Lifterblocks aus Stahl(?!)

Moderator: Gerry

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rouleur
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Lifterblocks aus Stahl(?!)

Beitrag von rouleur »

Hi Leute,

gibts für Shovels von irgendwem noch neue Lifterblocks aus Stahl? – Meine aus Alu sind abgewetzt.
Die Stahl-Teile von Velva-Touch habe ich zwar gefunden, aber die gibts nur als Kit mit Hydros, Stößelstangen usw. Finde ich etwas teuer.

Noch 3 Fragen:
Wie gut oder schlecht sind die schwarzen No-Name-Lifterblocks aus Alu, wie es die bei W&W gibt?
Wie hartnäckig ist die schwarze Beschichtung?
Wie krumm dürfen Alu-Stößelstangen werden, bevor sie abk ... :? nicken?

Danke und Gruß

rouleur
FL1973
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Re: Lifterblocks aus Stahl(?!)

Beitrag von FL1973 »

Hey,
also die schwarze Beschichtung überzeugt nicht, ist bei mir nach einem Jahr runter gekommen. Hängt aber sicher auhc mit der Pflege zusammen
:roll:

Stößelstangen funktionieren nur wenn sie gerade sind weil sie nur auf Vertikalkräfte in der Achse ausgelegt sind. Wenn deine verbogen sind, würde es mich wundern wenn sie überhaupt noch funktionieren???

Gruß FL
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Landmark
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Re: Lifterblocks aus Stahl(?!)

Beitrag von Landmark »

Moin Rouleur,

ich kann mich FL1973 nur anschliessen die Stößelstangen sollten möglichst gar nicht krumm sein. Auch wenn die krummen Stangen nicht gleich abknicken, so verbiegen sie sich doch noch stärker während "der Arbeit" d.h. die Steuerzeiten und die Ventilöffnung(stiefe) ändern sich. Nicht grad leistungssteigernd! Außerdem bekommen die Lifter bzw. Lifterblöcke durch die krummen Stangen seitlichen Druck und der Verschleiß dort steigt.

Suchst du nur neue Lifterblöcke? Hast du noch neue Lifter herumliegen oder baust du die alten Lifter wieder in die neuen Blöcke? Kann mir vorstellen das du dann immer noch reichlich seitliches Spiel (und damit seitlichen Druck von den Stoßstangen) hast und das bedeutet auch wieder erhöhten Verschleiss. Es gibt Übermaß-Lifter und evtl. kannst du deine alten Lifterblöcke auf das passende Übermaß honen. Hab da aber keine praktische Erfahrung, ist nur so ne Idee...

Gruß!

Landmark
Christian54
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Re: Lifterblocks aus Stahl(?!)

Beitrag von Christian54 »

Hy Rouleur,
wir hatten ja schon drüber gequasselt, fals Pan-lifter passen und du mir mal deine Maße schickst ich hab glaube ich noch neue Übermaß-Lifter.

Alustangen kann man wenn sie gering verbogen sind wieder grade biegen. Kannst ja mal ein Bild senden.

Gruß Christian
rouleur
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Re: Lifterblocks aus Stahl(?!)

Beitrag von rouleur »

Hi,

danke schon mal für die nützlichen Antworten.

Die Alu-Stößelstange vom Auslassventil am vorderen Zylinder ist krumm. So krumm, dass man es schon mit bloßem Auge sieht, aber gerade genug, dass es beim Überholen nicht zu Berührungen mit dem Mantelrohr kommt. Die anderen gehen noch, lassen sich wegen der teilweise abgenutzten Gewindegänge aber nicht mehr sehr feinfühlig einstellen.
– Werde ich richten und dann in ein paar Jahren ersetzen – THX.

Die Tappets sind auf ganzer Linie voll am Ende: Voller Riefen, bananenförmig eingelaufen, die Roller haben schon fühlbares Höhenspiel (!) und lassen sich fast beliebig kippen. Das ist sicher schlecht für die Grenzdrehzahl der Lager. Sobald ich am Berg etwas Gas gebe, oder einen Gang nur ein bisschen hoch ziehe, kommen übelste Schleif- und Kratzgeräusche aus dem Motor. Weil ich danach ganz piano nach hause geschlichen bin, hat die Anderws-J-Nocke keine nennenswerten Laufspuren gekriegt und bleibt drin.
 
