ihr redet wie alte Leute, die ihre Kriegserlebnisse aus Stalingrad kundtun (wenn es die noch gibt). Die Änderung der Führerscheinklassen betrifft doch keinen hier. Also was soll es?
Was ist schlimm daran sich an die "guten Zeiten" zu erinnern??
Die Freiheiten zum Mopedfahren die wir in den 70ern und 80ern hatten kommen nie wieder.
Ich finde den Ansatz von Hajo sehr schön.
Ich habe mein Teil wohl jedenfalls auch dazu beigertragen. Ich habe meiner Ziehtochter die Mopedszene vorgelebt. Wir waren jedes Jahr mit der Kiste in Urlaub. Jedenfalls hat sie dann irgendwann den 1er gemacht und fährt mit den Mopeds jetzt jedes Jahr in Urlaub und den Kerlen heute gewaltig um die Ohren.
ich erinnere mich auch gerne an die „guten Zeiten“. Auch wenn ich dabei an tote Kumpels denken muss, die keinen Helm hatten (was damals völlig gesetzeskonform war). Bin jedenfalls froh, dass meine Kinder mit Mopeds nichts am Hut haben.
Vor Jahren habe ich einen Nachbarsjungen zum Mopedfahren gebracht. Seine Mutter war nicht begeistert. Er fährt aber auch nicht mehr, so wie keiner aus meiner alten Clique. Heute sind die Neueinsteiger um die 50 und erfüllen sich ihren „Jugendtraum“ oder was auch immer. Ist ok, auch wenn ich mit den meisten nicht zurechtkomme.
Wie Dieter schon sagte, eine kleine Änderung der Führerscheinregelung wird nichts an der Situation verändern. Wir sollten uns damit abfinden, dass unsere Spezis ausstirbt
Arthur hat geschrieben: Wir sollten uns damit abfinden, dass unsere Spezis ausstirbt
Schade das wir keine Feldhamster sind.
Dann würde man uns samt Mopeds unter Schutz stellen…
Gruß Otter
Oder wir könnten uns Paarweise in unsere Schrauberbuden zurück ziehen und warten bis wir den Autofahrern zahlenmäßig überlegen sind . . .
Dies setzt dann allerdings mehr Alteisenfahrerinnen voraus . . .
... mal wieder so ein Thema, zu dem ich mir schon viele Gedanken gemacht habe.
Also "read at own risk", wie die MoCo schreiben würde, um aus der Haftung zu kommen.
Menschen habdeln prinzipiell IMMER subjektiv sinnvoll.
Nennt sich verkürzt "Rational Choice Theorie" in der Soziologie.
Aber eben nur verkürzt, da die erste Handlung eben nicht die Aktion (z.B. Motorradfahren) ist, sondern das Konstruieren der eigenen Wirklichkeit.
Und genau da hängt der Hammer für die Jungmenschen heute an nem anderen Nagel.
Die Menschen konstruieren sich ihre Wrklichkeit so, das Motorradfahren nicht mehr ein sinnvolles "Werkzeug" ist, als das wir es noch eingesetzt haben, um unsere subjektiv sinnvollen Ziele zu erreichen.
Welche waren das?
Nun da kann hier bestimmt jeder ne Flasche aufmachen und anfangen zu erzählen was er sein wollte, was er erleben wollte, wie er gesehen werden wollte und wie er leben wollte, BEVOR er sich ein Motorrad angeschafft hat.
Nicht immer planvoll, aber im Rückblich immer gefühlt so.
Und ein Motorrad gehörte eben dazu, so wie ein bestimmter Haarschnitt (oder eben gerade kein Haarschnitt), bestimmte Klamotten, bestimmte Worte und so weiter und so fort.....
Alles brauchte man sich nicht groß zu überlegen, da es einfach da war und man es sich nur nehmen musste.
Lange Haare, nen Chopper, gleiche Kumpels und der Rest kam von selber. Ruck zuck lebte man so wie man es wollte. Und wenn auch nur real für ein paar Tage im Jahr, im Herzen 24 Stunden 365 Tage.
Klar hatten man auch Beerdigungen von Kollegen und Kumpels, ja sogar Freunden, aber Alk und Droge hat dann doch mehr Schwund gebracht als die Moppeds.
Nicht zu vergesen was das Weibsvolk den Kumpels angetan hat (ich war alleine auf zwei Beerdigungen wegen so Beziehungsmist).
Und zu Arthur kann ich da nur anmerken, das mir vor meinem Sohn auf nem Bock graut - da sterbe ich tausend Tode vor Angst (geht mir schon jetzt auf dem Fahrrad so), aber noch mehr graut mir davor ihn nicht auf nem Mopped zu sehen, wenn er nur ein wenig nach mir schlägt.
Wie und wo soll er denn den Dampf zwischen 18 und 25 ablassen, ohne selbstgefährdent und dann auch noch sozialschädlich zu werden?
