ron hat geschrieben: 04.01.2021, 14:10
Wenn, wie es gehört, der Gaser auf den heißeren, vord. Zylinder abgestimmt ist, läuft der hint., durchs Schleuderöl kühlere Zylinder, v.a. bei gemütlicher Fahrt fetter.
Jede Ablagerung schwächt den Funken, die Verbrennung findet langsamer, weniger heiß und deshalb unvollständig statt. Gut möglich, dass sich daher auch am EV Ablagerungen bilden.
Selbst die XR1000 mit 2 Einzelvergasern, separat abgestimmt, brauchten im Straßenbetrieb manchmal unterschiedliche Wärmewerte.
Mittlerweile lasen auch die W&W Leute in alten orig. Manuals:
https://www.wwag.com/cgi-bin/WebObjects ... %2139025#0
Darum wärs einen Versuch wert. Ich fahr mittlerweile sogar 2 Wärmewerte heißer hinten. Mein Motor zeigt nur wenige, gleichmäßige Ablagerungen.
Ich tendiere mittlerweile dazu, dies als Ursache zu akzeptierem mit der Begründung, dass ich gestern mit meinem Tourkumpel telefoniert habe, und der mir versichert hat, dass er aus dem Auspuff meiner Kiste noch nie ein blaues Wölkchen hat aufsteigen sehen.
Daher werde ich dem Thema Gemisch und Kerzenbild in der kommenden Saison erhöhte Aufmerksamkeit widmen.
ron hat geschrieben:
Sah mir gerade ausgebaute, originale 1200er Köpfe an. Die Taschentheorie glaube ich nicht. Der Ölabfluss liegt auch in extremer Schrägstellung des Kopfes tiefer. Wenn, dann wäre eher das AV betroffen.
Ich muss dir Recht geben. Die Schräglage beim Einbau hatte ich nicht bedacht. Dadurch fließt das Öl aus der Mulde des EV früher ab.
ron hat geschrieben:
Arthurs Ölabenteuer ist erstaunlich.
Ich hatte vor Jahren mal am Weg nach England das Öl vergessen. In mein damaliges Ölfäßchen passten allerdings auch nur 2,5L. Dementsprechend heiß wurde die Suppe. Mit, wie sich herausstellte, 1L Restinhalt plötzlich metallische Quietschgeräusche.
Ventilführungen des vord. Zylinders im Eimer.
Seither wieder der gute, alte Horseshoe mit fast 4L Inhalt.
Ich verzichte aus hoffentlich nachvollziehbareb Gründen darauf, hierzu einen eigenen Versuch zu starten
ron hat geschrieben:
Wie erwähnt, Überölung war nur 81 Thema. Nicht aber bei älteren Shovel.
Zitat aus dem Artikel "Die Sache mit dem Öldruck" aus der Tech Base, Autor Alex, Fa. M-Tek
"Das Phänomen, daß der Öldruck bei heißem Motor im Leerlauf häufig auf Null zusammenbricht und bei Drehzahl wieder ansteigt erklärt sich so:
Bei vielen Motoren sind bestimmte Eckpunkte nicht in Ordnung. Zum einen wird original viel zu viel Öl in die Zylinderköpfe gepumpt, zum anderen sind in der Regel die Pinionshaftbuchse und die Pleuellager ausgelaufen. An diesen Stellen tritt massiver "Ölverlust" auf, der die Abnahmemenge erheblich vergrößert."
Wer hat nun Recht? Bzw. Überölung muss ja nicht gleich zu negativen Auswirkungen führen, falls das deine eigentliche Aussage sein sollte.
Chris-LG hat geschrieben:
Was für eine Kerze fährst du? Auf dem Bild scheint mir die etwas kurz zu sein und sitzt schon recht tief in der Bohrung. Das Verschlechtert noch zusätzlich zu den von Ron angeführten Punkten die Verbrennung.
Derzeit fahre ich Champion H8C (Wärmewert 4), Gewindelänge 7/16", wie bei Originalköpfen vorgesehen. Auf dem Foto sieht es tatsächlich so aus, als würde sich die Kerze etwas in der Bohrung verstecken. Ich habe keinen Vergleich, aber es sind Originalköpfe.
Shovelschwede hat geschrieben:
Was auch eine Ursache vom verölten Ventil sein könnte, ist eine Undichte Ventilführung.
Ich hatte den Fall schon mal, wo sich beim einpressen der Führung eine Riefe im Kopf gebildet hat, durch diese dann das Öl aufs Ventil gelaufen ist.
In diesem Fall läuft auch, bei wenig Ölstand im Kopf, Öl aufs Ventil.
Zum Testen einfach mal dünnes Öl, Rostlöster oder Balistol usw. um die Ventilführung füllen und schauen ob es unten im Kanal ankommt.
Oh Mann, da hätte ich auch selber mal dran denken können
Jetzt ist alles schon wieder zusammengebaut. Mit dieser Ungewissheit werde ich dann wohl erst mal leben.
@Arthur:
Was für eine Laufleistung haben die abgebildeten Ventile ungefähr? Zumindest sind die Ablagerungen sehr gleichmäßig verteilt, anders als bei meinem EV.
Gruß
Hoschi