Dass es zu den Low-Cost-Lifterblocks nichts schlechtes zu sagen gibt, außer dass die Beschichtung nicht hält, wäre schon mal ein Pluspunkt. Die Beschichtung sollte aus optischen Gründen ohnehin runter.
   Weil die Lifterblocks erheblich tiefere Riefen haben als die Tappets, halte ich eine Lagerung aus Stahl für langlebiger.


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Beim Aufreiben der Tappets sehe ich das Problem, dass es keine spezielle Reibahle gibt. Je weiter ich eine Standartreibahle reinwürge, umso größer wird das Loch. Das heißt auch, dass ich niemals über die ganze Lauffläche ein einheitliches Maß erreichen kann. Man könnte zwar von beiden Seiten her reiben, aber auch dann ist die Passung da am klapprigsten, wo sie am stärksten beansprucht wird. Zum Hohnen fallen mir die Ostblock-Gestelle ein, die man in eine Bohrmaschine einspannt. Einmal zuviel "Gas gegeben" und der Lifterblock ist im Eimer. Wenn ich dann einen neuen kaufe, habe ich das gleiche Problem wieder, weil ich ja schon Übermaß-Tappets rumliegen habe :? ... neeneenee - is nich mein Ding.
Nun könnte ich alles zu einem Spezialisten schicken, der es mir mit Hubba-Bubba-Hohnsteinen besorgt. Der Arbeitslohn kostet mich dann kaum weniger, als ein Paar schwarze Lifterblöcke aus den Tiefen des Regenwaldes und die sind wohl grundsätzlich brauchbar.

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:roll: :?: Mit dem Rest, der schon mehrmals diskutiert wurde, wollte ich die meistens freundlichen Forumsteilnehmer nicht nerven:

Als Ersatz wollte ich eigendlich die "Big Axle Power Glide" von Jims nehmen, weil die Forumsteilnehmer viele gute Erfahrungen mit Hydros machen. Ich traue mich aber nicht so richtig, weil ich nicht weiß, ob der Öldruck reichen wird. Wenn nicht, liegt es nicht an der noch ganz fitten S&S-Pumpe, sondern irgendwo tief im Gebälk. Dann würde ich ein ziemlich blödes Gesicht machen, weil ich im Grunde den ganzen Shit auseinanderreißen kann.

Erfahrungen, die gegen Hydros sprechen, habe ich von einem langjährigen Kumpel:
- Minimaler Dreck im Hydro und er klappert, bis man ihn reinigt.
- 0 bar Öldruck bei Langsamfahrten und hochsommerlichen Temperaturen und der Hydro klappert, wenn er nicht mehr taufrisch ist.
- Alte Hydros können verkanten und das Ventil schließt nicht mehr richtig, wenn der Motor z. B. nach einer Langsamfahrt bei mäßigemn Autobahntempo wieder abkühlt.
- Da, wo der Stößel am stärksten beansprucht wird, ist die Ausnehmung in der Lauffläche für die Ölung. Die "Big Axle Solids" von Jims haben diese Ausnehmung nicht, so wie sich das bei der Knuck bewährt hatte.

... natürlich kann man da sogar unterwegs ziemlich schnell bei. Aber nicht bei heißem Motor, an dem man sich ständig die Flossen verbrennt.

Nix reparieren, was funktioniert, heißt es doch so schön. Der Motor läuft gut und geschmeidig mit der Andrews-J. Die hat die wohl mildesten Rampen bei Harley-Nockenwellen und strapaziert den Ventiltrieb kaum. Deswegen werde ich noch mal in mich gehen und wahrscheinlich die "Big Axle Solids" von Jims verbauen. Ach ja, die klappern ja wieder ein bisschen – zum Glück höre ich nicht mehr sonderlich gut.