Wenn er seine Kohle für nen Bock verballert und sich den Arsch auf ner Nordkaptour abfriert, mit zerkloppten Knochen rumhumpelt oder malochen muss, um ne krumme Gabel zu ersetzen - ist doch besser als sich den Kick chemikalisch oder virtuell zu holen.
Ich werde den nicht auf zwei Räder bringen, denn wenn er gebracht werden müsste, wäre das idiotisch.
Aber ich lebe ihm vor was früher ging und heute geht und wenn er diesen Weg wählt, werde ich ihn unterstützen.
Nur bin ich mir aber, realistisch gedacht, nahezu sicher, das er sich in ein üpaar Jahren seltsame Ziele aussucht, zu denen Moppedfahren (oder sein Vadder) gar nicht passt.
Jugend kopiert nicht die Elterngeneration, sie findet eigene Wege, nur so kann unsere Art immer aktuell und inovativ bleiben - das ist das wirklich geniale am Menschen, er reproduziert sich und erfindet sich dabei ständig neu und passt sich so seiner Welt imemr optimal an.
Er wird dem Sog der modernen Bequemlichkeit (positiv könnte man das auch Energieeffizienz nennen) erliegen und eben nicht den komplizierten (energie/kraffressenden) Weg des alten "real life" gehen.
Wer ist denn heute noch so blöde Schmerzen, Mühen und Entbehrungen freiwillig auf sich zu nehmen, nur um cool zu sein oder sich selber am Limit zu erleben?
Wer braucht solche Erfahrungen denn heute noch?
Das werden wirklich nur noch echte 1% der Jugendlichen sein, um mal dieses alte Bild zu bemühen.
Und ob denen das guttut sei mal dahingestellt.
Wozu soll einem 20 Jährigen denn eine Harley heute noch dienen?
Wozu?
Was kann er mit so einem Gerät denn heute noch anfangen, um gleichalte Kumpels zu finden, oder bei vorhandenen mitzuziehen - sprich sich in/mit seiner Generation zu sozialisieren?
Wo soll er denn heute noch hinfahren, um Freiheit zu erleben?
Seid ihr mal in der Normandie oder in Dänemark heute an Orte gefahren, die auf der Karte cool = abseits aussehen?
Da ist Tupperparty des 60+ Chapters.
Das gesamte Ruhrgebiet (nix für ungut Kollegen) hat offensichtlich den Schrebergarten mit Zechenblick gegen ein Hymer mit Navi ausgetauscht und sucht nun Europas abgelegene Ecken heim.
Aber volle Molle mit Mutti und Hund!
Und klar sind die Lokals vor Ort von Wild-Campern abgenervt wie die Sau und brauchen dazu nicht noch drei Jungspunde auf SR 500, die sich am Waldrand ein Lagerfeuer machen.
Wozu braucht der Jungmann heute ne Harley? Oder ein anderes Mopped?
Tja und genau dafür schafft er sich das auch an.
Supersubjektiv sinnvoll!
Und genau solche sind das dann auch!
Da kannste den Führerschein mit dem Abi verschenken oder dem als Trostpreis vergeben, bei dem es mit dem Hauptschulabschluss nicht geklappt hat - keiner wird sich nen Bock koofen oder gar damit rumfahren.
Wozu denn auch?
Wads für einen Sinn macht den Moppedfahren für einen Jungmenschen?
Und warum fahren wir noch weiter?
Aber das will ich hier nicht auch noch anhängen.
Nur soviel - weil es für uns einen subjektiven Sinn macht und emothional zu Zielen führt, die unsere selbstkonstruierte Wirklichkeit stützen.
Gruß vom Wiesenrand.
Maruski
79er FX1200; SR500; RM-Z250; RM-Z 450
Despite the high cost of living, it remains popular. www.planetrock.com
vampyr hat geschrieben: Oder wir könnten uns Paarweise in unsere Schrauberbuden zurück ziehen und warten bis wir den Autofahrern zahlenmäßig überlegen sind . . .
Dies setzt dann allerdings mehr Alteisenfahrerinnen voraus . . .
Hmmm………zur Not müssen wir halt nach Japan auswandern
mein alter Herr pflegte immer wenn alles am Abschmieren war zu sagen:
Maul halten, weitermachen, durchbeissen!
Und wenn wir die letzten von der Art sind, die noch gegen den Wind gepinkelt haben.
Wenn die jungen von heute sich ne andere Lebensart aussuchen, sollense doch, jede Generation erfindet sich neu, da geb ich Maruski recht. Solange wir nicht an unserer Lebensart zweifeln ist doch alles in Butter und unsere selbstkonstruierte Wirklichkeit besteht weiter.
Was schert mich dann der Rest?
In dem Sinne: Maul halten, weitermachen, durchbeissen.
Der nächste Sommer kommt bestimmt!