Hi,
theoretisch alles okay. Aber wenn der kleine Schlüssel im rechten Winkel am Dremo steckt, bekommst du fast keine Schraube angezogen. Irgend etwas ist immer im Weg. Bei einigen Schrauben muss der Dremo auch umgedreht werdenund das ist ein Problem. Die einfachen Dremo-Ratschen funktionieren nur in eine Richtung.
Gruss
um mal ein wenig die Dinge zu ordnen: Bei Kohlenstoffstählen (also den Stählen, die landläufig nicht als Edelstähle bezeichnet werden) ist die Verfestigung durch Martensitbildung ein gerne angewendeter Mechanismus. Dabei wird der Stahl so hoch und lange erwärmt, dass das Gitter umklappt und der Kohlenstoff in die Elemtarzelle diffundiert. Wird jetzt abgekühlt, wandelt das Gitter sich wieder zurück. Erfolgt die Abkühlung schnell genug, bleibt dem Kohlenstoff keine Zeit, aus der Elemtarzelle herauszuwandern. Dadurch wird diese verspannt und die Festigkeit/Streckgrenze gesteigert.
Bei Kupfer und dessen Legierung findet i.d.R. (i.d.R. deshalb, weil es vielleicht Exoten gibt...) keine solche Gitterumwandlung statt, der klassische Mechanis der Martensithärtung funktioniert nicht.
Nichtsdestotrotz stehen noch andere Mechanismen zur Verfügung (Mischkristallverfestigung, Kornfeinung, Ausscheidungshärtung und Kaltverfestigung: Google is your friend...), die durch eine bestimmte Wärmeführung beeinflusst werden können.
Häufig wird bei Kupfer und Alu auch von härtbaren Legierungen gesprochen. Das trifft dann zu, wenn aufgrund der Legierungszusammensetzung bei einer bestimmten Wärmeführung Legierungselemente Ausscheidungen bilden und damit die Festigkeit steigern. Häufig muss dabei abgeschreckt werden, um die in Lösung gegangenen Legierungsbestandteile "einzufrieren". Häufig muss dann aber auch noch bei höheren Temperaturen (paar hundert °C) gehalten werden, um die erwünschten möglichst fein verteilten Ausscheidungen zu erzielen. Also einfach glühen und anschrecken wird wohl in den seltensten Fällen zur Festigkeitssteigerung führen.
Was das jetzt für die Dichtung heißt? Erstmal keine Ahnung, da keine Ahnung welches Material verwendet wird. Ich vermute aber, dass es sich um relatives reines Kupfer handelt:
http://www.sequoia-brass-copper.com.....pper-sheet-and-plate.html
Demnach sollte sich durch ein Glühen eine Aufhebung der Kaltverfestigung erreichen lassen, eine Steigerung der Festigkeit/Härte/Streckgrenze ist durch eine Abschrecken nicht zu erwarten.
Bei Kupfer und dessen Legierung findet i.d.R. (i.d.R. deshalb, weil es vielleicht Exoten gibt...) keine solche Gitterumwandlung statt, der klassische Mechanis der Martensithärtung funktioniert nicht.
Wir reden hier schon noch von Stinknormalen Kupferdichtungen nä?.
PANHEAD hat geschrieben:Hi,
theoretisch alles okay. Aber wenn der kleine Schlüssel im rechten Winkel am Dremo steckt, bekommst du fast keine Schraube angezogen.
Ich hab nix davon gesagt, dass man die kleinen Aufsteckverlängerungen nehmen soll. Bei der 90deg-Methode kann die Verlängerung theoretisch unendlich lang sein. Solange man im elastischen Bereich bleibt (das Ding also nicht verbiegt...), ist das Anzugsmoment immer noch dasselbe.
Das einfachste ist, einen Doppelring-Schlüssel zu nehmen und auf dem Drehmo eine passende Inbus-Stecknuss - wenn man die hat. AF-Schlüsselweiten sind ja glücklicherweise in halbwegs sinnvollen Zollschritten und entsprechend verfügbar.
Tim
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1972 HD FLH
...und lauter Norton von 1956 bis 1972
knuckuwe hat geschrieben:durchs erhitzen der Kupferdichtung soll die ja WEICH werden und bleiben....
RISCHTISCH!
Gut knetbar soll das Zeug sein um wiederverwendbar zu sein. Bei reinem Kupper gehts mit Abschrecken, wird sowas von weich.
Jedenfalls meine Erfahrung, waren aber bei den Deutz Dieseln auch nur dünne Ringe.
Ginge theoretisch auch bei unseren Motoren, praktisch wohl nich, weil sich dann beim Anziehen der Kopf verbiegt.
Bei Verbunddichtungen funktioniert das sowieso nich. Wäre nur ne Option für jemanden, der sich aus 1mm Reinkupperblech ne Kopfdichtung selber baut. Dies nur zur Aufwärmung der Thematik...
Tante Edit sagt nochmal: Is gut, is doch alles geklärt...
Wenn Du deine Träume nicht in die Tat umsetzt, kannst Du auch irgentein Gemüse sein - - - ein Kohlkopf - - ein Kohlkopf! (Burt Munro)
1977er HD FLH