Noch mal Danke vorerst und viele Grüße

rouleur
Christian
Beiträge: 4156
Registriert: 13.02.2007, 20:34

Re: Lifterblocks aus Stahl(?!)

Beitrag von Christian »

Hi Roleur!

Ich würde die Stößelstangen mitwechseln. Die kosten als kompletter Satz von Colony (Alustangen) nur 30 Euronen, ist also nicht die Welt, wenn man bedenkt was Tappets und das andere drumherum so kosten.

Gruß, Christian
Lieber nen Shovel-Vibrator als nen TC-Staubsauger

Kicker rules!
Strokerholk
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Registriert: 31.01.2007, 19:22

Re: Lifterblocks aus Stahl(?!)

Beitrag von Strokerholk »

Hi Chris!
Nimm die Taiwan Blöcke und die Colony Stößel. Aber nimm auch die Jims Hydros. Über den Öldruck brauchst du dir da keine Gedanken machen. Wo sollte er denn verschwinden? Dein Motor ist komplett rollengelagert.
Gruß Holk!
1980 HD FXS 80 Low Rider neu gekauft
Tank und Rahmen noch original
2000 HD FXDL 88 Low Rider
1994 Opel Omega Caravan 2.0-16V
rouleur
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Re: Lifterblocks aus Stahl(?!)

Beitrag von rouleur »

Strokerholk hat geschrieben:Hi Chris!
Nimm die Taiwan Blöcke und die Colony Stößel. Aber nimm auch die Jims Hydros. Über den Öldruck brauchst du dir da keine Gedanken machen. Wo sollte er denn verschwinden? Dein Motor ist komplett rollengelagert.
Gruß Holk!
Hi Leute,

es läuft und klappt bestens. Danke für die Tipps.

Es sind jetzt Jims "Power-Glide Tappets" drinn, die Dinger mit normal-dünner Achse und integrierter Hydroeinheit, für die Nicht-Kataloge-Leser :-) Das Siebchen habe ich bei der Gelegenheit gleich mal sauber gemacht und gestaunt, wie wenig Dreck sich da nach 20.ooo mls gesammelt hat.

Es sieht so aus, als würde Jims seine Produktpalette ein wenig straffen. Die "Big-Axle Power-Glide Tappets" für Schofel und viele andere Tappets aus dem ursprünglichen Programm sind seit Januar nicht lieferbar. Hydroeinheiten einzeln auch nicht. Dafür ist von Jims ein Conversion-Kit lieferbar, der aus Evo-Power-Glide-Tappets (s. o.) und Tappetblocks besteht, mit denen man die Evo-Tappets mit normaler Schofel-Nockenwelle in Schofel-Motoren fahren kann. Dazu habe ich neue Alu-Stößelstangen von Bender spendiert, anstatt die alten Pimpeldinger zu gerade zu machen.
Obwohl es mit den Jims-Teilen ausnahmslos beste Erfahrungen gibt, wären alle anderen Lösungen mit Hydros teurer gewesen. Von S&S ist ein Hydro-Kit lieferbar, der rund 240 € teurer ist und wohl auch ganz gut sein soll. Der Velva-Touch-Kit ist preismäßig jenseits von allem und die im Kreislauf hinteren Tappets sollen empfindlich auf geringen Öldruck reagieren. Zumindest gibts auch schlechte Erfahrungen damit.
Ein Kit von Crane mit starren Tappets, zugehörigen Stößelstangen und Taiwan-Blocks hätte knapp 140 €umel weniger gekostet. Davon kann man zwar mit der Holden auch mal lecker essen gehen, aber so isses besser :-)

Sie (die Schofel natürlich) läuft jetzt wie gesagt bestens - so gut, dass ich ohne Not keine starren Stößel mehr einbauen würde. Wie alle Gleitlager werde ich sie ein bisschen einfahren. Ich höre kaum noch, dass der Motor überhaupt an ist. Dafür tauchen sehr ungewöhnliche, beunruhigende Geräusche auf, die wohl vorher übertönt wurden.

so long
rouleur
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