpfer im eingebauten zustand verstellen, weil du sonst schwierigkeiten haben wirst, die hülse (mit der zange an den kleinen löchern) zu drehen, ohne dass das innenleben sich mitdreht. allerdings ist es hilfreich, wenn du die dämpfer zum verstellen entlastest, indem du das moped aufbockst.
viel erfolg, gruß philipp
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Christian
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Re: Stoßdämpfer einstellen

Beitrag von Christian »

Hallo Kay Tee!

Ich glaube ich habe das Mißverständnis gefunden.

Egal, wie stark die Feder komprimniert ist, die ganze Einheit ist schon maximal (bis zum Anschlag) ausgefahren. Durch die Komprimierung der Feder ändert sich die Länge der gesamten Einheit nicht, nur der Federdruck wird erhöht.

Jedenfalls ist das bei meinen kurzen Dämpfern so der Fall.

Gruß, Christian
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Ölspur-Rainer
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Re: Stoßdämpfer einstellen

Beitrag von Ölspur-Rainer »

Supi.
Danke an alle.
Und ich dachte echt schon das wäre eine saublöde Frage.
Grüsse
Rainer
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Rudi
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Re: Stoßdämpfer einstellen

Beitrag von Rudi »

Nabend,
ich mach das so,
alleine, 75 Kg ohne Vorspannung.
Mit ner Dicken hinten drauf, erste, oder wenn noch dicker zweite Stufe.
Damit es nicht durch knallt.
Da ich immer mit wenig Ballast unterwegs bin immer erste.
So, das war nicht akademisch, sondern nach Gefühl.
Au weia? sonst nichts los :oops:

Grüße

Rudi
Es ist so wie es ist.
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KayTee
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Re: Stoßdämpfer einstellen

Beitrag von KayTee »

Supi 77 hat geschrieben:Au weia? sonst nichts los :oops:
Offenbar sind auch die "basics" nicht so eindeutig ;)

Zum Thema "nix los":
- bis zu welchem Bj. darf ich Karbidlampen fahren?
- der Hund des Nachbarn meiner Exfrau meint, ich sollte nur 0W-50 Öl fahren, das tu' ich auch, jetzt lösen sich die Sohlen meiner 800€ original HD Stiefel: wen verklage ich?
- weshalb die Dyna S doch die geilste Zündung diesseits des Marianengrabens ist (weil ich im Restaurant so'n Typen getroffen habe, der sagt das, und der muß das wissen, der ist nämlich seit fünf Monaten im HOG Chapter Sylt)
...

Das dürfte für eine Anhebung der Raumtemperatur reichen :twisted:

Munter!
KayTee

PS: Rauhreif auf den geparkten Autos, vor einer Woche noch Schwitzen bei 32 Grad. Weshalb nochmal war ich hierhin zurückgekommen?? :roll:
Frei nach "Cool Runnings": "Snow? As in frozen water? Man, that's COLD!!"
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maruski
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Re: Stoßdämpfer einstellen

Beitrag von maruski »

Moin. Mal simpel in der Pause hier gedacht.
Eine Feder kann eine Kraft X ab, ohne sich zu verformen und eine Kraft Y verformt sie dann, wenn Y größer als X ist.

Progressive Federn sind nun so gebaut, das die (Widerstands-)Kraft X der Feder nicht immer in allen Stufen der Feder (Federlänge) gleich ist, sondern in den mm des Zusammendrückens zu X+1 und X+2 und X+3 etc. immer größer wird.

Wenn nun Kraft Y immer gleich ist (Gewicht der Fahrers oder Schlag aus dem Pothole), aber X immer größer wird (durch das Kürzen der Feder/ durch Vorspannung) ist doch eigentlich klar was passiert.

X ist dann um diesen Wert größer und bei gleichen Y verformt sich nichts.
Es kann also mehr Belastet werden, ohne das die Feder sich verformt = das könnte als "härter" beschrieben werden.

Die Feder kann natürlich nicht mehr Y ab als vorher, nur die Verformung (das Einfedern) setzt später ein.

Oder ist da ein Denkfehler drin?

Gruß. Maruski
79er FX1200; SR500; RM-Z250; RM-Z 450
Despite the high cost of living, it remains popular.
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